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Die bürgerliche Erziehung und ihr Scheitern am Beispiel der Vaterfigur Odoardo in Lessings Trauerspiel "Emilia Galotti"

Titre: Die bürgerliche Erziehung und ihr Scheitern am Beispiel der Vaterfigur Odoardo in Lessings Trauerspiel "Emilia Galotti"

Dossier / Travail , 2016 , 23 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Maxim Rhein (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Das 1772 uraufgeführte bürgerliche Trauerspiel „Emilia Galotti“ von Gotthold Ephraim Lessing zeigt sehr eindrucksvoll das Scheitern einer auf Tugendidealen basierenden Erziehung. Emilia Galotti, die Tochter einer bürgerlichen Familie, kann den hohen Ansprüchen ihres Vaters Odoardo in Bezug auf die Tugend und die Moral keinen Zuspruch schenken, da diese in der Realität nicht bestehen können. Lediglich ihr Freitod bietet die Chance, den Tugendansprüchen des Vaters gerecht zu werden.

Lessings Drama stellt eine junge Frau dar, die durch das verhängnisvolle Erziehungskonzept des Vaters zum unschuldigen Opfer wird. Auf der anderen Seite erzählt das Drama die Geschichte von Odoardo Galotti, ihrem Vater. Dieser repräsentiert einen speziellen Bürgertyp des 18. Jahrhunderts, der durch die Abweisung jeglicher Kritik in Bezug auf seine Ideale und sein Handeln charakterisiert wird. Dieser Typus von Bürger ist nicht bereit, die gewöhnlichen Ideale zu leben. Um diesem Bürgertypus auf den Grund zu gehen, wird im Folgenden erst einmal dargestellt, was die bürgerliche Familie ausmacht. Dazu werden zum einen die historisch-soziale Positionierung der bürgerlichen Familie und zum anderen ihre Bedeutung für das Bürgertum in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts herausgestellt, um herauszukristallisieren, weshalb die familiäre Sphäre den geeigneten Binnenraum als Ort des literarischen Geschehens für die Autoren zur Zeit der Aufklärung darstellt. Anschließend liegt der Fokus auf der Struktur der Kleinfamilie im Vergleich zum Familientyp des „Ganzen Hauses“ und darüber hinaus wird auf das für die bürgerliche Kleinfamilie fundamentale Familienleitbild eingegangen, das durch die Moralischen Wochenschriften in Umlauf gebracht wurde. Hierbei werden insbesondere die Konzeptionen von Erziehung und Tugend fokussiert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die bürgerliche Familie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

2.1 Das Bürgertum und die Bedeutung der Familie

2.2 Entstehung und Struktur der Kleinfamilie

2.3 Das bürgerliche Familienleitbild

2.3.1 Die Erziehung

2.3.2 Die Tugend

3 Das Scheitern Odoardos

3.1 Odoardo zwischen Gefühl und Vernunft

3.2 Die Problematik bei der Erziehung

3.3 Odoardo und die Konfliktbewältigung

4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Scheitern des bürgerlichen Erziehungsideals in Gotthold Ephraim Lessings Trauerspiel „Emilia Galotti“. Dabei wird analysiert, wie die von Odoardo Galotti angestrebten Tugendvorstellungen und sein patriarchales Kontrollstreben in einer starren, emotionsunterdrückenden Erziehung kulminieren, die letztlich zur Katastrophe führt.

  • Analyse des bürgerlichen Familienleitbildes des 18. Jahrhunderts
  • Die Rolle von Gefühl und Vernunft in der Vater-Tochter-Beziehung
  • Die Auswirkungen patriarchaler Angst auf die Persönlichkeitsentfaltung
  • Kritik am Idealismus der Aufklärung im Kontext von Lessings Drama

Auszug aus dem Buch

3.1 Odoardo zwischen Gefühl und Vernunft

In dem Trauerspiel „Emilia Galotti“ präsentiert Lessing dem Leser die Vaterfigur Odoardo Galotti, der in das in Kapitel 2.3.1 umschriebene Weltbild der sensiblen Facette der Aufklärung eingeordnet werden kann. Diese Einordnung ist möglich, da es Odoardo um die Kontrolle, um das Vorhandensein von Vernunft, aber auch um die Berücksichtigung von Natur und Gefühlen geht. In seiner Persönlichkeit wird die von ihm bevorzugte und entworfene Welt des Privaten, die eine starke Intimität in der Familie aufweist, mit der strengen Welt der moralischen Normen gekoppelt. Für Odoardo selbst ist die familiäre Sphäre der Ort, an dem eine freie Entwicklung des Individuums möglich gemacht wird. Sein Fokus liegt dabei auf seinem entworfenen Lebenskonzept, das seine Frau Claudia und seine Tochter Emilia übernehmen sollen. Diese Konzeption der Erziehung beruht daher eher auf dem „Einbläuen“ von Moral und Tugend, anstatt auf der freien Persönlichkeitsentfaltung.

In seiner Position als Familienoberhaupt und als Bewahrer der Normen nimmt er eine Bedrohung von äußeren Einflüssen wahr und dies in einem doppelten Sinne. Auf der einen Seite plagt Odoardo die Ehrfurcht, dass seine Tochter der Moral und Tugendhaftigkeit nicht standhalten könnte und auf der anderen Seite sieht er eine Gefahr für seine eigene Welt, die von seiner hübschen und reizvollen Tochter ausgeht. Seine Befürchtungen um seine Tochter sind legitim, da Emilia in seinen Augen leichtfertig der Triebhaftigkeit eines Fremden ausgesetzt sein könnte, demgegenüber er wehrlos ausgeliefert ist. Odoardos Befürchtungen und Ängste haben jedoch keinen Zugang zu seinem entworfenen Lebenskonzept, da er seine Emotionalität mit einer exzessiven Kontrolle kompensiert, um mit seiner Vorstellung von Vernunft im Einklang zu bleiben. Diese Art von Umgang mit Vernunft und Gefühlssteuerung ist in Odoardos Augen die Schablone für die Erziehung seiner Tochter.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in Lessings Trauerspiel „Emilia Galotti“ ein und formuliert die Analyse der Vaterfigur Odoardo Galotti sowie dessen verhängnisvolles Erziehungskonzept als zentralen Gegenstand der Hausarbeit.

2 Die bürgerliche Familie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts: Dieses Kapitel beleuchtet die historisch-soziale Positionierung der bürgerlichen Familie, deren Abgrenzung vom Adel und die Herausbildung eines auf Tugend und Vernunft basierenden Familienleitbildes.

3 Das Scheitern Odoardos: Hier wird der Charakter Odoardos untersucht, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen seinen idealisierten Tugendvorstellungen, seinem emotionalen Kontrollzwang und der daraus resultierenden Eskalation in der Erziehung seiner Tochter Emilia aufgezeigt wird.

4 Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert, dass das Tugendideal im Drama nur im Tod realisiert werden kann und kritisiert Odoardos Unfähigkeit zur Selbstreflexion sowie die Gefährlichkeit eines auf blinder Kontrolle basierenden Lebensentwurfs.

Schlüsselwörter

Emilia Galotti, Odoardo Galotti, Aufklärung, bürgerliche Familie, Tugend, Erziehung, Vernunft, Gefühl, Patriarchat, Tugendideal, Moral, Selbstreflexion, Individuum, Rollenbild, Familientragödie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Vaterfigur Odoardo Galotti in Gotthold Ephraim Lessings „Emilia Galotti“ und untersucht, wie sein rigides, auf Tugendidealen basierendes Erziehungskonzept zum Scheitern der familiären Harmonie und zur Katastrophe des Dramas führt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert auf die Struktur der bürgerlichen Kleinfamilie im 18. Jahrhundert, die theoretischen Grundlagen der Aufklärung (insbesondere Moral und Vernunft) und die psychologische Dynamik von Autorität und Angst in der Erziehung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Odoardos Persönlichkeitsstruktur und sein Umgang mit den Aspekten Gefühl und Vernunft die Erziehung seiner Tochter maßgeblich beeinflussen und letztlich in eine ausweglose Situation führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die das Drama „Emilia Galotti“ vor dem Hintergrund sozialhistorischer und theoretischer Sekundärliteratur zur Aufklärung und Familienstruktur des 18. Jahrhunderts interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert untersucht?

Der Hauptteil widmet sich der Einordnung Odoardos in das bürgerliche Weltbild der Aufklärung, analysiert die Konflikte zwischen seiner idealisierten Moral und der Realität, sowie die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentfaltung seiner Tochter.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe Tugendideal, patriarchale Kontrolle, aufgeklärte Empfindsamkeit, Handlungsunfähigkeit und Familienleitbild.

Warum ist Odoardos Ideal der „vernünftigen Liebe“ zum Scheitern verurteilt?

Das Ideal scheitert, da Odoardo die fundamentalen Voraussetzungen für eine echte Persönlichkeitsentfaltung – insbesondere die Freiheit zur Selbstreflexion und den kritischen Diskurs – unterdrückt und durch ein starres, auf Zwang basierendes System ersetzt.

Welche Rolle spielt die Figur Emilia bei der Katastrophe am Ende des Stücks?

Emilia fungiert nicht als bloßes Opfer, sondern manipuliert durch den Verweis auf historische Vorbilder ihren Vater aktiv zur Tat, da sie für sich selbst keinen anderen Ausweg sieht, ihre „ideologische Unschuld“ und ihr tugendhaftes Selbstbild zu bewahren.

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Résumé des informations

Titre
Die bürgerliche Erziehung und ihr Scheitern am Beispiel der Vaterfigur Odoardo in Lessings Trauerspiel "Emilia Galotti"
Université
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Note
1,0
Auteur
Maxim Rhein (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
23
N° de catalogue
V323231
ISBN (ebook)
9783668247727
ISBN (Livre)
9783668247734
Langue
allemand
mots-clé
bürgerliche Erziehung Trauerspiel Odoardo Emilia Galotti Lessing
Sécurité des produits
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Citation du texte
Maxim Rhein (Auteur), 2016, Die bürgerliche Erziehung und ihr Scheitern am Beispiel der Vaterfigur Odoardo in Lessings Trauerspiel "Emilia Galotti", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323231
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Extrait de  23  pages
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