Ist personzentrierte Spielförderung von ängstlichen und unsicheren Kindern in Kindertageseinrichtungen wirksam und umsetzbar? Zeigen sich positive Auswirkungen bezüglich ihrer Ängstlichkeit, ihres Selbstwertgefühls und ihres Sozialverhaltens? Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Wirksamkeit von personzentrierter Spiel- und Entwicklungsförderung in Kindertageseinrichtungen zur Unterstützung einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung speziell bei ängstlichen und unsicheren Kindern.
Eine Stichprobe von 102 Kindern (55 ♀, 47 ♂, 4,0 – 5,11 Jahre) gleichmäßig aufgeteilt in Durchführungs- und Kontrollgruppe, erhielten in einem Zeitraum von sechs Wochen 15 Interventionen, die sich aus Einzel-, Zweier-, Klein- und Gruppenförderungen zusammensetzten. Hierbei wurden an drei verschiedenen Zeitpunkten Daten der Kinder, der Eltern und der pädagogischen Fachkräfte erhoben. Die so gewonnenen Testwerte aller Beteiligten lassen auf eine positive Wirkung der personzentrierten Spielförderung auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern schließen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Schüchternheit
2.1.1 Definition
2.1.2 Ausprägung / Differenzierte Darstellung
2.1.3 Erklärungsansatz nach dem personzentrierten Modell
2.1.4 Erscheinungsbild
2.1.5 Symptomatik
2.1.6 Auswirkungen
2.2 Personzentrierte Spieltherapie
2.2.1 Das Konzept der klientenzentrierten Psychotherapie nach Carl R. Rogers
2.2.2 Das kindliche Spiel
2.2.3 Die Bedeutung des Spiels in der personzentrierten Spieltherapie
2.2.4 Personzentrierte Spieltherapie und interaktionelle Methoden nach Virginia Mae Axline
2.2.5 Die Bedeutung der therapeutischen Beziehung
2.2.6 Personzentrierte Gruppenspieltherapie
2.2.7 Umgang in der personzentrierten Spieltherapie
2.2.8 Spielförderung in Kindertageseinrichtungen
2.2.9 (Aktuelle) Forschung zur Wirksamkeit von Spieltherapie
3 Fragestellung
4 Methoden
4.1 Studiendesign
4.2 Auswahl der Einrichtung
4.3 Spielmaterialien / Spielzimmer
4.4 Teilnehmende Kinder
4.5 Vorbereitung und Planung der Spielförderung
4.6 Protokollierung
4.7 Eingesetzte Testverfahren
4.7.1 BAV 3-11
4.7.2 CBCL 1,5-5
4.7.3 C-TRF 1,5-5
4.7.4 Zielerreichungsskala / Goal Attainment Scale (GAS)
4.7.5 Sonstige Testverfahren
4.8 Durchführung der Spielförderung
4.8.1 Einzelförderung im Spielzimmer
4.8.2 Zweiergruppenförderung im Spielzimmer
4.8.3 Kleingruppenförderung im Spielzimmer
4.8.4 Gruppenförderung im Gruppenraum
5 Ergebnisse
5.1 Hypothese 1
5.2 Hypothese 2
5.3 Hypothese 3
5.4 Hypothese 4
5.5 Hypothese 5
5.6 Einzelergebnisse der selbstgeförderten vier Kinder
5.6.1 Einzelergebnisse von CJ 201108 (Durchführungsgruppe)
5.6.2 Einzelergebnisse von CS 251107 (Durchführungsgruppe)
5.6.3 Einzelergebnisse von EH 260708 (Kontrollgruppe)
5.6.4 Einzelergebnisse von SS 270908 (Kontrollgruppe)
6 Subjektive Erfahrungen und Eindrücke
6.1 Zielerreichungsskala (GAS) / Halbstrukturiertes Kurzinterview
6.1.1 Auswertung von CJ 201108
6.1.2 Auswertung von CS 251107
6.1.3 Auswertung der GAS von EH 260708
6.1.4 Auswertung der GAS von SS 270908
6.2 Erfahrungen während der Spielförderung
6.2.1 Erfahrungen mit CJ 201108
6.2.2 Erfahrungen mit CS 251107
6.2.3 Erfahrungen mit EH 260708
6.2.4 Erfahrungen mit SS 270908
7 Diskussion / Resümee
8 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit der personzentrierten Spiel- und Entwicklungsförderung in Kindertageseinrichtungen, um eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung speziell bei ängstlichen und unsicheren Kindern zu unterstützen und zu fördern.
- Wirksamkeit personzentrierter Spieltherapie bei ängstlichen Kindern
- Integration von Spielförderung in den Kindergartenalltag
- Stärkung des Selbstwertgefühls und Sozialverhaltens
- Empirische Untersuchung mittels standardisierter Testverfahren
Auszug aus dem Buch
2.1.4 Erscheinungsbild
Betroffene Kinder sind im Kindergarten wie in der Schule meist unauffällig und unscheinbar. Sie fallen häufig erst auf den zweiten Blick durch verbales und nonverbales Verhalten, sowie durch ihren Umgang in sozialen Situationen mit Anforderungscharakter, die aktives Reagieren des Kindes erfordert, auf (Petermann & Petermann, 1996). Verbal sind diese Kinder eher schweigsam und zurückhaltend, erzählen selten etwas und sprechen meist leise und/oder stotternd. Das Ausdrücken von Gefühlen wie Freude oder Ärger scheint nicht möglich. Zudem wirken sie häufig weinerlich und apathisch. Nonverbal ist beobachtbar, dass sie kaum in der Lage sind, Blickkontakt aufzunehmen. Ihr Bewegungsverhalten ist meist eingeschränkt, sie bewegen sich kaum und dies überwiegend zögerlich und unsicher. Manche versteifen sich gar in bestimmten Körperhaltungen. In sozialen Anforderungssituationen können sich schüchterne Kinder nicht durchsetzen und meiden oder verweigern sogar soziale Kontakte (Petermann & Petermann, 1996).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Hintergrund der Studie im Rahmen einer Dissertation und definiert das Ziel, die Wirksamkeit personzentrierter Spielförderung für ängstliche Kinder zu untersuchen.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Phänomen Schüchternheit sowie dem personzentrierten Ansatz nach Carl Rogers und Virginia Axline.
3 Fragestellung: Hier werden die Forschungsfragen zur Wirksamkeit der Spielförderung spezifiziert und fünf Hypothesen zur Entwicklung der Kinder aufgestellt.
4 Methoden: Das Kapitel beschreibt das Studiendesign, die Auswahl der Einrichtung, die eingesetzten Testverfahren (wie BAV 3-11, CBCL 1,5-5) sowie den konkreten Ablauf der Interventionen.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse der Untersuchung werden hier anhand der aufgestellten Hypothesen statistisch ausgewertet und sowohl für die Gesamtheit als auch für Einzelfälle dokumentiert.
6 Subjektive Erfahrungen und Eindrücke: Dieses Kapitel liefert eine qualitative Analyse basierend auf Beobachtungen und Interviews zur subjektiven Wahrnehmung der Entwicklung der Kinder.
7 Diskussion / Resümee: Hier findet die Zusammenführung und kritische Würdigung der Untersuchungsergebnisse statt, mit dem Fazit einer positiven Wirkung der Spielförderung.
8 Ausblick: Der Ausblick formuliert die Hoffnung auf eine flächendeckende Integration des Ansatzes in Kindertageseinrichtungen sowie die persönliche berufliche Orientierung der Autorin.
Schlüsselwörter
Spieltherapie, personzentriert, klientenzentriert, Spielförderung, Kindertageseinrichtungen, Schüchternheit, Ängstlichkeit, Selbstwertgefühl, Sozialverhalten, Verhaltensauffälligkeiten, Persönlichkeitsentwicklung, Wirksamkeitsforschung, BAV 3-11, CBCL 1,5-5, Interaktionsresonanz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob eine personzentrierte Spielförderung in Kindertageseinrichtungen effektiv dazu beitragen kann, die Persönlichkeitsentwicklung von ängstlichen und unsicheren Kindern zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Symptomatik von Schüchternheit bei Kindern, das Konzept der personzentrierten Spieltherapie nach Carl Rogers und Virginia Axline sowie die Wirksamkeitsprüfung von pädagogischen Interventionen.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es zu belegen, dass durch eine niedrigschwellige personzentrierte Spielförderung Ängstlichkeit abgebaut, das Selbstwertgefühl gesteigert und das Sozialverhalten von Kindern verbessert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem empirischen Studiendesign, das standardisierte Testverfahren (wie BAV 3-11, CBCL 1,5-5, C-TRF 1,5-5) sowie qualitative Interviews und Protokollierungen nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Beschreibung des Studiendesigns und der Interventionen sowie die umfassende statistische und qualitative Auswertung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Spieltherapie, personzentrierter Ansatz, Kindertageseinrichtungen, Schüchternheit, Selbstwertgefühl und Verhaltensauffälligkeiten.
Wie wurden die Kinder für die Studie ausgewählt?
Die Auswahl erfolgte durch das pädagogische Fachpersonal in den jeweiligen Einrichtungen anhand einer speziellen Checkliste für ängstliche und unsichere Kinder.
Was ist das Konzept der "Interaktionsresonanz"?
Interaktionsresonanz beschreibt ein Therapeutenverhalten, bei dem die Fachkraft auf das Spielhandeln des Kindes resonanzgebend reagiert, um eine tiefere Verbindung und beziehungsorientierte Kommunikation zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt die Trennung von Durchführung- und Kontrollgruppe?
Die Einteilung dient dazu, die Wirksamkeit der Intervention wissenschaftlich zu überprüfen, indem die Entwicklung der geförderten Kinder mit einer Gruppe ohne diese spezielle Intervention verglichen wird.
Was schließt die Autorin aus den Ergebnissen?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die personzentrierte Spielförderung eine wirkungsvolle und alltagstaugliche Methode ist, um die psycho-soziale Entwicklung von Kindern präventiv zu stärken.
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- Lea Lippmann (Autor), 2013, Personzentrierte Spielförderung. Schüchterne Kinder in Kindertageseinrichtungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323393