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Proteste der Textilarbeiter in Kambodscha. Lassen sich Moral, Recht und Ökonomie in diesem Kontext miteinander vereinbaren?

Title: Proteste der Textilarbeiter in Kambodscha. Lassen sich Moral, Recht und Ökonomie in diesem Kontext miteinander vereinbaren?

Term Paper , 2015 , 11 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nicole Roer (Author)

Business economics - Business Ethics, Corporate Ethics
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Im vorliegenden Essay gehe ich auf das Verhältnis von Ökonomie, Moral und Recht ein, um der Frage nachzugehen, ob sich das Moralprinzip, das Rechtsprinzip und das Ökonomieprinzip miteinander im Kontext der Textilarbeiter in Kambodscha vereinbaren lassen. Diese Fragestellung wird speziell aus einer kantischen Perspektive betrachtet.

Proteste der Textilarbeiterinnen in Kambodscha und der Einsturz des Gebäudes Rana Plaza in Bangladesch – im Jahr 2013 häuften sich die Nachrichten über die untragbaren Arbeitsbedingungen in der Textilbranche. Internationale Verflechtungen im Rahmen der Globalisierung haben dafür gesorgt, dass Kleidung nur noch zu einem kleinen Teil in Industriestaaten produziert wird. Die Produktion wanderte in Länder ab, in denen Kleidung zu minimalen Kosten produziert werden kann. Jüngste Berichte lassen verlauten, dass nach der Öffnung Myanmars die Produktion abermals verlagert wird, um weiter die Kosten der Textil-Produktion zu senken.

Fälle wie der Einsturz des Rana Plaza, bei dem rund 1100 Menschen ihr Leben verloren, und gewaltsame Ausschreitungen bei den Protesten der Textilarbeiter in Kambodscha zeigen, dass ein Umdenken stattfinden muss. Moral und Ökonomie sowie Recht sind dabei nicht isoliert voneinander zu betrachten, sondern müssen in Bezug zueinander gesetzt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Relevanz und Fragestellung

2 Moralisch-legitimes und rechtlich-legitimes Verhalten

2.1 Welches Verhalten ist moralisch-legitim?

2.1.1 Abgrenzung der Sittlichkeit von der Sinnlichkeit

2.1.2 Die Fähigkeit des Menschen zum moralischen Handeln im Konfliktfall

2.1.3 Sittlich-moralisches Verhalten

2.2 Welches Verhalten ist rechtlich-legitim?

3 Verhältnisse von Moral, Recht und Ökonomie

3.1 Hierarchische Unterordnung des Rechts der Moral

3.2 Hierarchische Unterordnung der Ökonomie des Rechts

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Moral, Recht und Ökonomie im Kontext der Textilindustrie, insbesondere am Beispiel der Arbeitsbedingungen in Kambodscha, um zu klären, ob sich diese drei Bereiche aus einer kantischen Perspektive miteinander vereinbaren lassen.

  • Analyse moralischer Legitimationskriterien nach Immanuel Kant
  • Unterscheidung zwischen sinnlichen Begehren und sittlicher Pflicht
  • Rechtliche Grundlagen und die Sicherung der individuellen Wirkfreiheit
  • Hierarchische Einordnung ökonomischen Handelns unter ethische und rechtliche Prinzipien

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Abgrenzung der Sittlichkeit von der Sinnlichkeit

Das Moralprinzip ist als Sittengesetz charakterisierbar. Davon ausgehend, stellt sich die Frage, wie Sittlichkeit definiert wird. Dazu muss man zunächst sittliche von sinnlichen Begehren unterscheiden.

Auf unsere sinnlichen Begehren haben wir keinen Einfluss. Sie sind zufällig und heteronom gegeben. So können die meisten Menschen ihren Geruchs- oder Geschmackssinn nur wenig oder gar nicht beeinflussen. Unsere Sinne, wie auch unsere sinnlichen Begehren, sind vergleichsweise, d.h. komparativ, allgemein, wenn auch Ausnahmen denkbar sind. Ausgehend davon, dass sinnliche Begehren bei Personen in einer ähnlichen Art und Weise auftreten, ist es denkbar, diese in Schemata zusammen zu fassen. Da sinnliche Begehren aber keinesfalls bei jedem gleich auftreten, es eben auch Ausnahmen gibt, sind sie bestenfalls als Regeln nicht aber als allgemeines Gesetz im kantschen Sinne denkbar. Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere können sinnlich Begehren. Die Sinnlichkeit, kann also nicht als Kriterium für das Alleinstellungsmerkmal des Menschen, das Merkmal des Vernunfts- und Freiheitswesens, heran gezogen werden.

Was den Mensch vom Tier unterscheidet ist die Autonomie, also die Freiheit, in seinen Entscheidungen. Erst die Willensfreiheit, die Freiheit des Menschen, seinen eigenen Willen zu entwickeln, und die Handlungsfreiheit, die Freiheit des Menschen zur Welt, zu sich selbst und zu den verschiedenen Möglichkeiten des Tuns bewusst Stellung zu nehmen, zeichnen den Unterschied zwischen dem Mensch und dem Tier aus und stellen die „Conditio humana“ nach Plessner (1964, 38) dar. Diese Autonomie, sich als Wesen der Freiheit zu begreifen, führt hin zu sittlichen Begehren, die für ein funktionierendes gesellschaftliches Leben notwendig sind. Aus diesem Grund, können aus den sittlichen Begehren allgemeine Gesetze im kantschen Sinne abgeleitet werden. Aus der Sittlichkeit entsteht eine konkrete Pflicht sittlich gut zu handeln. Jeder von uns sollte die konkrete Pflicht haben, sich über die Herkunft und die Herstellungsbedingungen seiner Kleidung zu informieren und auch pflichtbewusst sittlich handeln, also keine Kleidung kaufen, die unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Relevanz und Fragestellung: Das Kapitel führt in die prekären Arbeitsbedingungen der globalen Textilindustrie ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Vereinbarkeit von Moral, Recht und Ökonomie.

2 Moralisch-legitimes und rechtlich-legitimes Verhalten: Es werden die kantischen Grundlagen für moralisches Handeln sowie die rechtliche Notwendigkeit der Sicherung individueller Wirkfreiheit im gesellschaftlichen Miteinander erörtert.

3 Verhältnisse von Moral, Recht und Ökonomie: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit einer hierarchischen Unterordnung: Ökonomie muss dem Recht und dieses wiederum der Moral untergeordnet werden.

4 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass ökonomisches Handeln nur unter strikter Beachtung moralischer und rechtlicher Prinzipien legitim sein kann.

Schlüsselwörter

Wirtschaftsethik, Kant, Moralprinzip, Rechtsprinzip, Ökonomieprinzip, Textilindustrie, Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Wirkfreiheit, Autonomie, Pflicht, Sittengesetz, Selbstzweckformel, Globalisierung, Gewinnmaximierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die ethischen und rechtlichen Anforderungen an unternehmerisches Handeln in der globalen Textilbranche, motiviert durch menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und Produktionspraktiken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Definition sittlichen Handelns, das Verhältnis von staatlichem Recht zu moralischen Geboten sowie die Grenzen ökonomischer Gewinnmaximierung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob sich das Moral-, Rechts- und Ökonomieprinzip in einem gemeinsamen Kontext vereinbaren lassen, unter Anwendung kantischer Philosophie.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit nutzt eine theoretische, ethisch-philosophische Analyse, basierend auf der Moralphilosophie Immanuel Kants, um aktuelle ökonomische Praktiken normativ zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Begriffe Moral und Recht theoretisch abgegrenzt, die Autonomie des menschlichen Willens diskutiert und die Notwendigkeit einer hierarchischen Einordnung der Wirtschaft unter ethische Prinzipien hergeleitet.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Wirtschaftsethik, Kant, Menschenrechte, Arbeitsbedingungen und das Spannungsfeld zwischen Moral und Profit charakterisiert.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen moralischer Pflicht und ökonomischem Eigeninteresse?

Sie nutzt das Kriterium der Verallgemeinerungsfähigkeit und die Selbstzweckformel von Kant, um zu zeigen, dass menschliches Handeln nicht allein durch Neigungen oder Nutzenkalküle bestimmt sein darf.

Warum ist das Fazit der Arbeit für Modeunternehmen relevant?

Die Schlussfolgerung mahnt Unternehmen dazu, sich nicht hinter geltenden Gesetzen in Produktionsländern zu verstecken, da diese oft keine moralische Legitimation besitzen, und fordert eine Orientierung am Selbstzweck der Beschäftigten.

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Details

Title
Proteste der Textilarbeiter in Kambodscha. Lassen sich Moral, Recht und Ökonomie in diesem Kontext miteinander vereinbaren?
College
University of Bamberg  (Internationales Management)
Course
Grundlagen der Wirtschaftsethik
Grade
1,7
Author
Nicole Roer (Author)
Publication Year
2015
Pages
11
Catalog Number
V321624
ISBN (eBook)
9783668209930
ISBN (Book)
9783668209947
Language
German
Tags
Wirtschaftsethik Kambodscha Textilarbeiter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Roer (Author), 2015, Proteste der Textilarbeiter in Kambodscha. Lassen sich Moral, Recht und Ökonomie in diesem Kontext miteinander vereinbaren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321624
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