Jeder einzelne Arbeitnehmer ist mittlerweile für sein eigenes Wissensmanagement und Lernen verantwortlich. Das heißt, wenn Mitarbeiter lernen sollen, müssen sie in einer radikal anderen Umgebung angesprochen werden als in dem Klassenraum, den die meisten von uns kennengelernt haben.
In Anbetracht lebenslang lernender Organisationen und Gesellschaften steht das Bildungssystem vor der Herausforderung, Individuen auf eine Arbeitswelt vorzubereiten, die flexible und spezialisierte MitarbeiterInnen sucht. Dieser soziale Anspruch an Wissen und Lernen soll der Aufhänger der vorliegenden Hausarbeit sein: Der individuell Lernende wird hinsichtlich der Theorie des selbstbestimmten Lernens in den Fokus genommen, um mit diesem Ansatz aufzuzeigen, wie die genannten Herausforderungen, Motivlagen und Lernumgebungen in Einklang gebracht werden können. Dabei soll speziell auf das Fernstudium eingegangen werden, das mit hohen Abbrecherquoten zu kämpfen hat und per se schon stark an telematische Lehr- und Lernformen gebunden ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation
3. Selbstbestimmung als Ansatzpunkt für computerunterstütztes Lernen im Fernstudium
3.1 Herausforderungen eines Fernstudiums durch multimediales Lernen begegnen
3.2 Das „Ausbildungs Lern Forum“ als Ansatzpunkt für ein multimediales Konzept
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Bedeutung der Theorie des selbstbestimmten Lernens für die Konzeption und Gestaltung von computerunterstützten Lehr-Lernkonzepten, insbesondere im Kontext des Fernstudiums. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch die Förderung intrinsischer Motivation und die gezielte Gestaltung digitaler Lernumgebungen die Herausforderungen an ein modernes, selbstgesteuertes Fernstudium bewältigt werden können.
- Theoretische Fundierung der Selbstbestimmungstheorie der Motivation
- Herausforderungen und Erfolgsfaktoren im computerunterstützten Fernstudium
- Konzeptionelle Ansätze für multimediale Lernplattformen (Fallbeispiel "Ausbildungs Lern Forum")
- Bedeutung der Grundbedürfnisse Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit für den Lernerfolg
- Gestaltung moderner Lernkulturen durch die Verknüpfung von Medientechnik und Pädagogik
Auszug aus dem Buch
3. Selbstbestimmung als Ansatzpunkt für computerunterstütztes Lernen im Fernstudium
Bevor es zum Herzstück dieser Arbeit kommt, sollen noch einige Punkte klargestellt werden: Laut Forschungsstand steht außer Frage, dass Motivation und Lernerfolg positiv miteinander korrelieren (vgl. Schiefele/Schreyer 1994, S.1-11), was an dieser Stelle deshalb nicht erneut und tiefer diskutiert werden soll. Ebenso ist unbestritten, dass die Idee vom multimedialen Lernen keine neue ist (Euler 1994, S. 292). Für die Autorin dieser Hausarbeit ist der wichtige Ansatzpunkt, dass die „virtuelle Welt“ ebenso Teil der „realen Welt“ geworden ist – ja, die reale Welt ist (Stichwort: soziale Netzwerke). Diese Sichtweise ist insofern wichtig, als dass damit der Weg zu einer modernen Lernkultur frei gemacht wird, in der sich Computer und Lehrende nicht mehr als Gegensätze gegenüberstehen. Man sollte fragen, wie und wann (statt ob oder welche) Medien Lehr- und Lernprozesse unterstützen können (vgl. Kerres 2000, S. 33). Deshalb wendet sich diese Hausarbeit der Frage zu, wie die Konzepte des selbstbestimmten und computerunterstützen Lernens miteinander kombiniert werden können, um einer modernen Lernkultur gerecht zu werden.
Mit Hilfe des dargestellten theoretischen Rahmens soll im Folgenden ein multimediales Konzept vorgestellt werden, durch das die Lernenden ihren persönlichen Wert in der Auseinandersetzung mit Problemstellungen sehen und damit eigenständig und mit Engagement lernen (können) (vgl. Sembill/Schumacher/Wolf/Wuttke/Santjer-Schnabel 2001, S. 258). Dabei soll ein besonderes Augenmerk auf die drei, bereits angesprochenen Grundbedürfnisse gelegt werden: Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz lebenslangen Lernens in einer Wissensgesellschaft ein und verknüpft diese mit dem Anspruch an selbstbestimmte Lernprozesse im Fernstudium.
2. Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation: Es werden die zentralen psychologischen Grundbedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Einbindung erläutert, die für eine hohe Qualität intrinsischer Motivation essenziell sind.
3. Selbstbestimmung als Ansatzpunkt für computerunterstütztes Lernen im Fernstudium: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Grundlagen mit der praktischen Gestaltung multimedialer Lernumgebungen im Fernstudium.
3.1 Herausforderungen eines Fernstudiums durch multimediales Lernen begegnen: Es werden spezifische Anforderungen an Fernstudierende analysiert und das Potenzial digitaler Lernmedien zur Förderung selbstgesteuerten Lernens aufgezeigt.
3.2 Das „Ausbildungs Lern Forum“ als Ansatzpunkt für ein multimediales Konzept: Anhand des ALF-Programms wird exemplarisch dargestellt, wie eine Plattform durch Mediatheken, Lernplaner und soziale Foren die Selbstbestimmung der Lernenden gezielt unterstützen kann.
4. Fazit und Ausblick: Die Arbeit resümiert die Bedeutung selbstgesteuerten Lernens für die Reflexionsfähigkeit und Handlungskompetenz und betont die Notwendigkeit hybrider Lernarrangements für die Zukunft.
Schlüsselwörter
Selbstbestimmungstheorie, Intrinsische Motivation, Computerunterstütztes Lernen, E-Learning, Fernstudium, Selbstgesteuertes Lernen, Multimediale Lernkonzepte, Wissensmanagement, Autonomieerleben, Kompetenzerleben, Soziale Einbindung, Metakognition, Lernkultur, Telematik, Lernplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Anwendung der Selbstbestimmungstheorie auf die Gestaltung von digitalen Lehr-Lernkonzepten, um die Lernqualität und Eigenmotivation im Fernstudium zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die psychologischen Bedingungen für intrinsische Motivation, die Bewältigung der Herausforderungen im Fernstudium und die didaktische Gestaltung multimedialer Lernumgebungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch die Verknüpfung von Selbstbestimmungsprinzipien und computerbasierten Systemen ein effektives und motivierendes Lernumfeld für Fernstudierende geschaffen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse aktueller didaktischer und psychologischer Forschungsergebnisse sowie der Evaluation eines Praxisbeispiels (Ausbildungs Lern Forum) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird zunächst die Theorie der Selbstbestimmung dargelegt, gefolgt von einer Analyse, wie diese Theorie als Basis für computerunterstützte Konzepte dienen kann, inklusive einer detaillierten Vorstellung des ALF-Konzepts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Selbstbestimmung, intrinsische Motivation, computerunterstütztes Lernen, Autonomie und Kompetenz.
Warum ist das Bedürfnis nach sozialer Einbindung in dieser Arbeit so wichtig?
Da Fernstudierende oft räumlich isoliert sind, ist die soziale Einbindung durch digitale Netzwerke und Foren eine kritische Komponente, um das Gefühl von Alleinsein zu mindern und die Motivation zu stärken.
Wie trägt der im Text erwähnte "Lernplaner" zur Selbstbestimmung bei?
Der Lernplaner dient als Werkzeug, mit dem Lernende ihren Lernprozess individualisieren können, indem sie eigene Lernziele definieren und Schritte dokumentieren, was die Eigenverantwortung fördert.
Welche Rolle spielt die Mediathek in dem beschriebenen Konzept?
Die Mediathek fungiert als zentraler Wissensspeicher, der den Lernenden strukturierte Materialien bietet und gleichzeitig durch Rückmeldungsoptionen die Autonomie und kritische Auswahl unterstützt.
Wie beurteilt die Autorin die Zukunft hybrider Lernarrangements?
Sie betont, dass rein virtuelle Umgebungen nicht ausreichen und plädiert für hybride Lernarrangements, die digitale Vorteile mit dem persönlichen Austausch in Präsenzphasen sinnvoll kombinieren.
- Quote paper
- Laura Röhrs (Author), 2014, Selbstbestimmtes Lernen und seine Bedeutung für computerunterstützte Lehr- und Lernkonzepte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323180