Geeignete Methoden zur Förderung der Medienkompetenz in der Grundschule


Hausarbeit, 2016

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Definition relevanter Begriffe
2.1. Medium
2.2. Medienkompetenz

3. Förderung der Medienkompetenz

4. Die jetzige Situation der Medienerziehung in der Grundschule

5. Standpunkt und Forderungen des Grundschulverbandes
5.1. Einführung von verbindlichen Standards für Medienkompetenz
5.2. Nutzung digitaler Medien zur Förderung und Entwicklung von Lernkulturen
5.3. Ausstattung von Grundschulen
5.4. Kompetenzen des pädagogischen Personals

6. Geeignete Methoden der Medienkompetenzförderung für die Grundschule
6.1. Das Internet- ABC
6.2. Aktive Medienarbeit
6.3. Klicksafe

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Medienwelt gehört mittlerweile zum Alltag der Menschen. Medien wie Fernseher, Computer, Laptops und Handys mit Internetzugang werden tagtäglich von Erwachsenen benutzt. Dadurch kommen auch Kinder vom Babyalter an damit in Berührung. Die aktuellste KIM-Studie, die der Erhebung der Relevanz der Medien im Alltag von Kindern zwischen sechs und dreizehn Jahren dient, zeigt für das Jahr 2014, dass nicht wenige Vorschulkinder schon Kontakt zur Medienwelt haben. Dieser Kontakt entsteht durch Spielkonsolen, Tablets und Smartphones. Die Studie weist nach, dass der Stellenwert von Computer-/Konsolen- /Onlinespiele, Handy/Smartphone sowie Internet/Computer/Laptop nur durch die Freunde der Kinder überboten wird.

Kinder der heutigen Generation, auch Generation Z genannt, gebrauchen technologische Medien mit einer großen Selbstverständlichkeit und sind sich deren Vorteile durchaus schon bewusst. Sie können mit ihren Freunden chatten, Musik hören, Filme ansehen und Onlinespiele nutzen. Die zumeist unkontrollierte Nutzung und der dadurch ermöglichte Zugang zu jeglichen Inhalten im Internet verbirgt jedoch auch viele Gefahren für die Kinder. Themen wie Cybermobbing, Kostenfallen durch unbeaufsichtigte Downloads oder gar Missbrauch durch virtuelle Chatrooms sind keine Seltenheit mehr. Daher ist es wichtig, den Kindern beizubringen, Medien sinnvoll zu nutzen und sie gleichzeitig auf die vielfältige und gefahrenvolle Medienwelt vorzubereiten. Die Kinder sollen eine gewisse Medienkompetenz entwickeln, um sich richtig im Internet und insgesamt im Umgang mit den Medien verhalten zu können. Schon im Grundschulalter sollte damit anfangen werden, da gerade in dieser Altersgruppe noch viele Grundsteine gelegt werden können. Es ist die Aufgabe der Grundschule, den Schülern den richtigen Umgang mit Medien beizubringen und ihre Medienkompetenz zu fördern. Welche Methoden dazu in Frage kommen, soll in dieser Arbeit näher beleuchtet werden.

Zuerst werden die Begriffe Medium sowie Medienkompetenz definiert und erläutert. In einem nächsten Schritt wird aufgezeigt, warum eine Förderung von Medienkompetenz notwendig ist und welche Ziele dabei im Vordergrund stehen. Dabei wird zunächst auf die allgemeinen Methoden der Förderung eingegangen um sie anschließend speziell auf die Grundschule einzugrenzen. Zuvor wird jedoch noch der Standpunkt des Grundschulverbands und dessen Forderungen beschrieben. Im Fazit werden die Methoden miteinander verglichen und die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst.

2. Definition relevanter Begriffe

Im Folgenden werden zum besseren Verständnis die Begriffe Medium und Medienkompetenz für diese Arbeit definiert. Ebenso wird geklärt warum Förderung im Umgang mit Medien überhaupt nötig ist und welche Ziele dabei verfolgt werden.

2.1. Medium

Medium bedeutet „Mittler“ oder „Vermittler“. Es ist ein Hilfsmittel, das Informationen transportiert. Der Begriff Medium beinhaltet sowohl die digitalen, als auch die analogen Medien. Zu den digitalen Vermittlern zählen technische Geräte wie Computer, Laptops Tablets, Handys und Fernseher. Als analoge Medien werden beispielsweise Zeitungen, Tafel und Kreide, Bücher oder CDs bezeichnet. In der heutigen Medienpädagogik wird jedoch versucht den Begriff der Medien „auf technisch vermittelte Erfahrungsformen“ einzugrenzen, um es zu ermöglichen „Merkmale technisch vermittelter Erfahrungen und Inhalte zu untersuchen und wissenschaftliche Aussagen dazu zu formulieren“ (Tulodziecki, Herzig, Grafe 2012, S. 31). Aufgrund dieser Eingrenzung werden „Medien als Mittler, durch die in kommunikativen Zusammenhängen potenzielle Zeichen mit technischer Unterstützung aufgenommen bzw. erzeugt und übertragen, gespeichert, wiedergegeben und in abbildhafter oder symbolischer Form präsentiert werden“ gesehen (Tulodziecki, Herzig, Grafe 2012, S. 32). Dennoch dürfen alle anderen Arten der Medienvermittlung nicht außer Acht gelassen werden. Insgesamt sollte auch beachtet werden dass ein Film, eine Lernsoftware oder auch ein Buch erst zu einem Medium wird, wenn es als zweckgebundener Vermittler verwendet wird und dadurch ein Austausch von Informationen, also Kommunikation zu einem bestimmten Thema stattfindet. (vgl. Tulodziecki, Herzig, Grafe 2012, S.27-32)

Um sinngemäße Erfahrungen sammeln zu können, ist beim Einsatz von Medien wichtig, darauf zu achten, dass entsprechende Medienmerkmale vorhanden sein sollten. Es gibt viele verschiedene Merkmale. Dazu zählen die Erfahrungsformen oder auch Codierungsarten genannt, Sinnesmodalitäten, Darstellungsformen, Gestaltungstechniken sowie -formen, Ablaufstrukturen und Gestaltungsarten.

Die Erfahrungsformen spielen eine wichtige Rolle für die „Vorstellungsbildung bei medialen Erfahrungen“ (Tulodziecki, Herzig, Grafe 2012, S. 32). Sie werden auch als Codierungsarten bezeichnet, aufgrund dessen, da die Bedeutung des Inhaltes in den Medien meistens durch Zeichen oder Codes dargestellt wird. Um alles richtig entschlüsseln zu können, ist es wichtig, diese richtig zu erkennen und ihre Bedeutung zu verstehen. Es gibt zwei verschiedene Codierungsarten zwischen denen unterschieden werden kann. Zum einen die abbildhaften Verschlüsselungen und zum anderen die symbolischen. Die Abbildhaften können zudem in „objektgetreue und schematische bzw. typisierende Darstellungen“ (Tulodziecki, Herzig, Grafe 2012, S. 33) aufgeteilt werden. Objektgetreu bedeutet, dass zumindest ein Punkt realitätsgetreu gezeigt werden sollte. Symbolische Verschlüsselungen lassen sich in mündliche und nicht-mündliche Sinnbilder unterteilen.

Bei den Sinnesmodalitäten werden durch Medien entweder die auditive Wahrnehmung oder die visuelle Wahrnehmung, oder alle beide gleichzeitig angesprochen. Ist nur eine Modalität vorhanden, wird es als auditives oder visuelles Medium bezeichnet. Wenn beide verfügbar sind, wird dies als audiovisuelles Medium bezeichnet. Dazu zählt zum Beispiel der Fernseher.

Das Medienmerkmal Darstellungsformen setzt sich aus der Kombination von Codierungsarten und Sinnesmodalitäten zusammen. Welche möglichen Verbindungen es zwischen Codierungsarten und Sinnesmodalitäten geben kann, zeigt die Tabelle 1. Die Darstellungsformen können hierbei für sich oder verbunden mit anderen erscheinen. Die Darstellungsformen können hierbei für sich oder verbunden mit anderen erscheinen. Verschiedene Gestaltungsmethoden ergeben sich aus der Verknüpfung der Darstellungsformen und ihren unterschiedlichen Auftreten in den Medien. Bei filmischen Darstellungen kann dies zum Beispiel „die Einstellungsgröße, die Einstellungsperspektive, die Kamerabewegung, die Montage und die Tongestaltung“ (Tulodziecki, Herzig, Grafe 2012, S. 34) sein. Bei den auditiven hingegen geht es eher um „die Regulierung der Lautstärke, Bass- und Höhenkontrolle, die Tonmischung“ (Tulodziecki, Herzig, Grafe 2012, S. 34). (vgl. Tulodziecki, Herzig, Grafe 2012, S. 32-37)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die weiteren Merkmale Gestaltungsformen, Ablaufstrukturen und Gestaltungsarten werden hier nicht näher beschrieben.

2.2. Medienkompetenz

Um den Begriff Medienkompetenz zu definieren, ist es hilfreich zunächst den Begriff Kompetenz zu erläutern. Der Duden bezeichnet Kompetenz als „Sachverstand“ und sprachwissenschaftlich gesehen als die „Summe aller sprachlichen Fähigkeiten, die ein Muttersprachler besitzt“

In Bezug auf Medien bedeutet dies, dass der Mensch aufgrund seinen Fähigkeit potenzielle Zeichen zu deuten und selbst zu erzeugen, im Zusammenhang mit Medien handeln kann.

In dieser Arbeit wird mit der Definition von Medienkompetenz nach Schorb gearbeitet. Für ihn ist Medienkompetenz „[…] die Fähigkeit, auf der Basis strukturierten zusammenschauenden Wissens und einer ethisch fundierten Bewertung der medialen Erscheinungsformen und Inhalte, sich Medien anzueignen, mit ihnen kritisch, genussvoll und reflexiv umzugehen und sie nach eigenen inhaltlichen und ästhetischen Vorstellungen, in sozialer Verantwortung sowie kreativem und kollektivem Handeln zu gestalten“ (Schatz 2014, S. 17 zitiert nach Schorb 2005, S. 262). Im Hinblick auf Erziehungs- und Bildungsaufgaben sollte darauf geachtet werden, dass die Medienkompetenz des Menschen sich so weit entwickelt, dass er fähig ist, „in Medienzusammenhängen sachgerecht, selbstbestimmt, kreativ und sozial verantwortlich zu handeln“ (Hugger 2014, S. 537).

3. Förderung der Medienkompetenz

Die Förderung von Medienkompetenz ist in unserer heutigen Gesellschaft eine grundlegende Aufgabe. Da durch die Medien die Gesellschaft immer mehr beeinflusst wird und ein großer Anteil an Kommunikation und Interaktion über Medien läuft, sollen die Kinder darauf vorbereitet werden aktiv, kompetent, und verantwortlich an der medialen Informations- und Kommunikationswelt der Gesellschaft teilzunehmen. Es ist eine pädagogisch grundlegende Herausforderung, die Aktionsfähigkeit der Kinder auszubauen. Bei der Förderung muss besonders auf das Alter und die Entwicklungsphase des Kindes geachtet werden, denn jede Altersgruppe geht unterschiedlich mit Medien um. Damit eine umgreifende Förderung stattfinden kann, ist es notwendig in den verschiedensten Sozialisationsinstanzen des Kindes eine Förderung anzubieten. So ist es neben der Familie mittlerweile für die Schule eine große Aufgabe, die Kinder mit der vielfältigen Medienwelt und ihren Gefahren, aber auch Vorteilen vertraut zu machen. (vgl. BMFSJ 2013, S. 8ff)

Um eine gute Medienkompetenz zu erhalten, müssen pädagogische Ziele aus den

Bereichen des Wissens über die Medien und deren Darbietungsmöglichkeiten, der Bewertung der Medien mit ihren Angeboten im eigenen und allgemeinen Gebrauch und dem kommunikativen Handeln mit abgeleitet werden.

„Als Zielvorstellung umfasst Medienkompetenz […] die Fähigkeit, auf der Basis strukturierten zusammenschauenden Wissens und einer ethisch fundierten Bewertung der medialen Erscheinungsformen, sich Medien anzueignen, mit ihnen kritisch, genussvoll und reflexiv umzugehen und sie nach eigenen inhaltlichen und ästhetischen Vorstellungen zu gestalten, in sozialer Verantwortung sowie in kreativem und kollektivem Handeln“ (BMFSFJ 2013, S. 21).

4. Die jetzige Situation der Medienerziehung in der Grundschule

In den Schulen werden digitale Medien immer öfter genutzt, um ein interessantes Lernfeld zu schaffen, um zu lernen und zu üben, oder Wissen aus dem Internet einzubeziehen. Viele Schulen besitzen neben Computerräumen in Klassenzimmern digitale Geräte wie Laptops, Beamer oder interaktive Whiteboards, die es ermöglichen, Zugriff auf das Internet zu haben. Auch bei Hausaufgaben werden der Einsatz von digitalen Geräten und der Umgang mit dem Internet immer häufiger verlangt. Die Schulen versuchen also sich auf das Lernen mit Medien auszurichten, was aber auch die Pflicht mit sich bringt, die Schüler über die verantwortungsvolle Benutzung dieser aufzuklären und ihre Kompetenz mit den Medien zu fördern.

Es ist jedoch bisweilen schwierig, den Erwerb von Medienkompetenzen in den Unterricht einzubinden, da die Medienerziehung noch kein festes Unterrichtsfach in der Grundschule ist, sondern lediglich ein Aufgabenfeld. Daher sollte zukünftig bedacht werden, wie man die Ausbildung der Medienkompetenz immer wieder in ein Unterrichtsfach miteinfließen oder in bestehende Lehrthemen miteinbauen kann. Außerdem stellt sich auch die Frage, in welchen Fächern es möglich und sinnvoll ist, neue Medien überhaupt zu verwenden und „für welche Fächer/Lernbereiche die Medienerfahrungen der Kinder primär eine Rolle spielen können“ (Schill 2008, S. 160). Als geeignete Fächer bieten sich der Deutsch- oder Sachkundeunterricht an. (vgl. Schill 2008, S.159-163)

Da die Situation der Medienkompetenzförderung in der Grundschule zurzeit noch nicht eindeutig geklärt ist, wird in dieser Arbeit nun näher auf den Standpunkt und die Forderung des Grundschulverbands von 2015, eingegangen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Geeignete Methoden zur Förderung der Medienkompetenz in der Grundschule
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V322221
ISBN (eBook)
9783668213241
ISBN (Buch)
9783668213258
Dateigröße
850 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Kompetenz, Grundschule, Kinder, Medienkompetenz, Digital Natives, Generation Z, Nutzung, Internet
Arbeit zitieren
Lisa Ruhland (Autor), 2016, Geeignete Methoden zur Förderung der Medienkompetenz in der Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322221

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