Die Sharing Economy und die damit einhergehende Verhaltensänderung beim Konsumenten ist ein Resultat der zunehmenden Vernetzung und Digitalisierung. Diese Digitalisierung brachte neben dem Internet oder dem Smartphone noch etwas mit sich – ein Umdenken der Eigentumsverhältnisse.
Neue Technologien sowie ein wachsendes Umweltbewusstsein in Verbindung mit dem Internet ermöglichen den reibungslosen Austausch von Gegenständen, Dienstleistungen und Informationen. Die Sharing Economy bietet den Menschen eine Alternative zum Eigentum und verdeutlicht, was passiert, wenn der traditionelle Konsum an Relevanz verliert und stattdessen geteilt oder getauscht wird. Innovative Plattformen erlauben ein barrierefreies Konsumieren zeitgleich zum Produzieren. Als Folge dessen verschmelzen Konsument und Produzent zu einem Prosument.
Vor diesem Hintergrund und angesichts einer steigenden Weltbevölkerung in Kombination mit globalen Problematiken wie Klima- und Umweltwandel, Ressourcenknappheit und dem Mangel an Raum ist es notwendig, den Fokus auf die Möglichkeiten zukunftsfähiger Entwicklungen zu legen. Das Leitbild Nutzen statt Kaufen kann in diesem Zusammenhang zu einem nachhaltigeren Konsum führen.
Insbesondere im Bereich des Car-Sharing findet die Sharing Economy immer mehr Anklang. Neben der Urbanisierung spielt die sinkende Auslastung privater Pkw’s eine Rolle, aber auch ökonomische und ökologische Aspekte gewinnen in der heutigen Gesellschaft an Bedeutung. Um Städte und Einwohner zu entlasten, setzen Car-Sharing-Dienstleister daher auf das Prinzip weniger ist mehr – eine geringere Anzahl an Fahrzeugen soll für mehr Mobilität sorgen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Bachelorarbeit
2 Formen des eigentumslosen Konsums
2.1 Definition, Ursprung und Relevanz
2.2 Die drei Sharing-Modelle
2.3 Digitalisierung als Grundlage der Sharing Economy
2.4 Angebote der Sharing Economy
2.5 Nutzungsmotive von Sharing-Dienstleistungen
3 Car-Sharing als Beispiel der Shared Mobility
3.1 Entwicklung des Car-Sharing
3.2 Angebote im Bereich des Car-Sharing
3.3 Motive für die Nutzung von Car-Sharing-Diensten
3.3.1 Ökonomischer Aspekt
3.3.1.1 Kostenvergleich: Car-Sharing vs. Mietwagen
3.3.1.2 Kostenvergleich: Car-Sharing vs. Taxi
3.3.2 Ökologischer Aspekt
3.4 Vor- und Nachteile von Car-Sharing
4 Car-Sharing – Auswirkungen auf die Automobilindustrie
4.1 Vom Produktnutzen zur serviceorientierten Dienstleistung
4.2 Chancen und Herausforderungen aus Sicht der Automobilhersteller
5 Ergebnisse, kritische Analyse und Handlungsempfehlung
5.1 Erarbeitete Ergebnisse
5.2 Kritische Analyse
5.3 Handlungsempfehlung
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit untersucht den Einfluss neuer Sharing-Economy-Geschäftsmodelle auf die Automobilbranche, um zu bewerten, wie sich die sinkende Nachfrage nach individuellem Pkw-Eigentum auf Automobilhersteller auswirkt und welche Anpassungsstrategien erforderlich sind.
- Grundlagen und Definitionen des kollaborativen Konsums
- Entwicklung und Erfolgsfaktoren von Car-Sharing-Modellen
- Kostenvergleich zwischen Car-Sharing, Mietwagen und Taxinutzung
- Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der Automobilindustrie
- Strategische Handlungsempfehlungen für Hersteller und Händler
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Das Tauschgeschäft – oder die gemeinschaftliche Nutzung von Wohnraum und Gegenständen ist keine neue Erscheinung. Die genossenschaftliche Bewegung, die bereits seit ca. 150 Jahren existiert, genießt genauso wie Tauschringe und die Schweizer Selbstfahrergenossenschaft SEFAGE einen gewissen Bekanntheitsgrad. Letztere legte den Grundstein für das Car-Sharing bereits im Jahr 1948 unter dem Motto Nutzen statt Besitzen. Diese Modelle unterscheiden sich allerdings von der aktuellen Situation, denn seit jüngster Vergangenheit ist der Wandel von einer Eigentumsgesellschaft in eine Besitzgesellschaft zu beobachten. Produkte und Dienstleistungen werden zunehmend geteilt oder getauscht anstatt sie zu kaufen und das in nahezu allen Lebensbereichen.
Konzentrierten sich Unternehmen vor einigen Jahren noch auf das Produkt, die Produkteigenschaften und möglichst geringe Produktionskosten, so richtet sich das Augenmerk heutzutage eher auf den Service und wie dieser dem Kunden zugänglich gemacht werden kann. Das tangible Produkt wird langsam von der intangiblen serviceorientierten Dienstleistung abgelöst, wobei eine Trennung in tangible und intangible Produkte aus Kundensicht oftmals nicht mehr möglich ist, da Produkte und Services miteinander verschmelzen. Beim Car-Sharing ist beispielsweise das Auto das tangible Produkt, allerdings erhält es den eigentlichen Nutzen erst durch den Service in Form einer Applikation oder einer Plattform, durch die der Kunde das Fahrzeug reservieren und daraufhin für eine beliebige Zeit gegen ein Entgelt nutzen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Sharing Economy als Resultat der Digitalisierung und Aufzeigen der Problemstellung des Wandels von der Eigentums- zur Besitzgesellschaft.
2 Formen des eigentumslosen Konsums: Erläuterung der theoretischen Grundlagen, der digitalen Treiber und der verschiedenen Sharing-Modelle (B2C, P2P, B2B).
3 Car-Sharing als Beispiel der Shared Mobility: Detaillierte Analyse des Car-Sharings inklusive einer Kostenbetrachtung im Vergleich zu Mietwagen und Taxis sowie der ökologischen Aspekte.
4 Car-Sharing – Auswirkungen auf die Automobilindustrie: Untersuchung der Konsequenzen für Automobilhersteller und der Notwendigkeit zur Umstellung vom Produktverkauf zum serviceorientierten Anbieter.
5 Ergebnisse, kritische Analyse und Handlungsempfehlung: Zusammenfassung der Erkenntnisse, kritische Reflexion des Geschäftsmodellwandels und konkrete strategische Empfehlungen für Unternehmen.
6 Fazit und Ausblick: Abschließende Betrachtung des disruptiven Wandels durch Urbanisierung, Sharing Economy und autonomes Fahren.
Schlüsselwörter
Sharing Economy, Car-Sharing, Kollaborativer Konsum, Automobilindustrie, Digitalisierung, Mobilität, Geschäftsmodelle, Eigentumsgesellschaft, Besitzgesellschaft, Service-Excellence, Nachhaltigkeit, Nutzerorientierung, Shared Mobility, Mobilitätswende, Internetplattformen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einfluss der Sharing Economy auf die Automobilbranche am Beispiel des Car-Sharings.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten gehören Grundlagen des kollaborativen Konsums, die Entwicklung von Car-Sharing, Kostenanalysen und die strategische Transformation der Automobilhersteller.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Ziel ist es, die Auswirkungen der geteilten Mobilität auf die Automobilbranche abzuleiten, um Handlungsfelder für Hersteller zur Sicherung ihres Unternehmenserfolgs zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer explorativen Herangehensweise, die theoretische Analysen mit Marktbeobachtungen und Kostenvergleichen kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis des eigentumslosen Konsums, die detaillierte Analyse von Car-Sharing-Angeboten und die Untersuchung der Auswirkungen auf die Automobilindustrie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die zentralen Schlagworte sind Sharing Economy, Shared Mobility, Geschäftsmodellwandel, Kundenorientierung und digitale Transformation.
Warum ist Car-Sharing wirtschaftlich für den Nutzer relevant?
Es bietet hohe Flexibilität und Kostenvorteile, da laufende Kosten wie Wartung, Versicherung und Parkgebühren entfallen und nur die tatsächliche Nutzung bezahlt wird.
Welche Herausforderungen müssen Automobilhersteller meistern?
Hersteller müssen den Wandel vom reinen Fahrzeugverkäufer zum Mobilitätsdienstleister bewältigen und Kooperationen mit Digitalunternehmen eingehen, um trotz sinkender Nachfrage nach Privateigentum profitabel zu bleiben.
Wie verändert sich die Beziehung zum Kunden?
Durch die Digitalisierung werden Kunden anspruchsvoller und erwarten maßgeschneiderte Services; die langfristige Kundenbindung durch Service-Exzellenz tritt an die Stelle des einmaligen Produktverkaufs.
- Quote paper
- Moritz Land (Author), 2016, Nutzen statt Kaufen. Auswirkungen der Sharing Economy auf die Automobilindustrie. Car-Sharing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321697