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Filmemacher des Dokumentarfilms. Zwei Bergsteiger-Dokumentationen im Vergleich

"Gasherbrum – der leuchtende Berg" (1984) von Werner Herzog und "Am Limit" (2007) von Pepe Danquart

Titre: Filmemacher des Dokumentarfilms. Zwei Bergsteiger-Dokumentationen im Vergleich

Dossier / Travail , 2014 , 19 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Frank Melz (Auteur)

Filmologie
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In dieser Arbeit werden die Filme „Gasherbrum - der leuchtende Berg“ von Werner Herzog und „Am Limit“ von Pepe Danquart miteinander verglichen. Mit Hilfe des Dokumentarfilms sollen Rückschlüsse auf das Handeln und die Motivation von Extrem-Bergsteigern ermöglicht werden. Weiterführend wird der Dokumentarfilm als filmisches Medium definiert und in die Geschichte des Films eingeordnet. Nachfolgend werden zwei Dokumentarfilme genauer betrachtet, auf ihre filmischen Mittel untersucht und gegenübergestellt. Eine entscheidende Rolle spielen hierbei die Filmemacher, die scheinbar mit jeweils unterschiedlichen Intensionen und Methoden das Thema Bergsteigen erfassen und aufarbeiten.

Die zeitliche Spanne von 21 Jahren zwischen den beiden Dokumentarfilmen ist ebenfalls ein interessanter Aspekt und kann in den folgenden Ausführungen nur ansatzweise berücksichtigt werden. Am Ende werden beide Filme in einem Fazit ausgewertet und die Handlungsmotive der einzelnen Akteure weitgehend zusammengefasst.

Was treibt Menschen dazu, die Strapazen des Bergsteigens auf sich zu nehmen und den Kampf gegen die Natur zu wagen? Warum ist es so wichtig, dass wir an unsere Grenzen gehen? Wer hält es für die Nachwelt fest und mit welchen Mitteln? Wer macht die Anstrengungen für die Menschen, die es nicht selbst erlebt haben, sichtbar und greifbar? Diese und weitere Fragen werden in der vorliegenden Arbeit behandelt und untersucht.

Die Luft zum Atmen scheint kaum auszureichen. Der Wind weht kalt, unerbittlich seit vielen Tagen und unter den schweren Wanderstiefeln knackt verräterisch der Schnee.

Gletscherspalten und metertiefes Eis lauern bei jedem Schritt. Weit und breit ist keine Menschenseele. Der einzige stete Begleiter ist die Gewissheit, dass, wenn jetzt etwas passiert, niemand helfen kann und keine Rettung kommen wird. In der Nacht sinken die Temperaturen weit unter null Grad Celsius und nagen an den Kräften des menschlichen Körpers. Angetrieben von einer schier unfassbaren Willenskraft werden die letzten Reserven mobilisiert und der Aufstieg auf den in 8000 Metern Höhe liegenden Gipfel verwirklicht.

Der Gewinn: Freude über das Erreichte und die Klarheit, dass einem dieser Augenblick für immer gehört. Der Verlust: möglicherweise Nahtoderfahrungen und Todesangst. Im geringsten Fall erfrorene Finger oder Zehen. Naturgewalten bestimmen den Menschen, doch dieser begibt sich freiwillig in die Extremsituation und nimmt in Kauf, dass am Ende der Expedition der Tod warten könnte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Dokumentarfilm

2.1 Definition des Dokumentarfilms

2.2 Dokumentarfilm und Filmgeschichte

3. Spurensuche/Fallanalyse

3.1 Fiktion und Non-Fiktion

3.2 Kamera und Einstellungsgrößen

3.3 Grenzerfahrungen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Darstellung von Extrem-Bergsteigen und die Motivation der Akteure anhand des Vergleichs zweier Dokumentarfilme, die unterschiedliche methodische Ansätze und zeitliche Kontexte widerspiegeln.

  • Definition des Dokumentarfilms als filmisches Genre
  • Historische Einordnung und Entwicklung der Dokumentarfilm-Methodik
  • Vergleichende Analyse der Regiestile von Werner Herzog und Pepe Danquart
  • Untersuchung von Fiktion, Kameraeinsatz und Einstellungsgrößen
  • Reflexion über psychische und physische Grenzerfahrungen im Bergsport

Auszug aus dem Buch

3.3 Grenzerfahrungen

In dem Film „Gasherbrum - Der leuchtende Berg" geht es Herzog weniger um die klassische Dokumentierung einer außergewöhnlichen Bergsteiger-Expedition. „Er wollte erfahren, warum sich Menschen derlei Strapazen aussetzen, sich in akute Lebensgefahr bringen und einen Sinn in der Sinnlosigkeit solcher Unternehmen suchen.“ (Baumgardt, o. J. [online]). Die Frage, die stets im Subkontext der Interviewfragen von Herzog mitschwingt, ist diejenige nach dem ‚Warum?’. Immer wieder fragt Herzog seine Protagonisten was sie antreibt und motiviert. „Glaubst Du selbst, dass du ein bisschen geistesgestört bist, dass du das machst?“ (Herzog, 1984, „Gasherbrum - der leuchtende Berg“ [Film]), stellt er die Frage an Messner. Dieser erwidert souverän und bezeichnet sich als eine Art Künstler. Reinhold Messner scheint zu jeder Zeit alles im Griff zu haben und profiliert sich vor der Kamera als todesmutiger und erfahrener Vorzeige-Bergsteiger. Herzog versucht es in einer nächsten Einstellung erneut und fragt nach dem Erlebnis, welches Messner 1970 bei der Besteigung des Nanga Parbat durchlebt hat, bei der sein Bruder Günther zu Tode gekommen ist. „Wie bist du deiner Mutter vor's Angesicht getreten?", will er wissen (Herzog, 1984, „Gasherbrum – der leuchtende Berg“ [Film], TC 00:29:38). „Er kauert in seinem Zelt, gibt klare, präzise Antworten auf die quälenden Fragen Herzogs und bricht plötzlich in Tränen aus. Bittere, schmerzhafte Tränen. Die scheinbar undurchdringliche Schale Messners bricht spektakulär zusammen“ (Baumgardt, o. J. [online]). Später sagt Herzog in einem Interview, dass er der Kamera zugenickt habe: „[...] weiter drehen, weiter drehen, egal, was passiert“ (Herzog, o. J., zit. In: Revolver, o. J. [online]). Eine psychische Grenzerfahrung, die Herzog emotional für den Zuschauer greifbar macht und in der Realität kaum echter sein könnte. Scheinbar minutenlang hält die Kamera gnadenlos auf den weinenden Messner und lässt den Zuschauer mit ihm leiden („Gasherbrum – der leuchtende Berg“, 1984, TC 00:29:40 – 00:30:45).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation von Extrem-Bergsteigern dar und führt in die vergleichende Analyse der zwei ausgewählten Dokumentarfilme ein.

2. Dokumentarfilm: Das Kapitel definiert den Dokumentarfilm als Gattung und bettet ihn in den historischen Kontext der Filmgeschichte ein.

3. Spurensuche/Fallanalyse: Hier werden die Filme in Bezug auf ihre fiktionalen Elemente, Kameraarbeit und die Darstellung von Grenzerfahrungen detailliert gegenübergestellt.

4. Fazit: Das Fazit wertet die filmischen Ansätze beider Regisseure aus und fasst die Handlungsmotive der Protagonisten zusammen.

Schlüsselwörter

Dokumentarfilm, Bergsteigen, Werner Herzog, Pepe Danquart, Non-Fiktion, Fiktion, Kameraeinstellungen, Einstellungsgrößen, Grenzerfahrungen, Speed Climbing, Reinhold Messner, Montage, Filmgeschichte, psychische Belastung, Realitätsabbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht zwei Dokumentarfilme zum Thema Bergsteigen, um filmische Mittel und die Motivation der Protagonisten zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Definition des Dokumentarfilms, filmische Techniken wie Einstellungsgrößen und die Darstellung von menschlichen Grenzerfahrungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse der Filme von Herzog und Danquart Rückschlüsse auf das Handeln und die Motivation von Extrem-Bergsteigern zu ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine inhaltsanalytische Fallanalyse durchgeführt, welche filmtheoretische Grundlagen auf die beiden spezifischen Werke anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Filme auf ihre fiktionalen Anteile, ihre Kameraführung sowie die filmische Vermittlung von Extremsituationen hin untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Dokumentarfilm, Bergsteigen, Kameraeinstellungen, Fiktion/Non-Fiktion und Grenzerfahrungen definieren.

Wie unterscheidet sich die Kameraführung bei Herzog im Vergleich zu Danquart?

Während Herzog eher statische, beobachtende Aufnahmen bevorzugt, nutzt Danquart eine Vielzahl an Kameraperspektiven und Schnitttechniken, um Dynamik und Geschwindigkeit zu betonen.

Welche Rolle spielt die Fiktion in den untersuchten Dokumentarfilmen?

Die Arbeit analysiert, wie beide Filmemacher mit der Abgrenzung von Fiktion und Realität umgehen, wobei Danquart deutlicher zwischen fiktionalen Inszenierungen und Dokumentation trennt als Herzog.

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Résumé des informations

Titre
Filmemacher des Dokumentarfilms. Zwei Bergsteiger-Dokumentationen im Vergleich
Sous-titre
"Gasherbrum – der leuchtende Berg" (1984) von Werner Herzog und "Am Limit" (2007) von Pepe Danquart
Université
University of Rostock  (Institut für Medienforschung)
Cours
Geschichte des Films und der Filmemacher von George Méliès bis Martin Scorsese
Note
1,0
Auteur
Frank Melz (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
19
N° de catalogue
V321654
ISBN (ebook)
9783668211995
ISBN (Livre)
9783668212008
Langue
allemand
mots-clé
Werner Herzog Pepe Danquart Gasherbrum - der leuchtende Berg Dokumentarfilm Am Limit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Frank Melz (Auteur), 2014, Filmemacher des Dokumentarfilms. Zwei Bergsteiger-Dokumentationen im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321654
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Extrait de  19  pages
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