Die vorliegende Hausarbeit gibt einen umfassenden Einblick in die Borderline-Persönlichkeitsstörung. Hierzu wird sie sich mit der Epidemiologie und Komorbidität, mit der Symptomatik, der Ätiologie, dem Verlauf sowie den Therapiemöglichkeiten auseinandersetzen.
Jede Person besitzt eine eigene Persönlichkeit, die mit Persönlichkeitsstilen und Persönlichkeitseigenschaften einhergehen. Diese Attribute tragen dazu bei, dass sich jedes Individuum optimal an sein individuelles Leben anpassen, in dem Alltag funktionieren und sich weiterentwickeln kann. Manchen Menschen misslingt es jedoch, Herausforderungen im Leben adäquat zu begegnen. Diesen Personen fehlt eine flexible, sich verändernde Persönlichkeit. Stattdessen tragen die starren Persönlichkeitsstile dazu bei, dass die Betroffenen unglücklich sind und ihr Leben aus eigenem Antrieb nicht bewältigen und gestalten können. Dies führt zur Ausbildung von Persönlichkeitsstörungen statt zur Entwicklung anpassungsförderlicher Persönlichkeitsstile. Eine solche Störung ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung bzw. die Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung nach ICD 10.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Epidemiologie und Komorbidität
3 Psychopathologie
3.1 Symptomatik gemäß ICD-10
3.2 Klinische Symptomatik
4 Ätiologie
4.1 Psychoanalytischer Ansatz
4.2 Dialektisch-kognitiver verhaltenstherapeutischer Ansatz
5 Verlauf
6 Therapiemöglichkeiten
6.1 Dialektisch-behaviorale Therapie (DBT)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen strukturierten Überblick über das Krankheitsbild der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS). Ziel ist es, die zentralen Aspekte von der diagnostischen Einordnung über die Ätiologie bis hin zu modernen Behandlungsansätzen wissenschaftlich darzulegen und die Herausforderungen für Betroffene und Therapeuten zu beleuchten.
- Epidemiologische Daten und komorbide Störungsbilder
- Diagnostische Kriterien nach ICD-10
- Psychopathologische Problemfelder der affektiven und kognitiven Funktionsfähigkeit
- Psychoanalytische und dialektisch-behaviorale Erklärungsmodelle
- Therapeutische Strategien, insbesondere die Dialektisch-behaviorale Therapie (DBT)
Auszug aus dem Buch
3.2 Klinische Symptomatik
Bohus (2002) teilt die Symptomatik im klinischen Spannungsbereich in fünf verschiedene Problemfelder ein. Er differenziert Probleme in der Affektregulation, im Selbstbild, in der psychosozialen Integration, der kognitiven Funktionsfähigkeit sowie der Verhaltensebene.
Die Forschung geht bei den Problemen in der Affektregulation von der Hauptsymptomatik der Borderline-Persönlichkeitsstörung aus. Diese geht mit schnellen emotionalen Wechseln und gleichzeitig starken Emotionen einher. Um die emotionale Homöostase zurückzuerlangen, bedarf es eines längeren Zeitraumes als bei gesunden Personen. Stressreiche Situationen können nach Bohus (2002) zu einer Überflutung von Emotionen führen, die nicht richtig wahrgenommen und ausdifferenziert werden können. Es entwickeln sich aversive Spannungszustände, die über gewisse Zeit anhalten können und bei manchen Personen selbstzerstörerische Handlungen als Spannungsreduktion mit sich bringen können. Auf der anderen Seite erfahren Betroffene Phasen, in welchen sie emotionale Verflachung verspüren. Diese fehlende Gefühlswahrnehmung führt schließlich zum Verlust des Identitätsgefühls.
Bezüglich der Probleme mit dem Selbstbild nehmen sich Borderline-Patienten als unsicher in Bezug auf ihre eigene Identität und Integrität wahr. Berichten von Betroffenen zufolge, wissen diese teilweise nicht, wer sie wirklich sind, erleben sich von sich selbst entfernt oder sie fühlen sich selbst ausgeliefert. Des Weiteren besitzen sie ein negatives Körpergefühl sowie eine gestörte Selbstwahrnehmung (Bohus, 2002).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Dieser Abschnitt führt in das Konzept der Persönlichkeit ein und leitet zum historischen Verständnis des Begriffs Borderline sowie dessen heutiger klinischer Bedeutung über.
2 Epidemiologie und Komorbidität: Hier werden Prävalenzraten in der Allgemeinbevölkerung sowie klinischen Settings dargelegt und häufige Begleiterkrankungen wie PTBS oder Substanzmissbrauch erläutert.
3 Psychopathologie: Das Kapitel beschreibt das klinische Erscheinungsbild, unterteilt in die ICD-10-Kriterien und eine differenzierte Betrachtung der klinischen Symptomatik nach Bohus.
4 Ätiologie: Es werden zwei wesentliche wissenschaftliche Erklärungsmodelle zur Entstehung der Störung gegenübergestellt: der psychoanalytische Ansatz und der dialektisch-kognitive verhaltenstherapeutische Ansatz.
5 Verlauf: Dieser Teil befasst sich mit der Entwicklung der Störung von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter sowie den Prognosen bei frühzeitiger versus verspäteter Behandlung.
6 Therapiemöglichkeiten: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene Behandlungsformen und fokussiert dabei auf die Dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) als anerkannte Methode.
Schlüsselwörter
Borderline-Persönlichkeitsstörung, Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung, ICD-10, Psychopathologie, Ätiologie, Affektregulation, Spaltung, Dialektisch-behaviorale Therapie, DBT, Skilltraining, Impulsivität, Komorbidität, Suizidalität, Trauma, Psychotherapie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Hausarbeit liefert einen fundierten wissenschaftlichen Überblick über das Störungsbild der Borderline-Persönlichkeitsstörung, ausgehend von der Definition über die Symptomatik bis hin zur therapeutischen Behandlung.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die Arbeit behandelt die Epidemiologie, die psychischen Symptome, die wissenschaftlichen Ätiologiemodelle, den typischen Krankheitsverlauf sowie moderne Therapiemöglichkeiten.
Was ist das zentrale Forschungsziel?
Ziel der Arbeit ist es, die Komplexität der Borderline-Störung durch eine strukturierte Analyse der theoretischen Grundlagen und der klinischen Praxis verständlich aufzuarbeiten.
Welcher therapeutische Ansatz steht im Fokus?
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Dialektisch-behavioralen Therapie (DBT), da diese als besonders wirksame und erforschte Methode für das Störungsbild gilt.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine diagnostische Einordnung nach ICD-10, eine detaillierte klinische Symptombeschreibung, die Darstellung von Entstehungsursachen und eine ausführliche Erläuterung der DBT-Module.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Borderline-Persönlichkeitsstörung, Affektregulation, Spaltung, DBT, Impulsivität, Identitätsstörung und Krisenintervention.
Welche Rolle spielt die "Spaltung" in der psychoanalytischen Theorie der Borderline-Störung?
Die Spaltung dient laut dem psychoanalytischen Ansatz als zentraler Abwehrmechanismus, um das Ich vor Konflikten zu schützen, indem widersprüchliche (gut vs. böse) Selbst- und Objektbilder künstlich voneinander getrennt gehalten werden.
Warum ist das "Skilltraining" innerhalb der DBT so wichtig?
Es ist essenziell, da Betroffene in der Einzeltherapie oft Schwierigkeiten haben, ihre dysfunktionalen Verhaltensweisen im Alltag zu unterbrechen; das Skilltraining vermittelt hierfür konkrete Handlungsalternativen.
Welche Bedeutung kommt der telefonischen Beratung in der DBT zu?
Die telefonische Beratung dient als Brücke zur Krisenbewältigung und hilft dabei, das Gelernte in den Alltag zu übertragen sowie akute Notlagen bei suizidalen Patienten besser aufzufangen.
- Quote paper
- Michael Moossen (Author), 2016, Die Borderline-Persönlichkeitsstörung. Ein Überblick zu Epidemiologie, Psychopathologie, Ätiologie, Verlauf und Therapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321811