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"Zivilisation" bei Norbert Elias. Die Darstellung und kritische Betrachtung der Zivilisationstheorie

Título: "Zivilisation" bei Norbert Elias. Die Darstellung und kritische Betrachtung der Zivilisationstheorie

Trabajo , 2015 , 23 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor)

Filosofía - Filosofía del siglo XX
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Warum sind gewisse Handlungen erlaubt und andere verboten? Wie beeinflussen Geschichte und Kultur die Verhaltensweisen von Menschen? Dies sind nur zwei der Fragen, die Norbert Elias (1897–1990) versucht mit Hilfe seines Hauptwerkes „Über den Prozess der Zivilisation“ zu klären.

Mittels Elias Werk sollen die Bedeutungen des kulturellen Rahmens für menschliche Affektäußerungen geklärt werden. Außerdem thematisiert Elias das Verhältnis von Fremdzwang und Selbstzwang. Früher hat jemand anderes das Verhalten einzelner Menschen bestimmt (Fremdzwang). Diese Kontrolle (Fremdzwang) ging beispielsweise von dem Feudalherren über seine Vasallen, von dem Herr über die Sklaven und vom Patriarch über die Mitglieder seiner Familie aus. Heutzutage zwingen sich die Menschen selbst (Selbstzwang). Jeder Person des Okzidents wird von klein auf ein Automatismus angezüchtet, „als Selbstzwang, dessen er sich nicht erwehren kann, selbst wenn er es in seinem Bewußtsein will“ (PdZ II 328.). Viele Menschen fühlen sich durch den Selbstzwang eingeschlossen, da die Grenzen nicht naturgegeben sind. Dieses Homo Clausus-Gefühl thematisiert Elias in seinem Werk.

Bevor auf das Hauptwerk von Elias eingegangen werden kann, ist es notwendig, den Begriff der „Zivilisation“ näher zu beschreiben. Im darauffolgenden dritten Kapitel wird auf den Kern von Elias Theorie eingegangen. Es wird dabei die Soziogenese und Psychogenese des Okzidents thematisiert. Im vierten Kapitel geht es um verschiedene kritische Betrachtungen von Elias‘ Zivilisationstheorie. Am Ende dieser Arbeit folgt eine abschließende Betrachtung, welche die Ergebnisse resümiert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zivilisation - Eine Begriffsklärung

3. Der Theoriekern der Zivilisationstheorie von Norbert Elias

3.1 Die Psychogenese – die Entstehung des modernen Subjekts

3.2 Die Soziogenese der modernen Gesellschaft

4. Kritik an Norbert Elias Zivilisationstheorie

4.1 Gewaltausübungen als vernachlässigter Faktor innerhalb der Theorie

4.2 Scham als eine anthropologische Konstante

4.3 Unerklärliche Rückfälle in die „Barbarei“

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit setzt sich intensiv mit der Zivilisationstheorie von Norbert Elias auseinander, um den Prozess der menschlichen Wandlung und die damit verbundene Herausbildung von Selbstzwängen zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Elias' theoretisches Modell die gesellschaftliche Entwicklung des Abendlandes erklären kann und wo die Grenzen sowie kritische Anknüpfungspunkte seiner Theorie liegen.

  • Grundlagen und Definition des Begriffs Zivilisation
  • Die Wechselwirkung von Psychogenese und Soziogenese
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Rolle von Gewalt und Scham
  • Analyse des Nationalsozialismus im Kontext der Zivilisationstheorie
  • Bedeutung der Figuration und Interdependenz für das moderne Subjekt

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Psychogenese – die Entstehung des modernen Subjekts

Die Psychogenese beschreibt folglich die psychologische Entwicklung des Menschen. Im ersten Band von Elias Werk geht es um die Psychogenese des modernen Subjektes. Er geht dabei bspw. auf das Verhalten beim Essen, Schnäuzen, Spucken und Verhalten im Schlafraum ein. Elias teilt die Psychogenese in drei Stadien ein: die mittelalterliche „Courtoisie“, die höfische „Civilité“ und die neuzeitliche „Civilisation“ (vgl. PdZ I 228-230.). Er untersuchte die Herausbildung spezifischer Persönlichkeitsstrukturen, da sich der Umgang mit Gefühlen der Menschen bis in die Neuzeit verändert hat und beschreibt die Veränderung der Persönlichkeitsstrukturen im ersten Band. Das Verhalten der Menschen hat sich in vielen Bereichen geändert. Ein Beispiel für verändertes Verhalten ist am Tisch zu finden. So heißt es in Band eins: „Sei bei Tisch freundlich, höflich und nicht laut“ (PdZ I 208.). Im Mittelalter war an großen Tafeln genau das Gegenteil die Realität. Das Verhalten der Menschen war von spontanen Affekten und Trieben beherrscht. „Die Regeln der courtoisie, […] zielen auf die elementare Mäßigung leiblicher Affekte“ (Lilienthal 2001, 137.). Mit zunehmender Zeit veränderte sich das Verhalten zu einem höflichen Umgang miteinander. Die Regeln der „Civilité“ sind wesentlich umfangreicher. „[…] die Einhaltung der Regularien [werden] peinlich genau überwacht und in ein Prämiensystem sozialer Prestigetitel übersetzt“ (ebd. 138.). Dadurch verändern sich die Beziehungen von Mensch zu Mensch, und der Einzelne ist gezwungen sich selbst und sein Verhalten mehr zu beobachten und zu analysieren:

„Die verstärkte Neigung der Menschen, sich und andere zu beobachten, ist eines der Anzeichen dafür, wie nun die ganze Frage des Verhaltens einen anderen Charakter erhält. Die Menschen formen sich und andere mit größerer Bewußtheit als im Mittelalter“ (PdZ I 194.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellungen von Norbert Elias' Hauptwerk ein und thematisiert das Verhältnis von Fremdzwang zu Selbstzwang sowie die empirische Basis der Untersuchung.

2. Zivilisation - Eine Begriffsklärung: Dieses Kapitel klärt den theoretischen Begriff der Zivilisation als einen soziologischen Prozess der Verhaltensregulierung und Wertung.

3. Der Theoriekern der Zivilisationstheorie von Norbert Elias: Hier wird der Kern der Theorie beleuchtet, wobei insbesondere die Wechselwirkung von psychologischen und soziologischen Wandlungsprozessen erläutert wird.

3.1 Die Psychogenese – die Entstehung des modernen Subjekts: Dieser Abschnitt beschreibt die Entwicklung des modernen Subjekts anhand der Stadien von Courtoisie über Civilité bis zur modernen Zivilisation.

3.2 Die Soziogenese der modernen Gesellschaft: Hier wird die historische Differenzierung der Gesellschaft und die Entstehung des staatlichen Gewaltmonopols analysiert.

4. Kritik an Norbert Elias Zivilisationstheorie: Das Kapitel widmet sich verschiedenen Einwänden, wie der Vernachlässigung von Gewaltfaktoren und Diskussionen über die Universalität von Scham.

4.1 Gewaltausübungen als vernachlässigter Faktor innerhalb der Theorie: Dieser Unterpunkt kritisiert, dass der Einsatz von Gewalt zur Erziehung und Verhaltenssteuerung bei Elias zu wenig Beachtung findet.

4.2 Scham als eine anthropologische Konstante: Hier wird die Kontroverse mit Hans Peter Duerr dargestellt, der Scham als ein dem Menschen innewohnendes, konstantes Wesensmerkmal betrachtet.

4.3 Unerklärliche Rückfälle in die „Barbarei“: Dieser Abschnitt diskutiert anhand des Nationalsozialismus, ob hochgradig rationale Prozesse mit Phasen der Barbarei vereinbar sind.

5. Fazit: Das Fazit resümiert die Bedeutung der Theorie für die Sozialwissenschaften und betont die wechselseitige Abhängigkeit von Individuum und Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Norbert Elias, Zivilisationsprozess, Psychogenese, Soziogenese, Selbstzwang, Fremdzwang, Affektregulierung, Figuration, Höflichkeit, Gewaltmonopol, Schamgefühl, Sozialphilosophie, Prozesssoziologie, Interdependenz, Homo Clausus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Zivilisationstheorie von Norbert Elias, ihrer theoretischen Herleitung sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit ihren zentralen Thesen und möglichen Lücken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind der Wandel menschlichen Verhaltens, die Entstehung staatlicher Machtmonopole, die psychologische Entwicklung des Subjekts sowie die Rolle von Scham und Gewalt in gesellschaftlichen Prozessen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie Elias den Prozess der Zivilisation erklärt, wie sich Individuum und Gesellschaft dabei wechselseitig beeinflussen und ob seine Theorie Phasen wie den Nationalsozialismus adäquat einordnen kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Literaturrecherche, um Elias' zentrale Werke und die darauf bezogene wissenschaftliche Kritik zusammenzuführen und zu diskutieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der Theoriekern, die Begriffe Psychogenese und Soziogenese erläutert, gefolgt von einer kritischen Reflexion über die Rolle von Gewalt, die Anthropologie der Scham und die Analyse historischer Rückfälle in die Barbarei.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Zivilisationstheorie, Selbstzwang, Figuration, Interdependenz sowie der Prozesscharakter der menschlichen Entwicklung.

Wie bewertet die Arbeit die Kritik von Hans Peter Duerr?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Vorwürfe von Duerr, Scham sei eine anthropologische Konstante, die Zivilisationstheorie nicht grundsätzlich widerlegen, da Elias' Theorie ohnehin auf Lernprozessen und nicht auf einer plötzlichen Entstehung von Scham im Mittelalter basiert.

Warum ist die Analyse des Nationalsozialismus für Elias' Theorie relevant?

Sie ist relevant, da Kritiker darin einen Rückfall in die Barbarei sehen, während Elias argumentiert, dass der Holocaust hochgradig rationale, zivilisierte Planungsprozesse erforderte und somit kein bloßer Rückfall war.

Final del extracto de 23 páginas  - subir

Detalles

Título
"Zivilisation" bei Norbert Elias. Die Darstellung und kritische Betrachtung der Zivilisationstheorie
Universidad
University of Rostock
Calificación
2,0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
23
No. de catálogo
V322577
ISBN (Ebook)
9783668217546
ISBN (Libro)
9783668217553
Idioma
Alemán
Etiqueta
Zivilisation Zivilisationstheorie Norbert Elias
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2015, "Zivilisation" bei Norbert Elias. Die Darstellung und kritische Betrachtung der Zivilisationstheorie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322577
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