Historische Hintergründe der Commonwealth Games. Kritische Auseinandersetzung


Hausarbeit, 2010

12 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Historischer Hintergrund British Empire
2.2. Historischer Hintergrund Commonwealth Games
2.3. Kritische Auseinandersetzung

3. Schlussbetrachtung

4. Bibliographie

1. Einleitung

Sport gilt als fester Bestandteil von Kultur und hat einen Zusammenhalt schaffenden Charakter. Verschiedenste Gesellschaftsgruppen finden durch Sport zueinander, Nationen konkurrieren friedvoll miteinander.

Eine bedeutsame Rolle spielt Sport seit jeher in Großbritannien. Dort ist Sport integraler Bestandteil des Schulsystems, man legt hohen Wert auf die Ausbildung von Eigenschaften wie Fairplay und Mannschaftsgeist. J.E.C. Welldon, Direktor der Elite- Schule Harrow in London von 1881- 1885, bezeichnete sogar den britischen Teamgeist als ausschlaggebend für die Überlegenheit Großbritanniens gegenüber den Deutschen und Franzosen im 19.Jahrhunderts (Holt, Richard).

Durch die Expansion des Britischen Empires über den Globus wurde durch Militär und Siedler auch der Sport in die Kolonien exportiert und dort sogar bewusst gefördert. Man versuchte vornehmlich durch Kricket, die englischen Moral -und Verhaltensvorstellungen an die Bevölkerung zu vermitteln. Als Gouverneur von Bombay und Präsident der Kricketvereinigung stellte Lord Harris, Ende des 19.Jahrhunderts, den Indern die Übernahme von politischer Verantwortung in Aussicht, sobald sie die Spiel- und Verhaltensregeln von Kricket verinnerlicht hätten. (Brian Stoddart).

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts standen einige „weiße Kolonien“ kurz vor der Entlassung in die Selbstverwaltung. Parallel häuften sich die Bestrebungen innerhalb des Empires einen sportlichen und kulturellen Event zu schaffen, der anstelle von britischem Imperialismus, den Zusammenhalt stärken sollte.

Im Folgenden soll erörtert werden, inwieweit Entstehung und Verlauf der Spiele, die heute unter dem Namen „Commonwealth Games“ bekannt sind, den Übergang vom British Empire zum Commonwealth of Nations widerspiegeln.

Dafür wird zunächst kurz die Geschichte des British Empire als auch die Geschichte der Commonwealth Games skizziert.

2. Hauptteil

2.1. Historischer Hintergrund British Empire

Das britische Empire war die größte Kolonialmacht der Geschichte. 1922 erfuhr es seine größte Ausdehnung, ihm gehörten mit einer Bevölkerung von 485 Millionen Menschen ein Viertel der Gesamtbevölkerung und mit 33,67 Millionen km² ein Viertel der Landmasse der Erde an.

Dem Beispiel Spaniens und Portugals folgend, begann neben den Niederlanden und Frankreich auch England in Nordamerika und Afrika Kolonien zu erwerben und Handelsposten auszubauen. Nachdem sich England 1707 mit Schottland zum Königreich Großbritannien zusammengeschlossen hatte, setzten sich die Briten zwar allmählich gegen Frankreich und den Niederlanden durch, der amerikanische Unabhängigkeitskrieg hatte aber die Abspaltung der 13 Kolonien zur Folge.

Großbritannien wandte sich daraufhin Afrika, Asien und Ozeanien zu und übte nach den Napoleonischen Kriegen (1792- 1815) absolute Dominanz im 19. Jahrhundert aus. Erfindungen wie die Dampfmaschine und die Telegraphie erleichterten die Kontrolle und Verteidigung der Kolonien und sicherten die imperiale Vormachtstellung. 1902 war das gesamte British Empire durch ein Telegraphennetzwerk miteinander verbunden (All-Red-Line).

Doch nach den Worten des französischen Ökonomen A.R.J. Turgot waren Kolonien `like ripe fruits which cling till they ripen`, also wie Früchte, die nur so lange am Baum hängen bleiben, bis sie reif sind (Kerr, Philip).

Nachdem die „weißen Kolonien“ sich anfangs größtenteils selbst überlassen waren, kam es dort nach starkem Bevölkerungszuwachs zu dem Ruf nach einem Nationalstaat. So wurden Kanada 1867, Australien 1900, Neuseeland 1907, der Südafrikanischen Union 1910 und Irland 1921 der Status einer „Dominion“, also einer anfangs nur innenpolitisch unabhängigen Kolonie, gewährt, deren einziger Bezug zum British Empire durch die Loyalität zur englischen Krone bestand. 1926 sprach man in der „Balfour- Deklaration“ erstmals vom „Commonwealth of Nations“ anstelle von British Empire und 1931 wurde der Dominion- Status im „Statut von Westminster“ festgehalten.

Der Prozess der endgültigen Dekolonisierung begann nach dem 2. Weltkrieg mit der Entlassung von Indien 1947, Ceylon 1948 und Pakistan 1949 in die Unabhängigkeit und endete 1997 mit der Rückgabe Hong Kongs an die Volksrepublik China.

Heute gehören dem Commonwealth of Nations 54 Staaten an.

Der britische Politiker und Diplomat Philip Kerr stellte den Übergang vom British Empire zum Commonwealth of Nations im Jahre 1922 wie folgt dar:

Seitdem sich die Unabhängigkeitsbewegungen in den Kolonien verstärkten und die Autorität von Großbritannien schwand, gab es Stimmungen, das Empire als ein Gemeinsames von freien Staaten zu schaffen, vereinigt in Patriotismus und Verteidigungsbestreben- vor allem vor dem Hintergrund der russischen Expansion nach Asien und der Deutschen Vereinigung zur zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts.

1887 wurde die erste „Colonial Conference“ einberufen, Großbritannien sah ein allgemeines Interesse im Empire sich über eine gemeinsame Verteidigung abzusprechen, die Kolonien sahen die Konferenz eher als Möglichkeit Tarifbestimmungen festzulegen. Noch war man der Auffassung, dass es Englands Aufgabe war das Empire zu schützen und die Freiheit der Kolonien zu gewährleisten.

Weitere Konferenzen 1897 und 1902 brachten nichts Wesentliches zustande, erst 1907 wurde mit der Schaffung der „Imperial Conference“ der erste Baustein für den Übergang vom Empire zum Commonwealth of Nations gelegt. Daraufhin wurden nach dem deutschen Marineprogramm 1909 die größeren Kolonien Australien und Kanada in die Verteidigungsorganisation mit einbezogen. 1911 kam erstmal die gemeinsame Außenpolitik auf die Agenda, zur selben Zeit fand das Festival of Empire in London statt und 1917 entstand während des 1. Weltkrieges das „Imperial War Cabinet“.

Der Höhepunkt bei der Entwicklung der Kolonien zum gleichwertigen Status lag bei der Friedenskonferenz in Paris- hier bedurfte die Unterschrift der Britten auf den Friedensverträgen von Versailles, erst die Bestätigung in den Parlamente der Dominions. Die nächste Konferenz fand 1921 unter dem Namen “The Conference of Prime Ministers and Represantatives of the United Kingdom, the Dominions and India” statt, im selben Jahr erlangte Ireland den Dominion Status.

2.2. Historischer Hintergrund Commonwealth Games

(Besondere Betrachtung; Festival of Empire und British Empire Games)

Nachdem durch den britischen Imperialismus typisch britische Sportarten in die Welt hinausgetragen wurden und sich dort etablierten- 1870 gab es in den afrikanischen Kolonien, Indien, Hong Kong, Australien, Neuseeland und Trinidad, Clubs für Pferderennen, Kricket wurde neben Australien und Neuseeland auch in Indien populär, 1880 fanden die ersten Rugby Testmatches zwischen Australien und England statt und 1890 das erste farbige Kricketteam in Indien (Brian, Stoddart)- äußerte erstmals der Engländer John Astley Cooper 1891 in der „Times“ den Vorschlag zu „Pan-Britannic-Games“, einem Festival kombiniert mit Sport, Literatur und Militär unter den Mitgliedern des Empires abzuhalten.

Die Idee fand nicht nur in England, sondern auch in den anderen Teilen des Empires Zustimmung; der australische Staatsrichter William Portus Cullen sah Australien bereit sich mit dem Rest des Empires sportlich zu messen, die „Times“ war der Meinung eine Organisation der Spiele sei leichter durchführbar als eine imperiale Föderation zu schaffen und das San Francisco Newsletter erkannte den G gemeinschaftschaffenden Effekt und stellte eine Beteiligung der USA in Aussicht (J.A. Mangan).

Parallel arbeitete der Franzose Pierre de Coubertin aber an einer Wiederbelebung der antiken Olympischen Spiele und 1896 kam es tatsächlich zu den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen.

Cooper´s Idee wurde erst wieder zum „Festival of Empire“ 1911, anlässlich der Krönung George V, aufgenommen. Die Veranstaltung fand im Crystal Palace in London statt. Neben dem Gastgeber Großbritannien waren Teams aus Australien, Neuseeland und Kanada vor Ort, um sich nicht nur in den Sportarten Athletik, Schwimmen, Boxen, Ringen und Radrennen zu messen, sondern auch um Ausstelllungen für imperiale und technische Errungenschaften zu bestaunen (Frontline, History Today).

Einer Fortsetzung der Spiele verhinderte der 1. Weltkrieg, zu einem Wiederaufleben kam es erst unter dem Eindruck der Olympischen Spiele 1928 in Amsterdam. Dem kanadischen Sportfunktionär Melville Marks Robinson war es vorbehalten die ersten „British Empire Games“ 1930 in Hamilton abzuhalten. Einer Fortsetzung stand nun der 2. Weltkrieg im Weg aber seit 1954 finden die Spiele unter den Namen „British Empire and Commonwealth Games“, 1960 „British Commonwealth Games“ und 1972 „Commonwealth Games“, alle vier Jahre statt.

Die Zahl der Sportarten schraubte sich von anfänglich 4 auf 17 hoch und die Zahl der teilnehmenden Nationen von 4 auf 72- entsprechend dem dargestellten Dekolonisierungsprozess.

2.3. Kritische Auseinandersetzung

Der Australier Professor Brian Stoddart beschäftigte sich in seiner Arbeit mit der langjährigen Existenz des British Empires, die sich seiner Meinung nach, nicht allein auf militärische Dominanz begründen lässt. Nach Stoddart haben die Spiele eine wichtige Rolle beim Fortbestehen des imperialen Geistes gespielt, der in der postkolonialen Zeit präsenter war als angenommen.

„As the formal political ties with the imperial power have declinded` ..`the informal cultural ones have been strengthened to maintain a strong power relationship and a particular vision of social order.”

Als im späten 19.Jahrhunder die imperialen Truppen in hoher Geschwindigkeit aus den „weißen Kolonien“ abgezogen wurden, hinterließ man die Kolonien der Selbstverwaltung, auf der anderen Seite das zeigte auch, dass die imperiale Macht außerhalb von bloßer militärischer Präsenz lag. Stoddart beschreibt das als „kulturelle Macht“, also ein Gerüst von Überzeugungen, Ansichten, Gesetzen, Konventionen, die sich durch die Siedler, Streitkräfte und Privatiers in den Kolonien etabliert hatten.

Stoddart sieht weiterhin den am wenigsten berücksichtigten Anteil, während des kulturellen Austauschs zwischen dem British Empire und den Kolonien, beim Sport liegend. Den weit reichenden Einfluss von Sport würde man an den unzähligen Austauschprogrammen und Wettbewerben innerhalb der Kolonien und dem Empire sehen, außerdem habe Sport einen gesellschaftsübergreifenden Charakter. Auf dem Höhepunkt des British Empire 1911 entstand daraufhin der Event der am symbolischsten den kulturellen Zusammenhalt des Empires widerspiegelt- die Commonwealth Games.

Signifikant war, dass der Grundstein der Spiele genau dann gelegt wurde, als der Samen der Unabhängigkeit zu sprießen begann- dem entspricht beispielsweise auch die Vergabe der Spiele 1966 an Jamaika/ Kingston, das gerade in die Unabhängigkeit entlassen wurde.

Bei der Entstehung der Spiele entstanden eine Reihe von Ritualen, welche die Britische Krone würdigten- ein weiterer Zusammenhang zum Commonwealth of Nations, hier bestand der Zusammenhalt hauptsächlich im Bezug zur britischen Krone.

Abschließend stellt Stoddart Sport als den langlebigsten und allgegenwärtigsten Inhalt vom Britischen Imperialismus dar, der sowohl zu kolonialen als auch postkolonialen Zeiten großen gesellschaftlichen Einfluss hatte.

So bleiben die CG als das Monument in Erinnerung, das bei Nationen Einigkeit schuf, die gänzlich unterschiedlich waren, aber eben doch nicht nur aufgrund ihrer kolonialen Geschichte etwas Gemeinsames aufzuweisen hatten.

Der britische Historiker Harold Perkin stellte ebenso den wichtigen psychologischen Effekt der Spiele heraus:

Für die Kolonien waren die Commonwealth Games wichtiger Bestandteil bei der Entwicklung von Zusammengehörigkeit und National- Selbstbewusstsein. Auf der anderen Seite bereitet eine sportliche Niederlage die Engländer auf die Realität vor.

Der Kanadier Dr. Michael Dawson hingegen sah keine eindeutige Beziehung bei der Entstehung des Commonwealth of Nations und der Commonwealth Games. Weder habe Sport die bedeutende Rolle gespielt, die Stoddart ihm zuschreibt, noch sei Sport rein unpolitisch zu sehen. Bei seinen Untersuchungen soll Stoddart auch immer nur auf die direkte Beziehung Empire- Kolonie geachtet haben, genau hier setzt Dawson aber nun an und betrachtet Meinungen und Pressestimmen vor Ort bei den British Empire and Commonwealth Games 1954 in Kanada/ Vancouver:

Harrold Weir von der „Vancouver Sun“ äußerte sich so, dass die Spiele „British Games“ genannt werden sollten, weil der Sportsgedanke von England aus glücklicherweise in die Kolonien getragen wurde. Weiterhin sah Weir die Spiele als eine Würdigung der imperialen Gemeinschaft.

Jack Scott beklagte vehement in der „Vancouver Sun“, dass das British Empire gefeiert werden sollte, obwohl mindestens ein Drittel davon gar nicht eingeladen wurde und meint damit die noch nicht unabhängigen Kolonien.

Stanley Burke stellte in der „Vancouver Sun“ weiterhin die Schattenseiten des Empires heraus. Die Zeltlager außerhalb der Stadt, in denen Indianer lebten und dem Alkohol verfallen waren, erinnerten an das Schicksal der Aboriginis in Australien.

Laut Dawson interessierten sich die Veranstalter und Sportsfunktionäre weniger für das Schicksal des Empires als für die Vorteile, die der Stadt Vancouver durch die Vergabe zukamen, man wollte sich auf der Weltbühne präsentieren und dadurch auch den Tourismus ankurbeln.

Ein weiterer Punkt ist der Bezug der Commonwealth Games zu den „nicht- weißen Kolonien“, wie das Königreich Indien, Südafrika oder Jamaika.

Südafrika erhielt 1910 schon den Status eines Dominion und nahm an den British Empire and Commonwealth Games 1930 teil, Jamaika wurde 1966 in die Freiheit entlassen und richtete die Spiele im selben Jahr aus.

Mit dem Königreich Indien tat man sich nicht zuletzt aufgrund der 319.156,396 Einwohner (Stand 1921), 11 Sprachen und unterschiedlichsten Religionen schwer, den Nationalbewegungen zu folgen. Letztendlich erhielten Indien und Pakistan 1947 die Unabhängigkeit und nahmen an den British Empire and Commonwealth Games 1954 teil.

3. Schlussbetrachtung

Die anfänglich aufgeworfene Forschungsfrage, inwieweit die Commonwealth Games den Übergang vom British Empire zum Commonwealth of Nations widerspiegeln, lässt sich nicht abschließend klären. Hinzu kommt allerdings die Frage, ob es sich um ein bewusst geschaffenes und forciertes Event handelt.

Es wurde dargestellt welch wichtige Rolle der Sport in der angelsächsischen Kultur spielte und diese in die Kolonien exportiert wurde. Auch lässt sich der Gemeinschaft schaffende Charakter von Sport nicht verneinen, der Einfluss von Sport auf die Politik aber ist umstritten. Vielleicht kann man ihn zumindest als Ersatz für den Ernstfall verstehen, diesen Beigeschmack hatten z.B. die Aufeinandertreffen der indischen und pakistanischen Hockeynationalmannschaften.

Bei dem Festival of Empire 1911 ging es weniger darum die Gemeinschaft im Empire zu stärken als um die Feierlichkeiten zur Krönung George V und die Zurschaustellung imperialer Errungenschaften. So ist auch der Kreis der Teilnehmer zu verstehen, der sich auf die Teilnahme der zivilisierten „weißen Kolonien“ beschränkte und die Aufmachung des Events: Man baute eine Miniatur- Eisenbahnstrecke auf, die den Besucher auf eine Entdeckungsreise durch das British Empire führte und die Besonderheiten der Kolonien darstellte.

Auf der anderen Seite kam man sich im Empire auch genau dann näher, als die Deutschen und Russen sich anschickten das Empire zu gefährden.

Diese Bedrohung war allerdings für England in Europa präsenter als für die Dominions auf anderen Kontinenten und so lässt sich auch das britische Bestreben die ehemaligen Kolonien in militärische Verantwortung zu nehmen, verstehen.

So gesehen handelt es sich bei der Fortsetzung der Spiele 1930 in Hamilton um eine Wahrnehmungsveränderung, was die Gleichstellung der Teilnehmer betrifft. Wie bereits beschrieben stand man kurz vor dem „Statut of Westminster“, das den unabhängigen Status einiger Kolonien bestätigte. Doch erst seit 1954 spricht man von den „British Empire and Commonwealth Games“, 1978 letztendlich nur noch von den „Commonwealth Games“.

Es lässt sich demnach durchaus festhalten, dass es sich um bei der Entstehung der Commonwealth Games und des Commonwealth of Nations um eine logische und vor allem parallele Entwicklung gehandelt hat.

Heute gelten die Commonwealth Games nach wie vor als Repräsentation des Commonwealth of Nations und genießen als Sportevent neben den Olympischen Spielen einen hohen Stellenwert. Das liegt zum einen daran, dass es für kleinere Nationen aufgrund der geringeren Teilnehmerzahl, verglichen mit den Olympischen Spielen, einfach ist, sich durch sportliche Erfolge ins Rampenlicht zu rücken, zum anderen treten Nationen, wie Schottland oder Wales, nicht wie bei den Olympischen Spielen als Großbritannien, einzeln an.

So nutze auch Indien die Ausrichtung der Commonwealth Games 2010 in Neu Dehli um, unter dem Eindruck der Olympischen Spiele 2008 in Peking, seine Fähigkeiten und Fortschritt darzustellen. So ist auch die Absicht der Veranstalter im Allgemeinen zu verstehen. Unter dem Deckmantel des sportlichen Miteinanders, ging es in erster Linie um wirtschaftliche und politische Interessen.

Ein interessanter Aspekt des Themas ist die Rolle, die die USA als neue Supermacht des 20. Jahrhunderts spielte, bzw. wie sich die Beziehung zum British Empire/ Commonwealth of Nations darstellte. Ursprünglich wollte man die USA zu den Spielen einladen, wie es die Ausführungen von J.A. Mangan zeigen.

Die USA kritisieren außerdem bei der Schaffung des Commonwealth of Nations, dass aus der vorgesehenen einen Stimme für das gesamte British Empire bei der UN durch die Dekolonisierung jede ehemalige Kolonie eine eigene Stimme zugesprochen bekam, die Kolonien sich aber dennoch mit Großbritannien solidarisierten und es so zu einem klaren Stimmenübergewicht gegenüber der USA mit nur einer Stimme kam.

4. Bibliographie

1.) Burton, Nigel, Frontline- Festival of Empire, in: History today 52 (2002), Seite 2.
2.) David McIntyre, William, The Britannic vision : historians and the making of the British Commonwealth of Nations, 1907 – 48. Basingstoke 2009.
3.) Dawson, Michael, Acting global, thinking local: `Liquid imperialism` and the multiple meanings of the 1954 British Empire& Commonwealth Games, in: International Journal of the History of Sport 23, Seite 3-27.
4.) Dheensaw, Cleve, The Commonwealth Games. The first 60 years, 1930-1990. Sydney 1994.
5.) Holt, Richard, Sport and the British. A Modern History. Oxford 1989.
6.) Kerr, Philip, From Empire to Commonwealth, in: Foreign Affairs Vol.1 No.2 (1922), Seite 83-98.
7.) Mangan, J.A., The Games Ethic and Imperialism. Aspects of the Diffusion of an Ideal. New York 1986.
8.) Stoddart, Brian, Sport Cultural Imperialism, and Colonial Response in the British Empire, in: Comparative Studies in Society and History Vol.30 No.4 (1988), Seite 649-673.
9.) Ward, Paul, Unionism in the United Kingdom, 1918-1974. Basingstoke 2005.

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Details

Titel
Historische Hintergründe der Commonwealth Games. Kritische Auseinandersetzung
Hochschule
Universität Mannheim  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Internationale Organisationen
Note
2,5
Autor
Jahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V322389
ISBN (eBook)
9783668221321
ISBN (Buch)
9783668221338
Dateigröße
373 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
historische, hintergründe, commonwealth, games, kritische, auseinandersetzung
Arbeit zitieren
Carsten Müller (Autor), 2010, Historische Hintergründe der Commonwealth Games. Kritische Auseinandersetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322389

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