Textilrecycling zwischen Individual- und Weltrisikogesellschaft


Hausarbeit, 2013
24 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die grundlegenden Begriffe
2.1 Textilien
2.2 Die individualisierte Gesellschaft
2.3 Die Weltrisikogesellschaft

3. Textilien zwischen Individualität und Weltrisiko
3.1 Die Tragweite von Textilien
3.2 Der Baumwollanbau und seine Auswirkungen
3.3 Der Aralsee: Eine (ökologische) Katastrophe
3.4 Zwischenfazit

4. Textil-Recycling zwischen Individual- und Weltrisikogesellschaft: Hindernisse und Chancen

5. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Was wäre, wenn alle Menschen so leben könnten wie wir? Wie schnell würde die Erde kollabieren? …

So leben wie wir “ meint mitten in einer Welt, in der alle miteinander vernetzt und eins sind, und gleichzeitig von so einem Individualisierungsschub mitgerissen wurden, dass jeder für sich selbst entscheiden muss (vgl. Beck 2006, S. 107). Es meint auch ein Leben mitten in der Industrialisierung und im Konsum. Das Zusammentreffen dieser Ebenen führt zu (Verkettungen von) Nebenfolgen, die zumeist bewusst in Kauf genommen wurden. Und es führt weiterhin zu Nebenfolgen von Nebenfolgen, die ein ungeahntes Ausmaß erreichen (vgl. ebd., S. 104).

Die Textilindustrie ist eine der ältesten gewerblichen Tätigkeiten des Menschen (vgl. Breitenacher 1983, S. 6), doch mithilfe der Industrialisierung und Technisierung, der globalen Vernetzung und des Massenkonsums kam sie auf ein Niveau, auf dem die Nebenfolgen zum „Großrisiko Klimawandel“ führten. Und der Klimawandel wiederum verursacht neue Nebenfolgen: die Zerstörung ganzer Existenzen. Auf diesem Niveau hat sich die Kategorie „der Anderen“ aufgelöst (vgl. Beck 2006, S. 77) – wenn textile Rohstoffe beispielsweise in China unter Einsatz von extremen Wassermengen und Pestiziden angebaut werden, hat das nicht nur Auswirkungen auf die Chinesen.

Man vermutet wohl nicht sofort, dass die Textilindustrie einer der größten Industriezweige Deutschlands ist, aber mit ihrem hohen Ressourcen- und Energieverbrauch stellt sie uns vor die Aufgabe, Lösungen zu finden, die den Verbrauch so minimieren, dass sie gegen den Klimawandel mit all seinen Nebenfolgen wirken können. Genauer gesagt, wird Ulrich Becks Theorie der Weltrisikogesellschaft unter Einbezug des Individualisierungsbegriffs zugrunde gelegt, um zuerst Textilien allgemein in ihrer Bedeutung und ihren Auswirkungen zu begreifen, und um dann festzustellen, ob das Recycling von Textilien eine Lösung darstellen kann.

2. Die grundlegenden Begriffe

Um die Frage nach dem Textilrecycling diskutieren zu können, bedarf es zuerst einmal einführender Definitionen, die den Rahmen spannen und als Arbeitsgrundlage dienen. Wenn man über Textilrecycling sprechen möchte, kommt man nicht umhin, sich mit Textilien und der Textilindustrie auseinanderzusetzen. Das wird im ersten Schritt geschehen. Um sich mit dem Thema dann tiefergehend soziologisch und gesellschaftskritisch zu befassen, werden die bestimmenden Begriffe „Weltrisikogesellschaft“ und „Individualisierung“ einschließlich des „Konsums“ besprochen.

2.1 Textilien

Textilien sind nicht nur Shirts oder Jeans, die wir tagtäglich anhaben. Textilien beinhalten eine riesige Bandbreite: von hauchdünnen Garnen bis hin zu hochtechnischen Endprodukten, wie z.B. medizinische Gefäßprothesen. Textile Endprodukte fallen dabei auf drei große Bereiche: „Bekleidung, Heimtextilien, und industrielle Produkte“ (Kunz/Garner 2011, S. 22, Übers. L.R.). 30% der Textilien werden in Deutschland für Bekleidung, Heim- und Haustextilien genutzt. 90% der in Deutschland gekauften Bekleidung werden dabei durch Importe aus aller Welt, vor allem aus China, der Türkei und Bangladesch beschafft. Insgesamt stellt die Textil- und Bekleidungsindustrie (einschließlich der vorgelagerten Chemiefaserindustrie) eine der wichtigsten Konsumgüterbranchen Deutschlands dar: Das Umsatzvolumen im Jahr 2005 belief sich auf 24,5 Mrd. Euro; 143 000 Menschen beschäftigte die Industrie zu dieser Zeit. 40% der in Deutschland hergestellten Textilien sind technische Textilien, die beispielsweise in der Autoproduktion, im Baugewerbe, im Landschaftsbau, in der Medizin oder im Umweltschutz eingesetzt werden (vgl. Umweltbundesamt Dessau-Roßlau 2011: http://www.umweltbundesamt.de/nachhaltige-produktion-anlagensicherheit/nachhaltige-produktion/textilindustrie.htm).

Solchen Enderzeugnissen sind jedoch viele Herstellungsschritte vorgeschaltet: Zum einen werden Garne produziert, die durch das Spinnen von pflanzlichen Rohfasern, wie Baumwolle, tierischen, wie Wolle oder chemischen Fasern, wie Polyester hergestellt werden (vgl. ebd.). Speziell auf die Baumwolle wird in Kapitel 3.2 genauer eingegangen, da sie eine bedeutende aber kritisch zu sehende Faser darstellt.

Ein weiterer Schritt in der Textilindustrie ist die Erzeugung textiler Flächen durch das Weben, Stricken und Wirken der Garne. Da Fasern bzw. Garne bei der Textilherstellung mechanischen Prozessen und damit hohen Belastungen ausgesetzt sind, werden sie zum Schutz und zur besseren Verarbeitbarkeit mit Spinnölen, Schmelzen oder Schlichtmitteln chemisch präpariert. Ein wesentlicher Vorgang in der Textilindustrie ist die Textilveredlung. Sie beinhaltet das Vorbehandeln, Färben, Drucken und Ausrüsten der Textilien mit besonderen Eigenschaften unter Einsatz von Wasser, Chemikalien und Energie (vgl. ebd.). Speziell in der Textilveredelungsindustrie ist der Energieeinsatz außerordentlich hoch: etwa ein Drittel des Primärenergieverbrauchs der gesamten Textilindustrie entfällt auf diesen Bereich (vgl. Breitenacher 1983, S. 50).

Textilien vereinigen Eigenschaften, die vor allem in ihrer Kombination sehr nützlich sind: Sie sind sowohl federleicht als auch reiß-, schnitt- und stichfest, Wasser und Schmutz abweisend, atmungsaktiv, elastisch, lichtecht, schwer entflammbar, genauso wie besonders saugfähig (vgl. Schmidt 2010, S. 29-31). Aufgrund dieser Vorzüge haben Textilien mittlerweile viele andere Materialien substituiert: Sie werden statt Schaum als Dämmstoff in Autos verwendet, statt Leder für Motorradbekleidung oder sie ersetzen Stahl in Beton (vgl. Bartl 2009, S. 76). Textilien sind also definitiv für mehr als „Pullover“ verwendbar und bedeutsam – dennoch stellt die Bekleidung den größten Umsatzträger dar (vgl. Lückgen/Wallau 2003, S. 117).

2.2 Die individualisierte Gesellschaft

Wenn Max Weber (1982) von der „Entzauberung der Welt“ (S. 103) spricht, dann meint er damit das Ablösen des Glaubenssystems durch das Wissen bzw. wissenschaftlich-technischen Fortschritt und eine neue Selbstbestimmung des Menschen. Neue Werte rückten in den Mittelpunkt: Postmaterielle Werte, die sich gegen Pflichtgefühle richten und Selbstentfaltung hochhalten, die Gefühle und die Bereicherung der eigenen Persönlichkeit betonen (vgl. Stihler 1997, S. 104-105).

Der einzelne Mensch ist dabei mehr und mehr auf sich selbst gestellt. Wir haben nicht mehr so wie früher die Möglichkeit, uns über die Familie, lokale Gemeinden oder andere Verbände zu identifizieren: Unser Verhalten, unsere Ziele und Ideale können nicht mehr wie selbstverständlich in diesen kleinen Kreisen abgestimmt werden (vgl. Elias 2001, S. 166). Mit einer zunehmenden Industrialisierung geht auch eine steigende Arbeitsteilung einher. Durch diese funktionale Differenzierung der Gesellschaft und die zunehmende lokale und soziale Mobilität in der globalen Welt wird das Individuum vor immer mehr alternative Möglichkeiten gestellt (vgl. ebd.). Wird heutzutage der Begriff der Individualisierung verwendet, meint man damit folglich zweierlei, nämlich:

„…eine Tendenz zur Ausdifferenzierung unterschiedlicher Lebenslagen (Lebensstile, Gewohnheiten, Interessen, Qualifikationen) in weitgehender Vereinzelung, und zugleich das Entstehen von immer größeren Megastrukturen (Märkte, Konzerne, Professionen, Bürokratien, Gesundheits- und Schulsysteme), innerhalb derer relativ einheitliche Regeln herrschen und die einander immer ähnlicher werden“ (Stihler 1997, S. 368, Herv. L.R.).

Die Individualisierung findet in der modernen Zeit im Kontext der (modernen) Industrialisierung statt, mit der es „zu einer signifikanten Ausweitung der Produktion und zur Marktintegration sowie zum Übergang von der Selbst- zur Fremdversorgung“ kam (Kleinschmidt 2009, S. 11). Konsum gewann mehr und mehr an Bedeutung. Grundlegend wird dieser Begriff mit dem „Verzehr und Verbrauch materieller und immaterieller Güter und Dienstleistungen durch den Endverbraucher“ definiert (ebd., S. 13). Dies ist jedoch nur die eine Seite. Wesentlich ist der Aspekt der Umorientierung innerhalb des Konsums – von den Existenz sichernden Funktionen hin zu komplexen sozialpsychologischen Aspekten wie Prestige und Individualität (vgl. ebd., S.11).

2.3 Die Weltrisikogesellschaft

Ulrich Beck prägte den Begriff der Weltrisikogesellschaft und wurde daraufhin ein international bekannter und anerkannter Soziologe und Risikoforscher. Er eröffnete ein Weltbild, das jenseits der klaren Unterscheidungen von Wissen und Nichtwissen, wahr und falsch, Gut und Böse liegt (vgl. Beck 2006, S. 22)

Die Weltrisikogesellschaft wird aktueller, je globalisierter unsere Welt wird. Nicht, dass wir nicht schon immer auf „einem Globus“ gelebt hätten, aber “the world’s people becoming increasingly interconnected in all facets of their lives – cultural, economic, political, technological and environmental” (Kunz/Garner 2011, S.10, Herv. L.R.).

Was Beck daraus ableitet, ist, dass sich Folgen, die bisher nur den Einzelnen betroffen haben, nun alle erfassen und sich dadurch zu Risiken entwickeln. „Risiken“ nennt er sie deshalb, weil sie sich nun als neue Formen wechselseitiger globaler Abhängigkeiten darstellen (vgl. Beck 2006, S. 106). Er spricht davon, dass sie „systembedingt“ entstehen, d.h. als statistisch beschreibbare und in diesem Sinn „berechenbare“ Ereignisse (vgl. ebd., S. 25). Wenn er also den Klimawandel als globales Risiko beschreibt, meint er nicht nur die damit verbundenen Folgen und Gefahren, sondern immer auch, dass sich Menschen bewusst (systembedingt) für diese Folgen entschieden haben.

Die modernen Basisinstitutionen wie Wissenschaft, Politik oder Wirtschaft (aber auch Massenmedien, das Militär oder Rechtssystem) haben die Aufgabe, solche „hergestellte Ungewißheiten zu beurteilen und zu kontrollieren“ (ebd., S. 108). Doch können diese Institutionen gar keine Sicherheit oder Rationalität mehr gewährleisten, da die Verkettung von Risiken mit Folgen und Nebenfolgen der Folgen nicht mehr überschaubar ist. Das Vertrauen in diese einst stabilen und stabilisierenden Apparate verliert sich mehr und mehr. Diese globale Ungewissheit und das mangelnde Vertrauen in die Experten führen dazu, dass das Individuum mehr denn je dazu gezwungen ist, eigene Entscheidungen zu treffen und es infolgedessen einen neuen „Individualisierungsschub“ erlebt (vgl. ebd., S. 107).

Trotz dieser Ausdifferenzierung auf individueller Ebene haben wir in den zeitgleich aufkommenden Megastrukturen die Möglichkeit, einen gemeinsamen moralischen und politischen Raum für Verantwortung zu schaffen. In diesem können globale Risiken mit einer über Grenzen und Gegensätze hinweggreifenden zivilen Kultur der Verantwortung diskutiert werden (vgl. ebd., S. 111). Eine derartige Verantwortung für Moral und Politik sollte das Ziel sein, doch liegt die Betonung immer noch auf dem Können, denn globale Risiken wirken aktivierend und hemmend zugleich: sie eröffnen nicht nur neue Handlungsspielräume, sondern sie verbreiten auch einen lähmenden Schrecken. Tobt Hurrikan Katrina über ein Land, zeigt diese traumatische Erfahrung (mehr als jede politische Partei, soziale Bewegung oder soziologische Theorie), wie verwundbar wir alle sind. Das animiert zum Handeln einerseits und hemmt das Handeln andererseits (vgl. ebd.).

Am Beispiel von Hurrikan Katrina wird außerdem ersichtlich, dass sich eine Verantwortung ergibt, die nicht nur uns selbst und unseren (Überlebs-)Willen betrifft, sondern die auch für andere gilt (vgl. ebd.). Dies bedarf einer kurzen Erklärung, da man meinen könnte, dass Naturkatastrophen außerhalb unserer Verantwortung liegen. Dies stimmt nur bedingt: Die Folgen des Hurrikans sind auch Folgen von früheren Entscheidungen (beispielsweise gab es nicht überall Frühwarnsysteme), allgemeinen Entwicklungen (gebaute Hotels wurden von den Wassermassen mitgerissen und richteten so Schaden an) und sozialen Differenzen (Armenhütten waren weniger stabil und dadurch gefährdeter). Durch diese starke Verflechtung von Natur und Gesellschaft werden „reine“ Naturkatastrophen zu Risiken (vgl. ebd., S. 113). Die soziale Not ist dabei hierarchisch, die Gefahren hingegen wirken demokratisch, denn auch die Reichen und Mächtigen können einem Sturm, einer Überflutung, Hagelschäden usw. letztendlich nicht entgehen (vgl. ebd., S. 27). Dies ist ein entscheidender Punkt, um das Konzept des Weltrisikos zu verstehen.

Wir sitzen alle in „einem gemeinsamen globalen Gefahrenraum“ (ebd., S. 111). Und jene Gefahren sind „flüssig“ – denn keine ist wie die andere, ständig wandeln sie sich und koppeln ökologische, biomedizinische, gesellschaftliche, finanzielle, symbolische und informationelle Aspekte untereinander (vgl. ebd., S. 119).

3. Textilien zwischen Individualität und Weltrisiko

Wenn es um das „Dazwischen“ von Textilien in der Weltrisiko- und individualisierten Gesellschaft geht, stehen vielerlei Fragen im Raum: Warum werden Textilien in dieser Arbeit dort platziert? Warum werden diese beiden Gesellschaftsperspektiven zur Analyse und Diskussion herangezogen? Stehen sich diese beiden Gesellschaftsbilder gegenüber und stellen Textilien ihr Bindeglied dar? Was macht dann dieses Zwischenstück aus?

Nachdem in Abschnitt 2 die wichtigsten soziologischen Begriffe definiert wurden, kann nun tiefergehend betrachtet werden, warum der textile Werkstoff so eine große Rolle für Individuen spielt, aber auch welche Probleme diese große Bedeutung mit sich bringt.

3.1 Die Tragweite von Textilien

Mit dem Begriff der Individualgesellschaft wird besonders die Mikroebene in den Fokus genommen. Das heißt, es geht um einzelne Individuen und deren Interaktion mit einander und mit ihrer Umwelt. Es kommt auf Erwartungen, Vorstellungen, Handlungsmuster und Sinnkonzepte an. Die eigene, individuelle Entfaltung der Persönlichkeit ist im Zuge der Industrialisierung zum dauerhaften Ziel erklärt worden und dabei spielt der Konsum von Gütern eine fundamental wichtige Rolle (vgl. Stihler 1997, S. 143). Die heutige Konsumlust ist eine Folge des Individualismus, denn die individuelle Lebensorientierung war der Wegbereiter des modernen Konsumverhaltens im 18 Jahrhundert (vgl. ebd.). Beim Zusammenleben mit anderen Individuen führen wir einen ständigen sozialen Vergleich durch und haben dabei das Bedürfnis unseren sozialen Status hochzuhalten. Wir hoffen auf gesellschaftliche Würdigung, indem wir durch das massive, augenfällige und demonstrative Anhäufen von Besitztümern versuchen, unser Sozialprestige nach außen sichtbar zu machen. Und mehr noch: Wir verbinden den „Sinn des Lebens“ weitgehend mit der Teilhabe an einem expansivem Konsumhedonismus (vgl. Hillmann 1994, S. 440). Dabei ist die hervorstechende Eigenschaft des modernen Konsums die, dass Bedürfnisse und Wünsche des Konsumenten schier unbegrenzt erscheinen (vgl. Fromm 1979, S. 45).

Textilien sind durch ihre Flexibilität in Form, Farbe, Wahrnehmung etc. geradezu wie dafür gemacht, Gefühle und Vorstellungen zu vermitteln (vgl. Forschungskuratorium Textil e.V. 2010, S. 5) “Every human culture uses textiles and apparel for aesthetics, protection, and non-verbal-communication. But the mystery component of clothing section is fashion. […] Fashion has a powerful influence on clothing consumption” (Kunz/Garner 2011, S. 41, Herv. L.R.). Warum ist das so? Mode verkörpert Geschmack und Zeitgeist, weshalb Bekleidung und Heimtextilien dem Individuum die Chance geben, mit wenig Aufwand, flexibel und immer wieder neu, die eigene Identität und Stimmungslage dem Umfeld gegenüber sicht- und fühlbar zu machen (vgl. Forschungskuratorium Textil e.V. 2010, S. 5). Und so war der deutsche Durchschnittshaushalt 2007 dazu bereit, 888 Euro für Kleidung auszugeben (vgl. Statistisches Bundesamt 2009: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/ zdw/2009/PD09_030_p002.html).

Die Bedeutung des textilen Werkstoffes und seiner Produkte zieht sich durch viele Teilbereiche des Lebens, auch außerhalb der Modewelt. Besonders im Hinblick auf eine globaler, vernetzter werdende Gesellschaft fällt auf, dass das Individuum vor unzählige Alternativen gestellt wird: Wo soll ich leben? Wo soll ich arbeiten? Wo heirate ich? Wohin fahre ich in den Urlaub? Der Punkt ist, der Mensch möchte sich räumlich nicht begrenzen. Er möchte mobil sein, um all seine Chancen ausloten und nutzen zu können – und dieser Anspruch verstärkt sich sowohl im globalen Norden als auch im globalen Süden. Durch die Unmengen mobiler Menschen stehen wir jedoch vor der Herausforderung, die eigene Lebensgrundlage nicht durch den hohen Energiebedarf und die Schadstoffemissionen zu zerstören. Textilien werden also zunehmend als Leichtbaumaterialien eingesetzt, um das Gewicht der Transportmittel zu reduzieren. Sie dienen ebenso der Lärmminderung oder vergrößern den Sitzkomfort (vgl. Forschungskuratorium Textil e.V. 2010, S. 5).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Textilrecycling zwischen Individual- und Weltrisikogesellschaft
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Institut für Textiltechnik)
Veranstaltung
Techniksoziologie
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
24
Katalognummer
V323175
ISBN (eBook)
9783668223134
ISBN (Buch)
9783668223141
Dateigröße
766 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Textilien, Recycling, Weltrisiko, Individuum, Textilrecycling, Baumwollanbau, Aralsee
Arbeit zitieren
Laura Röhrs (Autor), 2013, Textilrecycling zwischen Individual- und Weltrisikogesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323175

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