Die vorliegende Bachelorarbeit über das Thema „Lokale Online-Marktplätze als Stärkung des stationären Handels. Eine Bedarfsanalyse an der Stadt Osnabrück“ beschäftigt sich mit der Problemstellung, dass durch den wachsenden Online-Handel immer mehr Herausforderungen an Händler des Innenstadthandels gestellt werden. Der Online-Präsenz eines Unternehmens kommt heutzutage immer mehr Bedeutung zu. Im Sinne des Multi-Channel-Ansatzes versuchen sogenannte Start-Up-Unternehmen lokale Online-Marktplätze in Städten einzuführen, welche die Kunden zwar online aber in den stationären Geschäften ihrer Stadt einkaufen lässt.
Die Osnabrück Marketing&Tourismus GmbH, als Auftraggeber dieser Arbeit, engagiert sich für die potentielle Einführung eines lokalen Online-Marktplatzes. Inwieweit lässt sich der stationäre Handel dadurch stärken und besteht der Bedarf an einem lokalen Online-Marktplatz auch in Osnabrück? Diese Frage wurde anhand einer Kunden- und Händlerbedarfsanalyse untersucht.
Die Ergebnisse lassen erkennen, dass die Kunden zur Zeit einen zu geringen potentiellen Nutzen und die Händler eine unzureichende Teilnahmebereitschaft zeigen. Aus diesem und weiteren in der Arbeit aufgeführten Gründen wird in der Handlungsempfehlung von einer Einführung eines lokalen Online-Marktplatzes abgeraten.
Jedoch soll gegebenenfalls eine gemeinsame Internetseite zum Thema Shopping entstehen, auf der alle Informationen zum Einzelhandelsstandort Osnabrück gebündelt dargestellt werden. Die Osnabrück Marketing&Tourismus GmbH arbeitet bereits an diesem Projekt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Der E-Commerce als Herausforderung für den Innenstadthandel
2.1 Stationärer Handel im Wandel
2.2 Entwicklung des Online-Handels als Herausforderung
2.3 Verändertes Kaufverhalten durch Online-Handel
2.4 Online-Shop
3. Die Synthese von E-Commerce und Innenstadthandel
3.1 Mehrkanalsysteme
3.1.1 Begriffsbestimmung Multi-Channel-Retailing
3.1.2 Die verschiedenen Kanäle
3.1.3 Weitere Ausprägungen von Mehrkanalsystemen
3.2 Chancen von Mehrkanalsystemen für den Innenstadthandel
4. Die Initiative eines lokalen Online-Marktplatzes in Osnabrück
4.1 Virtuelle Marktplätze
4.2 Beispiel eines Portalanbieters: Atalanda
4.2.1 Vorgehensweise des Unternehmens
4.2.2 Mehrwerte der teilnehmenden Stadt
4.2.3 Finanzierung des Portals
4.2.4 Kritik an lokalen Online-Marktplätzen und Atalanda
5. Die Rahmenbedingungen der durchgeführten Analyse
5.1 Der Einzelhandelsstandort Osnabrück
5.2 Die Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH
5.2.1 Porträt des Unternehmens
5.2.2 Struktureller Aufbau und Mitarbeiter
5.2.3 Aufgabenbereiche
6. Konzeption der Kunden- und Händlerbedarfsanalyse
6.1 Definitionsphase
6.2 Designphase
6.3 Datenerhebungsphase
6.4 Datenanalysephase
6.5 Dokumentationsphase
7. Ergebnisse der Kunden- und Händlerbedarfsanalyse
7.1 Kundenbedarfsanalyse
7.1.1 Soziodemographische Daten der Befragten
7.1.2 Daten zum Einkaufsverhalten online-offline
7.1.3 Daten zur Initiative des Shoppingportals
7.2 Händlerbedarfsanalyse
8. Handlungsempfehlung
9. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Primärziel dieser Arbeit ist es, auf Grundlage empirischer Untersuchungen zu ermitteln, ob und inwieweit ein Bedarf für einen lokalen Online-Marktplatz in Osnabrück besteht, der den stationären Handel im Kontext des wachsenden E-Commerce stärken kann. Die Arbeit analysiert hierfür das Konsumverhalten und die Händlerbedarfe, um Handlungsempfehlungen für das Stadtmarketing abzuleiten.
- Wandel des stationären Einzelhandels durch E-Commerce
- Mehrkanalsysteme und digitale Verkaufsstrategien
- Empirische Bedarfsanalyse bei Osnabrücker Kunden und Händlern
- Evaluation des Geschäftsmodells von Atalanda
- Strategische Handlungsempfehlungen für lokale Akteure
Auszug aus dem Buch
2.1 Stationärer Handel im Wandel
Der stationäre Handel bezeichnet im Allgemeinen den „Handel mit einem festen Standort“. Diese Verkaufsorte unterscheiden sich aufgrund verschiedener Sortiments- und Preispolitik voneinander. Der stationäre Handel ist in verschiedene Betriebsformen unterteilt, die unter anderem den Einzelhandel, Waren- bzw. Kaufhäuser oder auch Supermärkte umfassen. Im weiteren Sinne kann z.B. auch der Verkauf an Automaten hinzu gezählt werden. In dieser Arbeit soll allerdings der Schwerpunkt auf den Handel in der Innenstadt gelegt werden. Aus diesem Grund werden für die nachfolgenden Ausführungen die Begriffe „stationärer Handel“ sowie „Innenstadthandel“ gleichbedeutend verwendet.
Aufgrund des festen Standortes der Einzelhändler müssen die Kunden direkt in das Geschäft kommen, um sich Informationen über ein Produkt einzuholen. Aufgrund dessen ist eines der entscheidenden Vorteile des stationären Handels die Kundennähe. Verbunden damit ist der persönliche Kontakt zwischen Verkäufer und Kunden, womit letztlich die Beratung zu einem Produkt hergestellt wird. Vor Ort kann der Nachfrager die Verkaufsartikel anprobieren oder direkt testen. Diese Möglichkeiten verleihen dem Kunden ein Einkaufserlebnis „mit all seinen Sinnen“, wofür er den Weg in das lokale Geschäft vor Ort vermutlich gern auf sich nimmt.
Nicht zuletzt durch den Attraktivitätsfaktor der jeweiligen Stadt kommt die Kaufkraft in lokalen Geschäften zustande. Die Gemeinschaften der Einzelhändler sind deshalb gezwungen entscheidende Maßnahmen zu ergreifen, um die Kunden weiterhin zum Einzelhandelsstandort zu locken. Ein wichtiges marketingstrategisches Instrument ist in diesem Zusammenhang die Kundenbindung. Hiermit wird dem Kunden ein gewisses Vertrauen eingeräumt, das ihn auf lange Sicht zum Wiederholungskauf verleitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt das Problem des schwindenden stationären Handels gegenüber dem Online-Handel dar und definiert das Ziel der Bedarfsanalyse für Osnabrück.
2. Der E-Commerce als Herausforderung für den Innenstadthandel: Analysiert den Wandel des stationären Handels, die Entwicklung des Online-Handels und dessen Einfluss auf das Konsumentenverhalten.
3. Die Synthese von E-Commerce und Innenstadthandel: Erläutert Konzepte wie Multi-Channel- und Cross-Channel-Retailing als Lösungsansätze zur Verbindung von Online- und Offline-Handel.
4. Die Initiative eines lokalen Online-Marktplatzes in Osnabrück: Untersucht das Konzept lokaler Online-Marktplätze am Beispiel des Anbieters Atalanda inklusive Vorgehensweise und Kritikpunkten.
5. Die Rahmenbedingungen der durchgeführten Analyse: Beschreibt den Einzelhandelsstandort Osnabrück sowie die Rolle der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) als Akteur.
6. Konzeption der Kunden- und Händlerbedarfsanalyse: Detailliert die empirische Methodik, basierend auf einem Fünf-Phasen-Modell der Marktforschung.
7. Ergebnisse der Kunden- und Händlerbedarfsanalyse: Präsentiert und interpretiert die aus den Fragebögen gewonnenen Daten von Kunden und Händlern.
8. Handlungsempfehlung: Leitet aus den Ergebnissen Empfehlungen für die OMT ab, wobei vorerst von einem Komplettmodell abgeraten wird.
9. Schlussbetrachtung: Führt die Erkenntnisse zusammen und resümiert, dass aktuell eher ein zentrales Shoppingportal als eine Marktplatzlösung sinnvoll erscheint.
Schlüsselwörter
E-Commerce, stationärer Handel, Innenstadthandel, Osnabrück, Multi-Channel-Retailing, Online-Marktplatz, Kundenbedarfsanalyse, Händlerbedarfsanalyse, Atalanda, Stadtmarketing, Digitalisierung, Konsumentenverhalten, Same Day Delivery, Shoppingportal, Online-Handel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Stärkung des stationären Innenstadthandels in Osnabrück durch die Implementierung digitaler Strategien und lokaler Online-Marktplätze.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören E-Commerce, Multi-Channel-Marketing, die Analyse des lokalen Einkaufsverhaltens und die praktische Eignungsprüfung von Portalanbietern wie Atalanda.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob bei Kunden und Händlern in Osnabrück ein realer Bedarf für einen lokalen Online-Marktplatz besteht, um dem Wettbewerbsdruck durch den Online-Handel zu begegnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine quantitative Querschnitts-Untersuchung mit zwei separaten Fragebögen für Kunden und Händler, deren Daten mittels SPSS ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen zu Handelsformen, die detaillierte Vorstellung der Marktplatz-Initiative Atalanda, die Analyse des Standorts Osnabrück sowie die Durchführung und Auswertung der empirischen Befragungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind E-Commerce, stationärer Handel, Multi-Channel-Retailing, Online-Marktplatz, Kundenbedarfsanalyse und Stadtmarketing.
Wie bewerten die Händler in Osnabrück die Finanzierung über eine 8%ige Umsatzbeteiligung?
Die Händler lehnen dieses Finanzierungsmodell mit über 90% Ablehnung als nicht rentabel ab, da die Margen bei vielen Produkten eine solche Abgabe nicht zulassen.
Was empfehlen die Ergebnisse bezüglich der Logistik („Same Day Delivery“)?
Die Ergebnisse zeigen, dass Kunden zwar Interesse an schnellen Lieferungen haben, jedoch nicht bereit sind, die Kosten von 5,95€ dafür zu tragen, was das Modell für den lokalen Einzelhandel aktuell ineffektiv macht.
- Arbeit zitieren
- Jule Raters (Autor:in), 2015, Lokale Online-Marktplätze als Stärkung des stationären Handels. Eine Bedarfsanalyse der Stadt Osnabrück, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323161