Einleitung
Es gibt viele Versuche zur Erklärung des Konjunkturphänomens. Einer davon versucht Konjunkturschwankungen als Schwankungen der gesamtwirtschaftlichen Kapazitätsauslastung zu erklären. Wendepunkte sind die jeweils höchsten bzw. niedrigsten Auslastungsgrade, die Ausschläge lassen sich direkt am Auslastungsgrad ablesen. Zur Berechnung der Kapazitätsauslastung benötigt man einen Wert für die maximal mögliche Produktion – das Produktionspotential. Unter diesem versteht man die gesamtwirtschaftliche Leistung, welche bei voller oder normaler ( differiert je nach Modell ) Auslastung der Produktionsfaktoren möglich wäre. Für die Ermittlung bzw. Schätzung des Produktionspotentials gibt es eine Reihe von Modellen, auf die ich im folgenden näher eingehen werde.
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Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. MODELLE MIT EINEM PRODUKTIONSFAKTOR
2.1 MODELL DES SACHVERSTÄNDIGENRATES
2.2 MODELL VON OKUN
3. MODELLE MIT MEHREREN PRODUKTIONSFAKTOREN
3.1 MODELL DER BUNDESBANK
4. WEITER MODELLE
4.1 METHODE GLEITENDER DURCHSCHNITTE
4.2 PEAK – TO – PEAK – METHODE
4.3 IFO – METHODE
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, verschiedene wissenschaftliche Verfahren zur Ermittlung des gesamtwirtschaftlichen Produktionspotentials zu analysieren, deren theoretische Grundlagen darzulegen und kritisch zu würdigen.
- Grundlegende Definition des Konjunkturphänomens und der Kapazitätsauslastung
- Analyse von Modellen mit einem einzelnen Produktionsfaktor (Sachverständigenrat, Okunsches Gesetz)
- Untersuchung von Modellen mit mehreren Produktionsfaktoren (Modell der Bundesbank)
- Vorstellung weiterer Schätzmethoden wie gleitende Durchschnitte und Ifo-Methode
Auszug aus dem Buch
2.1 Modell des Sachverständigenrates
Das Modell des Sachverständigenrates zur Schätzung des Produktionspotentials berücksichtigt lediglich den Produktionsfaktor Kapital. Der er berechnet das Potential über die Entwicklung der volkswirtschaftlichen Kapitalproduktivität. Der Auslastungsgrad des Produktionspotentials ergibt sich dann als Quotient aus dem tatsächlichen und dem potentiellen Bruttoinlandsprodukt.
Wobei λ den Auslastungsgrad des gesamtwirtschaftlichen Produktionspotentials, Yt das reale Bruttoinlandsprodukt und Yt* das gesamtwirtschaftliche Produktionspotential angibt.
Der Normalauslastungsgrad des Produktionspotentials wird als Durchschnitt der Auslastungsgrade der letzten Produktivitätszyklen berechnet. Für die Jahre 1963 – 1993 betrug er 96 3/4 vH.
Das gesamtwirtschaftliche Produktionspotential setzt aus dem zu errechnenden Produktionspotentials des Unternehmenssektors und den Produktionspotentialen des Staates, der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, der Wohnungsvermietung, der privaten Haushalte, der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck, sowie der nicht abzugsfähigen Umsatzsteuer und den Einfuhrabgaben zusammen. Es wird angenommen, daß das Produktionspotential aller genannten Sektoren, mit Ausnahme des Unternehmenssektors stets voll ausgelastet ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Konjunkturschwankungen ein und definiert das Produktionspotential als gesamtwirtschaftliche Leistung bei normaler Auslastung.
2. MODELLE MIT EINEM PRODUKTIONSFAKTOR: Hier werden Schätzverfahren untersucht, die sich auf einen einzelnen Faktor konzentrieren, konkret das Modell des Sachverständigenrates sowie das Modell von Okun.
3. MODELLE MIT MEHREREN PRODUKTIONSFAKTOREN: Dieses Kapitel widmet sich dem Modell der Bundesbank, das unter Verwendung einer CES-Produktionsfunktion sowohl Arbeit als auch Kapital und technischen Fortschritt berücksichtigt.
4. WEITER MODELLE: Ein Überblick über ergänzende einfache Schätzverfahren wie die Methode gleitender Durchschnitte, die Peak-to-Peak-Methode und die Ifo-Methode.
Schlüsselwörter
Produktionspotential, Kapazitätsauslastung, Kapitalproduktivität, Sachverständigenrat, Okunsches Gesetz, Bundesbank, Produktionsfunktion, CES-Funktion, Konjunktur, Arbeitslosenquote, Bruttoinlandsprodukt, technischer Fortschritt, Arbeitsvolumen, Konjunkturzyklus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit behandelt verschiedene theoretische und praktische Verfahren zur Messung des gesamtwirtschaftlichen Produktionspotentials, welches als Benchmark für die Kapazitätsauslastung einer Volkswirtschaft dient.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Konzepte der Kapazitätsauslastung, die Schätzung von Produktionspotenzialen durch verschiedene ökonomische Modelle sowie die kritische Gegenüberstellung von Ansätzen mit einem oder mehreren Produktionsfaktoren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein systematischer Vergleich etablierter Schätzmethoden, um deren Eignung und Schwächen bei der Bestimmung des Produktionspotentials aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und mathematische Modellbeschreibung, insbesondere die Darstellung und Interpretation von Produktionsfunktionen und Regressionsansätzen der ökonomischen Forschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Ein-Faktor-Modellen (Sachverständigenrat, Okun) und Multi-Faktor-Modellen (Bundesbank) sowie die Vorstellung weiterer einfacherer Schätzmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?
Die wichtigsten Schlagworte sind Produktionspotential, Kapazitätsauslastung, Sachverständigenrat, Okunsches Gesetz, CES-Produktionsfunktion und Konjunkturtheorie.
Wie unterscheidet sich das Modell der Bundesbank von anderen Ansätzen?
Im Gegensatz zu den ein-faktoriellen Ansätzen nutzt die Bundesbank eine CES-Produktionsfunktion, um neben dem Faktor Kapital auch den Faktor Arbeit und den technischen Fortschritt simultan in die Schätzung einzubeziehen.
Warum wird das Okunsche Gesetz als "Daumenregel" bezeichnet?
Okun selbst wies darauf hin, dass sein Modell nur unter bestimmten Bedingungen verlässlich ist und bei extremen Werten der Arbeitslosenquote an Genauigkeit verliert, weshalb es eher als heuristisches Werkzeug ("rule of thumb") zu verstehen ist.
- Quote paper
- Stephan Wallburg (Author), 2001, Verfahren zur Schätzung des Produktionspotentials, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3218