Diese Ausarbeitung dient der Darstellung der Finanz- und Wirtschaftskrise. Nach Darstellung der Immobilienkrise in den USA bis hin zu einer weltweiten Finanzkrise soll die Frage beantwortet werden, ob die Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Union angemessen auf die Krise reagiert haben.
Um diese Frage zu beantworten werden die Maßnahmen beschrieben, welche die Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Union zur Überwindung der Krise unternommen haben. Zunächst wird jedoch auf die Rolle des ehemaligen Wirtschaftswissenschaftlers John Maynard Keynes in Bezug auf die aktuelle Finanz- und Wirtschaftkrise eingegangen. Zu Beginn werden daher Keynes‘ Ansichten und Denkweisen zur Thematik und mit der dazu konkurrierenden Denkweise der Angebotspolitik verglichen.
Im Verlauf der Ausarbeitung wird immer wieder versucht diese Theorien mit der Banken- und Finanzkrise zu verbinden. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob die Theorien des ehemaligen Wirtschaftswissenschaftlers John Maynard Keynes auf die heutige Situation anwendbar sind, oder ob sie bereits Anwendung gefunden haben. Schließlich stellt sich abschließend die Frage, ob seitens der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland angemessen auf die Krise reagiert wurde und ob Keynes‘ Theorien sinnvoll sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Nachfragepolitik
2.1.1 Die IS-Kurve
2.1.2 Die LM-Kurve
2.1.3 Die IS-LM-Kurve
2.1.4 Das Multiplikatorprinzip
2.2 Die Angebotspolitik
2.3 Abschließender Vergleich
2.3.1 Kritikpunkte der Angebotspolitik
2.3.2 Kritikpunkte der Nachfragepolitik
2.3.3 Der Maastrichter Vertrag
2.3.3.1 Fazit zum Maastrichter Vertrag
3 Die Banken- und Finanzkrise - Von der Immobilienkrise bis zur Finanzkrise
3.1 Auslöser der Banken- und Finanzkrise
3.1.1 Die Entstehung der Subprime-Krise
3.1.1.1 Die Leitzinspolitik der US-Notenbank Fed
3.1.1.1.1Hätte Keynes die Leitzinspolitik der US-Notenbank Fed unterstützt?
3.1.1.2 Die fehlerhafte Kreditvergabe der Banken und die Rolle der US-Notenbank Fed
3.1.2 Von der Subprime-Krise zur Finanzkrise
3.1.2.1 Forderungsabgesicherte Wertpapiere
3.1.2.1.1 Der Ablauf einer Verbriefung mittels einer Zweckgesellschaft
3.1.2.2 Credit Default Swaps
3.1.2.3 Die Rolle der Ratingagenturen
3.2 Folgen der Banken- und Finanzkrise
3.2.1 Vertrauenskrise der Banken
4 Maßnahmen der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland zur Bewältigung der Krise
4.1 Maßnahmen der Bundesrepublik Deutschland
4.1.1 Das erste und zweite Konjunkturprogramm
4.1.2 Der Rettungsschirm für Unternehmen
4.2 Maßnahmen der Europäischen Union
4.2.1 Das Konjunkturprogramm der Europäischen Union
4.2.2 Das Notfallprogramm der Europäischen Union
4.3 Keynes zu den Maßnahmen der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union
4.4 Maßnahmen zur Verhinderung künftiger Finanz- und Wirtschaftskrisen
4.4.1 Abschied der Niedrigzinspolitik
4.4.2 Schaffung von mehr Transparenz im Bankenwesen
4.4.3 Verschärfte Vorschriften für den Verbriefungsmarkt
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Entstehung und den Verlauf der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, die aus der US-Immobilienkrise hervorging. Dabei wird kritisch analysiert, ob die politischen Maßnahmen der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union zur Krisenbewältigung angemessen waren und inwieweit die Theorien von John Maynard Keynes auf die aktuelle Situation anwendbar sind.
- Analyse der Ursachen der Subprime-Krise und der Rolle der US-Notenbank Fed.
- Theoretische Gegenüberstellung von Nachfragepolitik und Angebotspolitik.
- Untersuchung der Rolle von Ratingagenturen und komplexen Finanzprodukten bei der Krisenausbreitung.
- Evaluation der staatlichen Konjunkturprogramme und Rettungspakete in Deutschland und der EU.
- Diskussion über Maßnahmen zur Prävention zukünftiger Finanzkrisen.
Auszug aus dem Buch
3.1.1.1.1 Hätte Keynes die Leitzinspolitik der US Notenbank Fed unterstützt?
In der keynesianischen Theorie spielt auch die Geldmengenpolitik eine wichtige Rolle. Sie soll daher einen Beitrag zur antizyklischen Nachfragesteuerung leisten, indem sie mit der Steuerung des Zinses die Nachfrageentwicklung konjunkturgerecht beeinflusst. Aufgabe der Notenbank, im keynesianischen Sinne, wäre es daher die Zinsen während einer Rezession zu senken, um die Investitionstätigkeit anzukurbeln. Dies setzt eine Ausweitung der Geldmenge voraus. Die Gefahr bestünde hier eine Inflation zu fördern.
Um der Krise entgegen zu wirken pumpte die US Notenbank viel Geld in den Markt, indem sie die Leitzinsen senkte. Dadurch wurde das Geldangebot erhöht. Folglich wurden Investitionen billiger und die Produktion und die Beschäftigung stiegen. Das Ziel, die Wirtschaft wieder anzukurbeln wurde dadurch erreicht. Die Gefahr dieser Zinspolitik besteht jedoch darin, eine Inflation zu fördern. Schließlich trug diese Zinspolitik insbesondere dazu bei die Banken- und Finanzkrise entstehen zu lassen. Aus keynesianischer Sicht hatte die US Notenbank, mit der Maßnahme die Zinsen zu senken, jedoch richtig gehandelt. In einem Ausnahmefall jedoch lehnt der Keynesianismus eine Zinssenkung ab, nämlich in dem Szenario, wenn Menschen das verfügbare Geld horten, anstatt es bei einer Bank anzulegen. Dies kann in einer Wirtschaftskrise der Fall sein oder wenn der Zins bereits sehr niedrig ist (siehe Abbildung 7). Keynesianer nennen dies eine „Liquiditätsfalle“. Die Frage stellt sich nun, ob sich die Wirtschaft während der Finanzkrise in einer Liquiditätsfalle befand. Paul Krugman, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften glaubte, dass zumindest die USA sich in einer solchen befand. Dies würde bedeuten, dass egal wie viel Geld die Notenbank durch Offenmarktgeschäfte in den Markt pumpen würde, es würde aufgesogen werden, ohne dass der Zins sinkt und die Investitionen steigen. Begründet wird dies dadurch, dass Banken in Krisenzeiten um ihren Liquiditätsbedarf besorgt sind. Daher trauen sie einander so wenig, dass sie das Geld lieber horten, als es zu verleihen. Selbst wenn der Leitzins auf null steht verleihen Banken in einem solchen Klima der Angst ihr Geld zu verstärkt höheren Zinssätzen. Dadurch werden Kreditaufnahmen enorm verteuert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Finanz- und Wirtschaftskrise ein, beleuchtet historische Warnsignale und definiert die Zielsetzung sowie die Vorgehensweise der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Ansätze von Keynes (Nachfragepolitik) und dessen Kontrahenten (Angebotspolitik) sowie die Rolle des Maastrichter Vertrags.
3 Die Banken- und Finanzkrise - Von der Immobilienkrise bis zur Finanzkrise: Hier wird der Prozess von der US-Immobilienblase über die Subprime-Krise bis hin zur weltweiten Finanzkrise sowie die Rolle von Ratingagenturen und Finanzinstrumenten detailliert beschrieben.
4 Maßnahmen der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland zur Bewältigung der Krise: Dieses Kapitel analysiert die konkreten nationalen und europäischen Rettungspakete und diskutiert Ansätze zur künftigen Krisenvermeidung.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert die Umsetzung der Maastrichter Kriterien und diskutiert die Sinnhaftigkeit einer rein keynesianischen Krisenbewältigungspolitik.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Wirtschaftskrise, John Maynard Keynes, Nachfragepolitik, Angebotspolitik, Immobilienkrise, Subprime-Krise, Leitzinspolitik, US-Notenbank Fed, Verbriefung, Ratingagenturen, Staatsverschuldung, Maastrichter Vertrag, Konjunkturprogramm, Bankensystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, die aus der US-Immobilienkrise hervorging, und untersucht die Wirksamkeit staatlicher Gegenmaßnahmen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die ökonomischen Theorien von Keynes im Vergleich zur Angebotspolitik, der Verlauf der Finanzkrise, die Rolle der Finanzmärkte und Ratingagenturen sowie staatliche Interventionsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu klären, ob die Bundesrepublik Deutschland und die EU angemessen auf die Finanzkrise reagiert haben und ob die Theorien von Keynes hierbei sinnvoll anwendbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse ökonomischer Konzepte und verknüpft diese mit der empirischen Entwicklung und den politischen Reaktionen während der Banken- und Finanzkrise.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Keynes vs. Monetarismus), die Analyse der Krisenursachen (Subprime, Verbriefungen) sowie die Darstellung konkreter politischer Maßnahmen zur Krisenbekämpfung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Finanzkrise, Nachfragepolitik, Subprime-Krise, Ratingagenturen, Staatsverschuldung und Konjunkturprogramme geprägt.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Ratingagenturen?
Der Autor stellt fest, dass Ratingagenturen durch Fehlbewertungen von risikoreichen Wertpapieren maßgeblich zur Ausweitung der Krise beigetragen haben und ihre Länderratings als krisenverschärfend kritisiert werden.
Warum wird im Kontext der Krise von einer "Liquiditätsfalle" gesprochen?
Das Dokument bezieht sich auf ein Szenario, in dem trotz niedriger Zinsen die Investitionstätigkeit ausbleibt, weil Banken und Marktteilnehmer aufgrund von Misstrauen und Angst lieber Bargeld horten als Kredite zu vergeben.
- Arbeit zitieren
- Jonas Josef (Autor:in), 2012, Entwicklung der Banken- und Finanzkrise. Wie haben die Europäische Union und die Bundesrepublik Deutschland auf die Krise reagiert?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323205