Gewalt in der Schule ist nicht erst seit heute ein relevantes, schulübergreifendes Problem. Bereits der Blick in die Geschichte zeigt, dass Aggressionen und Gewalthandlungen von Schülern schon immer vorhanden waren. Allerdings wird das Problem heute stärker thematisiert durch die Medien – die Bevölkerung erhält heutzutage mehr Informationen über die Gewalttaten in Schulen.
Trotz allem stellt antisoziales Verhalten heute ein großes Problem dar, welches vor Allem dadurch verstärkt wird, dass es in einer Entwicklungsphase auftritt, welche für Jugendliche entscheidend ist. Erikson sagt, dass im Jugendalter (Stufe 5 des Modells Eriksons) sich alles um die Fragen dreht: Wer bin ich? Wer bin ich nicht? Wenn in dieser Phase Probleme auftreten, kann es zu einer Vermischung bzw. Streuung der Identität kommen. Doch welche Ursachen bestehen für die Entwicklung von antisozialem Verhalten unter Schülern? Welchen Einfluss nehmen schulexterne Faktoren? Diesen Fragen wird in dieser Arbeit nachgegangen.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Definitionen
2.1 Aggressionen
2.2 Gewalt
3.Formen von Gewalt an Schulen
4.Psychologische Theorien
4.1 Trieb- und Instinkttheorie
4.2 Emotionstheorien
4.3 Lerntheoretische Ansätze
5.Erklärungsansätze – Risikofaktoren
6.Schlusswort
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die vielschichtigen Ursachen und Erklärungsansätze für die Entstehung von Gewalt und Aggressionen im schulischen Kontext der Klassenstufen 5 bis 10 zu untersuchen und kritisch zu beleuchten.
- Differenzierung der Begriffe Aggression und Gewalt
- Klassifizierung verschiedener Formen von Gewalt an Schulen
- Analyse psychologischer Erklärungsmodelle (Trieb-, Emotions- und Lerntheorien)
- Untersuchung bedeutender Risikofaktoren wie Familie, Schule, Peer-Groups und Medien
Auszug aus dem Buch
4.1 Trieb- und Instinkttheorie
Lorenz sagt, dass der Aggressionsinstinkt eine Art Kampftrieb von Tier und Mensch ist, welcher sich auf den Artgenossen richtet. (vgl. Bertet/Keller 2011: 20)
Lorenz schrieb ein Buch mit dem Titel „Das sogenannte Böse“. In diesem beschreibt er seine Theorie in Hinblick auf die aggressiven Impulse. Er sagt, dass unser Körper ständig aggressive Energie erzeugt. Diese Energie staut sich solange auf, bis ein bestimmter Schwellenwert erreicht ist. Man könnte auch sagen „bis zu dem Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“. Ab dieser Überschreitung des Pegels kommt es zu einer Entladung der gesamten angestauten Energie. (vgl. Stärk 2007: 15)
Desto länger der Aggressionsstau andauert, umso geringer muss der Auslösereiz sein, der zu der Entladung der Aggressionen führt. Ebenso besteht die Gefahr, dass der Aggressionsstau einen solchen Druck aufgebaut hat, dass für die Entladung kein Auslösereiz mehr notwendig ist. (vgl. Bertet/Keller 2011: 20) Stärk benennt Lorenz' Theorie in ihrem Buch als „Dampfkesseltheorie“ - die zu entladenen Aggressionen benötigen ein Ventil, durch welches sie dann nach und nach abgelassen werden können. Ein solches Ventil findet sich bspw. im Sport, bei welchem der Mensch „Dampf ablassen“ und seine Aggressionen kanalisieren kann. Eindeutige Beweise für Lorenz' Theorie gibt es nicht, Lorenz hat zwar ein paar Beispiele als Beweise dargelegt, jedoch wurden die meisten davon als unzureichend oder falsch nachgewiesen. (vgl. Stärk 2007: 15 f.) Freud sagt, dass der Mensch dann aggressives Verhalten zeigt, wenn er eine Hemmung oder Kränkung innerhalb seines Luststrebens wahrnimmt. Die Stärke der Aggressionen im Erwachsenenalter sind abhängig davon, wie oft ein Mensch in seiner Kindheit diese negative Erfahrung machen musste. (vgl. Bertet/Keller 2011: 20)
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik von Gewalt an Schulen ein und erläutert die Relevanz der Thematik sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2.Definitionen: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten „Aggression“ und „Gewalt“ definiert, um eine wissenschaftliche Verständigungsbasis zu schaffen.
3.Formen von Gewalt an Schulen: Das Kapitel kategorisiert verschiedene Erscheinungsformen von Gewalt, wie physische, psychische und neue Gewaltformen wie Cyberbullying.
4.Psychologische Theorien: Es werden grundlegende psychologische Erklärungsansätze, wie die Trieb-, Emotions- und Lerntheorien, zur Entstehung von Aggression dargestellt.
5.Erklärungsansätze – Risikofaktoren: Dieses Kapitel beleuchtet konkrete Risikofaktoren in den Bereichen Familie, Schule, Peer-Groups und Medien, die Gewalt begünstigen können.
6.Schlusswort: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf notwendige Veränderungen im schulischen Umfeld.
Schlüsselwörter
Gewalt, Aggression, Schule, Erklärungsansätze, Risikofaktoren, Mobbing, Bullying, Cyberbullying, Triebtheorie, Emotionstheorie, Lerntheorie, Peer-Groups, Mediengewalt, Prävention, Schulalltag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Ursachen von Gewalt und Aggressionen im schulischen Umfeld für die Klassenstufen 5 bis 10.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Gewalt, der Darstellung psychologischer Theorien und der Analyse spezifischer Risikofaktoren in Familie, Schule und Medien.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Auslöser von antisozialem Verhalten bei Schülern zu schaffen, um mögliche Interventionsansätze aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse bestehender wissenschaftlicher Studien, Theorien und erziehungswissenschaftlicher Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, die Vorstellung psychologischer Theorien zur Aggressionsentstehung sowie eine Untersuchung von Risikofaktoren im sozialen Umfeld der Jugendlichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gewalt, Aggression, Prävention, Risikofaktoren, Bullying und psychologische Theorien.
Warum wird die Grundschule laut den Studien als weniger belastet eingestuft?
Laut den zitierten Studien liegt dies daran, dass an Grundschulen seltener Studien durchgeführt werden und die Gewaltbereitschaft bei Schülern meist erst ab der 5. Klasse signifikant zunimmt.
Welche Rolle spielen Peer-Groups bei der Entstehung von Aggressionen?
Peer-Groups können Jugendlichen Halt geben, aber auch durch Rivalitätskämpfe, Druck oder die Abkehr von Normen kriminelles oder aggressives Verhalten fördern.
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- Maria Löpke (Autor), 2015, Welche Gründe bestehen für Gewalt und Aggressionen an Schulen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323371