Die Ausarbeitung befasst sich mit den verschiedenen Möglichkeiten der Ausgestaltung von Kompetenzmessverfahren.
Im Zuge eines Fachkräftemangels wird die Einstellung kompetenter Mitarbeiter zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für Unternehmen. Der Begriff der Kompetenz erlangt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung. Bevor Kompetenzen jedoch genutzt und weiterentwickelt werden können, muss ihr Vorhandensein beim jeweiligen Mitarbeiter festgestellt werden, sie müssen gemessen werden. Hierzu stehen Unternehmen zahlreiche verschiedene Methoden zur Verfügung, die in verschiedenen Bestandteilen des Personalmanagements angewendet werden können.
Es werden verschiedene Ansätze, wie z. B. testbasierte, interviewbasierte oder Assessment-Center-Ansätze vorgestellt und kritisch betrachtet. Es werden jeweils der Aufbau der verschiedenen Verfahren, die gemessenen Kompetenzen, die Auswertung und – besonders bei den testbasierten Methoden – die Gütekriterien der Verfahren betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Testbasierte Ansätze zur Kompetenzmessung
1.1. Die Gütekriterien testbasierter Ansätze
1.1.1. Hauptgütekriterien
1.1.2. Nebengütekriterien
1.2. Vorstellung ausgewählter Kompetenztests
1.2.1. KODE® - Kompetenzdiagnostik und -entwicklung
1.2.2. COMPRO+® Competence Profiling
1.2.3. Vergleich beider Testverfahren
2. Assessment Center-basierter Ansatz zur Kompetenzmessung
2.1. Allgemeines
2.2. Das Lernpotential-Assessment Center
2.3. Konzeption eines Beispiel-ACs
2.3.1. Vorgehen bei der Konzeption
2.3.2. Das Assessment Center
3. Interviewbasierter Ansatz zur Kompetenzmessung
4. Die Kompetenzbiografie
5. Weitere Ansätze zur Kompetenzmessung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, verschiedene Instrumente und Methoden zur Messung menschlicher Kompetenzen in Unternehmen systematisch vorzustellen, kritisch zu würdigen und in ihrer Anwendbarkeit zu vergleichen.
- Testbasierte Verfahren zur Kompetenzdiagnose (KODE®, COMPRO+®)
- Assessment Center-Methodik und deren ressourcenintensive Konzeption
- Interviewbasierte Ansätze, insbesondere das Instrument for Competence Assessment (ICA)
- Biografische Ansätze zur Erfassung von Kompetenzentwicklungen
- Wissenschaftliche Gütekriterien für Kompetenzmessverfahren
Auszug aus dem Buch
1.2.1. KODE® - Kompetenzdiagnostik und -entwicklung
KODE® (Kompetenzdiagnostik und -entwicklung) basiert auf dem anfangs vorstellten Kompetenzmodell von Erpenbeck und von Rosenstiel und der Kompetenzdefinition, die diesem zu Grunde liegt. Das Verfahren geht von folgenden Grundannahmen aus:
- Bei KODE® sind Kompetenzen generell Stärken, die jeder Mensch in unterschiedlicher Grundausprägung hat. KODE® zeigt demnach, wie stark diese Stärken beim Einzelnen ausgeprägt sind.
- Bei einer zu starken Ausprägung von Kompetenzen können diese im Sinne von Übertreibungen auch als Schwächen interpretiert werden. Im Bereich der sozial-kommunikativen Kompetenz wäre eine solche bspw. der im Übergang von Kompromissbereitschaft zu kompromisslerischem Handeln, um jeden Preis eine Übereinkunft erzielen zu wollen, zu sehen.
- KODE® geht davon aus, dass menschliche Kompetenzen in unterschiedlichen Alltagssituationen unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Dafür wird sowohl in den Fragestellungen als auch in der Auswertung des Tests zwischen Alltags- und Stresssituationen differenziert.
- Kompetenzen sind keine starren Gebilde, sondern sind durch Lernen und durch das Sammeln von Erfahrungen veränderbar. In der Auswertung von KODE® werden hierfür zahlreiche Hinweise gegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Testbasierte Ansätze zur Kompetenzmessung: Dieses Kapitel erläutert die wissenschaftlichen Gütekriterien wie Objektivität, Reliabilität und Validität und vergleicht exemplarisch die Testverfahren KODE® und COMPRO+®.
2. Assessment Center-basierter Ansatz zur Kompetenzmessung: Der Fokus liegt hier auf dem Assessment Center als ressourcenintensives Instrument, ergänzt durch die Analyse des Lernpotential-Assessment Centers und der Konzeption eines beispielhaften eigenen ACs.
3. Interviewbasierter Ansatz zur Kompetenzmessung: Es wird das Instrument for Competence Assessment (ICA) als Beispiel für die strukturierte, interviewbasierte Kompetenzerfassung vorgestellt und diskutiert.
4. Die Kompetenzbiografie: Dieser Abschnitt beschreibt biografische Tiefeninterviews als Instrument, um vergangene Entwicklungsprozesse als Basis für künftige Kompetenzprognosen zu nutzen.
5. Weitere Ansätze zur Kompetenzmessung: Hier werden ergänzende Methoden wie arbeitsprobenbasierte Ansätze, Development Center und der multimethodenbasierte Ansatz kurz skizziert.
Schlüsselwörter
Kompetenzmanagement, Kompetenzmessung, KODE®, COMPRO+®, Assessment Center, Lernpotential, Interview, Kompetenzbiografie, Gütekriterien, Personalentwicklung, Testverfahren, Kompetenzatlas, Soll-Profil, Fremdeinschätzung, Selbstreflexion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Methoden zur Messung und Bewertung menschlicher Kompetenzen im betrieblichen Umfeld, um eine Grundlage für gezielte Personalentwicklung zu schaffen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen testbasierte Diagnostik, Assessment Center, strukturierte Interviews und biografische Analysemethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, verschiedene Instrumente zur Kompetenzmessung darzustellen, ihre wissenschaftliche Fundierung zu prüfen und ihre Eignung für verschiedene Unternehmenskontexte zu bewerten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit analysiert die Verfahren anhand der psychologischen Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) und nutzt eine vergleichende Analyse der Testinstrumente.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung und kritische Betrachtung von spezifischen Tests, Assessment-Center-Modellen, Interviewtechniken und die Konzeption eines beispielhaften ACs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Kompetenzmanagement, KODE®, Assessment Center, ICA, Validität und Personalentwicklung.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Alltags- und Stresssituationen bei KODE® eine Rolle?
Die Differenzierung ist wichtig, da menschliches Handeln in Stresssituationen oft stark von normalem Alltagsverhalten abweicht und so spezifische Potenziale oder Schwächen sichtbar werden.
Was ist der Vorteil von Fremdeinschätzungen bei COMPRO+®?
Fremdeinschätzungen erhöhen die Aussagekraft und Glaubwürdigkeit der Ergebnisse, da sie subjektive Verzerrungen durch die Selbsteinschätzung der Testperson (z.B. durch Über- oder Unterschätzung) relativieren.
- Arbeit zitieren
- Enrico Baumann (Autor:in), 2011, Kompetenzmanagement. Methoden der Kompetenzmessung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321900