Nur 5 Monate nach der Beendigung des spanischen Bürgerkrieges begann der Zweite Weltkrieg. Diese Tatsache wird in der Behandlung des Zweiten Weltkrieges nur selten erwähnt. Die vorliegende Hausarbeit stützt sich als Quelle auf die Korrespondenz und die Dokumente des Auswärtigen Amtes des Deutschen Reiches in den ersten Monaten des spanischen Bürgerkrieges im Kontext mit den tatsächlichen Ereignissen und Maßnahmen. Nicht nur Hitlers Teilnahme am spanischen Bürgerkrieg ließ diesen Aufstand reaktionärer spanischer Offiziere zu einem Krieg mit internationaler Beteiligung werden, sondern vor allem das Engagement Italiens, Deutschlands und der Sowjetunion. Die diplomatischen Aktivitäten und die tatsächlichen Maßnahmen Deutschlands sollen gegenübergestellt werden.
Geschildert werden die politischen, wirtschaftlichen und die militärischen Motive für das Eingreifen Deutschlands in den spanischen Bürgerkrieg. War die rasche Unterstützung der Aufständischen eine rationale oder eine irrrationale Entscheidung Hitlers? Welche wirtschaftlichen Interessen verfolgte Deutschland in Spanien? Die Hausarbeit kann keine erschöpfende chronologische Darstellung sein, sondern kann nur wesentliche Teilaspekte darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Eingreifen Deutschlands in den Spanischen Bürgerkrieg
2.1. Diplomatie und Machtpolitik
2.2. Die wirtschaftlichen Gründe
2.3. Die militärischen Gründe
3. Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Motive für die deutsche Intervention im Spanischen Bürgerkrieg unter Berücksichtigung der Korrespondenz des Auswärtigen Amtes. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob die Unterstützung der Aufständischen eine rationale Strategie oder eine impulsive Entscheidung Hitlers darstellte und welche Rolle dabei parteiinterne Strukturen spielten.
- Diplomatische Strategien und Machtpolitik im Kontext des Nationalsozialismus
- Wirtschaftliche Interessen und der Aufbau von Abhängigkeiten
- Militärische Beweggründe und die Erprobung neuer Waffensysteme
- Strukturen der Entscheidungsfindung im NS-Regime (Auswärtiges Amt vs. Auslandsorganisation der NSDAP)
- Bedeutung der Intervention für die Vorbereitung des Zweiten Weltkriegs
Auszug aus dem Buch
2.1. Diplomatie und Machtpolitik
Am 1.3. 1935 wurde das vom Völkerbund verwaltete Saarland nach einer im Januar durchgeführten Volksabstimmung (90,67 % Zustimmung) an das Deutsche Reich zurückgegeben. Das Rheinland war infolge des Versailler Vertrages entmilitarisiertes Gebiet und hatte einen Sonderstatus im Deutschen Reich, nachdem die französischen und belgischen Truppen bereits 1930 abgezogen waren. Der Einmarsch von 30 000 Soldaten in das entmilitarisierte Rheinland am 7.3.1936 sollte die deutsche Antwort auf den Abschluss eines französisch-sowjetischen Militärpaktes sein. Damit hatte Hitler sowohl den 1919 abgeschlossenen Versailler Vertrag als auch den 1925 abgeschlossenen Locarno-Vertrag gebrochen. Das ganze wurde noch durch die Wiedereinführung der Wehrpflicht am 15.3.1935 verschärft.
Das Auswärtige Amt war jedoch anderer Meinung als die Reichswehrführung, indem es „... die Einstellung der Produktion von Fliegerbomben und Bombenflugzeugen, Aussetzung der bereits laufenden Erprobung schwerer Panzer und Geschütze sowie einstweiliger Aussetzung der Wiedereinführung der Wehrpflicht ...[forderte].“
Die Forcierung der Rüstungsproduktion war logische Folge der Wiedereinführung der Wehrpflicht. Frankreich hatte Mitte der 30er Jahre durch seine diplomatische Aktivitäten eine Einkreisung Deutschlands erfolgreich betrieben. Es schloss mit Italien zunächst am 7.1.1935 ein Kolonialabkommen. Im Zuge dieser Verhandlungen wurde aber auch ein militärisches Eingreifen für den Fall vereinbart, dass Deutschland Österreich angreifen oder in das entmilitarisierte Rheinland einmarschieren sollte. Am 2. Mai 1935 folgte ein weiteres Abkommen mit der Sowjetunion. In einem Ergänzungsvertrag zwischen der Sowjetunion und der Tschechoslowakei versicherten sich beide Vertragspartner des gegenseitigen Beistandes im Falle des Angriffs durch einen Dritten. Allerdings sollte der Bündnisfall nur dann eintreten, wenn auch Frankreich sich zum Beistand bereit erklären würde. Wie die spätere Entwicklung zeigte, waren alle diese Abkommen nicht das Papier wert, auf dem sie standen. Hitlers Entschluss stand fest, das Deutsche Reich in kürzester Zeit aufzurüsten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung der Arbeit und die methodische Herangehensweise, welche sich auf Dokumente des Auswärtigen Amtes stützt, um die Motive des deutschen Eingreifens zu beleuchten.
2. Das Eingreifen Deutschlands in den Spanischen Bürgerkrieg: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die machtpolitischen, ökonomischen und militärischen Hintergründe der deutschen Intervention und beschreibt die Entstehung der Unterstützung für General Franco.
3. Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel resümiert, dass die Intervention primär auf einer alleinigen Entscheidung Hitlers beruhte, die im Gegensatz zu den Bedenken des Auswärtigen Amtes stand, und Spanien als Testgelände für spätere strategische Konzepte diente.
Schlüsselwörter
Spanischer Bürgerkrieg, Deutsches Reich, Intervention, Hitler, Nationalsozialismus, Legion Condor, Auswärtiges Amt, Außenpolitik, Rüstungspolitik, Vierjahresplan, HISMA, Strategie, Militär, Antikommunismus, Blitzkrieg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Hintergründe und Beweggründe des Deutschen Reiches für die militärische Intervention im Spanischen Bürgerkrieg zwischen 1936 und 1939.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die diplomatische Lage Europas in den 1930er Jahren, die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands an spanischen Rohstoffen und die militärstrategische Erprobung neuer Waffen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es zu klären, ob die Unterstützung der Aufständischen um General Franco eine rationale geostrategische Entscheidung oder eine spontane, von Hitler dominierte Aktion war.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Quellenanalyse, insbesondere unter Heranziehung von Dokumenten und Korrespondenzen des Auswärtigen Amtes im Abgleich mit historischen Ereignissen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Diplomatie und Machtpolitik, die wirtschaftlichen Motive für den Rohstoffzugriff sowie die militärischen Gründe, einschließlich des Einsatzes der Legion Condor.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Spanischer Bürgerkrieg, deutsche Intervention, nationalsozialistische Außenpolitik, HISMA, strategische Rüstung und Antikommunismus.
Welche Rolle spielte das Auswärtige Amt bei der Entscheidungsfindung?
Das Auswärtige Amt wurde weitgehend übergangen; wesentliche Informationsflüsse und Entscheidungen liefen über parallele Strukturen wie die Auslandsorganisation der NSDAP.
Warum wurde die Firma HISMA gegründet?
Die HISMA wurde als Tarnorganisation gegründet, um den Transport von Kriegsmaterial nach Spanien zu verschleiern und den Abtransport spanischer Rohstoffe als Kompensation zu organisieren.
Welche Bedeutung hatte der Spanische Bürgerkrieg für die deutsche Luftwaffe?
Spanien diente der Luftwaffe als Experimentierfeld, um neue Flugzeugtypen, Taktiken der Bombenabwürfe und das Zusammenwirken von Luft- und Bodentruppen zu testen.
- Citation du texte
- Ulrich Müller (Auteur), 2015, Die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Gründe für Deutschlands Intervention im spanischen Bürgerkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322357