Metaphern begleiten uns durch unser Leben. Die Konzepte, die Metaphern zugrunde liegen, strukturieren das, was wir wahrnehmen und wie wir uns auf unsere Umwelt beziehen. Die folgende Arbeit setzt sich mit diesen Konzepten nach Lakoff und Johnson (1998) und der Darstellung von Metaphern dieser beiden Autoren auseinander und nimmt danach eine Einteilung von Metaphern und deren Systematik vor, um das Verständnis für Metaphern zu schärfen. Dieses Verständnis bildet die Grundlage für das weitere Vorgehen, bei dem geklärt werden soll, ob es sich bei Metaphern um einen Umbau von Symbolfeldern handelt. Dafür wird zunächst der Begriff des “Symbolfelds” näher erläutert, um dann am Beispiel zweier Nomen zu zeigen, was den Umbau eines solchen Symbolfelds kennzeichnet. Dies ermöglicht das Aufstellen von Kriterien, die erfüllt sein müssen, um vom Umbau eines Symbolfelds sprechen zu können. In einem letzten Schritt werden diese Kriterien auf Metaphern angewendet. Als Ergebnis zeigt sich, dass Metaphern Symbolfelder nicht umbauen, sondern sie lediglich erweitern können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist eine Metapher?
2. 1 Konzepte nach denen wir leben sind metaphorisch strukturiert
2. 2 Systematik metaphorischer Konzepte
2. 3 Metapher beleuchtet einen Aspekt, verbirgt andere
3 Klassifizierung von Metaphern
3.1 Orientierungsmetaphern
3.2 Eigenschaften metaphorischer Konzepte
3.3 Empirische Grundlagen von Metaphern
3.4 Kulturelle Kohärenz
3.5 Ontologische Metaphern
3.5.1 Metaphern der Entität
3.5.2 Gefäßmetaphern
4 Personifikation
5 Metonymie
6 Kohärenz und Konsistenz von Metapher
7 Das Symbolfeld der Sprache
8 Umbau von Symbolfeldern
9 Umbau von Symbolfeldern in Bezug auf Metaphern
10 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, auf Basis der Theorie metaphorischer Konzeptualisierung nach Lakoff und Johnson zu untersuchen, ob Metaphern einen "Umbau von Symbolfeldern" bewirken können. Die Forschungsfrage hinterfragt, ob Metaphern grundlegende Bedeutungsfelder von Begriffen tatsächlich transformieren oder diese lediglich in spezifischen Kontexten erweitern und veranschaulichen.
- Theoretische Fundierung metaphorischer Konzepte (Lakoff & Johnson).
- Klassifizierung und Systematik verschiedener Metapherntypen (Orientierungs-, ontologische Metaphern).
- Analytische Abgrenzung von Metapher und Metonymie.
- Untersuchung des "Symbolfeldbegriffs" nach Karl Bühler.
- Empirische Fallbeispiele zur Untersuchung von Bedeutungs- und Symbolfeldwandel.
Auszug aus dem Buch
Umbau von Symbolfeldern in Bezug auf Metaphern
Symbolfeldausdrücke können in unterschiedlichen sprachlichen Kombinationen auftreten wie z.B. in verschiedensten freien Formulierungen, in Phraseologismen oder auch in Metaphern. Letztere bestehen größtenteils aus Nennwörtern, die in einem synsemantischen Umfeld angeordnet sind. Diese Nennwörter haben nach wie vor ihr eigenes Aktivierungspotential. Es stellt sich allerdings die Frage, ob dieses durch die Einbindung in eine Metapher verändert und da- mit auch das Symbolfeld beeinflusst wird. Dies wird im Folgenden anhand eines Beispiels untersucht.
Bei diesem Beispiel geht es um das Konzept der “Argumentation”. Zunächst muss das zugehörige Symbolfeld bestimmt werden. Die Argumentation ist eine Form der Unterhaltung, in der man versucht etwas zu begründen bzw. einen Beweis zu führen.
“Der Übergang in die Argumentation ist primär dadurch gekennzeichnet, dass sich das Gefühl einstellt, in einem Kampf involviert zu sein. Man realisiert, dass man eine bestimmte Meinung vertritt, die einem wichtig ist, und dass die andere Person diese Meinung nicht akzeptiert. Mindestens einer der Teilnehmer möchte, dass der andere seine Meinung aufgibt. Dadurch entsteht eine Situation, in der es etwas zu gewinnen oder zu verlieren gibt.” (Lakoff/Johnson 1998, 95)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, ob metaphorische Konzeptualisierung einen Umbau von Symbolfeldern erfordert.
2 Was ist eine Metapher?: Einführung in die Theorie der metaphorischen Strukturierung unseres Denkens und Handelns nach Lakoff und Johnson.
3 Klassifizierung von Metaphern: Detaillierte Unterteilung in Orientierungs-, ontologische Metaphern und Personifikation.
4 Personifikation: Analyse von Metaphern, die Objekten menschliche Eigenschaften zuschreiben, als Erweiterung ontologischer Metaphern.
5 Metonymie: Abgrenzung der Metonymie von der Metapher als Referenzmittel zwischen Entitäten.
6 Kohärenz und Konsistenz von Metapher: Untersuchung des Zusammenspiels verschiedener Metaphern innerhalb metaphorischer Systeme.
7 Das Symbolfeld der Sprache: Theoretische Klärung des Begriffs Symbolfeld nach Karl Bühler und dessen Bedeutung für die semantische Analyse.
8 Umbau von Symbolfeldern: Erarbeitung von Kriterien für einen historischen Symbolfeldumbau anhand der Beispiele "Beschwerde" und "Druck".
9 Umbau von Symbolfeldern in Bezug auf Metaphern: Anwendung der Kriterien auf metaphorische Kontexte, insbesondere das Konzept "Argumentation".
10 Fazit: Zusammenfassende Schlussfolgerung, dass Metaphern Symbolfelder nicht umbauen, sondern lediglich um Aspekte erweitern.
Schlüsselwörter
Metapher, Symbolfeld, Lakoff, Johnson, Konzeptualisierung, Argumentation, Bedeutungswandel, Umbau, Orientierungsmetapher, Ontologische Metapher, Metonymie, Kognitive Linguistik, Sprachphilosophie, Bühler.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen metaphorischer Sprachverwendung und dem Begriff des "Symbolfeldes", um festzustellen, ob Metaphern die zugrundeliegende Struktur solcher Felder dauerhaft verändern können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die kognitive Metapherntheorie nach Lakoff & Johnson sowie die sprachwissenschaftliche Theorie der Symbolfelder nach Karl Bühler.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage ist, ob die Einbindung von Begriffen in metaphorische Konzepte einen "Umbau von Symbolfeldern" darstellt oder ob dieser Vorgang lediglich als semantische Erweiterung zu verstehen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine exemplifizierende Untersuchung von Sprachbeispielen, um Kriterien für den Umbau von Symbolfeldern zu entwickeln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert verschiedene Metapherntypen, den Begriff des Symbolfeldes, und prüft anhand von Fallbeispielen (wie "Beschwerde" oder "Argumentation"), ob ein Umbau der Symbolfelder stattfindet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Metapher, Symbolfeld, kognitive Konzeptualisierung und semantischer Bedeutungswandel charakterisiert.
Warum reicht die Untersuchung von "Beschwerde" und "Druck" als Grundlage aus?
Diese Begriffe dienen als Beispiele für Begriffe, die im Laufe der Zeit einen echten, historischen Symbolfeldumbau erfahren haben, um die nötigen Kriterien für die spätere Anwendung auf Metaphern zu etablieren.
Welches Ergebnis wird für das Konzept "Argumentation" erzielt?
Es zeigt sich, dass Metaphern wie "Argumentation ist Krieg" das Verständnis zwar bildhaft erweitern und bestimmte Aspekte hervorheben, den ursprünglichen Begriff der Argumentation aber nicht in seinem Kernsymbolfeld umbauen.
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- Vesna Petruseva (Author), 2003, Metaphern - Umbau von Symbolfeldern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32278