Interviewerfahrungen des Technischen Redakteurs im Maschinenbau mit Konstrukteuren. Tipps und Tricks.
Inhaltsverzeichnis
1 Warum führt man Interviews?
2 Die Situation
3 Psychologische Sicht: Wie "packe ich ihn"?
4 Meine Notizen
5 Große Frage der Vorbereitung
6 Welche Erwartung habe ich an sein Korrekturverhalten?
7 Über den Autor
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, Technischen Redakteuren praxisorientierte Strategien für die erfolgreiche Durchführung von Interviews mit Konstrukteuren zu vermitteln, um trotz oft schwieriger Rahmenbedingungen fundierte technische Informationen für die Dokumentationserstellung zu gewinnen.
- Die psychologische Herangehensweise an unterschiedliche Typen von Konstrukteuren.
- Die strategische Vorbereitung auf fachliche Interviews.
- Methoden zum Umgang mit Zeitdruck und Desinteresse seitens der Entwicklungsabteilung.
- Der Umgang mit Korrekturschleifen und der Validierung von Dokumentationsinhalten.
Auszug aus dem Buch
3 Psychologische Sicht: Wie "packe ich ihn"?
Ich habe in meinem Berufsleben viele Konstrukteure kennengelernt und mit meinen Fragen genervt. Jeder Kollege hat einen anderen Charakter und Eigenarten und Hobbys. Mit der Zeit hat man gelernt, jeden Menschen darüber zu öffnen.
Da gibt es den Familienvater, für den seine Hobbys und die Familie alles ist. Wenn man das weiß, eröffnet man das Interviewgespräch erst mal mit der Frage nach privaten Dingen. Der Gegenüber dankt, dass man nicht sofort in die Details geht und antwortet entspannter.
Ähnliches gilt für den Fußballfan, der erst einen kurzen Abriss über die letzten Spiele seines Vereins abgibt, bevor er sich konzentriert den Fragen widmet.
Oft hilft auch ein mitgebrachter Kaffee, um bei dem Kollegen eine produktive Gesprächsstimmung zu erzeugen.
Schwieriger dagegen ist der Konstrukteur, der seinen Beruf als seine Berufung ansieht und dafür bekannt ist, dass er zu Hause noch an technischen Problemen knobelt. Hier ist die Vorbereitung (siehe 5. Große Frage der Vorbereitung) auf das Gespräch besonders wichtig. Dieser Menschentyp traut anderen Zeitgenossen wenig technisches Verständnis zu. Er wird Ihnen bei den ersten Gesprächen aufmerksam zuhören. Erfüllen Sie seine Anforderung nicht, wird es schwierig. Er stellt Sie auf eine Stufe mit den „Ungläubigen“, die technisch völlig ahnungslos sind. Können Sie ihm aber durch geschickte Fragen Ihre Fachkompetenz beweisen, wird er sie mit Detailinformationen und Einschätzungen überschütten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Warum führt man Interviews?: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit des direkten Austauschs mit Konstrukteuren, um technische Details und Hintergrundwissen zu erlangen, die über reine Stücklisten und Zeichnungen hinausgehen.
2 Die Situation: Es wird die typische Ausgangslage in Unternehmen beschrieben, in der der Konstrukteur bereits neue Projekte verfolgt und der Besuch des Redakteurs oft als störend empfunden wird.
3 Psychologische Sicht: Wie "packe ich ihn"?: Hier werden verschiedene Persönlichkeitstypen von Konstrukteuren vorgestellt und Strategien aufgezeigt, wie man durch emotionale Ansätze oder fachliche Kompetenz ein produktives Gesprächsklima schafft.
4 Meine Notizen: Dieses Kapitel empfiehlt, während des Interviews keine ausformulierten Protokolle zu schreiben, sondern die handschriftlichen Notizen unmittelbar danach zeitnah digital aufzubereiten.
5 Große Frage der Vorbereitung: Es wird hervorgehoben, dass eine gründliche Vorbereitung nicht nur die Qualität des Interviews steigert, sondern dem Konstrukteur auch Wertschätzung entgegenbringt.
6 Welche Erwartung habe ich an sein Korrekturverhalten?: Dieses Kapitel behandelt den Umgang mit unterschiedlichen Reaktionen auf die Bitte zur inhaltlichen Prüfung des Entwurfs und wie mit Verzögerungen oder fachlich unbegründeter Kritik umzugehen ist.
7 Über den Autor: Eine kurze Vorstellung des Autors Dieter Stötefalke, der seine langjährige Erfahrung als Technischer Redakteur und Dozent darlegt.
Schlüsselwörter
Technische Dokumentation, Konstrukteur, Interviewtechnik, Kommunikation, Arbeitsabläufe, Projektmanagement, Fachkompetenz, Dokumentationserstellung, Zeitplanung, Risikobeurteilung, Korrekturverhalten, Ingenieurwesen, Gesprächsführung, Redaktionssystem, Praxistipps
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen und psychologischen Herausforderung, fundierte technische Informationen von Konstrukteuren für die Erstellung technischer Dokumentationen zu erhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die zwischenmenschliche Kommunikation, die Vorbereitung technischer Gespräche, der Umgang mit verschiedenen Charakteren im Arbeitsumfeld sowie das effiziente Zeitmanagement im Dokumentationsprozess.
Was ist das primäre Ziel dieser Ausführungen?
Das Ziel ist es, Technischen Redakteuren Werkzeuge an die Hand zu geben, um Widerstände bei Konstrukteuren abzubauen und die Informationsbeschaffung durch strukturierte Interviews zu optimieren.
Welche wissenschaftliche oder praktische Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf langjähriger praktischer Erfahrung und nutzt eine praxisorientierte, psychologisch fundierte Vorgehensweise bei der Gesprächsführung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ausgangssituation in Unternehmen, stellt psychologische Strategien vor und gibt konkrete Anweisungen zur Vorbereitung von Interviews sowie zum Umgang mit Korrekturprozessen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Technische Dokumentation, Konstrukteur, Interviewführung, Kommunikation, Fachkompetenz und Effizienz in der Dokumentationserstellung.
Wie sollte man mit einem Konstrukteur umgehen, der die Technische Dokumentation als Zeitverschwendung ansieht?
Der Autor empfiehlt hier, das Gespräch über eine emotionale Ebene zu suchen oder alternativ den Nutzen für den Kunden sowie die Marketingvorteile der Dokumentation hervorzuheben, anstatt sich auf rechtliche Forderungen zu stützen.
Was tun, wenn ein Konstrukteur den Entwurf zur Korrektur nicht rechtzeitig zurückgibt?
Es wird geraten, den Fortschritt durch eigene Notizen im Zeitplan zu überwachen und bei ausbleibender Bearbeitung deutlich darauf hinzuweisen, dass bei fehlender Rückmeldung der Entwurf als fachlich korrekt angenommen wird.
- Citation du texte
- Dieter Stötefalke (Auteur), 2016, Interviews mit Konstrukteuren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321737