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Der EBA-Stresstest von 2011. Eine kritische Analyse

Title: Der EBA-Stresstest von 2011. Eine kritische Analyse

Bachelor Thesis , 2014 , 33 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Julian Bauer (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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„Kapitalismus heißt nicht nur Rendite einfahren, sondern vor allem mit Risiko umgehen können. Die Finanzkrise zeigt: Gerade daran haben es zu viele Akteure in den Bankhäusern der Welt missen lassen. Risiken wurden unterschätzt.“

2008 tadelte Horst Köhler in einer Rede die Praktiken der Banker. Die jüngste Finanzkrise ab 2007 verursachte bedeutende Verunsicherungen auf den Finanzmärkten und in der Wirtschaft. Eine Vielzahl von Finanzinstituten waren gezwungen auf staatliche Unterstützung zurückzugreifen, um eine drohende Insolvenz abzuwenden. Ausgehend von der Immobilienkrise in den USA, entwickelte sie sich zu einer weltweiten Finanzmarktkrise.

Das Vertrauen in die Finanzinstitute war durch die Krise verloren gegangen. Die Menschen scheuten sich Geld zu investieren, denn sie hatten Angst Verluste zu erleiden. Insgesamt summierte sich die Höhe der staatlichen Beihilfen zwischen Oktober 2008 und Dezember 2011 in Europa auf rund 1,6 Billionen Euro. Die Konsequenzen der Entwicklung trugen Europas Steuerzahler.

Doch was genau kann man tun, um die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Finanzinstitute zurückzugewinnen? Die Finanzkrise offenbarte, dass die in den Banken praktizierten Stresstests keine ausreichende Information für bevorstehende Krisen lieferten.

90 Banken aus 21 Ländern, die gemessen an der Bilanzsumme mindestens 50 Prozent des jeweiligen nationalen Bankensektors abdeckten bzw. 65 Prozent des gesamten europäischen Bankensektors nahmen am Stresstest teil. Acht Institute sind nach Angaben der EBA durchgefallen. Die Banken konnten die geforderte Quote für hartes Kernkapital von 5 Prozent nicht erfüllen. 16 weitere Banken bestanden den Test mit einer Quote zwischen 5 und 6 Prozent.

Der EBA-Stresstest 2011 beinhaltete eine noch nie dagewesene Transparenz der Banken. Die durch den EBA-Stresstest ermittelten Verfassungen der Banken ermöglichten der Öffentlichkeit eine informative Aufstellung über die Widerstandsfähigkeit der Banken bei Krisenzeiten. Aus diesem Grund liegt das Augenmerk dieser Bachelorarbeit auf dem EBA-Stresstest von 2011. Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Aufbau und der Vorgangsweise des entwickelten Tests. Im Anschluss daran werden ausgewählte verwendete Ansätze der EBA zur Kontrolle der Banken kritisch hinterfragt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Finanzkrise 2007 als Auslöser für zunehmende Bedeutung von Stresstests

2 Konzeptionelle Darstellung des EBA–Stresstests von 2011

2.1 Definierte Szenarien der EBA

2.2 Kredit– und Marktrisiko als Schwerpunkt des Tests

2.3 Auswirkungen der Stresstestszenarien auf das Handels– und Anlagebuch unter Berücksichtung von Kredit– und Marktrisiko

3 Kritische Diskussion der EBA-Ansätze

3.1 Definition von CT1 durch die EBA

3.2 Nichtberücksichtigung des Liquiditätsrisiko

3.3 Haircuts bei Staatsanleihen

3.4 Zeitraum und Ausmaß des Tests

4 Zusammenfassende Beurteilung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht konzeptionell den EU-weiten EBA-Stresstest von 2011 und analysiert kritisch dessen methodische Ansätze zur Stärkung der Finanzmarktstabilität und des Vertrauens in europäische Banken nach der Finanzkrise.

  • Konzeptioneller Aufbau und Durchführung des EBA-Stresstests 2011
  • Methodik der Szenario-Analyse (Baseline vs. Adverse-Scenario)
  • Kritische Würdigung der Eigenkapitaldefinition und Kapitalanforderungen
  • Problematik der Nichtberücksichtigung von Liquiditätsrisiken und Staatsrisiken

Auszug aus dem Buch

2 Konzeptionelle Darstellung des EBA–Stresstests von 2011

Eine sehr allgemeine Definition des Begriffs Stresstest, die im Risikomanagement als gültig angesehen wird, findet sich in der Publikation des International Monetary Fund „Stress testing of Financial Systems: An Overview of Issues, Methodologies, and FSAP Experiences“ von Blaschke 2001:

„The term stresstesting describes a range of techniques used to access the vulnerability of a portfolio to major changes in the macroeconomic environment or to exceptional but plausible events. The objective of a stresstest is to make risks more transparent by estimating the potential losses on a portfolio of abnormal markets.“

Der Wert eines Portfolios wird durch die Auswirkungen einer ungewöhnlichen, dennoch plausiblen Veränderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst (vgl. Blaschke et al., 2001, S. 4). Ziel des Stresstests war es, die harte Kernkapitalquote (Core Tier 1 Ratio) von den Banken zu ermitteln. Unter der Core Tier 1 Definition auf Basis von Basel III versteht man eine besonders strenge Definition dessen, was Banken zum Eigenkapital rechnen können (vgl. EBA, 2011f).

Die Kontrolle der Banken durch den Stresstest erforderte viele Vorgaben und Richtlinien. Der Schwerpunkt der Übung war es das harte Kernkapital der Banken unter Verwendung verschiedener Szenarien zu bestimmen. Den Stresstest kann man als bottom–up und top–down Test interpretieren. Beim top–down Ansatz waren die Banken befähigt ihre eigenen internen Modelle zu verwenden, da die Aufseher lediglich die internen Modelle auswerteten. Eine Kombination beider Modelle wurde im EBA Stresstest 2011 verwendet (vgl. de la Lastra, 2012). Der Stresstest 2011 sollte außerdem dazu beitragen die Solvenz (Zahlungsfähigkeit) der Banken zu bewerten. Der Stresstest wurde auf mikro–prudentieller Ebene durchgeführt, da der Schwerpunkt der EBA auf den einzelnen Banken lag und nicht auf den nationalen Finanzsystemen (vgl. EBA, 2011a, S. 6).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Finanzkrise 2007 als Auslöser für zunehmende Bedeutung von Stresstests: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Hintergrund der Finanzkrise und die daraus resultierende Notwendigkeit, Stresstests zur Wiederherstellung des Vertrauens in Finanzinstitute einzuführen.

2 Konzeptionelle Darstellung des EBA–Stresstests von 2011: Hier werden die Grundlagen und methodischen Eckpunkte des EBA-Stresstests 2011 sowie die verwendeten hypothetischen Szenarien detailliert dargelegt.

3 Kritische Diskussion der EBA-Ansätze: In diesem zentralen Teil werden methodische Schwachstellen wie die Eigenkapitaldefinition, die Vernachlässigung von Liquiditätsrisiken und die begrenzte Berücksichtigung von Staatsanleihen kritisch hinterfragt.

4 Zusammenfassende Beurteilung der Ergebnisse: Das abschließende Kapitel resümiert die Erkenntnisse der Arbeit und bewertet die EBA-Stresstests als wichtigen, wenngleich verbesserungswürdigen Prozess für die Finanzmarktstabilität.

Schlüsselwörter

EBA-Stresstest 2011, Finanzkrise, Bankenaufsicht, Harte Kernkapitalquote, Core Tier 1 Ratio, Kreditrisiko, Marktrisiko, Liquiditätsrisiko, Basel III, Staatsanleihen, Adverse-Scenario, Baseline-Scenario, Stresstest-Methodik, Eigenkapital, Finanzmarktstabilität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Durchführung des EU-weiten EBA-Stresstests des Jahres 2011 und untersucht dessen Rolle bei der Stabilisierung des europäischen Bankensektors.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf den makroökonomischen Szenarien, den Anforderungen an das Kernkapital sowie der Behandlung von Kredit- und Marktrisiken durch die europäische Bankenaufsicht.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, den Aufbau des Stresstests 2011 nachzuvollziehen und die darin enthaltenen Ansätze und Methoden kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine konzeptionelle und kritische Analyse, die auf einer umfassenden Literaturrecherche und der Auswertung offizieller Dokumente der EBA und anderer Institutionen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Stresstests auch die spezifischen Szenarien, die Einbeziehung des Handels- und Anlagebuchs sowie die kritischen Diskussionspunkte hinsichtlich der methodischen Umsetzung erörtert.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe umfassen den EBA-Stresstest 2011, Core Tier 1 Ratio, Kreditrisiko, Marktrisiko, Liquiditätsrisiko und die Bankenaufsicht.

Warum spielt die Eigenkapitaldefinition eine so wichtige Rolle für das Scheitern einiger Banken?

Die EBA verwendete strengere Kriterien auf Basis von Basel III, die viele Institute im Vergleich zu ihren eigenen, nach alten Regeln berechneten Werten, in Schwierigkeiten brachten und deren Kapitalquoten als unzureichend erscheinen ließen.

Warum wurde das Liquiditätsrisiko im Test 2011 nicht umfassend berücksichtigt?

Die EBA begründete dies mit der primären Ausrichtung des Tests auf die Überprüfung der Solvenz und Kapitalausstattung; zudem fehlten 2011 einheitliche Methoden und Infrastrukturen für eine angemessene Liquiditätsprüfung.

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Details

Title
Der EBA-Stresstest von 2011. Eine kritische Analyse
College
University of Regensburg
Grade
1,7
Author
Julian Bauer (Author)
Publication Year
2014
Pages
33
Catalog Number
V322051
ISBN (eBook)
9783668215061
ISBN (Book)
9783668215078
Language
German
Tags
eba-stresstest eine analyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Bauer (Author), 2014, Der EBA-Stresstest von 2011. Eine kritische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322051
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