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Gibt es einen Zusammenhang zwischen Armut und Ernährung? Wie sich Hartz IV auf die Ernährungsgewohnheiten auswirken kann

Title: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Armut und Ernährung? Wie sich Hartz IV auf die Ernährungsgewohnheiten auswirken kann

Term Paper , 2015 , 30 Pages

Autor:in: Katharina Erdmann (Author)

Health - Nutritional Science
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Der UN-Sozialpakt, den auch Deutschland 1968 unterschrieben hat, enthält Rechtspflichten für die Vertragsstaaten, die jedoch nicht in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Artikel 11, Absatz 1 soll einen ausreichenden und menschenwürdigen Lebensstandard sicherstellen und Absatz 2 zielt auf den Schutz vor Hunger ab. Eine hinlängliche Ausstattung mit Nahrungsmitteln und Bekleidung, ferner eine adäquate Wohnsituation bestimmen den Lebensstandard.

Diesen Inhalten entspricht in Deutschland der Paragraph 27a des Zwölften Buch, Sozialgesetzbuch. „Der für die Gewährleistung des Existenzminimums notwendige Lebensunterhalt umfasst insbesondere Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, Haushaltsenergie ohne die auf Heizung und Erzeugung von Warmwasser entfallenden Anteile, persönliche Bedürfnisse des täglichen Lebens sowie Unterkunft und Heizung. […]“( Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz, Sozialgesetzbuch (SGB) Zwölftes Buch (XII) - Sozialhilfe, 2003)

Zielstellung dieser Ausarbeitung ist es herauszustellen, ob die Höhe der Sozialhilfe, allgemein als Hartz IV bezeichnet, ausreichend ist, einen „menschenwürdigen Lebensstandard“ sicherzustellen. Inwieweit mit dieser ökonomische Grundlage eine bedarfsgerechte und ausreichende Ernährung möglich ist und wie diese das Ernährungsverhalten beeinflusst.

Laut Barlösius wurde in Befragungen von Sozialhilfeempfängern Essen als derjenige Bereich genannt, in dem sich zuerst und einschneidend eingeschränkt wird. Schon im 19. Jahrhundert wurde das Existenzminimum definiert als das Einkommen, das eine ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln gewährleistet und somit der Armut entgegenwirkt. Zunächst werde ich mich in der Hausarbeit mit der Definition und den Formen der Armut auseinandersetzen. und was Armut überhaupt ist. Weiterhin möchte ich beschreiben, wie Nahrung und deren qualitative und quantitative Verfügbarkeit in die kulturellen und sozialen Dimensionen des Lebens hineinspielt und zur Beschreibung von prekären Lebenslagen genutzt werden kann und welche Auswirkungen sich auf die Gesundheit der Menschen feststellen lassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Armutsdefinition und Formen der Armut

3. Ernährung als Aspekt in Armutsstudien

4. Definition Ernährungsarmut

5. Gesellschaftliche Erwartungen an arme Bevölkerungsteile

6. Ist die Höhe der Sozialleistungen ausreichend für eine ausgewogene, gesunde Ernährung?

7. Ernährungsalltag in armen Haushalten

8. Gesundheitliche Auswirkungen der Armutssituation

9. Fazit.

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die staatlichen Sozialleistungen in Deutschland ausreichen, um ein soziokulturelles Existenzminimum in Form einer bedarfsgerechten und gesunden Ernährung zu gewährleisten, und analysiert, wie sich finanzielle Armut auf das Ernährungsverhalten und die gesundheitliche Situation der Betroffenen auswirkt.

  • Analyse von Armutsdefinitionen und ihrer Relevanz für Ernährung
  • Unterscheidung zwischen materieller und sozialer Ernährungsarmut
  • Kritische Beleuchtung der Höhe staatlicher Sozialleistungen
  • Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf das Einkaufs- und Ernährungsverhalten
  • Zusammenhang zwischen Armut, Lebensstil und gesundheitlichen Risiken

Auszug aus dem Buch

7. Ernährungsalltag in armen Haushalten

Die theoretischen Berechnungen, ob eine ausgewogene Ernährung im Rahmen der Sozialleistungen möglich ist, berücksichtigen nur marginal die Lebensumstände und Probleme denen sich Menschen in Armutslagen stellen müssen. Die Höhe des Regelsatzes stellt den finanziellen Handlungsspielraum dar. Die Ausgaben für Lebensmittel konkurrieren mit den Ausgaben für Freizeit, Gesundheit, Kultur, Bildung, Kleidung und andere Güter und Dienstleistungen. In einkommensschwachen Haushalten nimmt die Ernährung nur einen sekundären Stellenwert ein. Unmittelbare Probleme, wie Arbeitsplatzsuche, Konfliktlösung innerhalb der Familie, finanzielle Probleme und deren Auswirkungen stehen alltäglich im Vordergrund und müssen bewältigt werden.

Die Unterschiede zwischen den sozialen Klassen hinsichtlich des Ernährungsverhaltens und der Präferenzen hat schon Bourdieu verdeutlicht. Die untere Klassenlage muss aus der Notwendigkeit heraus auf „nährende wie sparsame Nahrung“ zugreifen. Er nennt dies auch den „Notwendigkeitsgeschmack“, um die physische Arbeitskraft zu erhalten. Dem gegenüber steht der „ Luxusgeschmack“ der durch Wahlfreiheit beim Konsum, aufgrund der größeren Kapitalausstattung, gekennzeichnet ist. Ausgaben für kalorienarme und fettarme Nahrungsmittel steigen mit zunehmenden Einkommen versus in den unteren Klassen überwiegend kalorienreiche und fettreiche Lebensmittel verzehrt werden, wie Nudeln, Kartoffeln, fettes Fleisch und auch mehr Alkohol.

Aus der Nationalen Verzehrstudie II und anderen Studien geht hervor, dass es Zusammenhänge zwischen Schichtzugehörigkeit und der Verzehrshäufigkeit von bestimmten Nahrungsmittelgruppen gibt. In Haushalten, die von Transferleistungen leben, steht der ernährungsphysiologische Wert der Lebensmittel nicht im Vordergrund. Für die Auswahl sind Preis, Sättigungsgrad und Geschmack entscheidend. So werden in diesen Haushalten weniger Obst und Gemüse, Frischfleisch, fettarme Fleisch – und Wurstwaren und Michprodukte verzehrt als in finanziell besser gestellten Haushalten. Dafür werden mehr Kartoffeln, Teigwaren, Brot und zuckerhaltige Getränke konsumiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung verankert das Thema rechtlich im Sozialgesetzbuch und definiert das Ziel der Arbeit, die Angemessenheit der Sozialleistungen zur Sicherung eines menschenwürdigen Lebensstandards zu prüfen.

2. Armutsdefinition und Formen der Armut: Dieses Kapitel erläutert verschiedene wissenschaftliche Konzepte der Armut, darunter absolute, relative und subjektive Armut, sowie den Ressourcen- und Lebenslagenansatz.

3. Ernährung als Aspekt in Armutsstudien: Das Kapitel kritisiert die Unterrepräsentation einkommensschwacher Haushalte in deutschen Ernährungsstudien und fordert eine klare Definition von Ernährungsarmut.

4. Definition Ernährungsarmut: Hier wird Ernährungsarmut als mehrdimensionales Phänomen beschrieben und zwischen materieller Unterversorgung und dem Ausschluss von sozialen/kulturellen Aspekten unterschieden.

5. Gesellschaftliche Erwartungen an arme Bevölkerungsteile: Es wird die gesellschaftliche Stigmatisierung des Ernährungsverhaltens Armer sowie die oft realitätsferne Debatte über Regelsätze analysiert.

6. Ist die Höhe der Sozialleistungen ausreichend für eine ausgewogene, gesunde Ernährung?: Das Kapitel kommt zu dem Ergebnis, dass die Regelsätze, insbesondere für Kinder, oft nicht ausreichen, um eine vollwertige Ernährung zu finanzieren.

7. Ernährungsalltag in armen Haushalten: Hier werden die konkreten Alltagsstrategien, wie das Einsparen bei der Ernährung am Monatsende, und der Einfluss von mangelnder Ausstattung auf das Ernährungsverhalten beleuchtet.

8. Gesundheitliche Auswirkungen der Armutssituation: Es wird aufgezeigt, wie Armut über Ernährungsweisen und Lebensstilfaktoren direkt mit gesundheitlichen Risiken und einer geringeren Lebenserwartung korreliert.

9. Fazit.: Das Fazit fasst zusammen, dass Ernährungsarmut ein fester Bestandteil der Gesellschaft ist und fordert zielgruppenspezifische Präventionsmaßnahmen statt einer bloßen Verwaltung der Armut.

Schlüsselwörter

Ernährungsarmut, Sozialleistungen, Hartz IV, Existenzminimum, soziale Ungleichheit, Ernährungsverhalten, Gesundheit, Lebenslagenansatz, materielle Ernährungsarmut, soziale Teilhabe, Transferleistungen, Armutsdefinition, Ernährungsphysiologie, Stigmatisierung, Prävention

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen finanzieller Armut in Deutschland und dem Ernährungsverhalten sowie der gesundheitlichen Situation von einkommensschwachen Haushalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Armut, die Angemessenheit von Sozialleistungen für eine gesunde Ernährung, den Ernährungsalltag unter finanzieller Not sowie gesundheitliche Folgen der Armutssituation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es herauszustellen, ob die Höhe der Sozialleistungen (Hartz IV) ausreichend ist, um einen menschenwürdigen Lebensstandard und eine bedarfsgerechte Ernährung sicherzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener Armuts- und Ernährungsstudien, unter anderem des Forschungsinstituts für Kinderernährung und der Gießener Ernährungsstudie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Facetten der Ernährungsarmut, die gesellschaftliche Erwartungshaltung gegenüber Armen und die ökonomischen Barrieren, die eine ausgewogene Ernährung im Alltag oft verhindern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ernährungsarmut, soziale Teilhabe, materielle Unterversorgung, Regelsätze und sozioökonomische Disparitäten charakterisiert.

Was ist mit dem Begriff "Gummiwoche" gemeint?

Die "Gummiwoche" bezeichnet den Zeitraum am Monatsende, in dem die finanziellen Mittel für Lebensmittel in armen Haushalten aufgebraucht sind und die Ernährung auf einseitige, kohlenhydratreiche Kost reduziert wird.

Warum spielt die soziale Teilhabe eine so große Rolle?

Ernährung ist nicht nur physiologische Nahrungsaufnahme, sondern hat soziale und kulturelle Funktionen. Der Ausschluss von "alimentärer Teilhabe", wie etwa Restaurantbesuchen, verstärkt die soziale Isolation von armen Menschen.

Inwieweit spielt die Küchenausstattung eine Rolle?

Mangelnde oder fehlende technische Ausstattung (wie Kühlschränke oder Auflaufformen) erschwert die Lagerung und Zubereitung von gesunden Mahlzeiten, was einkommensschwache Haushalte zusätzlich benachteiligt.

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Details

Title
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Armut und Ernährung? Wie sich Hartz IV auf die Ernährungsgewohnheiten auswirken kann
Author
Katharina Erdmann (Author)
Publication Year
2015
Pages
30
Catalog Number
V323065
ISBN (eBook)
9783668221581
ISBN (Book)
9783668221598
Language
German
Tags
gibt zusammenhang armut ernährung hartz ernährungsgewohnheiten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Erdmann (Author), 2015, Gibt es einen Zusammenhang zwischen Armut und Ernährung? Wie sich Hartz IV auf die Ernährungsgewohnheiten auswirken kann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323065
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