Der Tod von Alexander dem Großen


Hausarbeit, 2015
14 Seiten, Note: 1.7

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Prophezeiungen vom Tod Alexanders

3. Der Tod von Alexander dem Großen
3.1 Die Vergiftungsthese
3.2 Die Krankheitsthese

4. Schlussbetrachtung

5. Quellenverzeichnis

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Am 10 Juni 323 v. Chr. stirbt der wohl mächtigste Mensch der Antike, Alexander der Große. Kurz nach seinem Tod entstehen bereits die ersten Legenden über sein Leben. In den antiken Quellen wird versucht Alexander als einen Mythos darzustellen und sein Ableben dramatisch zu gestalten. Wie und woran der Makedonenkönig jedoch starb, ist in der Forschung umstritten.

In dieser Arbeit geht es um die Klärung von den Todesprophezeiungen die Alexander erhalten hat und sein Ableben.

Die Quellenlage besteht sowohl aus Primär- als auch Sekundärquellen. Bei den Primärquellen handelt es sich um Schriften aus der Zeit von Alexander. Bei dieser Art von Quelle ist meistens weder Titel noch Umfang bekannt, da größtenteils nur kleine Stücke erhalten sind. Objektivität ist bei den Primärquellen nicht zu erwarten. Sie wurden von Menschen aus dem direkten Umfeld Alexanders geschrieben.

Die Sekundärquellen entstammen hier im Wesentlichen aus dem hellenistischen Zeitalter bis zum 2. Jahrhundert nach Christus. Sie wurden in der römischen Kaiserzeit von griechischen Geschichtsschreibern verfasst, die einzige Ausnahme ist der römische Curtius Rufus.

Für diese Arbeit werden die Quellen von Arrian, Curtius Rufus, Diodor, Iustinus und Plutarch interpretiert.

Plutarch der nach eigenen Angaben Lebensbilder zeichnen will[1], gibt wie Arrian eine detaillierte Beschreibung über die letzten Tage Alexanders. Beide stützen sich auf die Schriften der Ephemeriden Alexanders. Die Darstellung der Beiden ist überwiegend identisch und die Forscher halten sie für relativ glaubwürdig. Womöglich haben sie ihre Informationen von Aristobul, der sich auf Nearch einem Flottenführer Alexanders beruft. Arrian stützt sich außerdem auf Ptolemaios, der ebenfalls am Alexanderzug teilgenommen hat und den König kannte.[2]

Curtius Rufus und Iustinus haben ihre Informationen über eine Zwischenquelle von Kleitarch.[3] Er hat wahrscheinlich nicht am Alexanderzug teilgenommen, aber seine Informationen aus mündlicher Überlieferung und anderen Darstellungen erhalten.[4]

Diodor hat seine Informationen auch von Kleitarch, aber über den historischen Wert von ihm wird spekuliert.[5]

Alle Autoren wurden zudem von Kallisthenes beeinflusst, der aber von Alexander hingerichtet wurde und nichts über seinen Tod überliefert haben kann.[6]

Da es auch heute noch recht wenig Literatur gibt, die sich mit dem Tod von Alexander dem Großen auseinandersetzt, wird der Autor dieser Arbeit sich neben dem Quellenmaterial auf Biographien und Gesamtdarstellungen unter anderem von Demandt, Droysen, Laufer und Will beziehen.

Die Arbeit beginnt mit den Vorausdeutungen über Alexanders Tod, denn diese verleihen ihm einen Hauch von Mystik.

2. Die Prophezeiungen vom Tod Alexanders

Alexander soll vor seinem Tod zahlreiche Prophezeiungen über diesen erhalten haben. Laut Arrian, Diodor, Iustinus und Plutarch, soll Alexander während seinem Marsch nach Babylon von den Chaldäern aufgefordert worden sein die Stadt nicht zu betreten.[7] Des Weiteren findet man bei Diodor den Grund für diese Aussage. Die Chaldäer hätten durch Sternendeutungen herausgefunden, dass Alexander in Babylon sterben würde.[8] Im Gegensatz dazu bezweifelt Arrian, ob diese Geschichte überhaupt der Wahrheit entspricht.

„Darüber hinaus bestand freilich bei ihm gewisser Verdacht, die Chaldäer wollten damals den Einzug in die Stadt nicht auf göttliches Geheiß hin, sondern eher zum eigenen Vorteil verhindern.“[9]

Nach Alexanders erstmaligem Auszug aus Babylon, befahl er den Chaldäern den Tempel des Gottes Bel wieder zu errichten. Die Chaldäer verwalteten dadurch das Geld dieses Gottes. Da die Bauarbeiten aber in Verzug waren, befürchteten die Chaldäer mit Alexanders erneutem Einzug den Entzug der Verwaltungsgelder.[10]

Laut Arrian und Plutarch ereilte Alexander die nächste unheilvolle Prophezeiung, kurz bevor er in Babylon einmarschierte. Der Seher Pythagoras hat Alexanders Zukunft mit einem Opfertier gedeutet. Die Leber dieses Tieres besaß keinen Lappen, ein schlimmes Zeichen.[11]

Aufgrund dieser Prophezeiungen meidet Alexander den Einmarsch in die Stadt und schlägt sein Lager kurz davor auf.[12] Doch auf Drängen der griechischen Philosophen zieht er schlussendlich in Babylon ein.[13] Jedoch vermeidet er den Palast und hält sich nur am Euphrat auf um den Prophezeiungen zu entrinnen.[14]

Bei einer von Alexanders zahlreichen Bootsfahrten fällt die Königsbinde ins Wasser. Daraufhin springt ein Mann hinterher um es zu holen, anschließend setzt er es sich auf den Kopf.[15] Der Makedonenkönig ist anfangs erfreut und lobt den Mann für seinen Mut, da dieser aber das Diadem auf seinem Haupt trug, sahen die Propheten ein unheilvolles Zeichen für Alexanders Zukunft. Verängstigt davon ließ Alexander den Mann umbringen.

In Diodors und Plutarchs Schriften werden noch weitere kleinere Vorausdeutungen beschrieben. Bei Ersterem soll Alexander anlässlich der Trauer um Hephaistion befohlen haben alle persischen Feuer zu löschen bis die Beerdigungszeremonie vorbei ist. Die Perser sahen darin ein schlechtes Zeichen, denn die Tradition besagt, dass das Feuer nur beim Tod eines Königs gelöscht werden soll.[16] Laut Plutarch soll ein Esel mit einem Hufschlag den schönsten Löwen Alexanders getötet haben. Ein weiteres böses Omen für den Makedonenkönig.[17]

Laut Arrian soll Alexander während einer Truppenbesprechung den Raum verlassen haben um sich zu erfrischen. Ein Gefangener zog des Königs Gewänder an und setzte sich auf den Thron.[18]

„Alexander, dem dies gemeldet wurde, habe den Missetäter, der sich auf den Thron setzte, foltern lassen, denn er wollte erfahren, ob dies ein abgekartetes Attentat sei. Er jedoch habe lediglich geantwortet, er habe so gehandelt, weil es ihm gerade in den Sinn gekommen sei. Dies aber deuteten die Seher als einen noch stärkeren Hinweis auf ein Unglück, das sich damit ankündigte.“[19]

Mit jedem dieser Vorzeichen soll Alexander immer misstrauischer und ängstlicher geworden sein.[20]

An diesem Punkt ist zu erwähnen, dass der größte Teil dieser Prophezeiungen der Wahrheit womöglich nicht entsprechen. Nur die Vorausdeutung der Chaldäer soll laut Wolfgang Will wahr sein. Sie hatten ein Motiv um Alexander aus der Stadt rauszuhalten, sie wollten die Verwaltungsgelder für den Tempel nicht entzogen bekommen. Des Weiteren ist anzuführen, dass sich Alexanders Entschlossenheit den Arabienfeldzug durchzuführen mit den ängstlichen Reaktionen aufgrund der Prophezeiungen wiedersprechen.[21] Alexander hat diesen Feldzug bis kurz vor seinem Tod vorbereitet.[22] Ein Mensch zerfressen von Angst aufgrund dieser Vorausdeutungen, hätte nicht so gehandelt.

Daher ist zu vermuten, dass die meisten Prophezeiungen erst nach Alexanders Tod hinzugefügt wurden um einen Mythos zu gestalten.

3. Der Tod von Alexander dem Großen

Über den Tod von Alexander wird bis heute noch viel spekuliert. Jedoch findet man in den antiken Quellen zwei Möglichkeiten die das Ableben des Makedonenkönigs darstellen. Arrian und Plutarch gehen in ihren Schriften von einem Krankheitsverlauf aus, wohingegen Iustinus von einer Vergiftung Alexanders berichtet, und Diodor nimmt sich den zwei Thesen an. Obwohl der Verlauf vom Tode Alexanders verschiedene Versionen beinhaltet, so sind sich alle Autoren über den Beginn einig. Nach einem Gastmahl lädt Medius, ein Thessalier, Alexander zu einem weiteren Gelage ein.[23]

Bei der Vergiftungsthese behauptet Iustinus, man hätte dieses Gastmahl nur ausgerichtet um Alexander umzubringen. Nachdem der Makedonenkönig aus einem Becher, welchen er von den Bediensteten Cassander, Jollas und Phillipus erhielt, getrunken hatte, schrie er vor Schmerzen auf. Diese drei Männer sollen Gift in den Becher gegeben haben, angestiftet wurden sie von Antipater, dem Vater von Cassander. Antipater habe wegen seines Sieges bei Megalopolis den Neid Alexanders geweckt, dann infolge eines Streits mit Olympias, der Mutter Alexanders, den Zorn des Königs erregt. Als Strafe hat der König Antipater aus Makedonien abgezogen.[24] Nicht nur Iustinus berichtete von diesem Streit sondern auch bei Arrian war von einem Streit die Rede. Er sieht ebenfalls die Strafe als Grund für die Abberufung aus Makedonien.[25] Des Weiteren beschreibt Iustinus die Wirkung des Giftes:

„Die Kraft [...] war so groß, daß es nicht in Kupfer nicht in Eisen, nicht in einem irdenen Gefäß aufbewahrt und nicht anders als in einem Pferdehufe fortgebracht werden konnte.“[26]

Nachdem Alexander erkennt, dass er dem Tod geweiht ist, lässt er sich auf den höchsten Punkt Babylons bringen und die Soldaten an sich vorbeiziehen.[27] Seinen Freunden sagt er große Leichenspiele voraus und er befiehlt seinen Leichnam bei Ammon zu beerdigen.[28] Sechs Tage nach seiner Vergiftung stellt sich die Frage nach Alexanders Nachfolger, Alexander beantwortete diese mit den Worten „dem Würdigsten“[29] Außerdem berichtet Iustinus, dass Alexander seinen Siegelring an Perdikkas übergeben hat und somit ihn zum Nachfolger bestimmt. Der Tag von Alexanders Tod wird bei Iustinus nicht erwähnt.

Arrian und Plutarch bestreiten die Vergiftungstheorie, sie halten einen Krankheitsverlauf für logisch. Dabei stützen sie sich auf die amtlichen Tagebücher der Ephemeriden. Diese Schriften liefern einen genauen Einblick in die letzten Tage von Alexander dem Großen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich hierbei um Fälschungen handelt ist ausgeschlossen. Laut Hammond war das Wesentliche aus diesen Schriften bekannt, die aufgeschriebenen Taten des Königs, erlebte der größte Teil des Heeres mit.[30] Des Weiteren konnte das Archiv des Königs nur von wenigen betreten werden.[31]

Der einzige Unterschied, Plutarch ordnet im Gegensatz zu Arrian den Ereignissen Daten zu. In den Überlieferungen verließ Alexander das Gastmahl bei Medios bereits mit Fieber, gab aber laut Arrian Befehle für den Flottenaufbruch. Am 19. Daisios ging er nach dem Baden in seine Schlafkammer und verbrachte den ganzen Tag mit Medios beim Brettspiel. Spät am Abend nahm er wieder ein Bad, opferte den Göttern, dann aß er und fieberte die ganze Nacht. Plutarch berichtet, dass Nearch am 20. Daisios Alexander von seinen Entdeckungsfahrten in der großen See erzählt.[32] Bei Arrian findet man die Information, dass Alexander Nearch und den Heerführern befahl, sich für den Aufbruch drei Tage später vorzubereiten. Am Tag darauf badete Alexander wieder, opferte und bekam hohes Fieber, trotzdem soll er laut Arrian den Heerführern befohlen haben sich bereit zu machen. Am 22. Daisios lässt Alexander sich sogar zum Bad tragen, wo er laut Arrian erneut Befehle für den Abmarsch erteilt.[33] Bei Plutarch steht, dass Alexander sich mit seinen Generälen über die Neubesetzung der Offizierstellen beraten hat. Am 24. Daisios befahl Alexander seinen Offizieren sich im Palast aufzuhalten. Die niederen Soldaten formierten sich dabei vor dem Palast.[34] Sowohl Arrian als auch Plutarch berichten, dass Alexanders Soldaten ihn nicht mehr erkannten, er war nicht mehr in der Lage zu sprechen. Am 27. Daisios erzwangen die Makedonen Einlass in den Palast, weil sie glaubten ihr König wäre tot. Das Heer zog an seinem Krankenbett vorbei und laut Arrian grüßte Alexander sie, in dem er den Kopf mühsam anhob.[35] Ein paar Hetairen gingen zum Serapistempel um das Orakel zu fragen, ob sie Alexander zu ihm bringen sollte. Es soll geantwortet haben, dass Alexander dort bleiben soll wo er ist, dann würde es ihm besser gehen. Einen Tag später stirbt Alexander der Große.[36]

[...]


[1] Plut. Alex. 1.

[2] Will, Wolfgang: Alexander der Große. Geschichte Makedoniens. Bd. 2. Berlin, Köln, Mainz, Stuttgart 1986. S. 22.

[3] Will, Alexander der Große, S. 22.

[4] Lauffer, Siegfried: Alexander der Große. München 1993. S. 219.

[5] Will, Alexander der Große, S. 22.

[6] Lauffer, Alexander der Große, S. 219.

[7] Arr. an. VII. 16,5-6. / Plut. Alex. 73. / Diod. XVII. 112,2-3. / Iust. XXII. 13,3.

[8] Diod. XVII. 112,3.

[9] Arr. an. VII. 17,1.

[10] Arr. an. VII. 17,1-4.

[11] Arr. an. VII. 18,1-5. / Plut. Alex. 73.

[12] Diod. XVII. 112. / Arr. an. VII. 17,5-6.

[13] Diod. XVII. 112. / Iust. XII. 13,5.

[14] Plut. Alex. 73.

[15] Diod. XVII. 116. / Arr. an. VII. 22,1-3.

[16] Diod. XVII. 114.

[17] Plut. Alex. 73.

[18] Arr. an. VII. 24,1-3. / Diod. 116. / Plut. Alex. 73.

[19] Arr. an. VII. 24,3.

[20] Plut. Alex. 75.

[21] Will, Alexander der Große, S. 174f.

[22] Plut. Alex. 76. / Arr. an. VII. 25.

[23] Diod. XVII. 117. / Plut. Alex. 75. / Arr. an. VII. 24,4.

[24] Iust. XII. 13,8 – 14,9. / Demandt, Alexander: Alexander der Große. Leben und Legende. München 2009. S. 343.

[25] Arr. an. VII. 12,5-7.

[26] Iust. XII. 14,7.

[27] Iust. XII. 15,2-4.

[28] Iust. XII. 15,5-7.

[29] Iust. XII. 15,8-12.

[30] Hammond, Nicholas Geoffrey Lemprière: The Royal Journal of Alexander. In: Historia. Zeitschrift für alte Geschichte. Bd. 37 / Heft 2. (1988), S. 132.

[31] Hammond, The Royal Journal of Alexander, S. 147.

[32] Plut. Alex. 76.

[33] Arr. an. VII. 25.

[34] Plut. Alex. 76.

[35] Arr. an. VII. 25.

[36] Arr. an. VII. 25,1 – 26,2. / Plut. Alex. 76.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Der Tod von Alexander dem Großen
Hochschule
Universität des Saarlandes  (Geschichte)
Veranstaltung
Alexander der Große
Note
1.7
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V323400
ISBN (eBook)
9783668224551
ISBN (Buch)
9783668224568
Dateigröße
628 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alexander der Große, Antike, Geschichte, Tod
Arbeit zitieren
Tamara Micelli (Autor), 2015, Der Tod von Alexander dem Großen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323400

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