Mobile digitale Kommunikationsstrategien. Chancen und Erfolgsfaktoren des mobilen Mediums im B2B Markt


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung und Zielsetzung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Besonderheiten der B2B-Kommunikation
2.2 Rahmenbedingungen für mobile, digitale Kommunikationsstrategien
2.2.1 Service- und Kommunikationskanäle für mobile Endgeräte
2.2.2 Leistungsspezifika des mobilen Mediums

3 Betrachtung des Marktes zum Einsatz des mobilen Mediums im B2B
3.1 Nutzung von mobilen Endgeräten im Geschäftsumfeld
3.2 Einsatzmöglichkeiten von mobilen Anwendungen im B2B
3.3 Untersuchung ausgewählter Fallbeispiele für mobile Anwendungen im B2B
3.3.1 TE Connectivity
3.3.2 Regus
3.3.3 ClearPoint Learning

4 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Mobile Marketing Anwendungen in B2B Unternehmen

Abbildung 2: Einsatz verschiedener mobiler Kanäle

Abbildung 3: Einsatzmöglichkeiten mobiler Kommunikationsmaßnahmen

Abbildung 4: 3-D-App von TE Connectivity

Abbildung 5: Augemented-Reality App von Regus

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung und Zielsetzung

Mit Beginn des digitalen Zeitalters und dem Einzug elektronischer Hilfsgräte in nahezu alle Lebensbereiche sehen sich nun auch B2B-Unternehmen vor einer technologischen Revolution und den einhergehenden Herausforderungen ausgesetzt. Obgleich die Notwendigkeit eines Wandels erkannt ist, scheint die Anzahl der Unternehmen, die die Marktführerschaft bei digitalen Kommunikationsstrategien anstreben, marginal zu sein. Es fehlt an Unternehmen, die selbst als Pionier voranschreiten, um sich Wettbewerbs-vorteile durch innovative digitale Kommunikationsstrategien zu verschaffen. Der Großteil der Unternehmen verbleibt in der Position des Beobachters und adaptiert unsicher die Züge der Konkurrenz, anstatt sich abzugrenzen und neue Wege zu beschreiten.[1]

Einer dieser neuen Wege kann die Einbindung von mobilen, digitalen Kommunikations-strategien in die Unternehmenskommunikation darstellen. Der derzeit allgegenwärtig erscheinende Begriff „Mobile“[2] findet bereits sehr stark in der Endkunden-Vermarktung Anwendung und beeinflusst zunehmend auch die Entwicklungen im Business-to-Business Umfeld.[3] Ein Grund dafür mag in der Tatsache begründet liegen, dass Geschäftskunden ihr privates Mediennutzungsverhalten immer weiter in den Berufsalltag übertragen und auch hier einen schnellen und bequemen Zugang zu Inhalten und Services voraussetzen.[4] Nicht zuletzt steigt aufgrund des Internets die Preistransparenz von Produkten und Dienstleistungen, was wiederum die Notwendigkeit einer erfolgreichen Angebotsdifferenzierung zu Mitbewerbern erfordert.[5]

Zielsetzung dieser vorliegenden Untersuchung ist es, einen Überblick über den gegenwärtigen Stand der mobilen Nutzung im Business-to-Business zu geben und die zukünftige Entwicklung von mobilen Kommunikationsmaßnahmen im Geschäftsumfeld zu beleuchten. Diese Arbeit verfolgt diesbezüglich vor allem das Ziel, Transparenz über die Einsatzmöglichkeiten von mobilen Anwendungen im Geschäftsumfeld zu schaffen und Rahmenbedingungen als auch Handlungsempfehlungen für Unternehmen aufzuzeigen. Darüber hinaus liegt ein weiteres Ziel dieser Arbeit darin, ausgewählte Anwendungsbeispiele vorzustellen und sich daraus ergebende Potentiale zu analysieren. Aufgrund von bis dato noch sehr wenig vorhandenen wissenschaftlichen Untersuchungen als auch tatsächlich vorhandenen Praxis-beispielen, kann dieses Themenfeld jedoch nur angerissen werden.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Besonderheiten der B2B-Kommunikation

B2B-Unternehmen richten sich für gewöhnlich nicht an einen Massenmarkt. Die Kommunikation sollte demnach zielgerichtet auf die Marktteilnehmer unter Vermeidung großer Streuverluste ausgerichtet sein. Den hohen Ansprüchen der häufig geringen Anzahl an Kunden können die Unternehmen nicht selten nur über Individualisierung der ohnehin meist komplexen Produkte gerecht werden. Dies Bedarf in Konsequenz einem größeren Kommunikationsaufwand und Interaktionsgrad.[6] Des Weiteren werden die Beschaffungsentscheidungen im B2B-Bereich multipersonell getroffen. Daraus leitet sich für das Unternehmen die Aufgabe ab, dass die übermittelten Informationen möglichst passend auf die unterschiedlichen Personen innerhalb des Buying-Centers des Geschäftspartners zugeschnitten sind.[7] Ebenfalls sollte berücksichtigt werden, dass der Kaufabschluss nicht aus einem persönlichen Eigennutzen gefällt wird, sondern voraussichtlich von einem gut ausgebildeten und professionellen Entscheidungsträger auf seine Wirtschaftlichkeit für die Firma geprüft wird. Dementsprechend sind rationale Appelle und zweckbestimmte Argumente eine notwendige Bedingung.[8]

Im Allgemeinen wird angenommen, dass das persönliche Face-to-Face Verkaufen in komplexen und langfristig angelegten Geschäftsbeziehungen besser funktioniert als der Einsatz von unpersönlichen Kommunikationskanälen wie bspw. klassische Werbeträger oder digitale Kanäle. Sie können lediglich eine unterstützende Rolle bei der Erreichung der gesetzten Verkaufsziele einnehmen.[9] Dem muss jedoch entgegengestellt werden, dass nur ein geringer Bruchteil der Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunde Face-to-Face stattfinden kann und der persönliche Verkauf nicht unbedingt jederzeit das bestmögliche Instrument zur Erreichung der gesetzten Marketing-Ziele darstellt.[10]

2.2 Rahmenbedingungen für mobile, digitale Kommunikationsstrategien

2.2.1 Service- und Kommunikationskanäle für mobile Endgeräte

Mobile Service- und Kommunikationskanäle sind mobile Webseiten oder Apps, die eine zeitgemäße Direktkommunikation mit den Geschäftskunden ermöglichen und diesen nützliche Serviceleistungen bereitstellen. Der Kunde greift über sein Smartphone oder Tablet ortsunabhängig und ad hoc auf Marketing-, Vertriebs- und Serviceinhalte zu.[11] In der Beurteilung von Produktalternativen wird der Unternehmens-webseite aus Perspektive der Buying-Center Mitglieder, unabhängig von deren Position oder Branchenzugehörigkeit, eine besondere Relevanz zugesprochen.[12] Aus diesem Grund rückt für die Mehrheit der Unternehmen die persönliche Webseite in den Mittelpunkt der mobilen Kommunikationsmaßnahmen.[13] Diese sollte für potenzielle Neukunden und bestehende Geschäftspartner leicht auffindbar, optisch ansprechend und einfach bedienbar sein.[14]

Im Bereich der Webseiten wird zwischen mobil optimierten Webseiten und responsiven Webdesigns unterschieden. Eine mobil optimierte Darstellung einer klassischen Webseite erlaubt es Usern, die Unternehmenswebsite selbst auf kleinen Smartphone-Displays ohne Einschränkung einzusehen. Prinzipiell gibt es auch keine Qualitäts-minderungen für komplexere Darstellungen wie Online-Shops. Vielschichtige und stark verflochtene Navigationsstrukturen bedingen jedoch oft die Herausforderung die Webseite an die spezifischen Darstellungsanforderungen der mobilen Endgeräte zu übertragen. Der Entwicklungsaufwand von Mobilen Webseiten gleicht durchaus denen einer App und sollte nicht unterschätzt werden.[15] Die Responsiven Webdesigns, die noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen, ermöglichen es die Webseiten beim Laden an das jeweils benutzende mobile Endgerät des Besuchers anzupassen. Aus technischer Sichtweise wird jederzeit die Webseite analog ausgespielt, gleichwohl werden je nach Anforderung des Gerätes zuvor determinierte Darstellungselemente verkleinert oder anders angeordnet.[16]

Bei der Kommunikation über Apps gilt es zwischen nativen, webbasierten und hybriden Applikationen zu unterscheiden. Eine native App stellt eine Programmdienstleistung dar, die speziell für jedes einzelne der Betriebssysteme von mobilen Endgeräten entworfen werden muss, um von diesen bedient zu werden.[17] Hier wird zugleich der größte Nachteil dieser Applikationsform sichtbar: die mangelnde Adaptivität. Da es bei den Programmiersprachen für die verschiedenen Betriebssysteme keine Über-einstimmung gibt, müssen die meisten Elemente einer nativ entwickelten Anwendung spezifisch für jede Zielplattform geschrieben werden.[18] Jedoch zeichnet sich die Anwendung durch eine starke Performance und ein deutlich angenehmeres Benutzererlebnis aus. Leistungsfähige Anwendungen wie bspw. Echtzeit-3-D-Animationen können hierdurch selbst auf Smartphone-Displays angezeigt werden.[19]

Webbasierte Apps werden im Browser ausgeführt und bieten dementsprechend nur den Funktionsumfang, die der jeweilige Browser zur Verfügung stellt. Dies kann zu Funktionseinschränkungen beim Zugriff auf Hardwarekomponenten führen, z. B. die Kamera des mobilen Endgerätes. Die Entwicklung von Browser-Apps ist meist einfacher und mit weniger Kosten verbunden als bei nativen Apps, da eine zentrale Bearbeitung durch einen Administrator erfolgt, unabhängig vom Plattformbetreiber. Hierdurch können einerseits Veränderungen sehr schnell vorgenommen und andererseits mögliche Auflagen und Restriktionen von Seiten der App-Store-Betreiber vernachlässig werden.[20]

Ein interessanter Ansatz ist die Verwendung von hybriden Apps. Diese versuchen die Vorzüge von Web-Apps („Recycling von Inhalten, dadurch kostengünstige Entwicklung) mit denen der nativen Apps (hohe Performance und Darstellungs-möglichkeit) zu verbinden.[21] Hybrid entwickelte Anwendungen unterstützen mit einem vertretbaren zusätzlichen Aufwand verschiedene Plattformen. Zudem ist ein Abruf von beinahe allen Systemfunktionen möglich. Aufgrund der Tatsache, dass Abschnitte des Programm-codes für verschiedene Plattformen übernommen werden können, reduziert dies anfallende Entwicklungskosten. Der entscheidende Vorteil dieses App-Typus liegt also klar in der wirtschaftlichen Komponente.[22]

2.2.2 Leistungsspezifika des mobilen Mediums

Das mobile Medium weist zahlreiche Leistungsparameter mit hohem Geschäftsnutzen für die Business-to-Business Vermarktung auf. Vor allem die Kombination einer personalisierten Direktkommunikation, die den zweiseitigen Informationsaustausch ermöglicht, mit einer ortsunabhängigen Bereitstellung von Informationen und Dienst-leistungen, stellt ein umfangreiches Nutzenspektrum für eine kundenrelevante und zukunftsfähige Marktbearbeitung im B2B Geschäftsumfeld dar.[23] Weiterhin sind durch die bereits weitverbreitete Nutzung von internetfähigen, mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets im Geschäftsalltag die Grundvoraussetzungen für den Einsatz von mobilen, digitalen Kommunikationsmaßnahmen gegeben.[24] Mithilfe der orts-unabhängigen Bereitstellung von Information und Serviceleistungen kann zum einen die Kaufentscheidung zusätzlich unterstützt als auch beschleunigt werden. Dies wiederum führt zur Stärkung der Kundenzufriedenheit und -bindung.[25] Mit der Möglichkeit den mobilen Kommunikationskanal, z.B. eine App, nur ausgewählten Partnern zugänglich zu machen, wird ein Gefühl der Exklusivität geschaffen, welches wiederum beim Aufbau des Beziehungsmanagements unterstützt.[26] Insbesondere trendgebende Unternehmen, die sich als sehr innovativ einschätzen, können sich die Integration von mobilen Maßnahmen zunutze machen. Durch die Verfügbarmachung von innovativen Dienstleistungen erfolgt eine Differenzierung zum Wettbewerb und die Stärkung des Images als Innovationsführer.[27]

Darüber hinaus kann eine kundensegmentspezifische als auch kundenindividuelle Aussteuerung von Inhalten gewährleistet werden, wodurch Streuverluste minimiert und Marketingbudgets optimal eingesetzt werden können. Unterstützt durch die Möglichkeit der Echtzeit-Kommunikation, werden die Schnelligkeit und die Qualität des Kunden-kontaktes gesteigert und schließlich die Kundenbindung gefestigt.[28] Nicht zuletzt eröffnet sich Unternehmen durch den Einsatz von mobilen Applikationen ganz neue Chancen Werbebotschaften zu emotionalisieren, indem die Inhalte einer Werbe-botschaft mit akustischen und optischen Elementen in Form von Videos oder Animationen angereichert werden.[29] Ein zusätzlicher Vorteil besteht in der leichten Bedienbarkeit. Nutzer mobiler Werbeformate können mit dem Finger Inhalte per Touch, Swipe oder Zoom vergrößern, verkleinern oder aus einer anderen Perspektive betrachten. Produkte und Marken werden hierdurch für den Nutzer erlebbar.[30]

3 Betrachtung des Marktes zum Einsatz des mobilen Mediums im B2B

3.1 Nutzung von mobilen Endgeräten im Geschäftsumfeld

Zufolge einer Studie von Usablenet, durchgeführt in den USA in 2014, nutzen 52% der B2B Kunden regelmäßig ihr Smartphone, um nach Produkten für ihr Unternehmen zu suchen. Sie vergleichen insbesondere Preise und Produkteigenschaften online und lesen bevorzugt Produktbewertungen. Weiterhin gaben 61% der befragten B2B Studienteilnehmer an, dass sie unternehmensbezogene Videos auf ihren mobilen Endgeräten anschauen. 57% greifen sogar nach offizieller Arbeitszeit auf geschäfts-relevante Inhalte mobil zu.[31]

Das Unternehmen Early Brands Management Consultant führte Ende 2013 eine Expertenumfrage zur Relevanz mobiler Service- und Kommunikationskanäle in Deutschland durch. Die Studienergebnisse legten offen, dass die Mehrheit der 130 befragten Entscheider aus B2B Unternehmen eine besonders hohe Steigerung der Relevanz von mobilen Kanälen für den eigenen Geschäftserfolg in den kommenden Jahren erwarten, getrieben durch einen starken bis sehr starken Wettbewerbsdruck.[32] Dabei können die mobilen Kanäle, nach Meinung der Experten, entlang der gesamten Vermarktungskette eingesetzt werden, sollten primär jedoch eine sinnvolle Ergänzung bestehender Vermarktungsaktivitäten darstellen bzw. den Ausbau dieser unterstützen.[33]

Das Ibi Research Center an der Universität Regensburg führte zusammen mit dem Unternehmen Votum im Juni 2015 eine geschlossene Expertenumfrage mit den E-Commerce Verantwortlichen von 46 verschiedenen B2B Unternehmen durch.[34] Wie bei der Early Brands Studie teilten die Experten die Ansicht, dass das Medium Mobile im B2B-E-Commerce in den kommenden Jahren stark an Bedeutung gewinnen wird. Von den befragten Unternehmen nutzen bereits 21% Tablets für die Informations-suche, Smartphones werden erst von 9% verwendet und Apps spielen nach Aussagen der Experten bisher kaum eine Rolle. Von den Unternehmen, die ihre Produkte und Leistungen ebenfalls online anbieten, haben jedoch erst 30% ihren Online-Shop mobil optimiert. Die restlichen 70% haben aktuell keine Optimierung für mobile Endgeräte vorgenommen. In den nächsten Jahren wird eine starke Dynamik in diesem Bereich erwartet, da 51% der befragten Experten glauben, dass B2B-Shops, die nicht für Tablets oder Smartphones optimiert sind, von Geschäftskunden in Zukunft deutlich seltener genutzt werden und auf diese Weise Potential verschenkt wird.[35]

Detailliertere Einblicke in den mobilen Nutzungskontext der Unternehmen liefert eine Studie von dem Beratungsunternehmen „die Firma“ in Zusammenarbeit mit der Consultic Marketing & Industrieberatung GmbH und HORIZONT.[36] Wie bereits erwähnt, scheint es den Unternehmen bewusst zu werden, dass sie an dem Einsatz von mobiler Kommunikation zukünftig nicht mehr vorbeikommen. Das Voranschreiten spiegelt sich im zunehmenden Einsatz mobiler Webseiten wieder. 36% der Unternehmen verfügen bereits über eine responsive Webseite, 31% befinden sich im Planungsprozess. 27% bieten ihren Geschäftskunden spezielle mobile Webseiten an und weitere 26% beabsichtigen diese umzusetzen. Eine geringe Verbreitung weisen die Web-Apps auf. Nur 18% der befragten Studienteilnehmer setzen diese derzeit ein und nur 16% planen, diese in ihr Maßnahmenpaket zu integrieren (s. Anhang Abb. 2). Daraus lässt sich ableiten, dass die Firmen, aufgrund der neuen technischen Voraussetzungen, native Apps und mobile Webseiten den Web-Applikationen vorziehen. Sinkende Planungs-werte sind zudem beim Einsatz der QR-Codes zu verzeichnen. 2013 setzten noch 50% der befragten Teilnehmer QR-Codes in ihrem Unternehmen ein. 2014 lag dieser Wert nur noch bei 45%.[37]

3.2 Einsatzmöglichkeiten von mobilen Anwendungen im B2B

Digitale Werbung für mobile Endgeräte bietet im B2B-Markt eine größere Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten als die standardisierten Werbeformate über die Online-Kanäle. Apps, Tools und ebenso Marketingbotschaften können viele zusätzliche Funktionen wie das Mikrofon, Kamera und den Standort des Smartphones oder Tablets eines Kunden einbeziehen, um diese persönlicher und effizienter zu adressieren.[38] Die Basis jeder mobilen Marketingaktivität sollte jedoch die Entwicklung einer mobil optimierten Webseite darstellen.[39] Denn den größten Traffic-Generator für Händler bildet bei mobilen Kunden der Kontaktpunkt über die Suchmaschine. Eine qualitativ gute Anpassung der Inhalte für das mobile Device ist für die Unternehmen zwingend notwendig, insbesondere da Google unlängst bekannt gab, dass die mobile Optimierung der Website als ein Rankingfaktor für die organischen Suchtreffer auf Smartphones integriert wurde.[40] Zusätzlich können auch Mobile-Paid-Search-Kampagnen verwendet werden, die im Gegensatz zu Search-Engine-Advertising auf Desktopausführungen verhältnismäßig günstig sind und aufgrund geringerer Konkurrenz viel Potential bieten, um sich bei den Suchergebnissen schnell an die Spitze zu setzen.[41] Nicht zuletzt sollten die Synergien zwischen Social Media und Mobile genutzt werden. Plattformen wie Facebook, LinkedIn oder Twitter sind heutzutage alle mobil optimiert. Wenn Unternehmensupdates gepostet werden, werden diese mit großer Wahrscheinlich auf mobilen Endgeräten gelesen. Insofern empfiehlt sich Promo-Aktionen auch über soziale Netzwerke auszuspielen.[42]

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit, in der mobile Lösungen die Marken- und Unternehmenskommunikation von B2B Unternehmen unterstützen können, stellen Event-Apps dar. Nahezu jedes Unternehmen, welches an Messen teilnimmt oder eigene Events hostet, kann die mobile Lösung in seine Kommunikationsstrategie einbinden. Mithilfe der eventspezifischen App werden den teilnehmenden Geschäftspartnern Karten-, Programmablauf-, Referenten- und Teilnehmerinformationen mobil bereit-gestellt.[43] Durch die Integration von standortbezogenen Diensten kann die User Experience deutlich gesteigert werden, indem Lagepläne mobil zur Verfügung gestellt werden und weiterführend die Navigation durch Messeräume ermöglicht wird. Zusätzliches Feature kann auch das Bereitstellen einer eventbezogenen Community zur Vernetzung der Teilnehmer sein, die wiederum zu sozialen Netzwerken wie Twitter oder Xing verlinked ist. Infolgedessen erhalten Eventteilnehmer die Möglichkeit, ihre Erfahrungen per Push-Nachricht mit anderen zu teilen.[44]

Darüber hinaus bieten QR Codes eine Chance, um offline Leads online zu generieren und Kunden auf einer mobilen Webseite weiterführende Informationen zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der rückläufigen Nutzerzahlen und des technologischen Fortschritts bei Bilderkennungsprogrammen werden die QR Codes jedoch in Zukunft an Relevanz verlieren.[45] Andere mobile Anwendungen können sich direkt mit den persönlichen Applikationen der Benutzer verknüpfen. Beispielsweise können die Daten beworbener Events oder Messen von Unternehmen in Werbebannern per Click direkt in den Terminkalender des Kunden integriert werden.[46]

Das mobile Medium kann von den B2B-Maktteilnehmern mit oftmals komplexen und erklärungsbedürftigen Produkten nicht nur als Werbeträger eingesetzt werden. Die Informationsverteilung per App kann ein adäquates Mittel sein, um Kunden und potentielle Geschäftspartner auf Neuerungen im Unternehmen aufmerksam zu machen.[47] Insbesondere dann, wenn dem Nutzer über die App zusätzlich mehrwertstiftende Features bereitgestellt werden.[48] Je nach Branche und Unternehmen sind sehr unterschiedliche Zusatzfunktionalitäten für den adressierten Nutzer denkbar. Ein Beispiel sind Vertriebsapplikationen, mit denen die Außendienst-Mitarbeiter auf ihren mobilen Endgeräten die Verkaufspräsentation individuell und interaktiv gestalten können.[49] Mithilfe von nativen Applikationen kann ein virtueller Showroom oder eine digitalgestützte Erweiterung des Realitätsbildes über Augemented-Reality geschaffen werden, welche als vertriebsunterstützende Kommunikationsinstrumente dienen.[50]

[...]


[1] Vgl. Fischer, M., Drewes, R., Reinhardt, T., Weih, D., (B2B Online-Monitor 2014), S. 27.

[2] Zufolge von ABI Research werden bis Ende 2020 mehr als 30 Mrd. Endgeräte wireless mit dem „Internet of Things“ verbunden sein. Vgl. Johnson, W., (The Future of Business and Industrial Marketing 2014), S. 296.

[3] Vgl. Witte, A., Bode, C., (Mobile Kanäle B2B 2014), S. 1 und Maddox, K., (Mobile Marketing B-to-B 2013), S. 1.

[4] Vgl. Jensen, M. B., (Mobile B2B communications 2008), S. 58.

[5] Vgl. Witte, A., Bode, C., (Mobile Kanäle B2B 2014), S. 2.

[6] Vgl. Jensen, M. B., (B2B marketing communications 2006), S. 357f.

[7] Vgl. Kotler, P., Pfoertsch, W., (B2B Brand Management 2006), S. 106.

[8] Vgl. Masciardi, P., Zupancic, D., (Kommunikationsmanagement im B2B 2013), S. 28ff.

[9] Ebenda.

[10] Vgl. Järvinen, J., Tollinen, A., Karjaluoto, H., Jayawardhena, C., (Digital and Social Media Marketing 2012), S. 102.

[11] Vgl. Witte, A., Bode, C., (Mobile Kanäle B2B 2014), S. 2.

[12] Vgl. Backhaus, K., Bröker, O., Brüne, P., Gausling, P., (Digitale Medien 2013), S. 35.

[13] Vgl. Anhang Abb. 1.

[14] Vgl. Lu, Y., Rastrick, K., (Impacts of Website Design 2014), S. 61.

[15] Vgl. Bitkom, (Apps und Mobile Services 2014), S. 15.

[16] Vgl. Fielding, J., (Responsive Web Design 2014), S. 1 und Bitkom, (Apps und Mobile Services 2014), S. 15.

[17] Vgl. Tosic, M., Apps für KMU 2015), S. 9.

[18] Vgl. Bitkom, (Apps und Mobile Services 2014), S. 13.

[19] Vgl. Tosic, M., Apps für KMU 2015), S. 9.

[20] Vgl. Sollberger, Al, Müller, P., (Mobile Marketing 2015), S. 37.

[21] Vgl. Tosic, M., Apps für KMU 2015), S. 9.

[22] Vgl. Bitkom, (Apps und Mobile Services 2014), S. 14.

[23] Vgl. Miller, M., (B2B Digital Marketing 2012), o. A.

[24] Vgl. Christmann, S., (Mobiles Internet 2012), S. 18.

[25] Vgl. Winkelmann, P., (Vertriebskonzeption und Vertriebssteuerung 2013), S. 540.

[26] Vgl. Witte, A., Bode, C., (Mobile Kanäle B2B 2014), S. 2.

[27] Vgl. Christmann, S., (Mobiles Internet 2012), S. 18.

[28] Vgl. Witte, A., Bode, C., (Mobile Kanäle B2B 2014), S. 2.

[29] Vgl. Kim, E., Jhih-Syuan Lin, J.S., Sung, Y., (App 2013), S. 56.

[30] Vgl. Bundesverband Digitale Wirtschaft, (Mobile Kompass 2012), S. 95.

[31] Vgl. Boris, C., (B2B customers using mobile 2014).

[32] Vgl. Witte, A., Bode, C., (Mobile Kanäle B2B 2014), S. 3.

[33] Vgl. Ebenda. .

[34] Vgl. Ibi research, Votum, (Kaufverhalten im B2B 2015), S. 10.

[35] Ebenda, S. 6, 30, 45.

[36] Vgl. Fischer, M., Drewes, R., Reinhardt, T., Weih, D., (B2B Online Monitor 2014), S. 39ff.

[37] Ebenda.

[38] Vgl. Stendel, A., (Investitionen für B2B-Unternehmen 2015), S. 1.

[39] Vgl. Kreutzer, R. T., Rumler, A., Wille-Baumkauff, B., (B2B Online-Marketing 2015), S. 230.

[40] Vgl. Wächter, M., (Mobile Strategy 2016), S. 99f.

[41] Vgl. Kreutzer, R.T., Rumler, A., Wille-Baumkauff, B., (B2B Online-Marketing 2015), S. 39. und Jensen, M. B., (Mobile B2B communications 2008), S. 360.

[42] Vgl. Stendel, A., (Hier lohnen sich Investitionen für B2B-Unternehmen 2015).

[43] Vgl. Clancy, H., (Mobile apps change the face of corporate events 2015).

[44] Vgl. Eridon, C., (B2B Mobile Apps 2011).

[45] Vgl. Kreutzer, R.T., Rumler, A., Wille-Baumkauff, B., (B2B Online-Marketing 2015), S. 41f.

[46] Vgl. Clark, J.F., (Mobile Apps for Business o.J.), S. 7f.

[47] Vgl. Aichele, C., Schönberger, M. (Hrsg.), (Apps4U 2014), S. 77.

[48] Ebenda.

[49] Vgl. Stendel, A., (Hier lohnen sich Investitionen für B2B-Unternehmen 2015).

[50] Ebenda.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Mobile digitale Kommunikationsstrategien. Chancen und Erfolgsfaktoren des mobilen Mediums im B2B Markt
Hochschule
Private Fachhochschule Göttingen
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
20
Katalognummer
V323314
ISBN (eBook)
9783668226142
ISBN (Buch)
9783668226159
Dateigröße
1059 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mobile Marketing, B2B, mobile Kommunikationsstrategien
Arbeit zitieren
Lisa Hartenstein (Autor), 2016, Mobile digitale Kommunikationsstrategien. Chancen und Erfolgsfaktoren des mobilen Mediums im B2B Markt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323314

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