Befehlsstruktur im NS-System: Führung oder Chaos im Nationalsozialismus? (Geschichte 9. Klasse Gymnasium)


Unterrichtsentwurf, 2014
10 Seiten, Note: 2,8
N. H. (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge
1.1 Stunden- und Reihenthema
1.2 Einordnung der Stunde in die Unterrichtsreihe
1.3 Curriculare Legitimation

2. Schriftliche Planung der Unterrichtsreihe
2.1 Angestrebte Lernziele
2.2 Sachanalyse
2.3 Didaktisches Prinzip
2.4 Methodische Analyse

Literatur

Anhang

Einstiegsphase

Erarbeitungsphase

Erwartungshorizont

FORMALIA

Klasse:

Eingeführtes Lehrbuch: Geschichte und Geschehen 3 (Klett)

1. Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

1.1 Stunden- und Reihenthema

Thema der Reihe: Der Nationalsozialismus

Thema der Stunde: Befehlsstruktur im NS-System – Führung oder Chaos?

1.2 Einordnung der Stunde in die Unterrichtsreihe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.3 Curriculare Legitimation

Das vorliegende Unterrichtsvorhaben erfährt seine Legitimation durch den Kernlehrplan für das Fach Geschichte in der Sekundarstufe I, der für den Geschichtsunterricht eine Beschäftigung mit der Thematik „Das nationalsozialistische Herrschaftssystem“ im Inhaltsfeld 10 -Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg- vorschreibt.[2] Es entspricht auch den Vorgaben des schulinternen Curriculums des Gymnasiums, welches ebenfalls den Schwerpunkt auf „Den Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg“ – Das NS-Herrschaftssystem zwischen Anpassung und Widerstand- legt.[3]

2. Schriftliche Planung der Unterrichtsreihe

2.1 Angestrebte Lernziele

Stundenziel:

Die SuS urteilen, ob die Befehlsstruktur eine absolute Führerdiktatur oder eine polykratische Anarchie war

Teilziele:

1. Die SuS nennen die miteinander konkurrierenden Institutionen im NS-Herrschaftssystem heraus.
2. Die SuS beschreiben den Begriff Führerprinzip.
3. Die SuS präsentieren ihre Ergebnisse und beurteilen, ob sich die Befehlsstruktur durch Führung oder Chaos ausgezeichnet hat.

2.2 Sachanalyse

Der Zweite Weltkrieg stellt ein komplexes Thema dar, das in verschiedenen Bereichen, wie beispielsweise dem militärischen Aspekt, dem Holocaust oder der Leidenszeit der Zivilbevölkerung erforscht wird. Von Wichtigkeit ist ebenfalls die Frage nach der Person Hitlers. Es ist ein zentraler Schwerpunkt in der Forschung, der gegenwärtig noch nicht beantwortet ist. So wird die Rolle und Funktion Hitlers im nationalsozialistischen Herrschaftsgefüge in der Geschichtswissenschaft weiterhin kontrovers diskutiert.[4]

Im Bezug drauf bestritt der Historiker Mommsen, dass der „Nationalsozialismus ein perfektes System terroristischer Herrschaft und Hitler ein planvoll handelnder Diktator gewesen seien.“[5] Weiterhin bezeichnet er das Herrschaftssystem als ein Konglomerat vieler konkurrierender Instanzen, sprich als Polykratie. Demgegenüber äußert der Historiker Wehler zu der Problematik des „schwachen Diktators, dass der Nationalsozialismus ohne Hitler nicht diese Machtfülle hätte bekommen können und eher eine autoritär-nationalsozialistische Partei mit unklaren Zielen geblieben wäre.[6]

Untersuchenswert ist dabei die Struktur der Hierarchie, die nur auf den ersten Blick als gut organisiert erscheint. Ungenauigkeiten bei der Regelung von Kompetenzen führten nicht selten zu Machtkämpfen zwischen den Militärbehörden, der Partei (NSDAP), Vertretern der Wirtschaft und der SS.[7] Der Streit um Kompetenzen, die Einmischung von allen Seiten und der Versuch die Gunst des Führers zu erlangen, führen zu einem Chaos in der Befehlskette. Ein Begriff der in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist die sogenannte „Polykratie“. Also einem Bestehen von mehreren Herrschaftsinstitutionen, die miteinander konkurrieren und keine klar abzugrenzenden Machtstrukturen besitzen.

Aufgrund dieser Aussagen lassen sich die Fragen ableiten: „Wieso Hitler den Machtkampf nicht beendet hatte und eine eindeutige Hierarchie festlegte?“ und

„War dieser Machtkampf von SS, Partei und dem Militär, um die Gunst Hitlers zu erwerben, vielleicht sogar Absicht?“.

2.3 Didaktisches Prinzip

Für die vorliegende Unterrichtsstunde wird als didaktisches Prinzip die Problemorientierung verwendet. Hierbeigeht geht es vereinfacht gesagt, um den Aufwurf eines Problems, der bei SuS zu einer kognitiven Dissonanz und anschließend zu einer Problemfindung führen soll.

[...]


[1] Anmerkung: Kritisch anzumerken ist die gegenwärtige sogenannte „Kompetenzeritis“, die sich dadurch auszeichnet, dass faktisch an jedes Substantiv „Kompetenz“ gehangen wird. Dies zeigt sich auch bei der Sachkompetenz, die keine fachspezifische, sondern eine allgemein-pädagogische Kompetenz ist. Zwar sind für Pandel und Gautschi die Förderung von Kompetenzen auch zentraler Bestandteil vom Geschichtsunterricht, jedoch müssen diese eine Fachspezifik enthalten. Daher besteht bei den genannten Didaktikern die Forderung nach einer Schärfung der Kompetenzbezeichnung. So sind für die Geschichtsdidaktiker, besonders für Pandel, die Gattungs- und Interpretationskompetenz, die narrative und die geschichtskulturelle fachspezifischer und verdeutlichen genauer die Ziele für den Geschichtsunterricht. Vgl.: Gautschi, Peter: Guter Geschichtsunterricht, Grundlagen, Erkenntnisse, Hinweise, Schwalbach/Ts. 2009 und Pandel, Hans-Jürgen: Geschichtsunterricht nach PISA, Kompetenzen, Bildungsstandards und Kerncurricula, Schwalbach/Ts. 2005.

[2] Vgl.: Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.): Kernlehrplan für das Gymnasium – Sekundarstufe 1 (G8) in Nordrhein-Westfalen, Geschichte, Frechen 2012, S. 3.

[3] Vgl.: Schulinternes Curriculum Geschichte.

[4] Vgl.: Rebentisch, Dieter: Führerstaat und Verwaltung im Zweiten Weltkrieg – Verfassungsentwicklung und Verwaltungspolitik 1939-1945, Stuttgart 1989.

[5] Mommsen, Hans: Nationalsozialismus, II. Struktur des nationalsozialistischen Herrschaftssystems, in: Sowjetsystem und demokratische Gesellschaft, Bd. 4, Freiburg 1971, S. 700.

[6] Vgl.: Wehler: Hans-Ulrich: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 4, München 2003, S. 551 f.

[7] Vgl.: Funke, Manfred: Starker oder schwacher Diktator? – Hitlers Herrschaft und die Deutschen – Ein Essay, Düsseldorf 1989, S. 38 ff.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Befehlsstruktur im NS-System: Führung oder Chaos im Nationalsozialismus? (Geschichte 9. Klasse Gymnasium)
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,8
Autor
Jahr
2014
Seiten
10
Katalognummer
V323413
ISBN (eBook)
9783668236264
ISBN (Buch)
9783668236271
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
befehlsstruktur, ns-system, führung, chaos, nationalsozialismus, geschichte, klasse, gymnasium
Arbeit zitieren
N. H. (Autor), 2014, Befehlsstruktur im NS-System: Führung oder Chaos im Nationalsozialismus? (Geschichte 9. Klasse Gymnasium), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323413

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