Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit es Italo Calvino in seinem Roman „Il sentiero dei nidi di ragno“ gelingt, objektiv und losgelöst von seiner eigenen Erfahrung über den Partisanenkrieg und die Resistenza-Bewegung in Italien gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zu berichten. Eine elementare Rolle nimmt hierbei die Wahl seines Perspektivträgers und dessen unbefangener und unmittelbarer kindlicher Blick auf die Welt zur Zeit des Kriegsendes ein.
Im Rahmen dieser Fragestellung müssen im ersten Kapitel die relevanten Hintergründe der politischen Situation im Jahre 1943 erläutert werden. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die politischen Widerstandskämpfer, die Partisanen, zu denen auch Italo Calvino selbst gehörte, und ihre Ziele gerichtet.
Im zweiten Kapitel soll dann auf die literarische Strömung der Nachkriegszeit, den Neorealismus, eingegangen werden, aus dieser zahlreiche Romane über Partisanenerfahrungen entstanden sind. Um einen Unterschied zwischen den üblichen subjektiven Partisanenerzählungen und einem neuen Schreibstil, einer neuen Form des Erzählberichtes herzustellen, eignet sich der Roman Italo Calvinos „Il sentiero dei nidi di ragno“ besonders. Dieser schildert eine Episode aus dem Leben eines Partisanenjungen, der den politischen Kampf eben aus der Sicht des Kindes Pin unter einem völlig anderen Blickwinkel erscheinen lässt. Die besondere Problematik, die sich dem Autor bei der Wahl eines Perspektivträgers stellte, wird im vierten Kapitel erläutert und unter Berücksichtigung seiner eigenen Beweggründe weitergeführt. Auch auf die besondere Funktion und die Mehrschichtigkeit der Kinderperspektive wird eingegangen und sie wird durch einige Textbeispiele belegt.
Desweiteren wird im Fazit unter Betrachtung der gesammelten Aspekte darauf eingegangen, inwieweit das Werk noch zu der Kategorie eines typischen neorealistischen Partisanen-Romans gehört.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Geschichte der Resistenza: kurzer Überblick über den bewaffneten Widerstand
- Der Neorealismus: die Rückkehr zum Menschen
- Die Kinderperspektive als narrative Technik im Roman
- Calvinos Suche nach einem Perspektivträger
- Funktionen der Kinderperspektive
- Die Mehrschichtigkeit Pins
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert Italo Calvinos Roman „Il sentiero dei nidi di ragno“ und untersucht, wie er objektiv und unabhängig von seiner eigenen Erfahrung den Partisanenkrieg und die Resistenza-Bewegung in Italien gegen Ende des Zweiten Weltkriegs schildert. Der Fokus liegt dabei auf der Wahl des Perspektivträgers und dessen kindlichem Blick auf die Welt während dieser Zeit.
- Der politische Kontext der Resistenza in Italien gegen Ende des Zweiten Weltkriegs
- Die Bedeutung des Neorealismus als literarische Strömung in der Nachkriegszeit
- Die Rolle der Kinderperspektive als narrative Technik in Calvinos Roman
- Die Analyse der Mehrschichtigkeit und Funktion der Kinderperspektive
- Die Einordnung des Romans in den Kontext des neorealistischen Partisanen-Romans
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik des Romans und die Forschungsfrage ein. Sie erläutert die Relevanz der Kinderperspektive als narrative Technik und die politischen Hintergründe des Partisanenkampfs in Italien.
Das zweite Kapitel widmet sich der Resistenza und zeichnet einen kurzen Überblick über den bewaffneten Widerstand gegen das faschistische Regime und die deutsche Besetzung in Italien. Es beleuchtet die Entstehung und Entwicklung der Bewegung, die verschiedenen Gruppen und ihre Ziele.
Das dritte Kapitel behandelt den Neorealismus als literarische Strömung der Nachkriegszeit und beleuchtet seine Bedeutung für die Darstellung von Partisanenerfahrungen.
Das vierte Kapitel analysiert die Kinderperspektive als narrative Technik im Roman. Es untersucht die Wahl des Perspektivträgers, seine Funktion und die Mehrschichtigkeit der Kinderperspektive.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Italo Calvino, „Il sentiero dei nidi di ragno“, Resistenza, Partisanenkrieg, Neorealismus, Kinderperspektive, Perspektivträger, Narrative Technik, politische Situation, Italien, Zweiter Weltkrieg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Italo Calvinos Roman „Il sentiero dei nidi di ragno“?
Der Roman schildert den italienischen Partisanenkrieg gegen Ende des Zweiten Weltkriegs aus der unbefangenen Perspektive des Jungen Pin.
Warum wählte Calvino eine Kinderperspektive für dieses Thema?
Die Kinderperspektive ermöglichte es Calvino, objektiv und losgelöst von seinen eigenen Erfahrungen als Partisan über den politischen Kampf zu berichten, ohne in subjektives Pathos zu verfallen.
Was war die Resistenza-Bewegung?
Die Resistenza war der bewaffnete Widerstand der Partisanen in Italien gegen das faschistische Regime und die deutsche Besetzung im Jahr 1943.
Gehört der Roman zur literarischen Strömung des Neorealismus?
Ja, das Werk entstand im Kontext des Neorealismus, unterscheidet sich aber durch seinen besonderen Erzählstil und die narrative Technik der Kinderperspektive von typischen Partisanenromanen.
Welche Funktion hat die Figur des Pin im Roman?
Pin dient als Perspektivträger, dessen unmittelbarer Blick die Welt des Krieges und die Handlungen der Erwachsenen in einem völlig neuen, oft entlarvenden Licht erscheinen lässt.
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- Anonym (Author), 2012, Italo Calvinos „Il sentiero dei nidi di ragno“. Der Blick auf die Welt des politischen Kampfes aus der Kinderperspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322961