Am 10 Juni 323 v. Chr. stirbt der wohl mächtigste Mensch der Antike, Alexander der Große. Kurz nach seinem Tod entstehen bereits die ersten Legenden über sein Leben. In den antiken Quellen wird versucht, Alexander als einen Mythos darzustellen und sein Ableben dramatisch zu gestalten.
Wie und woran der Makedonenkönig jedoch starb, ist in der Forschung umstritten. In dieser Arbeit geht es um die Klärung von den Todesprophezeiungen die Alexander erhalten hat und sein Ableben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Prophezeiungen vom Tod Alexanders
3. Der Tod von Alexander dem Großen
3.1 Die Vergiftungsthese
3.2 Die Krankheitsthese
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und die antike Quellenlage rund um das Ableben Alexanders des Großen, mit einem besonderen Fokus auf die kritische Analyse der überlieferten Todesprophezeiungen und die medizinische Bewertung der verschiedenen Todesursachenthesen in der modernen Forschung.
- Kritische Quellenanalyse antiker Berichte (Arrian, Plutarch, u.a.)
- Untersuchung von Mythen und Prophezeiungen vor dem Tode Alexanders
- Gegenüberstellung der Vergiftungsthese und verschiedener Krankheitsthesen
- Bewertung medizinischer Hypothesen durch moderne Wissenschaftler
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Vergiftungsthese
Im Januar 2014 schrieb Leo Schep, ein Toxikologe aus Neuseeland in seinem Aufsatz „Was the death of Alexander the Great due to poisoning? Was it Veratrum album?“, dass Alexander mit Veratrum album, vergiftet wurde. Der weiße Germer auch unter dem Namen „Nieswurz“ bekannt, ist eine stark giftige Pflanze. Sie enthält in ihrem Wurzelstock giftige Alkaloide. Hierbei handelt es sich um Nervengifte, welche die Nervenenden in der Haut reizen. Hoch dosiert führt dieses Gewächs zu einem schnellen Tod. Bereits 2 Gramm reichen aus um einen Menschen innerhalb weniger Stunden zu töten. Die Forscher gehen davon aus, dass die Substanz zu einer Art bitteren Weins verarbeitet, dem normalen Getränk beigemischt und dem bereits angetrunkenen Alexander verabreicht wurde. Die auftretenden Symptome beim Makedonenkönig, wie Fieber, Erbrechen, Sprachverlust und Lähmung, lassen deutlich auf eine langsame Vergiftung mit Weißem Germer schließen.
Sollte tatsächlich ein Mordanschlag auf Alexander den Großen verübt worden sein, dann dürften die Diener Cassander, Jollas und Phillipus nur eine sehr geringe Dosis in den "Becher des Herakles" gegeben haben. Wäre Alexander bereits ein paar Augenblicke später verstorben, hätte sich ein Verdacht gegen Cassander und vor allem gegen seinen Vater Antipater ergeben. Die langsame Vergiftung war unauffällig, da in der Antike der Weiße Germer gerne zur Fiebersenkung verabreicht worden ist. Ab dem 8. Tag geht Schep von einer höheren Dosierung aus, welche den Sprachverlust und die Lähmungserscheinungen von Alexander erklären würden. Ob der Tod Alexanders absichtlich herbeigeführt wurde, ist fraglich. Den Beweis dafür wird es wahrscheinlich nie geben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Quellenlage und die Relevanz der Untersuchung des Ablebens von Alexander dem Großen vor.
2. Die Prophezeiungen vom Tod Alexanders: Hier werden die zahlreichen Mythen und Omen behandelt, die Alexanders letzten Tagen eine mystische Bedeutung verliehen.
3. Der Tod von Alexander dem Großen: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen antiken Berichte über den Sterbeprozess und die damit verbundenen Spekulationen.
3.1 Die Vergiftungsthese: Untersuchung der Hypothese, dass der König durch das Gift des weißen Germers ermordet wurde.
3.2 Die Krankheitsthese: Überprüfung medizinischer Erklärungsmodelle wie Malaria, Typhus oder das West-Nil-Fieber.
4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Quellen und der Wahrscheinlichkeit der verschiedenen Todesursachen.
Schlüsselwörter
Alexander der Große, Antike, Babylon, Vergiftungsthese, Krankheitsthese, Weißer Germer, Malaria Tropica, Typhus, West-Nil-Fieber, Quellenkritik, Prophezeiungen, Historische Forschung, Todesursache, Makedonenkönig, Mythos
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Tod Alexanders des Großen im Jahr 323 v. Chr. und analysiert kritisch die verschiedenen antiken Überlieferungen sowie moderne wissenschaftliche Thesen dazu.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Quellenlage antiker Geschichtsschreiber, die Mythenbildung um Alexanders Tod und die medizinische Debatte über eine mögliche Vergiftung oder Krankheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Klärung der Todesumstände Alexanders durch einen Vergleich antiker Quellen mit modernen toxikologischen und medizinischen Erklärungsansätzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quellenkritische Analyse der antiken Berichte (Arrian, Plutarch, etc.) durchgeführt und mit modernen wissenschaftlichen Aufsätzen und Analysen kontrastiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Prophezeiungen und Omen, dann der Ablauf des Sterbens sowie detailliert die beiden Thesen – Mord durch Gift oder natürliche Krankheit – untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Alexander der Große, Historische Quellen, Vergiftungsthese, Krankheitsthese, Antike, medizinische Diagnose, Mythenbildung.
Warum wird die Vergiftungsthese von den meisten Forschern kritisch gesehen?
Der Autor führt an, dass eine Vergiftung durch den "Weißen Germer" bei einer "ordentlichen Dosis" viel schneller zum Tod geführt hätte, während der Sterbeprozess laut den Quellen über mehrere Tage verlief.
Welche Rolle spielten die "Ephemeriden" für die historische Einordnung?
Die Ephemeriden waren amtliche Tagebücher, die einen sehr genauen und als glaubwürdig eingestuften Einblick in die letzten Tage des Königs lieferten, auf die sich auch Arrian und Plutarch stützen.
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- Tamara Micelli (Autor), 2015, Der Tod von Alexander dem Großen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323400