Konzepte und Strategien der individuellen Gesundheitsförderung. Planung einer Präventionsmaßnahme im Rahmen eines Kurskonzeptes im Handlungsfeld Ernährung


Hausarbeit, 2015
19 Seiten, Note: 1,6
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Grundlegende Angaben zum Schwerpunktthema der geplanten Präventionsmaßnahme
1.1 Titel
1.2 Handlungsfeld und Präventionsprinzip
1.3 Daten zum bestehenden Gesundheitsproblem
1.4 Wirksamkeitsbeleg
1.5 Zielgruppe
1.5.1 Soziodemografische Merkmale:
1.5.2 Sozialstatus
1.5.3 Gesundheitszustand
1.5.4 Gesundheitsverhalten
1.5.5 Kontraindikatoren, Ausschlusskriterien
1.5.6 Mögliche Teilnehmermotive und -ziele
1.6 Ziele der Präventionsmaßnahme

2 Inhaltlich-organisatorische Grobplanung des Kurskonzeptes

3 Inhaltlich-methodische Detailplanung des Kurskonzeptes
3.1 Darstellung der Detailplanung
3.2 Didaktisch-methodischer Kursaufbau

4 Dokumentation und Evaluation des Kurskonzeptes

5 Literaturverzeichnis

6 Tabellenverzeichnis

7 Anhang

1 Grundlegende Angaben zum Schwerpunktthema der geplanten Präventionsmaßnahme

1.1 Titel

Die vorliegende Arbeit hat die „Planung einer Präventionsmaßnahme nach dem individuellen Ansatz“ zum Thema. Die Präventionsmaßnahme findet im Rahmen eines Kurskonzeptes im Handlungsfeld Ernährung statt. Das Konzept wird in Anlehnung an den „Leitfaden Prävention – Handlungsfelder und Kriterien des GKV-Spitzenverbandes zur Umsetzung von §§20 und 20a SGB V vom 21.Juni 2000 in der Fassung vom 27.August 2010“ erstellt. Der GKV-Spitzenverband gibt klare Kriterien, die es zu erfüllen gilt, damit die Maßnahmen von den Krankenkassen gefördert werden.

Der Titel des Kurses lautet „Leichter durch den Alltag“. Durch den Titel soll ein positives Bild assoziiert werden. Zum einen geht es um Gewichtsreduktion. Man bewegt sich „leichter“, also mit weniger Körpergewicht im Alltag. Des Weiteren steht auch die Alltagsbewältigung im Bezug zur Ernährung im Vordergrund. Diese soll im Rahmen des Kurses durch Erlernen entsprechender Techniken und nötigem Wissen „erleichtert“ werden, so dass eine langfristige und wirksame Verhaltensänderung erreicht werden kann. Bei der Auswahl des Titels wurden bewusst unnötige Zusätze wie dauerhaft, langfristig oder eigenständig weggelassen. Der Titel soll den Eindruck eines einfach umzusetzenden aber trotzdem wirkungsvollen Konzeptes erwecken und nicht unnötig kompliziert sein.

1.2 Handlungsfeld und Präventionsprinzip

Nach dem §20 Abs. 1 SGB V handelt es sich um eine Primärprävention. Die geplante Präventionsmaßnahme ist dem Handlungsfeld Ernährung zuzuordnen. Vor allem wird nach dem Präventionsprinzip der „Vermeidung und Reduktion vonübergewicht“ vorgegangen. Da es schwer ist, eine klare Abgrenzung zu ziehen und die Prinzipien zusammenhängen, findet auch die „Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung“ ihre Anwendung.

1.3 Daten zum bestehenden Gesundheitsproblem

Im Rahmen der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS) des Robert Koch Instituts wurden von 2008 bis 2011 (DEGS1) Daten zur gesundheitlichen Lage der erwachsenen Bevölkerung erhoben. Mensink, Schienkiewitz, Haftenberger, Lampert, Ziese und Scheidt-Nave (2013, S. 788ff) stellten dabei fest, dass 67,1% der Männer und 53,0% der Frauenübergewichtig sind. Dies decke sich mit der 1998 durchgeführten Studie BGS98 des Robert Koch Instituts. Sie konnten jedoch zeigen, dass der Anteil der Adipösen angestiegen sei. Nach Daten der BGS seien 18,9% der Männer und 22,5 der Frauen adipös. Dies sei auf 23,3% bei den Männern und 23,9% bei den Frauen in der DEGS1 gestiegen. Zwar sei die Mehrheit der jungen Erwachsenen mit einem Anteil von mehr als 60% normalgewichtig. Jedoch sei eine deutliche Zunahme der Adipösen bei den jungen Erwachsenen zu beobachten. Der Anteil der Normalgewichtigen nehme außerdem mit zunehmender Altersgruppe ab. Damit einhergehend steigt die Anzahl derübergewichtigen mit zunehmendem Lebensalter. Insgesamt sei sowohl die Anzahl sowie der Anstieg mit zunehmender Altersgruppe von Adipösen bei Frauen weniger stark ausgeprägt als bei Männern.

Mensink et al. (2013, S. 788ff) stellten außerdem fest, dass dieübergewichtsprävalenz bei Frauen in allen Altersgruppen mit einem gesteigerten sozialökonomischen Status sinke. Bei Männern sei dies nicht zu beobachten. Jedoch nehme der Anteil der Adipösen bei beiden Geschlechtern mit zunehmenden sozialökonomischen Status ab.

Gemäß den Kriterien der WHO definierten sie den Schweregrad anhand des Body- Mass-Index [BMI= Körpergewicht (kg) / Quadrat der Körpergröße (m²)] in Untergewicht (BMI <18,5 kg/m²), Normalgewicht 18,5 - <25,0 kg/m²), Übergewicht (BMI ≥25 kg/m²), Präadipositas (BMI ≥25 – <30 kg/m²) und Adipositas (BMI ≥30 kg/m²).

Auch das Max-Rubner-Institut (2008, S. XI) kommt im Rahmen der Nationalen Verzehrs Studie II zu ähnlichen Ergebnissen. Es seien 66,0% der Männer und 50,6% der Frauen in Deutschland übergewichtig oder adipös. 20,5% der Männer und 21,2% der Frauen seien adipös.

Der Anteil der erwachsenenübergewichtigen hat sich in Deutschland zwar nicht verändert. Jedoch ist die Zahl der Adipösen gestiegen. Dassüberwichtige mit einem immer höheren Anteil an Adipösen die Mehrheit der deutschen, erwachsenen Bevölkerung ausmachen, ist eine erschreckende Entwicklung.

Nach der Deutschen Adipositas-Gesellschaft [DAG], der Deutschen Diabetes Gesellschaft [DDG], der Deutschen Gesellschaft für Ernährung [DGE] und der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin [DGEM] (2014, S. 19ff) giltübergewicht bzw. Adipositas als ein wesentlicher Faktor für die Entstehung des Metabolischen Syndroms und deren Folgeerkrankungen. So erhöhe Adipositas das Risiko des Auftretens von Diabetes mellitus, Koronarer Herzkrankheit, verschiedener Formen von Arthrose, verschiedener Stoffwechselerkrankungen sowie anderer Krankheiten.

Auch Mensink et al. (2013, S. 786) stellen ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus Typ II, Herz-Kreislauf-Krankheiten und bestimmte Krebsarten für Adipöse dar.

Die Daten verdeutlichen ganz klar den grundlegenden Bedarf an Präventionsmaßnahmen, um ein weiteres Fortschreiten der Prävalenz vonübergewicht und Adipositas zu mindern.

1.4 Wirksamkeitsbeleg

Um den Kursteilnehmern die Wirksamkeit der Präventionsmaßnahme gewährleisten zu können, basieren die Inhalte des Kurses auf wissenschaftlich gesicherten Empfehlungen.

In „Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur 'Prävention und Therapie der Adipositas'“ geben die DAG et al. Empfehlungen bzgl. der Ernährung zur Prävention von Adipositas. Zusätzlich betonen sie jedoch, dass es lediglich wenig valide Untersuchungen gebe, was es erschwere, konkrete Empfehlungen zu Präventionsmaßnahmen zu geben. (DAG et al., 2014, S.29)

„Umübergewicht und Adipositas zu verhindern, soll empfohlen werden, sich bedarfsgerechte zu ernähren (…) und das Gewicht regelmäßig zu kontrollieren“ (DAG et al., 2014, S.30). Viele Studien zeigten, dass durch eine Anpassung der Energieaufnahme das Körpergewicht reduziert oder eine Zunahme verhindern werden könne.

„Umübergewicht und Adipositas zu verhindern, kann empfohlen werden, den Verzehr von Lebensmitteln hoher Energiedichte zu reduzieren und den mit geringer Energiedichte zu erhöhen“ (DAG et al., 2014, S.30).

Außerdem empfehlen sie die Reduktion von Fast Food, Alkohol und zuckerhaltigen Softdrinks (DAG et al., 2014, S.30).

Die Berücksichtigung der Energiedichte bei der Auswahl von Lebensmitteln wird von vielen Studien als eine wirksame Strategie der Bekämpfung vonübergewicht herausgestellt.

„Ein Ernährungsmuster mit niedriger Energiedichte kann helfen, das Körpergewicht zu halten bzw. zu senken. Die DGE schlussfolgert, dass Maßnahmen zur Gewichtskontrolle die Energiedichte der Nahrung berücksichtigen sollten“ (Bechthold, 2014, S.2).

Eine reine Wissensvermittlung reicht jedoch nicht aus, um eine Veränderung des Gesundheitsverhaltens sicherzustellen. Göhner & Fuchs erläutern am MoVo-Prozessmodell, dass verschiedene Faktoren eine Verhaltensänderung beeinflussen. Das Ausmaß der Motivation sowie die Fähigkeit das angestrebte Verhalten auch wirklich in die Tat umzusetzen, seien zwei wesentliche Faktoren (Göhner & Fuchs, 2007, S.78). Im MoVo-Life Konzept gehe es daher um die „Festlegung von Gesundheitszielen (…), Erarbeiten von realistischen Verhaltensplänen (…), Identifizieren der inneren und äußeren Hindernisse (…), Entwickeln von Strategien zum Umgang mit diesen Hindernissen und mit konkurrierenden Intentionen (Barrierenmanagement) sowie Monitoring des neu implementierten Verhaltens“ (Göhner & Fuchs, 2007, S.79).

„Empfohlen werden spezifische Methoden der Verhaltensmodifikation“ (GKV-Spitzenverband, 2010, S.49) für eine nachhaltige Senkung des Körpergewichts.

Eine Kombination von der Vermittlung von evidenzbasierten Empfehlungen und einer Verbesserung der Umsetzungs- bzw. Handlungskompetenz scheinen die Wirksamkeit der Präventionsmaßnahme maßgeblich positiv zu beeinflussen.

1.5 Zielgruppe

Auch für die Zielgruppe gibt der GKV-Spitzenverband (2010, S.48ff) Vorgaben. So können an Präventionsmaßnahmeübergewichtige ohne Adipositas also mit einem BMI > 25 bis < 30 teilnehmen. Nach ärztlicher Rücksprache ist es auch für Personen mit einem BMI ≥ 30 bis < 40 möglich an dem Kurs teilzunehmen.

1.5.1 Soziodemografische Merkmale:

Wie Mensink et al. zeigen, weisen beide Geschlechter besorgniserregendeübergewichtsprävalenzen auf. Auch wenn Frauen etwas weniger betroffen sind, sollten trotzdem sowohl Männer als auch Frauen mit geeigneten Präventionsmaßnahmen unterstützt werden. Durch geeignete Maßnahmen und Techniken können beide Geschlechter unterstützt werden, von den jeweils anderen geschlechtsspezifischen Verhaltensstrategien zu profitieren.

Mit zunehmender Altersgruppe erhöht sich der Anteil derübergewichtigen. Da jedoch auch der Anteil der Adipösen bei jungen Erwachsenen steigt, ist die Teilnahme an der Prtäventrionsmaßnahme für Erwachsene aller Altersstufen sinnvoll.

Eine Untersuchung von Schmidtke und Meyer (2011, S.8) zeigt, dass der Familienstand einen signifikanten Einfluss auf den BMI haben kann. So hatten ledige Personen gegenüber nicht ledigen einen höheren BMI. Da nicht ledige Personen jedoch meist einen direkten Einfluss auf das Gesundheitsverhalten ihres nahen sozialen Umfeldes wie z.B. den Partner oder die Kinder haben, sollen alle Personen unabhängig vom Familienstand die Präventionsmaßnahme in Anspruch nehmen können.

1.5.2 Sozialstatus

Wie Mensink et al. (2013, S. 788ff) feststellen, nimmt der Anteil der Adipösen mit zunehmendem sozialökonomischen Status ab. Schmidtke und Meyer (2011, S.8) konnten zeigen, dass je höher der Bildungsstand desto geringer ist der durchschnittliche BMI. Gleiches konnten sie für die berufliche Stellung zeigen. Daher sollten vermehrt sozial benachteiligte Personen von dem Kurs angesprochen werden. Außerdem soll die Maßnahme „einen Beitrag zur Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen“ (GKV-Spitzenverband, 2010, S.35) erbringen. Damit richtet sich die Maßnahme eher an Personen mit einem niedrigeren Bildungsgrad, einer niedrigeren beruflichen Stellung sowie mit einem niedrigeren Einkommen. Andere Personen sind jedoch nicht von der Maßnahme ausgeschlossen.

1.5.3 Gesundheitszustand

Da es sich bei der Präventionsmaßnahme um Primärprävention handelt, werden vor allem gesunde Menschen fokussiert. Denn „Primärprävention umfasst alle spezifischen Aktivitäten vor Eintritt einer fassbaren biologischen Schädigung zur Vermeidung auslösender oder vorhandener Teilursachen“ (Schwartz et al., 2012, S.197). Der GKV-Spitzenverband (2010, S.49) präzisiert dies: „Erwachsene ohne behandlungsbedürftige Erkrankungen des Stoffwechsels oder psychische 'Ess-' Störungen“.

1.5.4 Gesundheitsverhalten

Menschen, die bereits ein Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise besitzen und diese in ihr Leben integrieren, nehmen eher Präventionsmaßnahmen in Anspruch, als Menschen die eine Absichtslosigkeit gegenüber einer gesunden Lebensweise hegen. Dabei ist das Potenzial für eine Verbesserung des Gesundheitsverhaltens bei den Absichtslosen am größten. Daher soll sich die Präventionsmaßnahme vor allem auf Menschen mit einer ungesunden Lebensweise fokussieren. Niedriges körperliches Aktivitätsverhalten, schlechte Ernährungsgewohnheiten sowie Alkohol- und Tabakkonsum sind daher Indikationen jedoch keine Bedingungen für den Kurs.

1.5.5 Kontraindikatoren, Ausschlusskriterien

Nach dem GKV-Spitzenverband (2010, S.49) sind sekundäre und syndromale Adipositasformen und psychiatrische Grunderkrankungen bzw. Essstörungen Ausschlusskriterien. Personen mit einem BMI ≤ 25 und ≥ 30 werden grundsätzlich auch ausgeschlossen.

1.5.6 Mögliche Teilnehmermotive und -ziele

Mögliche Teilnehmermotivationen können am Anfang des Kurses abgefragt werden. Die Teilnehmer könnten mit der Intention zur Reduktion ihresübergewichts, der Steigerung ihrer Lebensqualität, des Erlernens von Wissenüber Ernährung und Ernährungsverhalten und dem Austausch mit Gleichgesinnten den Kurs besuchen.

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Details

Titel
Konzepte und Strategien der individuellen Gesundheitsförderung. Planung einer Präventionsmaßnahme im Rahmen eines Kurskonzeptes im Handlungsfeld Ernährung
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,6
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V321958
ISBN (eBook)
9783668218260
ISBN (Buch)
9783668218277
Dateigröße
726 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
DhfPG, Trainingslehre, Anamnese, Training, Ausdauer, Ausdauertraining, Makro, Meso, Mikrozyklus, Test, biometrisch Diagnose, Blutdruck, diastolisch, systolisch, Gesundheit, Daten, Planung, Grobplanung, Detailplanung, Gesundheitsmanagement, Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement Prävention, Literaturrecherche, Verletzung, Verletzungsprophylaxe, Trainingsplanung, Fitnesstrainer B-Lizenz, ILB-Methode, Sport, Hypertonie
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Anonym, 2015, Konzepte und Strategien der individuellen Gesundheitsförderung. Planung einer Präventionsmaßnahme im Rahmen eines Kurskonzeptes im Handlungsfeld Ernährung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321958

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