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Die Unordnung des Erzählens in Jean Pauls Roman „Hesperus oder 45 Hundposttage“

Title: Die Unordnung des Erzählens in Jean Pauls Roman „Hesperus oder 45 Hundposttage“

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Kober (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wer der Erzähler „Jean Paul“ im Roman „Hesperus oder 45 Hundposttage“ ist und inwiefern man ihn mit dem Autor Johann Paul Friedrich Richter gleichsetzen darf. Dabei sollen folgende Aspekte berücksichtigt werden: Was ist ein auktorialer Erzähler? Inwiefern ist Johann Paul Friedrich Richter der Erzähler „Jean Paul“? Tritt „Jean Paul“ auch in anderen Romanen als dem Hesperus auf? Wer erzählt die Geschichte Viktors wirklich? Inwiefern wird der Erzähler „Jean Paul“ Teil des Romans?

Im Roman „Hesperus oder 45 Hundposttage“ treten verschiedene Erzählinstanzen auf, welche den Leser zum Teil verwirren können. Dies führte letztlich zu dem Titel der Arbeit: „Die Unordnung des Erzählens“.

Die Thematik ist äußerst komplex, sodass die folgenden Seiten nicht alle Faktoren detailliert behandelt werden können, sondern als Teil eines großen Ganzen zu betrachten sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die auktoriale Erzählsituation

3. Die Unordnung des Erzählens

3.1 Der Erzähler Jean Paul

3.2 „Jean Paul“ im Hesperus

3.3 Der Eintritt „Jean Pauls“ in den Roman

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Rolle des Erzählers namens „Jean Paul“ im Roman „Hesperus oder 45 Hundposttage“ und analysiert das Spannungsfeld zwischen dem realen Autor Johann Paul Friedrich Richter und der fiktiven Erzählinstanz sowie deren Beitrag zur sogenannten „Unordnung des Erzählens“.

  • Analyse der auktorialen Erzählperspektive und ihrer Merkmale.
  • Untersuchung der Identität und Funktion der Erzählinstanz „Jean Paul“.
  • Reflexion über das Spiel zwischen Fiktion und Realität im literarischen Werk.
  • Erforschung der Verschränkung von Autor- und Erzählerrolle.
  • Betrachtung der Leserinitiation als Teil des künstlerischen Gesamtkonzepts.

Auszug aus dem Buch

3.3 Der Eintritt „Jean Pauls“ in den Roman

Um seine Lebensbeschreibung zu beenden, wird „Jean Paul“ zu einer Figur seiner eigenen Geschichte. Dies wird durch ein Gespräch mit „Doktor Fenk“ vorbereitet, welcher den Erzähler auf dessen Insel besucht. Er meint zu ihm: „Der Held deiner Posttage […] ist ein wenig nach dir selber gebosselt.“ Darauf erwidert „Jean Paul“: „Das […] entscheide die Welt und der Held, wenn mich beide kennen lernen; es tuns aber alle Autores, ihr Ich steht entweder abgezeichnet vor dem Titelblatte oder darhinter mitten im Werke […].“41. Es scheint der entscheidende Hinweis darauf zu sein, dass Johann Paul Friedrich Richter im Erzähler und dieser wiederum zum Teil im Helden „Viktor“ steckt – so, wie es zahlreiche Wissenschaftler aus seinen Werken heraus interpretiert haben. Im Hesperus trifft „Jean Paul“ wenige Zeilen nach jenem Kommentar des Doktors „in der Stadt Hof“42. Von dort aus reist halb träumend umher und erwacht schließlich auf der „Insel der Vereinigung“43, wo er von „Fenk“ als „der Bruder Flamins“44 bezeichnet und somit endgültig Teil der Figurenkonstellation wird. Es stellt sich heraus, dass der Doktor der Korrespondent mit dem anagrammatischen Namen „Knef“ ist. Wenig später darf er sich erhoffen, „Viktor und Maienthal, diesen Irr- und Blumengarten [seiner] wärmsten Träume, zu erblicken“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert das Ziel der Arbeit, die Identität und Rolle der Erzählinstanz „Jean Paul“ im Roman zu hinterfragen und die Rezeptionsweise des Werkes zu thematisieren.

2. Die auktoriale Erzählsituation: Das Kapitel bestimmt die Erzählweise des Romans als auktorial, gekennzeichnet durch Allwissenheit, epische Distanz und eine bewusste Adressierung des Lesers.

3. Die Unordnung des Erzählens: Dieses Hauptkapitel untersucht die Identität des Erzählers, seine Standortbestimmung auf einer fiktiven Insel sowie seine schließliche Integration als Figur in die Romanhandlung.

4. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die „Unordnung“ als humoristisches Spiel des Autors zu verstehen ist, das den Leser zur aktiven Reflexion über Kunst, Leben und die Grenzen von Fiktion anregt.

Schlüsselwörter

Jean Paul, Hesperus, auktorialer Erzähler, Erzählperspektive, Fiktion, Realität, Erzählinstanz, Johann Paul Friedrich Richter, Leserinitiation, Erzählvorgang, Literaturwissenschaft, Romananalyse, Identität, Selbstreflexion, Poetologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Erzählstruktur in Jean Pauls Roman „Hesperus“ und untersucht, wie der Erzähler die Grenzen zwischen sich selbst, dem realen Autor und der fiktiven Welt gezielt verwischt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Erzähltheorie, das Verhältnis von Autor zu Erzähler, die Rolle der literarischen Fiktion sowie die Interaktion zwischen Erzähler und Leser.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, wer der Erzähler „Jean Paul“ im Hesperus ist, inwiefern er mit dem historischen Autor identisch ist und welche Funktion die bewusste „Unordnung“ des Erzählens erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin/der Autor nutzt eine textimmanente Analyse in Verbindung mit einer literaturwissenschaftlichen Interpretation unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der auktorialen Erzählsituation, die Untersuchung des Erzählers als Konstrukt und die Analyse seines schrittweisen Eintritts in die Romanhandlung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem auktorialer Erzähler, Fiktion, Realität, Erzählinstanz, Jean Paul und Leserinitiation.

Warum wird der Begriff „Unordnung des Erzählens“ verwendet?

Der Titel bezieht sich auf die gezielten Abschweifungen und Kommentare des Erzählers, die den chronologischen Lesefluss unterbrechen und den Leser dazu zwingen, den Erzählvorgang selbst als Teil des Werkes wahrzunehmen.

Welche Rolle spielt die Figur „Doktor Fenk“ für den Erzähler?

Doktor Fenk ist der Korrespondent „Knef“, der den Erzähler im Roman besucht und ihn maßgeblich dabei unterstützt, den Übergang vom Erzähler zur Romanfigur zu vollziehen.

Inwiefern beeinflusst der Erzähler die Wahrnehmung des Lesers?

Durch ständige Unterbrechungen und metapoetische Kommentare sorgt der Erzähler dafür, dass der Leser niemals vollständig in der Illusion der Geschichte versinkt, sondern immer wieder an den Prozess des Schreibens erinnert wird.

Kommt der Erzähler „Jean Paul“ auch in der realen Welt vor?

Nein, der Erzähler ist ein literarisches Konstrukt. Obwohl er den Namen des Autors trägt, zeigt die Analyse, dass es sich um eine inszenierte Identität handelt, die das Spiel zwischen Autor und Figur bewusst vorantreibt.

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Details

Title
Die Unordnung des Erzählens in Jean Pauls Roman „Hesperus oder 45 Hundposttage“
College
Martin Luther University  (Germanistik)
Course
Jean Paul: "Hesperus"
Grade
1,0
Author
Franziska Kober (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V322206
ISBN (eBook)
9783668213715
ISBN (Book)
9783668213722
Language
German
Tags
Franziska Kober
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Kober (Author), 2008, Die Unordnung des Erzählens in Jean Pauls Roman „Hesperus oder 45 Hundposttage“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322206
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