Eine Sprache ist lebendig, verändert sich, entwickelt sich weiter. Sprachkontakt und der damit einhergehende Sprachwandel sind natürliche Prozesse, denen die wechselseitige Beeinflussung zweier oder mehrerer Sprachgemeinschaften und ihrer Kultur voran steht. Durch den Kontakt zweier Sprachen gelangen neue Bezeichnungen in den Sprachraum, die den Wortschatz erweitern, ihn jedoch ebenfalls verdrängen können.
In der vorliegenden Arbeit soll ein Phänomen untersucht werden, das sich unter anderem im Sprachkontakt begründen lässt: Die Übernahme englischer Lexeme in andere Sprachen, was unter dem Begriff „Anglizismus“ zusammengefasst werden kann. Genauer wird sich die Arbeit mit dem Anglizismengebrauch im Deutschen und Spanischen anhand einer vergleichenden Analyse auseinandersetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bedeutung des Englischen und sein Einfluss auf andere Sprachen
2.1 Englischer Einfluss auf die deutsche Sprache
2.2 Englischer Einfluss auf das Spanische
3. Anglizismen
3.1 Zum Forschungsstand
3.2 Anglizismusbegriff
4. Entlehnungen
4.1 Ursachen und Gründe für Entlehnungen aus dem Englischen
4.2 Entlehungstypen
4.2.1 Evidentes Lehngut
5. Textkorpus
5.1 Hintergrundinformationen zum verwendeten Textkorpus
5.2. Auswahl und Begründung des Textkorpus
5.3 Vorgehen
6. Quantitative Analyse
6.1 Die Anglizismen im Textkorpus
6.2 Die häufigsten Anglizismen
7. Qualitative Analyse – Integration der Anglizismen
7.1 Qualitative Analyse des deutschen Textkorpus
7.1.1 Grammatische Integration
7.1.1.1 Genusintegration
7.1.1.2 Numerusintegration
7.1.1.3 Morphosyntaktische Integration – Kasus
7.1.1.4. Wortbildung
7.1.1.4.1 Komposition
7.1.1.4.2 Derivation
7.1.2 Orthografische und phonetische Integration
7.1.3 Typografische Integration
7.1.4 Scheinanglizismen
7.2. Qualitative Analyse des spanischen Textkorpus
7.2.1 Grammatische Integration
7.2.1.1 Genusintegration
7.2.1.2 Numerusintegration
7.2.1.3 Wortbildung
7.2.1.3.1 Komposition
7.2.1.3.2 Derivation
7.2.2 Orthografische Integration
7.2.3 Typografische Integration
7.2.4 Scheinanglizismen
8. Zusammenfassung der Ergebnisse
9. Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Anglizismengebrauch in der deutschen und spanischen Ausgabe der Frauenzeitschrift Cosmopolitan mittels einer komparativen Analyse, um Unterschiede im Integrationsgrad englischer Lexeme sowie in der Sprachloyalität der jeweiligen Kulturen aufzuzeigen.
- Komparative Analyse des Anglizismengebrauchs in zwei Sprachräumen
- Quantitative Untersuchung von Vorkommen und Frequenz
- Qualitative Analyse der morphologischen, orthografischen und typografischen Integration
- Vergleich von Sprachloyalität und Offenheit gegenüber englischem Wortgut
- Untersuchung der Bedeutung und des Einflusses des Englischen auf Lifestyle-Magazine
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Evidentes Lehngut
Unter evidentem, für den Benutzer leicht erkennbarem Lehngut werden lexikalische Einheiten verstanden, die fremdes Morphemmaterial enthalten. Direkte Übernahmen aus Fremd- und Lehnwort sind die am häufigsten vorkommenden Entlehnungstypen (vgl. Carstensen 1965:90). Ein Fremdwort wird definiert als lexikalisches Element, das unverändert in die Nehmersprache übernommen wird und als fremdes Wort zu identifizieren ist, z. B. City, Coach, Cowboy (vgl. Glahn 2000:36). Ein Lehnwort hingegen weist orthografische (vgl. klicken, chequear) und/oder morphologische (vgl. shoppen, flirtear) und/oder phonologische (vgl. Tipp, míster) Anpassungen an die Zielsprache auf. Die Unterscheidung zwischen Fremd und Lehnwort erscheint zuweilen als problematisch, da die Grenzen zwischen beiden sehr fließend verlaufen und sich das Sprachverständnis weiterentwickelt und somit verändert.
Mischkomposita und Scheinentlehnungen werden dem evidenten Lehngut als indirekte Entlehnungen zugeordnet. Da auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich ist, wann es sich um ein Mischkompositum und wann um eine Scheinentlehnung handelt, werden die Begriffe im Folgenden voneinander abgegrenzt.
Mischkomposita sind hybride Bildungen aus englischen, deutschen bzw. spanischen oder anderen teils älteren fremdsprachlichen Lexemen. Sie werden entweder nach englischem Vorbild (vgl. dt. Haarspray nach engl. hair spray) oder ohne direkte englische Vorlage gebildet (vgl. Online-Prinz), was häufiger der Fall ist (vgl. Yang 1990:14).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Sprachkontakt und Sprachwandel dar und definiert das Ziel der Arbeit, den Anglizismengebrauch in der deutschen und spanischen Cosmopolitan zu vergleichen.
2. Die Bedeutung des Englischen und sein Einfluss auf andere Sprachen: Dieses Kapitel erörtert die Rolle des Englischen als Lingua franca und beleuchtet die historischen sowie kulturellen Hintergründe des Einflusses auf die deutsche und spanische Sprache.
3. Anglizismen: Hier wird der theoretische Forschungsstand zusammengefasst und der Anglizismusbegriff für die Arbeit eingegrenzt.
4. Entlehnungen: Dieses Kapitel untersucht die Ursachen für Entlehnungen und klassifiziert die verschiedenen Lehn- und Entlehnungstypen.
5. Textkorpus: Hier werden das verwendete Untersuchungsobjekt (Cosmopolitan), die Auswahlkriterien und das methodische Vorgehen bei der Korpusanalyse beschrieben.
6. Quantitative Analyse: In diesem Kapitel werden die ermittelten Vorkommen und die Häufigkeit der Anglizismen im Textkorpus statistisch ausgewertet.
7. Qualitative Analyse – Integration der Anglizismen: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die grammatische, orthografische und typografische Integration der gefundenen Anglizismen im deutschen und spanischen Textkorpus.
8. Zusammenfassung der Ergebnisse: Hier werden die Resultate der quantitativen und qualitativen Analysen gegenübergestellt und interpretiert.
9. Schlussbetrachtung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und wirft einen Blick auf zukünftige Entwicklungen im Sprachgebrauch.
Schlüsselwörter
Anglizismen, Sprachkontakt, Sprachwandel, Cosmopolitan, komparative Analyse, Lehnwort, Fremdwort, Sprachloyalität, morphologische Integration, orthografische Integration, Entlehnung, Textkorpus, Lifestyle-Magazin, Internationalisierung, deutsch-spanischer Vergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung und dem Vergleich des Gebrauchs englischer Lehnwörter (Anglizismen) in der deutschen und der spanischen Ausgabe der Zeitschrift Cosmopolitan.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen den Einfluss des Englischen auf die deutsche und spanische Sprache, die Klassifizierung von Entlehnungstypen sowie die Untersuchung des Integrationsgrades dieser Fremdwörter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, deskriptiv zu erfassen, wie stark Anglizismen in das jeweilige Sprachsystem integriert sind und ob Unterschiede in der "Sprachloyalität" zwischen den beiden Sprachräumen bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine komparative Korpusanalyse durchgeführt. Dabei werden die Ausgaben 03/2010 und 04/2010 beider Magazin-Varianten auf Anglizismenvorkommen, Frequenz sowie morphologische, orthografische und typografische Anpassungen hin untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der qualitativen Analyse der Integration, unterteilt in die grammatische Anpassung (Genus, Numerus, Kasus, Wortbildung), orthografische Aspekte sowie typografische Besonderheiten in beiden Sprachen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Anglizismen, Sprachloyalität, Integrationsgrad, komparative Analyse, Sprachkontakt und Lehnwörter.
Warum wurde ausgerechnet die Cosmopolitan als Textkorpus gewählt?
Die Zeitschrift wurde gewählt, da sie in beiden Ländern etabliert ist, ähnliche Themen (Mode, Beauty, Lifestyle) abdeckt und aufgrund ihrer Zielgruppe eine hohe Offenheit für fremdsprachliche Einflüsse vermuten lässt.
Welches Hauptergebnis liefert der Vergleich zwischen Deutsch und Spanisch?
Die Analyse zeigt, dass die deutsche Ausgabe deutlich mehr Anglizismen aufweist und offener damit umgeht, während die spanische Ausgabe eine höhere Sprachloyalität zeigt und häufiger auf native Entsprechungen zurückgreift.
- Arbeit zitieren
- Corinna Klaus (Autor:in), 2010, Anglizismengebrauch in Frauenzeitschriften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323364