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Der Wandel der Familie. Ist die Familie ein Auslaufmodell?

Título: Der Wandel der Familie. Ist die Familie ein Auslaufmodell?

Trabajo Escrito , 2014 , 20 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Janine Henkes (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
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In den folgenden Ausführungen soll hauptsächlich vom aktuellen Forschungsstand über den Wandel der Familie ausgegangen werden. Folgen sollen einige wichtige Theorien, welche anhand von Auszügen aus der historischen Familienforschung vor dem Hintergrund der Geschichte der Familie ab dem 14. Jahrhundert diskutiert werden. Auch sollen die herkömmlichen Familienstrukturen in der bürgerlichen Kleinfamilie kurz betrachtet und somit auf den Ursprung unseres heutigen Bildes von Familie hingedeutet werden. Abschließend gilt es, einige wichtige Aspekte des Familienwandels und empirische Forschungsergebnisse vorzustellen.

Während unter Soziologen Einigkeit darüber zu bestehen scheint, dass sich familiale Lebensformen und die Bedeutung der Familie verändern, wird das Ausmaß und die gesellschaftliche Bedeutung dieses Wandels sehr unterschiedlich eingeschätzt. Teilweise wird sogar recht heftig um die Frage gestritten, wie tiefgreifend und langfristig der Wandel ist. Manche gehen davon aus, dass sich gegenwärtig eine strukturelle Veränderung der traditionellen Familie vollzieht, vor allem des patriarchalen Geschlechterverhältnisses und des Generationenverhältnisses. Andere beschreiben die Veränderungen nur als graduell, weil sie nur innerhalb einzelner gesellschaftlicher Schichten stattfinden. Das heißt, die beobachtbaren Veränderungen veranlassen nicht nur zu empirischen Untersuchungen, sondern auch zu Bewertungen des beobachteten Geschehens und zu Prognosen bezüglich der Zukunft.

Eine vergleichende Lektüre familiensoziologischer Arbeiten kommt nicht umhin zu bemerken, dass ein und dasselbe gesellschaftliche Phänomen von auf völlig unterschiedliche Art und Weise interpretiert wird. Klar ist jedoch, dass die Familie als zentrale Institution der Gesellschaft gilt und dass das, was in, mit und um die Familie herum geschieht, als von immenser Bedeutung für die weitere gesellschaftliche Entwicklung eingeschätzt wird. Dies hat zur Folge, dass die wissenschaftliche Debatte nicht nur für sich genommen gesellschaftspolitisch aufgeladen ist, sondern überhaupt stark beeinflußt ist von den politischen und medialen Diskussionen über den Zustand der Familie.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

2.1 Definition Familie

2.2 Die Individualisierungsthese

2.3 Die Pluralisierungsthese

3. Historische Familienforschung

3.1 Mythos "Großfamilie"

3.2 Die Behauptung "Mütter hatten früher mehr Zeit für ihre Kinder"

3.3 Die These von der Liebesheirat und größerer Mutterliebe

3.4 Die These von der Familie als Ort größerer Intimität und Privatsphäre

4. Das Modell der traditionellen bürgerlichen Kleinfamilie

5. Einzelne Aspekte des Familienwandels

5.1 Wandel des Verhältnisses von Ehe und Familie

5.2 Scheidung

5.3 Neue familiale Lebensformen

5.3.1 Nichteheliche Lebensgemeinschaften

5.3.2 Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften

5.3.3 Alleinerziehende Frauen und Männer

5.4 Vereinbarkeit von Familie udn Beruf

5.5 Wandel des Generationsverhältnisses zwischen Eltern und Kindern

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den soziologischen Wandel familialer Lebensformen in den letzten fünf Jahrzehnten und analysiert, ob die Familie als gesellschaftliche Institution vor einem Auslaufmodell steht oder sich in einem strukturellen Transformationsprozess befindet.

  • Historische Einordnung und Relativierung des Mythos der traditionellen Großfamilie.
  • Analyse der Individualisierungs- und Pluralisierungsthese im Kontext von Familienbildungsverhalten.
  • Untersuchung neuer Familienkonstellationen wie nichteheliche und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften.
  • Betrachtung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie des sich wandelnden Rollenverständnisses von Mann und Frau.

Auszug aus dem Buch

3.1 Mythos "Großfamilie"

Das idyllische Bild von der „Großfamilie“ erweist sich aufgrund vieler verschiedener Untersuchungen vielmehr als eine Erfindung der Geschichtswissenschaft und der Soziologie Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts. Heinrich Riel (1823-1897) entwarf damals als Gegenbild zur modernen Arbeiterfamilie das Ideal einer vorindustriellen bäuerlichen Großfamilie. In ihr hätten nicht nur mehrere Generationen sondern auch Herrschaft und Gesinde zusammengewohnt.

Vorherrschend war alledings schon in der Frühen Neuzeit die Kernfamilie, also Vater, Mutter und (meist viele) Kinder. Zudem trifft der Begriff der „Familie“ für die damalige Lebensform nicht wirklich zu. Vor Ende des 18. Jahrhunderts kann eher von „Haus“ bzw. „Haushalt“ die Rede gewesen sein, das bedeutet eine Kernfamilie, zu der auch Mägde, Knechte, Dienstboten, Verwandte, UntermieterInnen gehörten. Es wurde zusammen gearbeitet, gegessen und geschlafen, meist sogar in denselben Räumen.

In Anlehnung an die von dem britischen Historiker Peter Laslett entwickelte Terminologie spricht die historische Familienforschung von erweiterten – z.B. Kernfamilie plus weitere ledige Mitglieder - oder multiplen - z.B. Kernfamilie plus Großeltern und verheirateten Geschwistern - Haushalten. Der Zusammenhang zwischen der Größe der Haushalte und dem Kindereichtum vorindustrieller Kernfamilien wurde letztlich auch aufgelöst. Fakt ist nämlich inzwischen, dass die damalige hohe Kindersterblichkeit die Familiengröße drastisch senkte. Als Folge dieser hohen Kindesterblichkeit lag in England der Mittelwert der Haushaltsgröße vom 16. bis ins 18. Jahrhundert ziemlich konstant bei 4,75 Personen. Im Deutschen Reich lag der Wert im Jahr 1900 noch bei 4,49. Auch Dreigenerationshaushalte waren damals nicht dominant, sondern stellten meist eine kurze Phase im Lebenszyklus besonders bäuerlicher Familien bzw. Haushalte dar.

Die in der frühen Familiensoziologie oft undifferenziert als “vorindustrielle Großfamilien” bezeichneten multiplen Haushalte können also keineswegs als “die” typische Haushaltsform in Europa bezeicnet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die familiensoziologische Forschung zum Wandel der Familie ein und thematisiert die Debatte, ob die Familie ein Auslaufmodell darstellt oder sich lediglich in einem Transformationsprozess befindet.

2. Forschungsstand: Das Kapitel bietet Definitionen von Familie, erörtert die Individualisierungsthese nach Ulrich Beck sowie die Pluralisierungsthese als Anpassung an eine komplexe Gesellschaft.

3. Historische Familienforschung: Hier werden gängige Mythen über die vorindustrielle Großfamilie, die Zeitverfügbarkeit von Müttern und das Ideal der Liebesheirat anhand historischer Forschungsergebnisse kritisch hinterfragt.

4. Das Modell der traditionellen bürgerlichen Kleinfamilie: Dieser Abschnitt charakterisiert die zentralen Strukturelemente der bürgerlichen Kleinfamilie, insbesondere die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und die Privatisierung des Familienlebens.

5. Einzelne Aspekte des Familienwandels: Dieses umfangreiche Kapitel beleuchtet den Wandel des Verhältnisses von Ehe und Familie, neue Lebensformen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie den Wandel im Generationsverhältnis.

6. Resümee: Die Zusammenfassung resümiert, dass sich die Familie von einer gesellschaftlichen Konvention hin zu einer emotional bestimmten, individuell ausgehandelten Lebensform entwickelt, die neue Anforderungen an das Individuum stellt.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen für die Analyse.

Schlüsselwörter

Familie, Familienwandel, Individualisierung, Pluralisierung, Kleinfamilie, Ehe, Geschlechterverhältnis, Lebensgemeinschaft, Alleinerziehende, Generationenverhältnis, Sozialisation, Paarbeziehung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Normalfamilie, Familienforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen und gegenwärtigen Wandel der Familie in der Gesellschaft und untersucht, wie sich die Definition und Struktur des Familienlebens über die Jahrzehnte verändert haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die theoretischen Debatten zur Individualisierung und Pluralisierung sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung von Haushaltsformen und dem traditionellen Kleinfamilienmodell.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Wandel der Familie als gesellschaftliche Institution einzuordnen und zu klären, ob die Auflösung traditioneller Strukturen als Krisensymptom oder als Ausdruck einer Neudefinition von Intimbeziehungen zu werten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse familiensoziologischer Studien und historischer Forschungen, die empirische Daten mit soziologischen Theorien verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine historische Einordnung, die Charakterisierung der traditionellen bürgerlichen Kleinfamilie sowie eine detaillierte Betrachtung aktueller Trends wie Scheidung, neue Lebensformen und das sich verändernde Rollenbild von Männern und Frauen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Familienwandel, Individualisierung, Pluralisierung, bürgerliche Kleinfamilie, Rollenverständnis und emotionale Qualität familialer Beziehungen.

Inwiefern hat sich die Wahrnehmung der Alleinerziehenden historisch gewandelt?

Wurden Alleinerziehende in den 1950er Jahren noch als "unvollständige Familien" stigmatisiert, betrachtet die moderne Forschung sie heute als eigenständige Lebensform, auch wenn die ökonomische und soziale Bewältigung weiterhin eine Herausforderung bleibt.

Warum wird die Familie heute verstärkt über emotionale Qualität definiert?

Da die traditionellen konventionellen Zwänge abgenommen haben, suchen Individuen heute primär nach einem Ort der Geborgenheit und Authentizität, was die Bedeutung der Familie auf ihre emotionalen Aspekte konzentriert.

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Detalles

Título
Der Wandel der Familie. Ist die Familie ein Auslaufmodell?
Universidad
Protestant University of Applied Sciences Berlin
Calificación
1,0
Autor
Janine Henkes (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
20
No. de catálogo
V322899
ISBN (Ebook)
9783668220706
ISBN (Libro)
9783668220713
Idioma
Alemán
Etiqueta
Familie Wandel Soziologie Familienwandel
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Janine Henkes (Autor), 2014, Der Wandel der Familie. Ist die Familie ein Auslaufmodell?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322899
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