Wenn man die Verwendung der Olympischen Idee für den pädagogischen Zweck in Betracht zieht, drängt sich automatisch die Frage auf, ob sie, wie sie von Coubertin, dem Begründer der „Olympischen Spiele der Neuzeit“ entwickelt wurde, zur Friedenserziehung in der Schule geeignet ist. Sind Werte, Normen und der Erziehungsauftrag, den Coubertin einst forderte heute noch aktuell oder eventuell schon überholt? Zur Beantwortung dieser Fragen ist es grundlegend erforderlich, Coubertin`s Ideen kennenzulernen und mögliche Kriterien einer Olympischen Erziehung herauszuarbeiten.
Infolgedessen wird im ersten Teil der Arbeit genauer auf den Olympismus und seine Entstehung eingegangen. Darüber hinaus soll gezeigt werden, wie die „Olympischen Spiele der Neuzeit“ zustande kamen und was sie für Coubertin bedeuteten. Zudem sollen seine Forderungen und Absichten diese zu begründen, näher beleuchtet werden. Im zweiten Teil der Arbeit wird dann spezifischer auf die olympische Erziehung eingegangen und nach möglichen Inhalten gesucht, die als Argumente für eine Friedenserziehung in der Schule dienen können.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 OLYMPISMUS
2.1 Definition des Olympismus
2.2 Olympismus
2.3 Philosophischen Grundlagen des Olympismus nach Coubertin
3 OLYMPISCHE ERZIEHUNG
3.1 Definition
3.2 Inhalt der Olympischen Erziehung
3.3 Eignet sich olympische Erziehung in der Schule?
4 ZUSAMMENFASSUNG
5 LITERATUR
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die pädagogische Relevanz der Olympischen Idee nach Pierre de Coubertin und prüft, inwiefern diese Konzepte als Grundlage für eine Friedenserziehung im modernen Schulsport dienen können. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie moralische Werte wie Fairness und gegenseitige Achtung trotz der Kommerzialisierung des Sports vermittelt werden können.
- Historische und philosophische Genese des Olympismus
- Die pädagogischen Kernkomponenten olympischer Erziehung
- Fairness und Fair Play als verhaltensleitende Prinzipien
- Integration olympischer Werte in den modernen Schulsport
- Bedeutung von Sport als Mittel zur Friedenserziehung
Auszug aus dem Buch
3.2 Inhalt der Olympischen Erziehung
Nach GRUPE können fünf Merkmale einer olympischen Erziehung genannt werden, denen MÜLLER ein sechstes hinzugefügt hat. Diese sollen im Folgenden näher erläutert werden.
1. Die Vorstellung von einer harmonischen Ausbildung des ganzen Menschen, das Prinzip der Leib-Seele-Einheit. Die Olympische Erziehung zielt auf „Harmonie“ des Menschen, nicht auf eine einseitige Ausbildung des menschlichen Körpers ab. Auch Coubertin sagt, dass Muskeltraining nicht zur Menschenbildung ausreicht. Das lebenslange Sporttreiben ist eine Ergänzung und Bereicherung um ein zufriedenes Ich-Gefühl zu entwickeln (vgl. Grupe, 2004, S. 40f; vgl. Müller, 1998, S. 391f).
2. Es geht um das Ziel der Selbstvollendung. Sportliche Aktivitäten sollen das Streben nach menschlicher Vollendung beinhalten, der Weg zu einem besseren Sport eignet sich hervorragend dazu seine eigenen Fähigkeiten und Grenzen besser kennen zu lernen. (vgl. Grupe, 2004, S. 40ff).
„Sportliche Aktivitäten sollen das `Streben nach menschlicher Vollendung´ beinhalten; es gilt, im Sport `das Werk moralischer Vervollkommnung´ zu erfüllen, schreibt Coubertin. Bemühen um sportliches Können ist deshalb als Medium der Arbeit an sich, als Weg zu einem besseren Selbst anzusehen; letztlich ist die Formung des Charakters das Ziel des Sporttreibens“ (Grupe, 2000, S. 172).
3. Das Ideal des Amateurismus soll den Athleten davor schützen, dass er zu einem Zirkusgladiator verkommt. Coubertin wollte dass das materielle Gewinninteresse weder für den Athleten noch dem Sport zum bestimmenden Motiv wird (vgl. Grupe, 2004, S. 40ff). Amateurismus soll insgesamt einen Schutz des Sports vor dem Geist der Gewinnsucht darstellen. Coubertin wollte erreichen, dass das materielle Gewinninteresse weder für den Sport noch für den Sportler zum primären und alles beherrschenden Sinnmotiv des Sporttreibens wird (vgl. Grupe, 2000, S. 172f).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Faszination der Olympischen Spiele und Problemstellung hinsichtlich ihrer pädagogischen Eignung als Friedenserziehung.
2 OLYMPISMUS: Analyse der Ursprünge des Olympismus, dessen Definition durch Coubertin sowie die philosophischen Grundlagen und die Idee des neuen olympischen Sports.
3 OLYMPISCHE ERZIEHUNG: Untersuchung der Begriffsdefinition sowie der inhaltlichen Merkmale der olympischen Erziehung und ihrer praktischen Anwendungsmöglichkeiten im Schulsport.
4 ZUSAMMENFASSUNG: Kritische Rückschau auf das Olympismus-Projekt und Fazit zur Aktualität der Friedenserziehung durch olympische Ideale.
5 LITERATUR: Auflistung der im Werk verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Literatur.
Schlüsselwörter
Olympismus, Olympische Erziehung, Schulsport, Friedenserziehung, Fair Play, Fairness, Pierre de Coubertin, Wettkampf, Werteerziehung, Körpererziehung, Charaktererziehung, Leistungssport, Internationale Olympische Akademie, Sportpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Idee hinter den Olympischen Spielen und untersucht, wie diese Werte im schulischen Kontext zur Friedenserziehung beitragen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie des Olympismus nach Coubertin, dem Konzept der olympischen Erziehung, der Bedeutung von Fairness im Sport sowie den praktischen Argumenten für eine Integration dieser Themen in den Schulsport.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, das Fundament der olympischen Ideale aufzuarbeiten und zu prüfen, ob diese für die heutige schulische Werte- und Friedenserziehung noch relevant und anwendbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der sportwissenschaftliche, pädagogische und historische Quellen zur Olympischen Bewegung ausgewertet wurden.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die philosophische Begründung des Olympismus, die Definition und inhaltliche Ausgestaltung der olympischen Erziehung sowie eine kritische Diskussion ihrer Eignung für den Schulsport.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Olympismus, Friedenserziehung, Fairness, Schulsport und die pädagogische Vision von Pierre de Coubertin.
Welche Rolle spielt der Begriff "Fairness" in dieser Untersuchung?
Fairness wird als essenzielle Grundhaltung und soziale Dimension des Olympismus betrachtet, die über bloße Regeleinhaltung hinausgeht und maßgeblich zur Entwicklung moralischer Kompetenz beiträgt.
Inwiefern beeinflusst der aktuelle kommerzialisierte Sport die olympische Erziehung?
Die Arbeit arbeitet kritisch heraus, dass der heutige Sport durch Beliebigkeit und Kommerzialisierung geprägt ist, was die gezielte Vermittlung der ursprünglichen, erzieherischen olympischen Werte im Schulsport erschwert, aber zugleich notwendiger macht.
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- Daniel Sigg (Autor), 2008, Ist die Olympische Idee zur Friedenserziehung in der Schule geeignet?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323427