Corporate Social Responsibility. Nachhaltigkeitsmanagement bei der Linde Group


Hausarbeit, 2014
21 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Corporate Social Responsibility - Grundlagen und Theorien
2.1 Definition
2.2 Nachhaltigkeit und das Drei-Säulen-Modell
2.3 CSR-Zielgruppen - der Stakeholder-Ansatz

3 CSR bei der Linde Group
3.1 Die Linde Group
3.2 Strategie & Unternehmensführung
3.2.1 Finanzen
3.2.2 Compliance
3.2.3 Lieferanten
3.2.4 Nachhaltiges Investment
3.2.5 Produkte
3.2.6 Transparenz
3.2.7 Einbeziehung von Stakeholdern
3.3 Sicherheit & Umweltschutz
3.3.1 Risikoüberprüfung der Standorte
3.3.2 Transport
3.3.3 Klimaschutz und Energieeffizienz
3.3.4 Wasser
3.3.5 Weitere Umweltschwerpunkte
3.4 Mitarbeiter & Gesellschaft
3.4.1 Mitarbeiterzufriedenheit
3.4.2 Weibliche Führungskräfte
3.4.3 Beruf und Privatleben
3.4.4 Gesundheitsschutz
3.4.5 Gesellschaftliches Engagement

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Anfänge des Bestrebens nach ethischem Handeln in der Wirtschaft tauchten zum ersten Mal im mittelalterlichen Italien auf. Damals war diese Verhaltensweise bekannt unter dem Leitbild des ehrbaren Kaufmanns. Dieses Leitbild war ein Ehrenkodex, der neben kaufmännischen Fähigkeiten auch die kaufmännische Ehrbarkeit, die Einhaltung persönlicher Tugenden, bürgerliches Verhalten und Anstand verlangte. Somit verbindet der ehrbare Kaufmann wirtschaftlich sinnvolles Handeln mit ethischem Denken und Tun und dient als Bereicherung für die allgemeine Gesellschaft.1 Dieses Leitbild zwischen wirtschaftlichen und moralischen Handeln wurde für die heutige Zeit weiterentwickelt und trägt heute den Namen Corporate Social Responsibility.

Die nachfolgende Arbeit widmet sich im zweiten Kapitel der genauen Erklärung und der Einordnung des Begriffes Corporate Social Responsibility. Das dritte Kapitel befasst sich zunächst mit der Vorstellung der Linde Group und geht anschließend auf deren Aktivitäten und Ziele im Bereich der Corporate Social Responsibility ein. Das vierte Kapitel dient zur Herausarbeitung der Zielerreichung der Linde Group und soll zeigen, wo weiterer Handlungsbedarf besteht und welche zukünftigen Ziele sich die Linde Group setzt. Abgerundet wird die Arbeit von einem kritischen Fazit über die bisherigen CSR-Aktivitäten, sowie einer persönlichen Stellungnahme über mögliche Verbesserungenvorschläge für eine noch konstruktivere Bearbeitung des Themas Corporate Social Responsibility.

2 Corporate Social Responsibility - Grundlagen und Theorien

2.1 Definition

Sowohl in der Praxis wie auch in der Theorie bestehen unterschiedliche Definitionen und Vorstellungen über den Begriff CSR. Zugleich ist die Abgrenzung zu themenverwandten Begrifflichkeiten wie z.B. Corporate Citizenship oder Nachhaltigkeit nicht unmissverständlich determiniert. In der Fachliteratur werden die Begriffe einerseits als Synonyme und anderseits als eigene Konzepte verwendet. Dies erschwert zweifellos eine allgemein gültige Definition zu finden.2 Auch Jackson und Hawker hatten Schwierigkeiten eine exakte Definition zu finden und präsentierten einst ihre Aussage: “We have looked for a definition and basically there isn´t one”3

Mögliche Gründe für die bis heute fehlende allgemeine Definition können die verschiedenen kulturellen Denkansätze, Motive und Herangehensweisen der einzelnen Wissenschaftler auf diesem Themengebiet sein. Jedoch birgt diese Unschlüssigkeit ein erhebliches Hindernis für die Implementierung von CSR-Aktivitäten in der Unternehmensstrategie.4

Aus diesem Grund hat Dahlsrud im Jahr 2006 eine umfassende Analyse der 37 häufigsten Begriffsdefinition von CSR analysiert und einen genaueren Überblick über diese Thematik erstellt. Seine Analyse führte zu dem Resultat, dass der Begriff CSR auf fünf Dimensionen eingegrenzt werden kann5. Die fünf Dimensionen sind:

- Environmental dimension
- Social dimension
- Economic dimension
- Stakeholder dimension
- Voluntariness dimension6

Die Klassifikation in die verschiedenen CSR-Dimensionen ist zwar hilfreich und grenzt den Begriff schon mal weitestgehend ein, jedoch fehlt immer noch eine allgemein gültige Definition, die den Rahmen für diese Arbeit festlegen soll.

Eine Definition, die alle fünf Dimensionen nach Dahlsrud einschließt und somit sehr treffend ist, erarbeitete der Masterkurs Sustainable Marketing und Leadership an der Hochschule Fresenius unter der Leitung von Rene Leibold. Diese Definition soll für die weitere Arbeit als Grundlage dienen und den Rahmen für das Verständnis von CSR abstecken. Der Masterkurs definierte CSR wie folgt:

„CSR bedeutet für Unternehmen, aktiv Verantwortung in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Sozialwesen zu übernehmen. Ziel ist es dabei, dass die Unternehmen CSR nicht als gesetzliche Vorgabe verstehen, sondern als freiwillige Selbstverpflichtung gegenüber der Gesellschaft. Die Unternehmen agieren in diesem Sinne nachhaltig mit allen Stakeholdern. CSR wird so Teil der Unternehmensphilosophie und sichert das langfristige Fortbestehen des Unternehmens.“7

In den folgenden beiden Unterkapiteln werden nun die verschiedenen Dimensionen genauer erläutert und der Zusammenhang zwischen CSR und den jeweiligen Dimensionen herausgearbeitet.

2.2 Nachhaltigkeit und das Drei-Säulen-Modell

Der Ursprung des Begriffes Nachhaltigkeit liegt im Bereich der Forstwirtschaft. Das Prinzip hinter dem Begriff Nachhaltigkeit ist, bei der Bewirtschaftung eines Waldes nur so viel Holz zu entnehmen, wie gleichzeitig der Wald nachproduzieren kann. Dies hat zur Folge, dass ein langfristiger ökonomischer Nutzen des Forstbestandes sichergestellt wird.8

Im Jahr 1972 veröffentlichte der Club of Rome die Studie “The Limits to Growth“. Diese Studie gilt als Ausgangspunkt der modernen Nachhaltigkeitsdebatte und prägte zum ersten Mal den Begriff Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit wirtschaftlichem Handel.9

Die heutige Fachliteratur definiert den Begriff der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit in dem Drei-Säulen-Modell. Nach dem Modell steht die Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit den drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Sozialwesen und ist somit ein großer Teil der Corporate Social Responsibility.10 Die folgende Abbildung veranschaulicht das Drei-Säulen-Modell.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Ludwikowski[2002], S. 13.)

2.3 CSR-Zielgruppen - der Stakeholder-Ansatz

Wie schon in der Definition erläutert, sollen Unternehmen nachhaltig mit ihren Stakeholdern agieren. Dieses Unterkapitel beschäftigt sich deshalb mit der Frage, was Stakeholder sind, wie der Begriff abgegrenzt wird und inwieweit der Begriff im Zusammenhang mit CSR steht.

Eine der geläufigsten Definitionen in der heutigen Zeit wurde von Freemann formuliert und bezieht sich auf das strategische Management. Dabei sind Stakeholder für Freemann, “any group or individual (in a company’s environment) who can affect or are affected by the achievement of the organization’s objectives.”11

Diese Definition von Freemann ist vollkommen zutreffend, jedoch werden im Unternehmenskontext die Stakeholder oftmals noch weiter in interne und externe Stakeholder differenziert.

Als interne Stakeholder werden alle Mitarbeiter, Manager, Eigentümer und Betriebsratsmitglieder gezählt. Ihre Interessen zielen auf das nachhaltige Wirtschaften des Unternehmens ab, welches zur Erhaltung der Arbeitsplätze und zur finanziellen Stabilität beitragen soll. Des Weiteren sind für die Manager und die Mitarbeiter faire Entlohnung, gutes Arbeitsklima, Personalförderung und Aufstiegschancen von Wichtigkeit. Die internen CSR-Aktivitäten zielen auf die Zufriedenstellung dieser Erwartungen ab.

Die externen Stakeholder vertreten Interessensgruppen, wie z.B. die Gesellschaft, Non- Governmental Organisations, Kunden, Lieferanten und Fremdkapitalgeber. Die Ziele der externen Stakeholder umfassen Themenbereiche, wie z.B. Umweltschutz, faire Arbeitsbedingungen, Erhaltung von Produktionsstandorten, sowie transparente Rechnungslegung und Zahlungsflüsse. Die nachfolgende Graphik bietet nochmals einen genauen Überblick über die verschiedenen Interessensgruppen der Stakeholder.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2 Interne und externe Stakeholder von Unternehmen

(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Jaspers/Fischer[2011], S. 336)

Somit unterscheidet sich der Stakeholder-Ansatz vom Shareholder-Ansatz in der Tatsache, dass der Stakeholder-Ansatz nicht nur den rein wirtschaftlichen Interessen der Anteilseigner Bedeutung schenkt, sondern einen gesamt-sozialökonomischen Ansatz verfolgt, der das Ziel hat alle Anspruchsgruppen zufriedenzustellen.12

Nachdem nun der Begriff Corporate Social Responsibility und seine Dimensionen definiert sind, beschäftigt sich das folgende Kapitel mit der prägnanten Unternehmensvorstellung der Linde AG sowie der Erörterung ihrer CSR-Aktivitäten.

3 CSR bei der Linde Group

3.1 Die Linde Group

Die Linde Group ist ein deutscher Technologie-Konzern, der im Jahre 1879 von Carl von Linde in Wiesbaden unter dem Namen „Linde´s Eismaschinen“ gegründet wurde. Dabei war das anfängliche Kerngeschäft von „Linde´s Eismaschinen“ die Herstellung, der Verkauf und die Installation von Kältemaschinen. Carl von Linde hielt auf die Herstellung von Eismaschinen das Patent.13

Heute ist die Linde Group das größte Gas- und Engineeringunternehmen der Welt. Das Unternehmen ist in mehr als 100 Ländern aktiv, beschäftigt rund 63.500 Mitarbeiter und hat im Jahr 2013 einen Jahresumsatz von 16,655 Milliarden Euro erzielt. Seit dem Jahr 2008 ist der Hauptsitz der Linde Group in München. Die Geschäftstätigkeiten der Linde Group gliedert sich in die drei Divisionen Gases, Engineering und Logistik und Versorgungskettenlösungen, wobei die beiden Divisionen Gases und Engineering die Kerngeschäftstätigkeiten bilden.14

Durch ihre Größe und den Tätigkeitsbereichen besitzt die Linde Group eine große Verantwortung gegenüber Shareholder und Stakeholder. Um Transparenz zu schaffen, veröffentlicht die Linde Group schon seit mehreren Jahre einen Geschäftsbericht und darüber hinaus veröffentlicht die Linde Group ebenfalls seit beinahe einem Jahrzehnt einen freiwilligen CR Bericht, um ihre Bemühungen einer nachhaltigen Unternehmensstrategie zu unterstreichen.15

Für die nachfolgende Bearbeitung des Themengebiets CSR bei der Linde Group dient der aktuelle CR Bericht aus dem Jahr 2013 als Hauptquelle. Jedoch werden zur Verdeutlichung des Erfüllungsgrades ihrer Zielsetzungen und zur Veranschaulichung von Veränderungen in den Zielsetzungen auch CR Berichte aus vergangenen Jahren miteinbezogen. Der CR Bericht 2013 gliedert sich in die drei Kapitel Strategie und Unternehmensführung, Sicherheit und Umweltschutz, sowie Mitarbeiter und Gesellschaft. Zu erwähnen ist jedoch, das Corporate Social Responsibility ein sehr komplexes Thema ist, weshalb es natürlich Überschneidungen der verschiedenen Themengebiete gibt aber auch eine strikte Trennung der Themengebiete unsinnig wäre.

In den nachfolgenden Unterkapiteln wird nun detaillierter auf diese drei Kernthemen eingegangen und dargestellt, welche Maßnahmen und Ziele die Linde Group in diesen Dimensionen verfolgt.

3.2 Strategie & Unternehmensführung

Unter dem Punkt Strategie und Unternehmensführung im CR-Bericht 2013 definiert die Linde Group ihr Verständnis von Nachhaltigkeit, nennt die bisherigen Aktivitäten und zeigt auf, wo die Reise in der Zukunft hingehen soll. Nach Auffassung der Linde Group ist der Begriff Nachhaltigkeit wie folgt zu verstehen:

„Nachhaltigkeit ist ein grundlegender Baustein unserer Konzernstrategie. Wir verbinden langfristige ökonomische Wertschöpfung mit ökologischer und sozialer Verantwortung.

[...]


1 Vgl. Zimmermann[2012], S. 27f.

2 Vgl. Probst[2012], S. 9.

3 Dahlsrud[2006], S. 1.

4 Vgl. Probst[2012], S. 9.

5 Vgl. Dahlsrud[2006], S. 1ff.

6 Dahlsrud[2006], S. 1ff.

7 Leibold[2014], o.S.

8 Vgl. Linder[2014], S. 17f.

9 Vgl. Linder[2014], S. 18.

10 Vgl. Raupp/Jarolimek/Schultz[2011], S. 11.

11 Freemann[1984], S. 46.

12 Vgl. Wall/Schröder[2009], S. 5ff.

13 Vgl. Dienel[2004], S. 7ff.

14 Vgl. Linde AG[2014], o.S.

15 Vgl. Linde AG[2014], o.S.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Corporate Social Responsibility. Nachhaltigkeitsmanagement bei der Linde Group
Hochschule
Hochschule Fresenius München
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
21
Katalognummer
V322178
ISBN (eBook)
9783668215221
ISBN (Buch)
9783668215238
Dateigröße
833 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
CSR, Corporate Social Responsibility, Linde
Arbeit zitieren
Alexander Baier (Autor), 2014, Corporate Social Responsibility. Nachhaltigkeitsmanagement bei der Linde Group, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322178

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