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Die Kunst oder Die Künste? Ein Essay zum Kunstbegriff

Title: Die Kunst oder Die Künste? Ein Essay zum Kunstbegriff

Essay , 2004 , 5 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Christina Hirschochs (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Gibt es die Kunst oder kann man die Künste nur als je eigenes Genre begreifen? Können wir die Kunst als eine Einheit verstehen oder nur als die Vielheit der Künste? Der vorliegende Essay stellt sich diese und weitere Fragen rund um das Thema "Die Kunst oder Die Künste". Es stellt sich zuerst einmal die Frage, ob es sinnvoll ist, die Kunst zu vereinheitlichen oder ob es nicht den Künsten eher gerecht wird, über ihre je spezifischen ästhetischen Prinzipien nachzudenken.

Für die Überlegungen hierzu habe ich folgende Arbeitsthesen aufgestellt:
- These: Man kann die Kunst nur in der Unterteilung in einzelne Künste begrifflich fassen.
- Antithese: Nur in der Einheit der Künste existiert der Begriff Kunst.
- Synthese: Der Begriff Kunst ergibt sich aus dem Spannungsfeld durch die Interaktionen der einzelnen Künste.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Kunst oder Die Künste? Nachdenken über Kunst

2. These: Die Unterteilung in einzelne Künste

2.1 Raum- und Zeitkünste nach Lessing

2.2 Aufführungskünste und Ausstellungskünste

2.3 Dionysische und apollinische Künste nach Nietzsche

2.4 Allographische und autographische Künste nach Goodman

2.5 Auratische Künste nach Benjamin

3. Antithese: Die Einheit der Künste

3.1 Hegels System der Künste

3.2 Richard Wagner und das Gesamtkunstwerk

4. Synthese: Der Begriff der Kunst im Spannungsfeld

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Auffassung von Kunst als bloße Vielheit einzelner Genres und der Suche nach einer übergeordneten Einheit des Kunstbegriffs.

  • Systematische Differenzierung der Künste (Raum/Zeit, Apollo/Dionysos, Original/Fälschung).
  • Philosophische Ansätze zur Einheit der Kunst bei G.W.F. Hegel.
  • Das Konzept des Gesamtkunstwerks als praktische Anwendung einer Einheitsästhetik bei Richard Wagner.
  • Die Herleitung einer Synthese, die Kunst als interaktives Spannungsfeld definiert.

Auszug aus dem Buch

Die Unterscheidung von dionysischen und apollinischen Künsten

Es lässt sich noch eine weitere Differenzierung anführen, die man Friedrich Nietzsches (1844-1900) Traktat Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik entnehmen kann. Nietzsche spricht nicht von einer Grenze, sondern von zwei unterschiedlichen ästhetischen Prinzipien, die er unter Rekurs auf zwei Götter der griechischen Antike formuliert hat. Auf der einen Seite steht Dionysos, der Gott des Rausches und der Ekstase. Ihm gegenüber steht Apollo, der Gott des Traumes und des schönen harmonischen Scheins.

Zu den dionysischen Künsten kann man die Musik zählen, die in Nietzsches Betrachtungen – Nietzsche war zur Zeit der Niederschrift seines Traktats ein glühender Verehrer der Musik Richard Wagners – eine zentrale Stellung inne hat. Die dionysischen Künste agieren rauschhaft und ekstatisch, was natürlich nicht auf alles zutrifft, was wir unter Musik verstehen. Auch ein Action Painting Jackson Pollocks ist eher dionysisch, zumindest in seiner Entstehung.

Zu den sogenannten apollinischen Künsten würde man die Malerei zählen und die Künste mit klarer Form und Struktur. Darstellende Malerei, Skulpturen, Architektur, Literatur, Fotografie und Film haben eine klare Struktur und bauen übersichtliche Welten, Ordnungen und Zusammenhänge. Sie entfalten eine strukturierte Wirklichkeit.

Genauso wie bei den Raum- und Zeitkünsten verwischen sich auch hier die Grenzen. Eindeutig sind die Künste also nicht zu differenzieren.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Kunst oder Die Künste? Nachdenken über Kunst: Einführung in die grundlegende Problematik und Aufstellung der Arbeitsthesen (These, Antithese, Synthese).

These: Die Unterteilung in einzelne Künste: Analyse verschiedener klassifikatorischer Ansätze von Lessing, Nietzsche, Goodman und Benjamin, die die Diversität der Künste betonen.

Antithese: Die Einheit der Künste: Untersuchung der Versuche Hegels und Wagners, die Künste in einem systemischen oder praktischen Gesamtzusammenhang zu vereinen.

Synthese: Der Begriff der Kunst im Spannungsfeld: Zusammenführung der Argumente zur Erkenntnis, dass Kunst primär als interaktives Spannungsfeld zwischen den Künsten zu begreifen ist.

Schlüsselwörter

Kunst, Künste, Ästhetik, Raumkünste, Zeitkünste, Gesamtkunstwerk, Intermedialität, Dionysos, Apollon, Aura, System der Künste, Spannungsfeld, Philosophie der Kunst, Synästhesie, Theorie der Künste.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Frage, ob man "die Kunst" als einheitlichen Begriff verstehen kann oder ob sie lediglich eine Sammlung unterschiedlicher Genres (die Künste) darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Systematisierung der Künste (Differenzierung nach Raum, Zeit, Struktur und Reproduzierbarkeit) sowie Ansätze zur Einheitsbildung (Hegel, Wagner).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erarbeitung einer Synthese, die Kunst nicht als rein einheitlich oder rein vielfältig definiert, sondern als dynamisches Spannungsfeld.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische, philosophiegeschichtliche Analyse, die verschiedene kunsttheoretische Traktate miteinander in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die These der Differenzierung (verschiedene Klassifizierungsmodelle) und die Antithese der Einheit (Hegel und Wagner).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Spannungsfeld, Intermedialität, Gesamtkunstwerk und ästhetische Prinzipien charakterisiert.

Wie definiert Nietzsche die dionysischen und apollinischen Künste?

Nietzsche unterscheidet zwischen dem rauschhaften, ekstatischen Prinzip (Dionysos) und dem auf Struktur, Ordnung und harmonischen Schein ausgerichteten Prinzip (Apollo).

Was versteht man unter Benjamin’schem Auratikum?

Der Begriff der Aura bezeichnet die Einmaligkeit und Geschichte eines Kunstwerks, die eine gewisse Distanz beim Betrachter einfordert; ein Merkmal, das Benjamin bei reproduzierbaren Medien schwinden sieht.

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Details

Title
Die Kunst oder Die Künste? Ein Essay zum Kunstbegriff
College
University of Hildesheim  (Philosophisches Institut)
Course
Seminar
Grade
1,5
Author
Christina Hirschochs (Author)
Publication Year
2004
Pages
5
Catalog Number
V321678
ISBN (eBook)
9783668210530
ISBN (Book)
9783668210547
Language
German
Tags
kunst künste essay kunstbegriff Gesamtkunstwerk Wagner
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Hirschochs (Author), 2004, Die Kunst oder Die Künste? Ein Essay zum Kunstbegriff, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321678
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