Wer ist Jesus Christus? Der Streit um den Gottessohn in der Frühen Kirche

Eine Zusammenfassung von Franz Dünzls "Kleine Geschichte des trinitarischen Dogmas in der Alten Kirche"


Zusammenfassung, 2015
19 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in das Problem

2. Die Anfänge der Christologie

3. Erste Modelle für das Verhältnis von "Vater" und "Sohn"

4. Die Kontroverse zwischen Logostheologen und Monarchianern

5. Das Anliegen des Arius von Alexandrien und die Reaktion seiner Gegner

6. Das Eingreifen Kaiser Konstantins und das Konzil von Nizäa

7. Die Entwicklung in der nachkonziliaren Zeit

8. Die theologische Spaltung des Reiches

9. Serdica – das gescheiterte Reichskonzil

10. Konstantius II. und die Suche nach dem theologischen Kompromiss

11. Die Sammlung der Neunizäner

12. Die Frage nach dem Heiligen Geist

13. Das Konzil von Konstantinopel und die Verständigung mit dem Westen

14. Ausblick

Quellenangabe

1. Einführung in das Problem

- Selbstverständnis des Christentums als monotheistische Religion [1]

- darin in Verwandtschaft zum Judentum und dem Islam (vgl. Schema und Schahada ("Es gibt keine Gottheit außer Allah, und Mohammed ist der Gesandte Allahs"))

- ABER: Trinitätslehre im Christentum => Frage nach dem inneren Verhältnis Gottes. Wie bspw. Christus denken?

-Kernproblem und Hintergrundfrage des trinitätstheologischen Diskurses, der in dieser Arbeit beschrieben wird:

Wie den Monotheismus mit der Heilsbedeutung Christi in Einklang bringen? [2]

2. Die Anfänge der Christologie

- Zentrum & Auslöser der Diskussion: Jesus von Nazaret als historische Person mit übernatürlichem Anspruch.

- Jüngerkreis um Jesus herum, die seine Botschaft weiter verbreiteten.

- Tod Jesu – wie ein gottverfluchter Verbrecher (vgl. Dtn 21,23) gekreuzigt – als Wendepunkt der Bewegung um Jesus, sowie Ausgangspunkt einer vertieften christologischen Reflexion. →

- Auferstehung Jesu wird zentral:

- Paulus beschreibt das "Evangelium Gottes" als die Botschaft des auferstandenen Sohnes, eingesetzt in Macht dem Geist der Heiligung nach und der von David abstammt (vgl. Röm 1,3f).

- Nach Paulus ist Jesus eingestzt und definiert als der Sohn Gottes , aufgrund der Auferstehung (=Erhöhung zum Gottessohn).

- Nicht nur die Gottessohnschaft, sondern auch das Wirken Jesu wird durch die Auferstehung bestätigt.

- Markus verwendet den "Sohn Gottes"-Titel seit Beginn des Auftretens Jesu (Taufszene Jesus und Johannes).

- Lukas und Matthäus gehen weiter: Jesus wird schon in den Kindheitsgeschichten als der Sohn Gottes präsentiert.

- Johannes stellt Jesus im Prolog als den inkarnierten Logos dar, der schon vorher bei Gott war (Präexistenzchristologie)

=> Bereits im NT werden unterschiedliche Antworten gegeben, auf die Frage hin, was und wer den Christus sei.

- Im 2. Jhd. glichen kirchliche Theologen, wie Justin der Märtyrer oder Irenäus von Lyon die vers. christologischen Ansätze soweit aus, dass ein homogenes NT entstand.

- Tation schuf um 170 sogar eine Evangelienharmonie, das 'Diatessaron'.

- Heute tun wir mittels der historisch-kritischen Methode der Bibelexegese wieder einen Blick hinter diese Harmonie.

- Nicht alle zogen mit dieser Entwicklung mit, und verwarfen für sich bestimmte Christologien (zB Ebioniten , kontra Jungfrauengeburt, betont MkEv; Adoptianismus (Vorteil bzgl. des strengen Monotheismus)).

- => Aus all dem folgte die dringliche Aufgabe für die Alte Kirche, das Verhältnis Gott – Christus zu klären.

Aussagen der Unterordnung Christi stehen ↔ Aussagen der Einheit von Vater und Sohn gegenüber.

3. Erste Modelle für das Verhältnis von "Vater" und "Sohn"

- Noch in NT-Zeit: Ausarbeitung von Kategorien, um das Verhältnis von "Vater" und "Sohn" zu bestimmen. [3]

- (A) Gott und Christus werden ident gesetzt.

Kol 1,15a: Sohn als "Bild des unsichtbaren Gottes".

- vgl. die pln Aussage Christus "ist das Bild Gottes" in 2 Kor 4,4; sowie: jüdische Weisheitsspekulationen (Weish 7,26c LXX, Hebr 1,3 und Kol 1,15 weisen auf die spientia Salomonis zurück)

→ Im Kontext des Platonismus eignete sich die Bild-Kategorie hervorragend um Differenz und Identität gleichzeitig auszusagen.

→ Im Kontext dieser Verse steht die Sophia-Logos-Spekulation . Es ist gleichzeitig von Schöpfungsmittlerschaft und Präexistenz Jesu die Rede (vgl. auch Joh 1,1-18)

- Philon von Alexandrien identifiziert Logos mit Sophia.

- (B) Gott und Christus NICHT ident. Bspw. in der "Geistchristologie" , die sich der Kategorie Pneuma bedient, um zu zeigen, dass der Erlöser zur göttlichen Sphäre gehöre, aber nicht mit Gott ident ist. -> Frage nach der Vereinbarkeit mit dem Monotheismus im Hintergrund.

- Bspw. (a) im 2. Clemensbrief (rund 130-150 n.Chr.): Im Pneumasein stimmen Retter und Gott überein, es verbindet Jesus mit dem Vater = Dehnung des strikten Monotheismus. Dahinter steht die Vorstellung, dass alles Göttliche

- Bsp. (b) Hirt des Hermas (130/140): Gott lässt das präexistente heilige Pneuma im Sarx wohnen. Das Fleisch diente dabei dem Pneuma so gut, dass es Gott zum Genossen des Heiligen Pneuma annahm. ("heiliges Pneuma" = Gott zugeordnete heilgeschichtliche Gestalt)

(c) der Hirt des Hermas verwendet auch andere tastende Versuche sich dem Thema anzunähern: Christus wird als ein (erhabener, großer) "Engel des Herrn" bezeichnet.

- Hintergrund ist das AT, wo mehrfach vom mal'ak JHWH die Rede ist, wobei in ein und derselben Erzählung der Bote/Engel Gottes mit diesem gleichgesetzt werden kann. (Gen 16,7-14; Gen 18,1-19; Ex 3,2-6; Ri 6,11-24; Ex 3,11ff). Christus erkennt, erfüllt und verkündet den Willen des Vaters, dient ihm dadurch. Dieser selbst bleibt absolut transzendent. Das Moment der Subordination, das hierbei mitschwingt ist für das Frühe Christentum nicht ungewöhnlich.

- Begr.: "Oikonomia" (griech.: Haustand) bedeutete für die frühen Christen die Fürsorge Gottes für den Erdkreis. Christus ist Akteur dieser Oikonomia, der Heilsmittler . Neben ihn tritt noch der Hl. Geist, das Pneuma. Vater setzt durch Sohn und Geist seinen Heilsplan durch.

- Irenäus von Lyon (um 185): Sohn und Geist sind die "Hände Gottes" , die ausführenden Organe seines Willens. Dem Logos obliegt im Schöpfungsakt das Leib- und Kraft-zur-Existenz-Gebende, dem Pneuma das Ordnen und Ausbilden der Verschiedenheiten der Kräfte. Gott hat einen Heilsplan mit den Menschen

- → ABER: Bisher KEINE klare Konzeption über das innergöttliche Verhältnis, da ja noch keine Diskussion mit dieser Fragestellung lief. ->

- Ende des 2. Jhds. kommt diese Fragestellung auf, da die Christen Atheismusvorwürfen ausgesetzt waren, und sich nun verstärkt nach außen hin erklären mussten.

- Athenagoras beschreibt Ende d. 2. Jhds. die beiden Pole, die beachtet werden müssen: Spannung zwischen Einheit und Unterscheidung von Vater, Sohn und Pneuma.

- => Prozess des Ringens um eine Antwort..[4]

4. Die Kontroverse zwischen Logostheologen und Monarchianern

- Frage des Verhältnisses des Erlösers zu Gott im späten 2. und im 3. Jhd einerseits (a) innerkirchliches Problem, andererseits (b) bedeutende Frage im Außenverhältnis (bspw. Mission, Konkurrenz zum Diasporajudentum). ->

- Justin d. Märtyrer schrieb 160 in Rom den "Dialog mit dem Juden Tryphon" , einen Entkräftungsversuch jüdischer Vorwürfe gegen Christen.

- Vorwurf: Tryphon gegen die Präexistenz Christi ->

- Antwort: Zählt nun 2 Götter, versucht aber den Monotheismus weiter zu gewährleisten , indem er auf die Logostheologie zurückgreift.

- Begr.: "Logos" (von griech.: "lego" = sagen, reden; eher: darlegen), Logos bezeichnet "Wort", "Rede", "geistigen Gehalt" und "Sinn", "Lehre" . Er zielt auf die innere Logik einer Sache ab, ihre Rationalität und Vernünftigkeit -> Logos kann deshalb auch mit "Vernunft" übersetzt werden.

-> Schon lange vor den Christen in der griech. Philosophie bedeutsam. 500 v.Chr. "entdeckte" Heraklit von Ephesus im Logos das letze Weltprinzip, ein Letztes, dass hinter dem andauernden Widerstreit und Wechsel der Welt steht ("panta rei", alles fließt...);

--> die Stoa (ab rund 300 v. durch Zenon von Kition begründet) verbreitete diesen Gedanken weiter. Hier ist die Welt ein Ganzes, dass durch des göttliche Pneuma (Geist) durchdrungen ist. Dadurch erhält der Kosmos Sinn.

---> Diese beeinflusste wiederum den Mittelplatonismus, der wiederum die Christen stark beeinflusste... Hier stellt das "nous" das höchste geistige Prinzip dar, dass aber erst durch den "Logos" Wirkung entfaltet. Der Logos nimmt hier eine Mittlerposition zwischen reinem Geist auf der einen, und dem vielfältigen Kosmos auf der anderen Seite ein.

Dieses Konzept faszinierte auch Philon von Alexandrien

- Hippolyt von Rom

- Hippolyt war wohl ein Schüler des Irenäus; Priester unter Bischof Victor I.; bis 199 großen Einfluss im Klerus von Rom.

- Kritik an Callistus I., der 217 Bischof von Rom => seine Anhänger setzten ihn zum Gegenbischof einer Sondergemeinde ein.

→ Worum ging es? Callistus warf Hippolyt Monarchianismus vor, Gottvater und Christus so zu trennen, dass er an zwei Götter glaube. Hippolyt bezeichnete dagegen Callistus als Patripassianer und beschuldigte ihn der zu nachsichtigen Haltung in Fragen der kirchlichen Disziplin. -> Hippolyt wurde so der erste "Gegenpapst", auch noch unter Urban I. und Pontianus

- Origenes :

- 3. Jhd., Theologe des Ostens; biblisch und philosophisch gebildet (-> die beiden Grundlagen der Logostheologie)

- Menschen hätten ein Problem damit, an 2 Götter zu glauben => Es ist zu zeigen, inwiefern die beiden zwei und inwiefern sie ein Gott sind.

- Ziel des Origenes war es, mehr die Differenz/ den Unterschied in Gott zu betonen als die Einheit -> Er beschrieb Vater, Sohn und Geist als 3 verschiedene Hypostasen[5]. Wenn Vater, Sohn und Geist 3 Hypostasen sind, dann dann haben sie Eigenexistenz und reale Selbstständigkeit, sind also unterscheidbar.

- Die Gefahr des Monarchismus sieht O. darin, dass Vater und Sohn als ein Seiendes gesehen werden könnten. ABER:

- Origenes bezeichnete Vater, Sohn und Geist als eins (hen), aufgrund der Harmonie (symphonia) und der Identität des Wollens – diese Einheit ist aus unserer heutigen Sicht aber keine ‚seinsmäßige’, sondern nur eine ‚moralische’.

- Gott Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind bei O. außerdem unwandelbar, sowie wesenhaft gut.

- Origenes dachte dualistisch: Alles Materielle sah er als vergänglich an, alles Geistige als ewig. Gott war immer schon ewig Schöpfer, sonst hätte er sich in der Schöpfung verändert...

- Der ewige Logos ist vom ewigen Vater als sein Abbild gezeugt, die Geistwesen aber sind schon immer durch den Logos und in ihm geschaffen.

- Frage nach dem innergöttlichen Verhältnis hatte auch Konsequenzen auf das Außenverhältnis der Kirche (bspw. die Mission, oder die Beziehungen zum Diaspora-Judentum).

- Justin d. Märtyrer versucht im "Dialog mit dem Juden Tryphon" einerseits die Transzendenz Gottes zu gewährleisten, und andererseits die Theophanien aus dem AT dem präexistenten Christus zuzuweisen. Dabei greift er, um die Vorstellung der Zählung von zwei Göttern plausibel zu machen, auf die Logos-Theologie zurück.

- Die Wurzeln dieser Theologie liegen im Johannes-Prolog, sowie der griechischen Philosophie.[6]

5. Das Anliegen des Arius von Alexandrien und die Reaktion seiner Gegner

Wer war Arius?

- Arius (geb. rund um 260 n.Chr.) stammte ursprünglich aus Libyen, begann sein Wirken aber als Presbyter in Alexandrien.

- Presbyter: Einerseits waren sie das Ratskollegium des Bischofs, andererseits waren sie Vorsteher einer Kirche und eines Stadtteils. Arius war Vorsteher eines solchen Stadtteils, der sich in der Baukalis-Kirche versammelte.

- Arius stand im Ruf eines moralisch hochstehenden Lebenswandels, er feierte den Gottesdienst, predigte und legte die heilige Schrift aus.

- Arius theologische Bildung erwarb er bei (nicht näher überlieferten) Lehrern, die er selbst als "weise" bezeichnet (evt. bei Lukian von Antiochien).

- Seine Theologie steht in engem Zusammenhang mit dem von Origenes geprägten, alexandrinischen Milieu. Wie bei Origenes ist bei ihm ein großes Maß an Sympathie für die griech. Philosophie vorauszusetzen.

Der Streit. Wie kam es dazu?

- Um 318 forderte Bischof Alexander von Alexandrien seine Presbyter auf, eine schwierige Passage des AT (Wahrscheinlich zum 8. Kap. der Sprichwörter Salomos ("Proverbia" 8,22-25) zu kommentieren und dazu Stellung zu beziehen. ->

- Quelle: Brief Kaiser Konstantins aus dem Jahr 325

- Arius' Aussage missfiel dem Bischof, so dass er gegen Arius und seine Unterstützer vorging.

- Welche Aussage tätigte er? Prov 8,22-25:

"Der Herr schuf mich als Anfang siner Wege zu seinen Werken; vor der Weltzeit (dem Äon) gründete er mich im Anfang, bevor er die Erde machte und bevor er die Abgründe machte, bevor die Wasserquellen hervorkamen, bevor die Berge befestigt wurden; vor allen Hügeln zeugt [!] er mich".

- => Arius interpretierte dies so, dass der Logos einen Anfang gehabt habe. Dabei glaubt er die Lösung für das alte Problem der Vereinbarkeitsfrage von Christologie und Monotheismus gefunden zu haben.

(a) Gott (Vater) existierte, vor der Schöpfung, vor der Zeugung des Sohnes, alleine. Dieser allein ewige Gott ist der wahre Gott. Für Arius zeichnet sich alles, das nicht Gott ist, dadurch aus, dass es einen Anfang hat (nur Gott ist anarchos , hat keine arche)

- => (b) Der Sohn hat einen Anfang im Vater, er ist gezeugt, hat eine arche . Er kann also nicht der wahre Gott sein! Im Sinne seines Gottesbegriffs ist dies nur der ursprungslose Vater.

- Welche Stellung nimmt nun der Sohn, der Logos ein? Dieser gehört einer anderen Seinsebene an als der ewige Vater. Er ist nicht Gottes innerer Logos, Gottes eigene Vernunft und Weisheit, sondern: er ist Gottes Abbild, nach dem Willen Gottes aus dem Nichts entstanden und der durch den Vorgang der "Zeugung" selbstständige Existenz gewonnen hat.

- Da er Abbild Gottes ist dürfe man ihn "Logos" oder "Weisheit", sogar "Gott" nennen. Er ist nicht wahrer Gott, aber darf den Gottestitel tragen .

- Ontologisch ist der Sohn eher auf der Seite der Geschöpfe , des Geschaffenen anzusiedeln. Sonderstellung zu den übrigen Geschöpfen.

- Der Sohn ist, anders als der Vater, wandelbar und nur kraft seines eigenen Willens im Guten.

- Die Christologie berührt die Ebene des wahren Gottseins nun nicht mehr -> glaubte das alte Problem nun gelöst zu haben...

Die Reaktion.

- "Christus als Geschöpf" wurde als Provokation wahrgenommen. →

- Alexanders Kontraposition:

- Gott der Vater war immer schon Vater, da auch Christus immer schon existierte.

- Der Sohn war in Wahrheit Gottes Logos und Gottes Weisheit und darum auch dem Wesen nach Sohn Gottes (gleiche ontologische Ebene).

- Er ist aus dem Vater gezeugt und nicht aus dem Nichts geschaffen.

=> Alexander nutzte seine Autorität und exkommunizierte 318/319 Arius mitsamt seinen Anhängern (7 Presbyter und 12 Diakone)...

- ... Diese erkannten dieses Urteil nicht an und wichen nach Palästina aus, wo sie Unterstützung fanden und dem Einflussbereich des alexandrinischen Bischofs entzogen waren.

- Unterstützung bedeutender Bischöfe, u.a. Eusebius von Nikomedien, einem geschickten Kirchenpolitiker, sowie Eusebius von Cäserea maritima.

- Durch diese Unterstützung gestärkt wandten diese sich 320 noch einmal an ihren Heimatbischof um ihre Lehre erneut auszuführen, sowie gegen allgemeine Irrlehren abzugrenzen. Dabei versucht er Bischof Alexander die Gemeinsamkeiten zwischen ihnen aufzuzeigen und gegen die monarchianische Lehre abzugrenzen (nach der der Vater selbst als Sohn gezeugt wird).

Es kann, so Arius, nicht zwei gleichewige Prinzipien geben (da ja sonst kein Monotheismus mehr...), der Sohn kann aber auch kein wesensgleicher Teil des Vaters sein (später: homousios). Wichtig hierbei ist, dass er Gott als unteilbar annimmt, der Sohn kann kein "Stück" des Vaters sein => Sohn muss ein außerordentliches Geschöpf des Vaters sein.

- Alexander verfasste als Reaktion auf diesen Brief Rundschreiben, die vor Arius und seinen Anhängern warnten. Dabei beharrt er weiter auf seiner oben dargestellten Position. Allein der Vater ist ungezeugt. Der Sohn ist dabei aus dem seienden Vater gezeugt worden.

- Vergleich beider Ansätze:

- Das arianische Konzept weisst eine logische Stringenz auf, während Alexander zu lavieren scheint: Sohn sei ewig, aber doch nicht ungezeugt, wobei die Zeugung niemand so recht erklären könne... Die "Zeugungs"-Metapher steht für ihn mehr für eine Beschreibung einer ewigen Kausalität, nicht eines quasi-zeitlichen Anfangs.

- => Der Streit weitete sich im weiteren Zeitablauf immer weiter aus, sodass sich Kaiser Konstantin genötigt sah einzuschreiten (=> Konzil von Nicäa)...

[...]


[1] Vgl. Dünzl, Geschichte des trinitarischen Dogmas, 10f.

[2] Vgl. Ebd., 11–19.

[3] Vgl. Ebd., 19–29.

[4] Vgl. Ebd., 30–51.

[5] hypostasis leitet sich vom Verbum hyphistamai „vorhanden sein“ ab und bezeichnet im philosophischen Kontext die Eigenexistenz, die selbstständige Realität eines Seienden

[6] Vgl. Ebd., 51–59.

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Details

Titel
Wer ist Jesus Christus? Der Streit um den Gottessohn in der Frühen Kirche
Untertitel
Eine Zusammenfassung von Franz Dünzls "Kleine Geschichte des trinitarischen Dogmas in der Alten Kirche"
Autor
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V321732
ISBN (eBook)
9783668211032
ISBN (Buch)
9783668211049
Dateigröße
638 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Christus, Konzil, Frühe Kirche, Jesus, Dünzl, Trinitarisches Dogma, Alte Kirche, Dogma, Christologie, Heiliger Geist, Pneumatologie, Trinität, Streit, Kirche
Arbeit zitieren
Lukas Grangl (Autor), 2015, Wer ist Jesus Christus? Der Streit um den Gottessohn in der Frühen Kirche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321732

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