Der Autor stellte sich in der Arbeit die Frage "Wie Jugendliche und junge Erwachsene zu beruflicher Orientierung kommen?". Schwerpunktmäßig wurde sich hierbei mit jungen Erwachsenen befasst, die ein erstes Hochschulstudium abgebrochen haben und daher zunächst eine negative Erfahrung gemacht haben. Die Grundlage der eigenen Untersuchung bilden fünf geführte narrative Interviews.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Berufs- und Studienorientierung
2.1 Einflüsse in der Berufs- und Studienwahl
2.2 Aspekte der Berufs- und Studienorientierung
3. Übergänge im Lebenslauf und der Biographie
3.1 Bedingungen des Übergangs
3.2. Der Übergang von der Schule
4. Studienabbruch und Studienfachwechsel als kritischer Übergang
4.1 Häufigkeit des Studienabbruchs und Studienfachwechsels
4.2 Ursachen des Studienabbruchs und Studienfachwechsels
4.3 Studienabbruch in Medizin
5. Narratives Interview
5.1 Grundannahmen des narrativen Interviews
5.2 Erzähltheoretische Grundlagen
5.3 Biographietheoretische Grundlagen
5.4 Verlauf des narrativen Interviews
6. Forschungsprozess
6.1 Die erhobenen narrativen Interviews
6.2 Auswertung des narrativen Interviews
6.2.1 Transkription
6.2.2 Formale Textanalyse
6.2.3 Strukturelle inhaltliche Beschreibung
6.2.4 Analytische Abstraktion
6.2.5 Wissensanalyse
6.2.6 Anwendungsbedingungen der Narrationsanalyse nach Schütze
7. Das narrative Interview mit Charlotte
7.1 Das Vorgespräch mit Charlotte am 17.10.2014
7.2 Das narrative Interview mit Charlotte am 20.10.2014
7.3 Narrationsanalyse
7.3.1 Berufsbezogene Kurzbiographie
7.3.2 Berufliche Orientierungen in der Kindheit und der Jugendphase
7.3.3 Berufliche Orientierungen in der Oberstufe
7.3.4 Berufsentscheidung nach dem Abitur
7.3.5 Das Medizinstudium
7.3.6 Umorientierung nach dem Medizinstudium
7.3.7 Das Germanistikstudium
7.3.8 Zusammenfassung
8. Diskussion der Ergebnisse
9. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Prozess der beruflichen Orientierung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie diese Personengruppe zu einer beruflichen Orientierung gelangt, wobei ein besonderer Fokus auf den Faktoren liegt, die Erstentscheidungen bei Ausbildung oder Studium beeinflussen sowie auf den Ursachen für Abbrüche und Umorientierungen.
- Prozesse der Berufs- und Studienorientierung
- Biographische Übergänge im Lebenslauf
- Studienabbruch und Studienfachwechsel als kritische Lebensereignisse
- Die Methode des narrativen Interviews zur Erhebung biographischer Daten
- Fallanalyse einer Studienfachwechslerin (Medizin zu Germanistik)
Auszug aus dem Buch
3.1 Bedingungen des Übergangs
Der Bedeutungszuwachs der Übergangsforschung in Deutschland wie auch auf internationaler Ebene wird mit dem übergangsintensiven Bildungs- und Sozialsystem in Verbindung gebracht. Im Rahmen dessen werden Übergänge von institutioneller Seite angestoßen und besitzen aufgrund unterschiedlicher Lebenslagen der Individuen und deren biographischen Handlungsmöglichkeiten differente Strukturierungsweisen. Die unterschiedlichen Lebenslagen und institutionellen Begebenheiten erfordern daher ein Übergangsmanagement der Individuen, welches einerseits von diesem Gesichtspunkt konterkariert wird und andererseits von den Bewältigungsstrategien ihres subjektiven Empfindens abhängig ist, so Schröer (et. al., 2013, 11).
Unter Berücksichtigung von Welzer (1993) und Pohl (et. al., 2013, 15) nehmen Schröer (et. al., 2013, 11) an, dass Individuen in gewissen Fällen Übergänge selbstbestimmt anstoßen, wenn es darum gehe, etwas im eigenen Leben zu verändern. Im Falle ebensolcher Wendepunkte werden durch biographische Bildungsprozesse Lebensorientierungen neu justiert. Anhand dessen wird ersichtlich, dass Übergänge nicht auf bestimmte Altersgruppen beschränkt sind, sondern während des ganzen Lebens auftreten können. Je mehr sich in unserer heutigen Gesellschaft Lebensphasen differenzieren und unsicherer werden, desto mehr nehmen Übergänge einerseits zu und werden andererseits auch wichtiger für die Entwicklungsarbeit eines Individuums. Als überaus wichtiger Übergang kann die Phase des Erwachsenwerdens von jungen Frauen und Männern gesehen werden. Walther/Stauber (2007, 37) begründen, dass sich mit der Bildungsexpansion und der Arbeitsmarktflexibilisierung die Übergangszeiten verlängert haben und gleichzeitig unsicherer geworden sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der Berufs- und Studienwahl ein, stellt die Forschungsfrage und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2. Berufs- und Studienorientierung: Es werden theoretische Grundlagen zur Berufsfindung als langwieriger, biographischer Prozess und die Einflussfaktoren (Eltern, Schule, Medien) beleuchtet.
3. Übergänge im Lebenslauf und der Biographie: Hier wird die Bedeutung von Übergängen als Schnittstellen zwischen Individuum und Gesellschaft in einer sich wandelnden Arbeitswelt diskutiert.
4. Studienabbruch und Studienfachwechsel als kritischer Übergang: Dieses Kapitel widmet sich der statistischen Erfassung und den Ursachen für Abbrüche, mit einem Fokus auf dem Medizinstudium.
5. Narratives Interview: Es werden die methodischen Hintergründe, Grundannahmen und die Durchführung narrativer Interviews in der qualitativen Forschung dargestellt.
6. Forschungsprozess: Das Kapitel beschreibt die Auswahl der Interviewpartnerin sowie die spezifischen Auswertungsschritte der Narrationsanalyse nach Schütze.
7. Das narrative Interview mit Charlotte: Dies ist der empirische Hauptteil, der das Interview mit Charlotte analysiert und ihren berufsbiographischen Werdegang rekonstruiert.
8. Diskussion der Ergebnisse: Die gewonnenen Erkenntnisse werden hier mit den theoretischen Ausführungen der vorangegangenen Kapitel in Bezug gesetzt und diskutiert.
9. Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und bietet einen Ausblick auf die Bedeutung der beruflichen Orientierung als lebenslange Entwicklung.
Schlüsselwörter
Berufs- und Studienorientierung, Biographieforschung, Narratives Interview, Studienabbruch, Übergangsforschung, Lebenslauf, Studienfachwechsel, Berufsbiographie, Bildungsentscheidungen, Qualitative Sozialforschung, Erziehungswissenschaft, Sozialisation, Identitätsfindung, Arbeitsweltwandel, Karrierestrategien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Jugendliche und junge Erwachsene zu ihrer beruflichen Orientierung gelangen, unter besonderer Berücksichtigung der Erstentscheidungen für ein Studium oder eine Ausbildung sowie der Gründe für spätere Abbrüche oder Umorientierungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themenfelder sind die Berufs- und Studienwahl als lebenslanger Prozess, die Bedeutung biographischer Übergänge, die Rolle von Einflussfaktoren wie Eltern und Medien sowie die Problematik des Studienabbruchs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, durch eine Fallstudie zu verstehen, welche Motivlagen und Einflussbereiche hinter einer biographischen Umorientierung stecken, exemplarisch aufgezeigt am Wechsel von einem Medizinstudium zu einem geisteswissenschaftlichen Studiengang.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird die Methode des narrativen Interviews verwendet, welche mit der Narrationsanalyse nach Fritz Schütze ausgewertet wird, um die subjektiven Sinnzusammenhänge der Interviewpartnerin zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (Kapitel 2-4), der den Forschungsstand zu Übergängen und Studienabbrüchen darlegt, und einen empirischen Teil (Kapitel 7), der das Interview mit "Charlotte" analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Berufsbiographie", "Studienabbruch", "Narrationsanalyse", "Übergangsforschung" und "lebenslange Entwicklung" maßgeblich bestimmt.
Warum wurde ausgerechnet eine Studienwechslerin von Medizin zu Germanistik als Fall gewählt?
Charlotte wurde gewählt, da sie als sehr kommunikative Person eine tiefgehende Eingangserzählung lieferte und ihre biographischen Entscheidungen (Umorientierung nach langem Warteprozess und Medizinstudium) das Phänomen des "kritischen Übergangs" besonders plastisch und vielschichtig illustrieren.
Welche Rolle spielen die Eltern laut den Ergebnissen der Fallstudie?
Die Eltern fungieren als zentrale Instanz der Begleitung. Sie üben zwar keinen direkten Druck aus, wirken aber durch ihre Erziehungshaltung, ihre eigenen Bildungsbiographien und ihre beratende Funktion maßgeblich auf die Orientierungsprozesse der Tochter ein.
Wie bewertet die Autorin den Einfluss der Schule?
Die Autorin stellt fest, dass die Schule im Falle von Charlotte nur eine untergeordnete Rolle spielte, da schulische Angebote zur Berufsberatung (wie Pflichtpraktika oder Messen) oft als einschränkend oder wenig richtungsweisend wahrgenommen wurden.
- Quote paper
- Eric Mootz (Author), 2015, Berufsbezogene Orientierungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322609