Vorschulkindern und das Medium Fernsehen. Welchen Einfluss haben Werbespots auf Kinder?


Seminararbeit, 2011

15 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Einleitung

Hauptteil

2. Hauptteil
2. 1. Vom Umgang von Vorschulkindern mit dem Meidum Fernsehen
2. 1. 1. Mediennutzung
2. 1. 2. Kindliche Erwartungen an das Medium Fernsehen
2. 1. 3. Fernsehen als Sozialisationsinstanz
2. 1. 4. Wirkung, Einflüsse und Folgen
2. 2. – unter besonderer Berücksichtigung von Werbespots
2. 2. 1. Wie stellt sich Werbung dar, um aufgenommen zu werden
2. 2. 2. Ziele der Werbung
2. 2. 3. Die Wirkung von Werbung im kindlichen Erleben
2. 2. 4. Gesetzliche Regelungen zum Schutz der Kinder

Schluss

3. Schluss

Literaturverzeichnis

4. 1. Literatur
4. 2. Abbildungsverzeichnis
4. 3. Linkliste

1. Einleitung

Obwohl die Nutzung des Mediums Internet weiter zunimmt, konnte im Jahr 2010 das Fernsehen in Österreich seine Führung als Leitmedium weiter ausbauen. Im Schnitt sehen Österreicher allen Alters gemessen ab 3 Jahren am Tag 152 Minuten fern, was etwa 2 ½ Stunden entspricht.

Die Altersgruppe der Vorschulkinder (3-6 Jahre), um die es in dieser Seminararbeit geht, ist nicht gesondert angegeben, insgesamt aber sehen Kinder zwischen 3 und 11 Jahren im Schnitt pro Tag in Österreich 66 Minuten fern, also etwas mehr als eine Stunde.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung TV Nutzungszeiten 2010 nach Altersgruppen

Dass Fernsehen einen Einfluss auf Kinder hat, ist unumstritten. Inwieweit dieser geht, was sich die Kleinen vom Fernsehen wünschen und was sie daran so fasziniert, welchen Einflüssen sie dabei ausgesetzt sind und insbesondere welchen Einfluss Werbung dabei auf sie hat, soll im Folgenden erläutert werden. Dazu ist der Hauptteil in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil geht es um Fernsehen von Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren generell, im zweiten Teil geht es im Speziellen um Werbung, die sich an die Zielgruppe Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren richtet.

2. Hauptteil

2.1. Vom Umgang von Vorschulkindern mit dem Medium Fernsehen

Praktisch ab der Geburt kommen Kinder mit Medien in Berührung, indem in ihrem persönlichen Umfeld von Ihren Eltern oder anderen Bezugspersonen Medien genutzt werden. Papa liest sonntags die Zeitung, in der Küche läuft das Radio während Mama kocht, tagsüber werden am Computer E-mails gelesen oder Informationen via Internet abgerufen. Am Abend wird der Fernsehapparat angeschaltet. Da ist es wohl nicht verwunderlich, wenn Vorschulkinder bereits mit Computermaus und Fernbedienung vertraut sind, bevor sie lesen und schreiben können.

Jedes Medium beeinflusst auf seine Art nicht nur einzelne Individuen sondern auch soziale Gruppen bzw. ganze Generationen. Nicht umsonst sprechen wir heute von „Digital Natives“, einer Generation, der der Umgang mit I-Phone, I-Pad, Notebooks und Ähnlichem praktisch in die Wiege gelegt wird. Aber auch innerhalb einer Generation ist Medienkindheit nicht gleich Medienkindheit. Ob und in welcher Art, auch in welchem Umfang, Medien einem Kind zur Verfügung stehen, ist abhängig von der finanziellen Lage der Eltern. Das monatliche Einkommen ist mit Faktor für/gegen die Entscheidung, einem Kind ein eigenes Medium zur Verfügung zu stellen. Eine ZDF Studie aus dem Jahr 1995 hat ergeben, dass damals schon „16 Prozent der Kinder ein eigenes TV-Gerät nutzen können“[1] (vgl. Dieter Wiedemann 1997, S 35)

Seit 12. Juli 1995 steht deutschen Kindern ein eigener Kanal für ihre Bedürfnisse zur Verfügung - Nickelodeon! Schon kurz darauf, 1997 kam die Antwort auf diesen privaten Sender, nämlich der Kinderkanal von ARD und ZDF. Über digitalen Empfang gibt es noch weitere Kinderkanäle und wiederum andere warten nur noch auf ihren Startschuss (vgl. Stötzel 1997, S 291-292)

2. 1. 1. Mediennutzung

Wie in der Einleitung gezeigt, nutzen also Kinder ab 3 Jahren das Medium Fernsehen im österreichischen Durchschnitt eine gute Stunde pro Tag, genauer 66 Minuten. Dabei sehen Kinder „anders“ fern als ihre Eltern oder Bezugspersonen. Kinder sehen nicht nur Sendungen, die speziell für sie produziert wurden. Sie sehen gerne Shows und Soap Operas, die ihnen das Leben der Erwachsenen näher bringen. Folglich müssen Sendungen, die für Kinder produziert werden und auch von ihnen gerne konsumiert werden sollen, sehr auf ihre Bedürfnisse eingehen.

Grundsätzlich will eine Sendung, die für Kinder gemacht ist nichts erheblich anderes als eine Sendung, die auf den Bedarf von Erwachsenen ausgelegt ist: unterhalten. Der große Unterschied sind die Empfänger auf der anderen Seite des Bildschirms. Kinder sind Lebensanfänger und bezogen auf das Medium Fernsehen somit auch Fernsehanfänger. Sie zeigen viel weniger Distanz, ihre Neugierde ist größer und sie beurteilen strenger, besonders bei Fragen der Verhaltenslogik.

Eine Produktion für Kinder sollte bewusst keine Tatsachen abbilden, also nicht der Realität entsprechen, sondern soll die Wirklichkeit anders verarbeiten und neu aufbereiten. Ziel ist eine Sendung, die populär ist, die aber gleichzeitig geistigen Wert hat vor einem pädagogischen Hintergrund und trotzdem nicht belehrend ist. Viel verlangt? Patentrezepte dazu gibt es nicht, aber es gibt einige Kriterien, die Sendungen erfüllen können, um mit relativer Wahrscheinlichkeit dem Geschmack eines Kindes zu entsprechen.

So sind nach wie vor Sendungen, in denen ein Geschichtenerzähler durch das Programm führt, besonders beliebt. Sei es nun die Moderation von beispielsweise Kikaninchen von 6.50 Uhr bis 10.25 Uhr auf dem Kinderkanal - auf dem zwischen den einzelnen Sendungen Christian und das Kikaninchen zu sehen sind, die den nächsten Programmpunkt ankündigen, dazwischen aber immer wieder kurze Geschichten erzählen - oder eine erzählende Figur innerhalb einer speziellen Sendung wie z.B. bei Simsala Grimm. Darin führen zwei Figuren nämlich der lebenslustige Schelm YoYo, der „Held der 1000 Abendeuter seit eigentlich schon immer“, wie er sich nennt und der Wissenschaftler, Arzt, Philosoph und Bücherwurm Doc Croc genannt „Crocky“ durch die Sendung in dem sie life in den Märchen der Gebrüder Grimm mitwirken, sie aber parallel dazu auch kommentieren. (vgl. www.zeichentrickserien.de)

Ein weiteres Kriterium für eine gelungene Kindersendung für die jüngsten Zuseher ist, sie beim Zuschauen mit der Menge der Informationen nicht zu überfordern. Sie möchten sich gerne auf den Inhalt konzentrieren, allerdings gelingt das nur, wenn die enthaltenen Informationen überschaubar sind. Das ist wohl mit Grund, warum Kindern im Vorschulalter kürzere Sendungen lieber sind als lange Spielfilme. Einheiten bis 22 Minuten werden gerne angeboten, aber auch kürzere Spots. Altersgerechte Serien für die 3 bis 6 jährigen sind dabei Caillou, Lauras Stern, Dora the Explorer, die kleinen Einsteins etc. Eltern und ggfs schon Großeltern vertrauen generell eher den Sendungen, die sie selbst als Kind gesehen haben, hier wären Pumuckl, Biene Maya und Pinocchio gute Beispiele für Sendungen, die in der Dauer und der Überschaubarkeit der Information geeignet sind. (vgl. http://superrtl.de und www.nickjr.de)

Kinder merken noch viel besser als Erwachsene, ob sie ehrlich behandelt werden im Sinne von authentisch. Ob sie jemand mag, ob sich jemand gerne mit ihnen beschäftigt, ob sie ernst genommen werden, für all das haben kleine Kinder ein angeborenes Feingespür. Genau so haben sie es sofort heraußen, ob Personen, die in Kindersendungen vorkommen, glaubwürdig sind. Mit ein paar coolen Ausdrücken ist noch nicht viel gewonnen, der Nachwuchsmoderator vor heute muss ein Typ sein, er muss das sein, was er vor der Kamera darstellt, nicht nur so tun als ob. Daher müssen Mitwirkende jeden Alterns in Kindersendungen besonders gut gecastet werden.

Kinder – Buben genau so wie Mädchen - möchten sich mit den Helden ihrer Sendungen identifizieren, was natürlich über Phantasie und Gefühle erzielt wird. Geschichten, die Emotionen fördern, lachen, weinen, sogar Angst haben, sich freuen mit dem Helden, all das fördert die Identifikation, nicht nur mit der dargestellten Figur an sich sondern auch mit deren Problemen und Bewältigung von Problemen.

Last but not least liegt in der Gewissheit die Basis für Vertrauen jeder Kinderseele, in Wirklichkeit, somit auch beim Medium Fernsehen. Daher ist es ein absolutes Muss, dass Sendezeiten und Programme strikt eingehalten werden. Darf die 4jährige Rebecca jeden Tag um 7.30 Uhr vor dem Kindergarten die Sendung Caillou ansehen, so muss sie sich darauf verlassen können, dass diese auch gespielt wird. Sollte das nicht der Fall sein, kann für diesen Tag eine Kinderwelt zusammenstürzen. (vgl. Schäfer 1997, S 93-95)

Kinderprogramme, die sich gewissen Qualitätsansprüchen stellen wollen, erfüllen dieser Kriterien und versprechen so in der Regel zu einer geeigneten und beliebten Kindersendung zu werden. Ein kindergerechtes Programm ist allerdings nicht nur vom Inhalt abhängig. Möchte ein Programm für sich in Anspruch nehmen, qualitativ hochwertig zu sein, muss es auch zu kindergerechten Zeiten ausgestrahlt werden. Die beliebtesten Fernsehzeiten sind von Montag bis Freitag zwischen ca 15.00 und 20.00 Uhr, am Wochenende auch am frühen Vormittag. Dabei versucht das Kinderfernsehen sich dem Tagesablauf der Kinder anzupassen, parallel dazu aber auch auf die Altersstufen Rücksicht zu nehmen.

Gerade die ganz Kleinen müssen sicher gehen können, dass sie zur selben Uhrzeit jeden Tag ihre Helden am gewohnten Sendeplatz wieder finden. Diese Kontinuität ist fundamental für Kleinkinder!

2.1.2. Kindliche Erwartungen an das Medium Fernsehen

Wenn sich Kinder vor den Fernsehapparat setzen oder darum bitten, eine Sendung ansehen zu dürfen, kann das aus verschiedenen Motiven passieren, die sehr breit gefächert sind. Zum einen kann das Kind an einem speziellen Programm aus persönlichen Gründen besonderes Interesse haben. Der ganz gegensätzliche Fall kann genau so auftreten: dass ihm schlicht und einfach langweilig ist. Es erwartet sich Spaß, Information, Wissen, Überraschung, Spannung etc. Was muss ein Kinderprogramm erfüllen, damit es von Kindern angenommen wird?

Bei den jüngsten Zuschauern stehen nach wie vor Animationsfilme ganz oben auf der Liste. Das nicht-reale befriedigt das Bedürfnis nach Phantasie, Phantasie zu entwickeln, weiterzuspinnen und auch als Basis für Spiele im Kindergarten zu nutzen.

Eine zweites Merkmal müssen Filme erfüllen, damit sie bei kleinen Kindern hoch im Kurs stehen: der Erzählrhythmus darf nicht monoton oder kontinuierlich sein, sondern soll durchaus mal beschleunigt oder verlangsamt werden, ein Spannungsbogen muss im Erzählen aufgebaut werden.

Die Art des Erzählen selbst oder eigentlich die Erzählstrategie führt zum nächsten Punkt: kurze Sätze mit bis zu 5 Worten sind ideal für die Sprachästhetik der Kleinen.

Einen nicht zu unterschätzenden Einfluss hat die Musik in den Kinderprogrammen. Von der Klassik bis zu Popmusik - vertonte Elemente bilden einen nicht unerheblichen Anteil an den Sendungen. Teils als Basis oder Inhalt des Programms wie bei den Kleinen Einsteins, als Aufhänger der Produktion wie z. B. der „Mini-Playback-Show“ oder als Bestandteil wie eine Kennmelodie am Anfang und Schluss. Unter den Musikrichtungen punktet besonders der Rap, eine Art Sprechgesang, der auch in der Werbung erfolgreich eingesetzt wird.

[...]


[1] Wiedemann, Dieter, (1997) Kinder an die Fernbedienung! – Plädoyer für ein neues Verständnis von Kinderfilm und Kinderfernsehen, S 35 Von Gottberg, Joachim, Mikos, Lothar, Wiedemann, Dieter (Hrsg.) Kinder an die Fernbedienung – Konzepte und Kontroversen zum Kinderfilm und Kinderfernsehen VISTAS Verlag GmbH. Berlin

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Vorschulkindern und das Medium Fernsehen. Welchen Einfluss haben Werbespots auf Kinder?
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Bildungswissenschaft)
Veranstaltung
Seminar
Note
2
Autor
Jahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V323000
ISBN (eBook)
9783668221420
ISBN (Buch)
9783668221437
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Werbung, Fernsehen, Kinder, Werbespot, Zielgruppe
Arbeit zitieren
Simone Kostka (Autor), 2011, Vorschulkindern und das Medium Fernsehen. Welchen Einfluss haben Werbespots auf Kinder?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323000

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