Planspiele als Methode im Politikunterricht (Gymnasium). Das Oekowi-Planspiel in der Praxis


Hausarbeit, 2016

20 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Geschichte und Begriff

2.) Formen und Merkmale

3.) Ziele des Planspiels

4.) Abschnitte des Planspiels

5.) Planspiele und ihre Bedeutung für die politische Bildung am Beispiel Oekowi

6.) Vor- und Nachteile eines Planspiels

7.) Fazit

8.) Literaturverzeichnis

1.) Geschichte und Begriff

„Um es kurz zu machen: Spannend, informativ, abwechslungsreich. Bitte mehr davon“1. Eine Aussage, die ein Planspiel sehr gut und treffend beschreibt. Seit circa 1960 werden Planspiele im schulischen Unterricht verwendet. „Schon 1967 hatte die Ständige Konferenz der Kultusminister eine Empfehlung verabschiedet, in der es u.a. hieß: ,,Das darstellende Spiel in der Schule bewirkt eine Bereicherung von Unterricht und Erziehung, wenn es dort angewendet wird, wo mit seiner Hilfe ein pädagogisches Ziel leichter oder gründlicher verwirklicht werden kann. Es ist geeignet, die schöpferische Eigentätigkeit anzuregen, die Phantasie zu wecken, das Wissen um die eigenen Fähigkeiten und ihre Grenzen zu vertiefen und Erfahrungen über den Menschen und die Umwelt zu vermitteln…““2 Eingeführt wurde die Planspieltechnik erstmal in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern.3 In manchen Fächern wird das Planspiel öfter verwendet und in anderen gar nicht bis selten. Auch in vielen anderen Bereichen wie zum Beispiel der Berufspädagogik oder der Arbeitslehre werden Planspiele genutzt um Wissen zu vermitteln. Ebenfalls kann ein Planspiel auch fächerübergreifend stattfinden. Als Beispiel kann man das Planspiel „Umweltverschmutzung in Talstadt“4 heranziehen. Hier wird deutlich, wie ein Planspiel fächerübergreifend durchgeführt werden kann. Die Umweltverschmutzung ist in erster Linie ein Thema der Politik, jedoch kann man die Umweltverschmutzung und ihre Folgen auch in der Biologie diskutieren.

Die Bedeutung und die Art des Planspiels sind historisch gewachsen. Schon die frühen Feldherren setzten Planspiele ein. Sie konnten es sich zur damaligen Zeit nicht leisten, gewisse Dinge auf dem Schlachtfeld mit lebenden Soldaten zu erproben. Daher entschieden sich die Feldherren beziehungsweise deren Generäle, militärische Experimente mit Hilfe einer Technik, die wir heute als Planspiele kennen, zu simulieren. Dies bedeutet, dass die Generäle ihre Schlachten mit mehreren Gruppen auf einem Blatt Papier, oder auch auf einem abgebildeten Modell des Schlachtfeldes erproben konnten ohne dabei ihre Soldaten oder andere Ressourcen zu verlieren. Dies war ein wesentlicher Fortschritt, der die Entscheidungsfindung im Wesentlichen beeinflusste.

Auch heute finden sich noch Planspiele in unserer Gesellschaft, die solche oder ähnliche Szenarien simulieren. Als Beispiel können die Übungen der Freiwilligen Feuerwehr dienen. Hier werden dem Übungsleiter verschiedene Szenarien präsentiert, in denen er, ähnlich wie ein Feldherr, Entscheidungen treffen muss. Diese ziehen jedoch bei einer Fehlentscheidung keine Folgen mit sich, da es sich bei der Übung nur um eine Simulation handelt. Jedoch wird hier auch deutlich, dass ein Planspiel nie die gesamte Realität abdecken kann, auch ein Gebäudebrand oder ein Unfall werden nicht genau nach den gespielten Szenarien ablaufen. Jeder Unfall, jedes Unglück verhält sich anders. Genauso ist es mit den zuvor erwähnten Simulationen der Schlachten der früheren Feldherren. Hier konnte es auch passieren, dass eine Schlacht nicht so verlief wie geplant, beziehungsweise eine vorher im Planspiel ausprobierte Strategie dann doch nicht zum Sieg führte, da auch hier unvorhergesehene Ereignisse auftreten konnten, die das Planspiel nicht abbilden kann. Ein Planspiel ist immer eine Rekonstruktion einer reellen oder künftigen Situation.5

2.) Formen und Merkmale

Planspiele setzen immer einen ungefähr definierten Konfliktfall voraus. Dies können Konflikte unterschiedlichster Art und Weise sein, jedoch müssen diese immer einen Bezug zu dem Unterrichtsfach haben, in dem es durchgeführt wird. Im Idealfall kann sogar fächerübergreifend gearbeitet werden. Fast jeder Konflikt eignet sich für ein Planspiel, jedoch muss beachtet werden, welches Publikum beziehungsweise welche Spielgruppen an diesem Spiel beteiligt sind. Aus diesem Grund kann nicht jedes Konfliktthema mit jeder Gruppe gespielt werden. Hier muss eine vorherige Auswahl erfolgen, welcher der Gruppe angemessen ist um zum Beispiel etwaige ethnische Probleme zu vermeiden. In der Regel können in der Oberstufe fast alle großen Weltthemen als Material für ein Planspiel genutzt werden. Wichtig ist hier zu beachten, dass der Konflikt klare Interessensgegensätze aufweisen muss. Beispiele dafür wären der Einsatz von Gentechnologie oder auch der Umgang mit der Kernenergie. Hier gibt es Interessensgegensätze. Unterschiedliche Positionen können vertreten werden. Für das Thema Kernenergie wären mögliche Beispielgruppen die Atomkraftbefürworter, die Atomkraftgegner und die Betreiberkonzerne der Kraftwerke. Denkbar wären weitere Gruppierungen, die bei diesem Thema etwaige Interessen vertreten könnten.6

Ein weiteres Merkmal von Planspielen ist, dass es immer zu einer Konfliktlösung beziehungsweise zu einer endgültigen Entscheidung kommen soll. Dieser Aspekt grenzt das Planspiel deutlich vom Rollenspiel ab, in welchem nicht zwingend eine Konfliktlösung erreicht werden muss. Genau lassen sich diese zwei Methoden jedoch nicht voneinander trennen, denn in jedem Planspiel müssen die Spieler in eine bestimmte Rolle schlüpfen und diese verkörpern. Somit stellt das Rollenspiel ein Teil des Planspiels dar, ohne das es nicht funktionieren würde. Jedoch muss hier beachtet werden, dass es am Ende zu einer Entscheidung in der Konfliktsituation kommt.7 „Planspiele sind komplex gemachte Rollenspiele mit klaren Interessensgegensätzen und hohem Entscheidungsdruck […]“8

Ebenso sind die verschiedenen Gruppen und Institutionen kennzeichnend für ein Planspiel. Es können entweder Einzelpersonen oder Gruppen eine Rolle innerhalb des Spiels übernehmen. In einigen Planspielen existieren auch zwei oder mehr Gruppen, die dieselben Standpunkte vertreten. Der Lehrkörper fungiert als Spielleiter beziehungsweise als Spielberater und hält sich während des Spielbetriebes im Hintergrund auf. Auch können Gruppen oder Personen koalieren und ihre Interessen gemeinsam Vertreten oder auch Absprachen treffen. Der Lehrer beobachtet in dieser Zeit die einzelnen Gruppen und leitet bei eventuellen Problemen diese an. Er kann auch Material bereitstellen.

Planspiele kann man auch nach ihren Spielabläufen unterschieden. Die wichtigsten sind die Konferenz-, die Fall-, die Vorfall- und die Projektmethode. Die Konferenzmethode basiert auf einem Dialog mit mehreren Teilnehmern, die unterschiedliche Standpunkte beziehen können. Hier wird mündlich im Wechsel debattiert, was dem Ganzen eine sehr große Dynamik und Schnelligkeit verleiht. In der Fallmethode wird ein Fall im Plenum besprochen und durch Diskussion gelöst. Falls Vorwissen nötig ist, werden Unterlagen gestellt. Bei der Vorfallmethoden wird den Spielern etwas mehr Eigeninitiative abverlangt. Den Spielern wird ein Vorfall nähergebracht, jedoch nur die groben Umstände. Die genauen Sachverhalte und Zusammenhänge müssen sich die Spieler selbst erarbeiten. Die letzte Form des Planspiels stellt die Projektmethode dar. Hier geht es um komplexe Zusammenhänge. Diese können zum Beispiel aus dem Bereich der Technik oder auch Politik kommen. Ein Beispiel für die Politik wäre hier ein Produktions-, oder Arbeitsplanspiel, welches nach einer Betriebsbesichtigung durchgeführt werden kann. Hier könnte man ansetzen, in dem die verschiedenen Arbeitsprozesse zerlegt werden, um dann verschiedene Gruppen zu bilden, die den Arbeitsprozess auf Verbesserungen und Einsparungen, wie zum Beispiel bei Zeit und Material, prüfen. Auf der Gegenseite kann nun eine Gruppe die Arbeitnehmer Vertreten, die durch die oben genannten Verbesserungen nun fürchten müssen, dass ihre Gehälter gekürzt werden oder gar Stellen wegfallen, da beipielsweise Maschinen Arbeitskräfte ersetzen.9

Eine räumliche Trennung kann ebenfalls ein Merkmal eines Planspiels darstellen. Gerade in der Politik beraten Fraktionen oft getrennt voneinander und wollen sich von ihrem Gegner nicht in die Karten schauen lassen. So benötigt man für ein Planspiel unter Umständen auch eine gewisse Kapazität an Räumen. Diese sind nicht an die Mauern der Schule gebunden. Raumkapazitäten können auch von anderen Institutionen oder Beteiligten gestellt werden. Beim Planspiel „Oekowi“ können das zum Beispiel Firmen oder auch Banken sein. Des Weiteren müssen die Schülerinnen und Schüler den Umständen entsprechend gekleidet auftreten um eine gewisse Ernsthaftigkeit zu zeigen. Die Spielzeit eines Planspiels kann einen Tag oder eine Woche betragen, dies richtet sich nach dem jeweiligen Planspiel. Auch gibt das genutzte Spiel vor, welche Medien genutzt werden. So werden manche, wie oben bereits erwähnt, als Diskussion gespielt und wiederum andere an PCs. Es besteht eine große Fülle an verschiedenen Planspielen.10 Dies bedeutet aber nicht, dass Planspiele sehr komplex sein müssen. Auch hier gibt es eine Spanne von sehr wenig verflochtenen Planspielen bis hin zu einer großen Komplexität. Ein Beispiel für ein sehr simples und schnelles Planspiel wäre „Tommys Törtchen“. Dieses Spiel besteht im Kern darin, Kuchen herzustellen und ihn anschließend zu verkaufen. Es spielen je nach Klassengröße vier Gruppen mit vier oder mehr Mitspielern mit. Das Ziel des Spieles besteht darin, seinen Gewinn zu maximieren und bei Spielschluss den besten Gesamterfolg aufweisen zu können. Das Spiel wird über sieben Runden gespielt. Zu Beginn des Spiels legt jede Gruppe fest, welche Herstellungstechnologie sie nutzen möchten. Es stehen mehrere Verfahren mit unterschiedlichen Merkmalen, wie zum Beispiel Menge der hergestellten Törtchen, Fixkosten etc. zu Verfügung. Für die Auswahl gibt es eine zeitliche Begrenzung von sieben Minuten, die festgelegte Fertigungstechnik bleibt für alle Spielrunden bindend. In jeder dieser Spielrunden legt die Gruppe fest, wie viele Törtchen produziert werden sollen, und zu welchen Preisen diese anschließend verkauft werden. Sind zu viele Törtchen produziert worden, können diese nicht auf die nächste Runde übertragen werden, sie verfallen ohne einen Gewinnertrag. Der Logik zufolge verkauft der günstigste Anbieter bei entsprechendem Bedarf all seine produzierten Kuchen. Sollten diese nicht ausreichen, so wird der zweitgünstigste Anbieter angefragt. Sollte dies immer noch nicht reichen, kommt auch der drittgünstigste Anbieter zum Zuge und kann noch ein paar seiner Törtchen absetzen. Der Spielleiter gibt bekannt, wer wie viele Törtchen absetzen konnte. Anschließend wird von den Schülerinnen und Schülern in den Gruppen eine sogenannte Entscheidungskarte ausgefüllt, auf der sie ihren Erfolg verzeichnen und ihre Entscheidung reflektieren. Nach sieben absolvierten Spielrunden findet die Auswertung statt. Anhand dieser können die Lernenden nun Rückschlüsse über ihren Erfolg oder auch Misserfolg ziehen. Anhand ihrer Rückschlüsse überlegen Sie , ob und wenn, an welchen Stellen sie Veränderungen vornehmen können oder wollen. Ebenfalls bekommen die Schülerinnen und Schüler ein Gefühl dafür, wie sich der Markt bei Angebot und Nachfrage verhält. Ebenso erhalten sie einen begrenzten Einblick in das, was sich jeden Tag in den Firmen abspielt: die Befriedigung von Angebot und Nachfrage und dabei macht die Firma das Rennen, die zu dem günstigsten Preis verkaufen und am schnellsten liefern kann.11 Dieses simple und schnell zu spielende Planspiel ist entworfen worden für die Jahrgangsstufen acht und zehn im Fach Politik und Wirtschaft.12

3.) Ziele des Planspiels

Ein Planspiel stellt immer einen komplexen Kontext oder ein Problem nach, welches durch die Spieler des Planspiels gelöst beziehungsweise nachempfunden werden soll. Da hier Handlungen keine realen Folgen nach sich ziehen, können alle Handlungsoptionen von den Teilnehmern ausprobiert werden, auch diejenigen, die man normalerweise nicht als Lösung ansehen würde. Somit fördern Planspiele durch ihre Anwendung die Kreativität, Flexibilität und Toleranz. Ebenfalls können Optionen, auf ihre Wirksamkeit und die Bereitschaft der anderen Teilnehmer, diese Lösungsmöglichkeiten zu akzeptieren getestet werden. Ebenso wird es notwendig, neue Wege oder auch andere Lösungen zu finden, da die vorherigen nicht zum Ziel geführt haben oder von den anderen Parteien nicht akzeptiert wurden. Dies können zum Beispiel Kompromisse sein, um nur ein Beispiel zu nennen. Auch werden wichtige Fähigkeiten / Softskills trainiert. Um Kompromisse zu schließen oder neue Lösungen zur Anerkennung zu bringen, benötigt es die Fähigkeiten der Kommunikation, sozialen Interaktion, Verantwortungsbereitschaft, Teamfähigkeit, Flexibilität und Selbstständigkeit. Die Lernenden trainieren bei Absprachen all diese Schlüsselqualifikationen, welche sehr wichtig für die spätere Zukunft sind, denn Firmen fordern diese mittlerweile. Auch stärkt damit ein Planspiel den sozialen Zusammenhalt der Klasse, weil Lernende miteinander agieren müssen, die unter Umständen sonst nicht miteinander arbeiten würden. Ebenso trainiert es die Selbstständigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler, da sie vorbereitet sein müssen, wenn es zu einer Diskussion oder einem Gespräch mit der Gegenseite kommt. Die Spielteilnehmer müssen sich die für sie wichtigen Informationen besorgen, sie verarbeiten und anwenden. Dies mündet ein in eine Förderung der Verantwortungsbereitschaft, da die Schülerinnen und Schüler hier selbstständig arbeiten und der Lehrer die Funktion des Beobachters / Spielleiters wahrnimmt. Die Lernenden bereiten sich hier gewissenhaft vor, da sie sich nicht vor den anderen Mitschülern denunzieren möchten.13 Auch spielt hier die Flexibilität eine wichtige Rolle, welche zu einer erfolgreichen Problemlösung oder Absprache ebenfalls notwendig ist. Schnell werden die Lernenden merken, dass es schwer wird, eine Lösung oder einen Kompromiss zu finden und man von seinem Standpunkt ab und an auch abweichen oder Zugeständnisse machen muss.14

„Es war super, endlich mal Unterricht, der Spass macht und bei dem ich was gelernt habe.“15 So hört es sich an, wenn die Lehrkraft mit Schülerinnen und Schülern ein Planspiel spielt. Die Schülerinnen und Schüler nehmen an diesen sehr gerne teil und arbeiten auch sehr motiviert mit. So ist der Lerneffekt für die Schülerinnen und Schüler sehr hoch und Themen, die selbst als Planspiel noch komplex sind, werden von den Lernenden mit Motivation und Genauigkeit bearbeitet.16 Auch ist hier wichtig, dass das Lernen durch eine reale Aktion entsteht und nicht dadurch, dass die Teilnehmer etwas auswendig lernen oder Statements vortragen. Da auch Themen behandelt werden, welche die Lernenden direkt betreffen, ist auch eine gute Mitarbeit zu erwarten, was sich positiv auf den Verlauf und das Ergebnis des Planspiels auswirkt. Oft werden zum Beispiel Fakten genauer recherchiert und diese anschließend gut in die Argumentation eingebaut, ohne dass die Lehrkraft etwas unternehmen muss.17

Ein wichtiger Punkt in der Schule stellt immer auch die Bewertung von Leistungen dar. Auch auf das Planspiel können die Schülerinnen und Schüler eine Note bekommen. Bewertet wird hier die Leistung, welche während des Planspiels erbracht wurde. Hierzu zählen je nach Planspiel unterschiedliche Aspekte. Diese können zum Beispiel die Genauigkeit der recherchierten Informationen sein, deren Strukturiertheit oder auch die Interaktion mit den anderen Lernenden. Was zur Benotung zählt und was nicht, ist bei jedem Planspiel verschieden und muss somit am Anfang durch die Lehrkraft definiert und den Schülerinnen und Schülern transparent gemacht werden. Jedoch gibt es hier eine kleine Feinheit, welche die unterrichtende Lehrkraft beachten sollte. Wissen die Schülerinnen und Schüler, dass sie für ihre Planspielarbeit eine Note erhalten, dann verhalten Sie sich gegebenenfalls nicht mehr natürlich. Das heißt, es kommt womöglich zu einer Verzerrung des eigentlichen Ablaufs des Planspiels, weil die Lernenden bestimmte Meinungen zurückhalten, da sie Angst vor einer schlechten Bewertung haben. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich ein Planspiel der Notengebung entziehen muss. Man kann den Schülerinnen und Schülern auftragen, ein Lerntagebuch anzufertigen oder auch eine kurze schriftliche Ausarbeitung der wichtigsten Meilensteine und Ergebnisse des Planspiels anzufertigen.18 Diese Ausarbeitungen dienen dann zusätzlich der Ergebnissicherung und können durch die Lehrkraft objektiv bewertet werden. Auch können bei dieser Art des Leistungsnachweises klare Regeln aufgestellt werden, so das die Schülerinnen und Schüler ein Raster vor sich haben, nachdem sie vorgehen.

4.) Abschnitte des Planspiels

Das Planspiel gliedert sich in vier wesentliche Abschnitte. Diese folgen direkt aufeinander und ihr Übergang ist teilweise fließend. Auch enthält jedes Planspiel diese vier Abschnitte. Wie stark davon einzelne Abschnitte im Spiel vertreten sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, die später bei der Beleuchtung der einzelnen Phasen aufgegriffen werden. Als ersten Abschnitt gilt es, die Ausgangslage zu betrachten. Hier wird den Teilnehmern die zu spielende Situation vorgestellt und eventuelle Spielgruppen bilden sich heraus (abhängig je nach Planspiel). Zu beachten gilt es hier verschiedene Voraussetzungen, wie zum Beispiel die Zusammensetzung der Gruppe oder auch der Wahl des Spielortes. Nicht jede Gruppe eignet sich zum Beispiel für jedes Thema. Hier können gerade bei religiösen oder auch ethnischen Ausgangslagen Probleme entstehen. Teilnehmer mit einem zum Beispiel stark ausgeprägten religiösem Glauben könnten hier in einen eventuellen Konflikt mit der Ausgangslage kommen und so das Planspiel boykottieren, die Durchführung stören oder es sogar als Beleidigung auffassen. Auch können Örtlichkeiten einen Einfluss auf das Planspiel in dieser Phase haben. Manche Spielgruppen benötigen Abstand zu anderen Gruppen, damit Sie ihre Argumente nicht gleich preisgeben oder auch die Lärmbelastung niedrig gehalten werden kann, falls zum Beispiel alle Spielgruppen in einem Raum ihre Vorbereitungen vollziehen. Ein ebenfalls wichtiger Aspekt bei der Betrachtung der Ausgangslage ist im Vorfeld zu entscheiden, welche und wie viele Informationen an die Teilnehmer, beziehungsweise an die eventuell schon vorhandenen Spielgruppen ausgegeben werden. Dies muss bereits sehr früh entschieden werden, da sich aus diesem Kontext die Planung für die zweite Phase, die Vorbereitungsphase ergibt. Alle genannten Fakten aus der Ausgangslage müssen verbindlich festgelegt und niedergeschrieben werden.19

[...]


1 Bien 2011, Seite 1

2 Tiemann 1978 Seite 8

3 Vgl.: Meyer 2003, Seite 366

4 Vgl.: http://www.bpb.de/lernen/formate/planspiele/65586/planspiele-detailseite?planspiel_id=141, entnommen am 15.03.14

5 Vgl.: Meyer 2003, Seite 366 f.

6 Vgl.: Mattes 2012, Seite 59

7 Vgl.: Meyer 2003, Seite 366

8 Ebd., Seite 366

9 Vgl.: Tiemann 1978, Seite 12f.

10 Vgl.: Engartner 2010, Seite 145f.

11 Vgl.: http://www.arndt-sowi.de/lehre/ws0708/spiele/4_Planspiele.pdf - Zugriff am 20.03.2016

12 Vgl.: http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/wirtschaft/gym/fb1_2/06_sim/plan/uebersicht/ - Zugriff am 20.03.2016

13 Vgl.: http://methodenpool.uni-koeln.de/download/planspiel.pdf, Seite 6 – Zugriff am 21.03.2016

14 Vgl.: Ebd., Seite 6

15 Ebd. 2011, Seite 1

16 Vgl.: Goll; Manzel (Hrsg.) 2013, Seite 117

17 Vgl.: Meyer 2003, Seite 367

18 Vgl.: Goll; Manzel (Hrsg.) 2013, Seite 120

19 Vgl.: Meyer (Hrsg.) 1975, Seite 12

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Planspiele als Methode im Politikunterricht (Gymnasium). Das Oekowi-Planspiel in der Praxis
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Schulpädagogik, Elementarbildung und Didaktik der Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Digitale Medien - Potentiale und Gefahren für und aus Sicht der politischen Bildung
Note
2,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
20
Katalognummer
V322467
ISBN (eBook)
9783668225671
ISBN (Buch)
9783668225688
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
planspiele, methode, politikunterricht, gymnasium, oekowi-planspiel, praxis
Arbeit zitieren
Andreas Gottwald (Autor), 2016, Planspiele als Methode im Politikunterricht (Gymnasium). Das Oekowi-Planspiel in der Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322467

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