Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung im Kindesalter. Möglichkeiten der Unterstützung im Schulalltag


Hausarbeit, 2015

24 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Biologische Grundlagen
2.1 Neuroanatomie
2.1.1 Das Gehirn

3 Das Gehörorgan
3.1 N. cochlearis, Hörbahn

4 Schall und Höreindrücke

5 Auditive Wahrnehmung
5.1 Auditive Lokalisation
5.1.1 Binaurale Positionsreize
5.1.2 Monoaurale Positionsreize
5.2 Identifikation von Schallquellen

6 Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung
6.1 Modellvorstellungen
6.2 Definitionen
6.3 Ätiologie und Prävalenz
6.4 Leitsymptome
6.4.1 Teilfunktionen der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung aus phonetisch- pädaudiologischer Sicht
6.4.2 Teilfunktionen der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung aus logopädischer Sicht.
6.5 Diagnose
6.6 Therapie

7 Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung in der Schule

8 Fazit

9 Quellenverzeichnis

10 Abbildungsverzeichnis

11 Eidesstattliche Versicherung

1 Einleitung

In der folgenden Arbeit möchte ich mich mit der auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung im Kindesalter beschäftigen. Hierfür will ich zuerst kurz die biologischen Grundlagen darstellen und im Anschluss auf die zentral- auditive Verarbeitung eingehen. Danach werde ich die auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung näher darstellen. Hierbei möchte ich besonders die Modellvorstellungen der auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung, Definition, Ätiologie, Diagnostik und verschiedene Therapieformen beschreiben. Dabei werde ich über die Diagnose und Therapie nur einen kurzen Überblick geben, weil dies für mich als Sonderpädagogin weniger relevant ist. Am Schluss werden Möglichkeiten zur Unterstützung für Kinder mit einer auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung im Schulalltag aufgezeigt.

2 Biologische Grundlagen

2.1 Neuroanatomie

Durch das Nervensystem steht der Organismus mit seiner Umwelt (animalisches Nervensystem) und mit seinen Eingeweiden (vegetatives Nervensystem) in Kontakt. Das animalische Nervensystem ist verantwortlich für die bewusste Wahrnehmung, die willkürliche Bewegung und für die schnelle Informationsverarbeitung. Das vegetative Nervensystem sorgt für die Aufrechterhaltung des inneren Milieus und der Regulation der Organfunktionen in Abhängigkeit der wandelnden Umweltbedingungen. Anatomisch lässt sich das Nervensystem in das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) und das periphere Nervensystem (alle animalischen und vegetativen Nerven und die Ganglien) unterscheiden. (vgl. Faller, Schünke 2008, S. 608f.)

2.1.1 Das Gehirn

Das Gehirn lässt sich unterteilen in

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Über den Hirnstamm ist das Gehirn mit dem Rückenmark verbunden. Außerdem kontrolliert er Puls, Husten, Niesen, Schlucken. In der Brücke liegt das Regulationszentrum für die Atmung. Das Kleinhirn ist für Gleichgewicht, Muskeltonus und die Koordination willkürlicher Muskelaktivität verantwortlich. Das Zwischenhirn enthält Schaltstellen zwischen dem Großhirn und dem Hirnstamm, wie den Thalamus und den Hypothalamus. (vgl. Menche 2003, S. 164-169) Der Thalamus ist die zentrale Schaltstelle für sensible Nervenbahnen (Berührung, Druck, Schmerz, Temperatur, Sehen und Hören). (vgl. Faller, Schünke 2008, S. 623)

Hierbei wirkt der Thalamus wie ein Filter, der nur wichtige Informationen weiterleitet. Der Hypothalamus kontrolliert Aktivitäten des autonomen Nervensystems und der Hypophyse. Er ist unter anderem an der Kontrolle von Kreislauffunktionen, Körpertemperatur beteiligt. Außerdem wird angenommen, dass er auch bei der Entstehung von Gefühlen wie Wut oder Aggressionen beteiligt ist. Emotionale Reaktionen entstehen im limbischen System mit Beteiligung der Großhirnrinde, des Thalamus und des Hypothalamus. (vgl. Menche 2003, S.164)

Das Großhirn kontrolliert automatisierte Muskelbewegungen. Es ist die Zentrale für die Verarbeitung, Zusammenführung und Interpretation von komplexen sensorischen Informationen, für das Gedächtnis, Persönlichkeit, Kreativität und Intelligenz. Es macht uns zu Menschen. (vgl. ebd. S.160)

Das Rückenmark leitet über efferente Bahnen Nervenimpulse vom Gehirn in die Peripherie und über afferente Nervenbahnen Impulse vom Körper zum Gehirn. Zum Teil verarbeitet es reflexartig Informationen ohne Beteiligung des Gehirns. Diese Reflexe sind schnelle, automatisierte immer gleich ablaufende Reaktionen. (vgl. ebd. S. 169f.)

3 Das Gehörorgan

Das Ohr lässt sich unterteilen in Außen-, Mittel-, und Innenohr. Zum äußeren Ohr gehören die Ohrmuschel, der wie ein Trichter für Schallwellen dient, und der äußere Gehörgang, der die Verbindung zwischen Ohrmuschel und dem Trommelfell herstellt. Das Trommelfell ist die Grenze zwischen äußerem Gehörgang und der Paukenhöhle. Traditionell wird es zum Mittelohr gezählt, obwohl es embryologisch gesehen auch aus dem Material des äußeren Ohrs besteht. (vgl. Schindelmeiser 2014, S. 222-226

Das Mittelohr besteht aus der Paukenhöhle, in der sich die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss, Steigbügel) befinden und einer Verbindung zum Rachenraum, der Ohrtrompete (Eustachische Röhre).

Die Gehörknöchelchen sind für die Übertragung der Schallwellen vom Trommelfell auf das Innenohr sehr wichtig. Der Hammer ist mit dem Trommelfell verwachsen, damit die Schwingungen des Trommelfells direkt auf die Gehörknöchelchen übertragen werden können. Hammer und Amboss sind mit Bändern an der Paukenhöhle verbunden. Die zwei Muskeln im Mittelohr (M. tensor tympani und M. stapedius) sorgen dafür, dass die Gehörknöchelchen sich in optimaler Spannung befinden, um die Schallwellen bestmöglich zu übertragen und sie vor zu hohem Schalldruck zu schützen. (vgl. ebd. S. 232 f.)

Das Innenohr ist im knöchernen Labyrinth, ein Hohlraumsystem, das vollständig mit Perilymhe gefüllt ist und sich in 2 Abschnitte unterteilen lässt. Im Schneckenlabyrinth befindet sich das Hörorgan und im Vorhoflabyrinth, mit den Bogengängen, das Gleichgewichtsorgan. (vgl. ebd. S.235)

Im knöchernen Labyrinth „ […]ist das heutige Labyrinth eingelagert, das ebenfalls mit einer Flüssigkeit (Endolymphe) gefüllt ist.“ (Faller, Schünke 2008, S. 734)

In der knöchernen Schnecke (Cochlea) lassen sich drei voneinander getrennte Räume unterscheiden:

- den mittleren Schneckengang (Ductus cochlearis)
- die oberhalb liegende Vorhoftreppe (Scala vestibuli)
- die unterhalb liegende Paukentreppe (Scala tympani)

Scala tympani und Scala vestibuli gehen an der Schneckenspitze ineinander über und enden am ovalen, bzw. am runden Fenster. Diese beiden Räume sind mit Perilymphe gefüllt. Der Ductus cochlearis ist mit Endolymphe gefüllt und grenzt an die Scala vestibuli mit der Reissner- Membran und an die Scala tympani mit der Basilarmembran an. In der Basilarmembran befindet sich das eigentliche Hörorgan, das Corti- Organ mit etwa 15.000 innere und äußere Hörsinneszellen. (vgl. ebd. S. 734 f. indirektes Zitat)

Die Haarzellen sind die Rezeptoren für das Hören. Sie enthalten hochempfindliche Sinneshärchen, die Stereozilien Das wichtigste Ereignis bei der auditiven Verarbeitung ist die Auslenkung der Sinneshärchen, denn hierbei läuft der Transduktionsprozess ab, durch den die vom Schall bedingten Vibrationen in elektrische Signale umgewandelt werden. Die Auslenkung der Sinneshärchen der inneren Haarzellen generiert das elektrische Signal, das dann an die Nervenfasern im Hörnerv übermittelt wird. (vgl. Goldstein 2008, S. 269f.)

Die Steigbügelplatte überträgt den Schall auf die Perilymphe, dabei entsteht eine Wellenbewegung von der Schneckenbasis zur Schneckenspitze. Bedingt durch die Frequenz der Schallwellen gerät die Basilarmembran in Schwingungen, wobei die Stereozilien der Haarzellen ausgelenkt werden. Bei hohen Frequenzen wird nur die Schneckenbasis in Schwingungen versetzt, bei tiefen Frequenzen wird zuerst die Schneckenspitze in Resonanzschwingungen versetzt. So kann die Schnecke Schallwellen unterschiedlicher Wellenlänge unterscheiden, dies nennt man auch mechanische Frequenzanalyse in der Schnecke. (vgl. Schindelmeiser 2014, S. 240)

3.1 N. cochlearis, Hörbahn

Die Erregung der inneren Haarzellen wird auf die dendritischen Endigungen des 1. Neurons der Hörbahn übertragen. Ihre Perikarya bilden das Ganglion spirale cochleae, das sich in der Schnecke befindet. Die darin enthaltene Axone bilden die Pars cochlearis des N. vestibucochlearis (8. Hirnnerv). Zusammen mit dem Pars vestibularis zieht der 8. Hirnnerv durch den inneren Gehörgang und erreicht das Gehirn. Im Rautehirn und den dort befindlichen Cochleariskerne findet die Umschaltung auf das 2. Neuron der Hörbahn statt. Hier erfolgt die Aufteilung der Hörbahn. Ein Teil kreuzt zur Gegenseite und ein Teil verbleibt noch auf derselben Seite. Diese Aufteilung dient zum Richtungshören. Das 3. Neuron liegt an der Vierhügelplatte des Mittelhirns. Nun kreuzen auch die verbleibenden Fasern zur Gegenseite. Im Mittelohr treffen Informationen von beiden Innenohren ein. Durch den Unterschied der Laufzeit und der Intensität des Signals von beiden Innenohren ist das Richtungshören möglich.

Das 4. Neuron liegt am Kniehöcker, einem Teil des Thalamus. Nach einer nächsten Umschaltung beginnt die Hörstrahlung (Radiatio acustica), die am Gyrus temporalis superior und an den Heschl- Querwindungen endet. Die Hörzentren der beiden Hirnhälften erhalten auch Informationen von beiden Ohren. Minimale Unterschiede der Signale werden registriert und analysiert, sodass die Entfernung und Lokalisation von Schallquellen ausgemacht werden kann. Im Cortex nehmen die Nervenzellen zwar auch einzelne Töne wahr, vor allem registrieren sie aber Klangmuster, von z.B. Sprache oder Musik. Sie werden analysiert und verarbeitet, indem sie mit gespeicherten Mustern aus dem Gedächtnis abgeglichen werden. (vgl. Schindelmeiser 2014, S. 241 f.)

4 Schall und Höreindrücke

Wir Menschen können Töne, Geräusche, Musik, Sprache, Klänge, Laute und Lärm wahrnehmen. (vgl. Günther 2008, S. 51) All dies sind Schallereignisse, die durch Schwingen einer Schallquelle ausgelöst werden. (vgl. Spreckelmeyer, Münte, In: Gauggel, Herrmann 2007, S. 375) Dies sorgt für Druckänderungen in der Luft, was als Schall bezeichnet wird. (vgl. Goldstein 2008, S. 259)

Das wechseln der verschiedenen Bereiche mit hohem und niedrigem Druck in der Luft „das sich mit 340 Metern pro Sekunde durch [die] Luft […] bewegt, bezeichnet man als Schallwelle“. (Goldstein 2008, S. 259)

Einfache Schwingungen bezeichnet man als einen Sinuston. Man kann diesen nach zwei Eigenschaften charakterisieren: Amplitude und Frequenz. Die Stärke der Druckänderung wird durch die Amplitude charakterisiert. Hierbei wird der Druckunterschied zwischen den Maxima und Minima der Schallwelle gemessen. Die größeren Amplituden werden lauter wahrgenommen. Der Druckunterschied wird in Dezibel (dB) gemessen. vgl. Goldstein 2008, S. 260)

Die Frequenz eines Tones wird in Herz (Hz) angegeben. Sie entspricht einer Schwingung pro Sekunde. Die Tonhöhe hängt mit der Frequenz zusammen. Hohe Frequenzen werden als hohe Töne wahrgenommen, niedrige Frequenzen als niedrige Töne. (vgl. Goldstein 2008, S. 262)

Das menschliche Gehör kann Frequenzen zwischen 20- 20000 Hz wahrnehmen. Diese Bandbreite nennt man auch Hörbereich. Die höchste Empfindlichkeit haben wir in dem Bereich zwischen 2000 und 4000 Hz, was genau dem Bereich für die Sprachwahrnehmung entspricht. (vgl. Goldstein 2008, S. 262 f.)

Die Lautheit der reinen Töne hängt nicht nur vom Schalldruck ab, sondern auch von dessen Frequenz. (vgl. Goldstein 2008, S. 263) Die Schmerzgrenze beim Menschen liegt bei 130dB. (vgl. Günther 2008, S. 52)

Töne: Reine Töne sind einfache Schwingungen mit einer einzigen Frequenz. Allerdings kommen reine Töne in der Natur eigentlich nicht vor. (vgl. Goldstein 2008, S. 264)

Klänge: Sie bestehen aus einigen Teiltönen mit verschiedenen Frequenzen und Amplituden. Der empfundene Klang wird vom Grundton bestimmt. (vgl. Günther 2008, S. 54) Vokale werden durch Klänge gebildet. (vgl. Günther 2008, S. 56)

Geräusche: Reine Töne und Klänge sind periodische Schallereignisse, d.h. die Muster der Druckänderungen wiederholen sich zyklisch. Geräusche sind Schallereignisse, deren Schallwellen sich nicht wiederholen. (vgl. Goldstein 2008, S. 266)

Die Konsonanten werden durch Geräusche gebildet, z.B. die stimmlosen Laute /f/, /s/,/ʃ/.
Eine Kombination von Klängen und Geräuschen entsteht bei der Produktion von stimmhaften Konsonanten, wie z.B. /b/, /z/, /v/. (vgl. Günther 2008, S. 54ff.)

5 Auditive Wahrnehmung

5.1 Auditive Lokalisation

Die Fähigkeit Dinge im Raum aufgrund ihrer verursachten Schallwellen zu lokalisieren, nennt man auditive Lokalisation, d.h. man nimmt einen auditiven Raum wahr. Menschen können über verschiedene Positionen hinweg, den Schall bestimmen, nämlich von links nach rechts (Azimut), von oben nach unten (Elevation) und die Entfernung, die den Abstand einer Schallquelle zum Hörer angibt. (vgl. Goldstein 2008, S. 291 f.)

Um den Ort von Objekten zu bestimmen, werden im auditorischen System Berechnungen auf Grundlage von Positionsreizen durchgeführt. Man unterscheidet zwei Arten von Positionsreizen: Binaurale Positionsreize, die Schallsignale vergleichen, die beide Ohren erreichen, monoaurale Positionsreize, die auch beim Hören mit einem Ohr wirksam werden. (vgl. Goldstein 2008, S. 293)

5.1.1 Binaurale Positionsreize

Hier sind insbeondere die interaurale Zeitdifferenz und der interaurale Pegelunterschied von Bedeutung.

Interaurale Zeitdifferenz: Schall breitet sich gleichmäßig in alle Richtungen aus. Geht eine Schallwelle von einem Punkt aus, der von beiden Ohren gleich weit entfernt ist (äquidisant), erreichen sie beide Ohren zum selben Zeitpunkt mit gleicher Intensität. Für Schallereignisse, die von allen übrigen Orten ausgehen, gilt dagegen, dass diese mit unterschiedlicher Intensität und zu unterschiedlichen Zeitpunkten an beiden Ohren eintreffen. Diese Differenzen fallen umso ausgeprägter aus, je weiter seitlich sich die Schallquelle vom Empfänger befindet, d.h. je stärker sich die Entfernung zu beiden Ohren unterscheidet. […]

Interauraler Pegelunterschied: Der interaurale Pegelunterschied kommt durch den sogenannten Schallschatten zustande. Wenn sich auf dem direkten Weg des Schalls von seiner Quelle bis zum Ohr ein Hindernis befindet (hier: der Kopf), liegt die der Schallquelle abgewandten Seite sozusagen im Schallschatten; sie weist einen verminderten Schalldruckpegel auf. Der interaurale Pegelunterschied tritt lediglich bei höherfrequentem Schall (>1000Hz) auf.“ (Wendt 2014, S. 262)

5.1.2 Monoaurale Positionsreize

Die Schallwellen werden an den Ohrmuscheln und im äußeren Gehörgang reflektiert. Dadurch ändert sich das Frequenzspektrum des Schalls in Abhängigkeit vom Einfallswinkel. (vgl. Wendt 2014, S. 263) „Der Unterschied zwischen dem von der Schallquelle ausgesandten Schall und dem Schall, der tatsächlich in den Gehörgang gelangt, ergibt die sogenannte kopfbezogene Übertragungsfunktion, da Kopf und Ohrmuscheln die Intensität mancher Frequenzen abschwächen und andere erhöhen.“ (Goldstein 2008, S. 295) Diese kopfbezogene Übertragungsfunktion nennt man auch spektraler Hinweisreiz. Alle drei genannten Hinweisreize werden verwendet um Schallquellen zu lokalisieren. (vgl. Goldstein 2008, S. 295f.)

5.2 Identifikation von Schallquellen

Wenn wir mehrere Schallquellen wahrnehmen, dann werden die unterschiedlichen Laute in der Cochlea vermischt. Diese vielen unterschiedlichen Schallquellen müssen nun in einem Prozess in einzelne Wahrnehmungen aufgeteilt werden. Man nennt diesen Vorgang „Analyse der auditiven Szenerie“. Die Lokalisation der einzelnen Schallquellen kann diesen Prozess unterstützen, wichtiger für die Analyse der auditiven Szenerie sind aber die Prinzipien der auditiven Gruppierung: (vgl. Goldstein 2008, S. 301f.)

Herkunftsort: Schallwellen, die vom gleichen Ort, oder von einer allmählich veränderten Position stammen, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit von der gleichen Schallquelle.

Ähnlichkeit in Klangfarbe und Tonhöhe: Tonhöhen werden als unterschiedlich wahrgenommen und Töne mit der etwa gleichen Tonhöhe werden meist als zusammengehörig aufgefasst. So können wir zum Beispiel eine raue von einer melodischen Stimme abgrenzen. Diese Fähigkeit nennt man auch auditive Sequenzgliederung- „die Aufgliederung der akustischen Stimuli, die in das Ohr gelangen, in unterschiedliche Wahrnehmungsströmungen“. (Goldstein 2008, S.303)

Zeitliche Nähe: Wenn Schallereignisse in schneller Abfolge auftreten, stammen sie meist von derselben Quelle. Wenn sie zu verschiedenen Zeiten beginnen oder enden, stammen sie meist von unterschiedlichen Schallquellen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung im Kindesalter. Möglichkeiten der Unterstützung im Schulalltag
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
1,5
Autor
Jahr
2015
Seiten
24
Katalognummer
V323048
ISBN (eBook)
9783668221864
ISBN (Buch)
9783668221871
Dateigröße
1332 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Auditive Störung, auditive Verarbeitung, Schulalltag, Sonderpädagogik
Arbeit zitieren
Friederike Boerkircher (Autor), 2015, Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung im Kindesalter. Möglichkeiten der Unterstützung im Schulalltag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323048

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