Diabetes Typ 2 im Fokus von Public Health


Hausarbeit, 2015
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodisches Vorgehen

3. Definition
3.1 Public Health
3.2 Diabetes mellitus

4. Die Volkskrankheit Diabetes mellitus Typ 2
4.1 Ursachen
4.2 Diagnostik
4.3 Folgen
4.4 Behandlung

5. Primär-/ Sekundär- & Tertiärprävention

6. strukturierte Schulungs- und Behandlungsprogramme

7. Pflegerische Aufgaben

8. Inzidenz-, Remissions- & Mortalitätsrate

9. Die Bedeutung der Disease- Management- Programme

10. Diskussion, Fazit & Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Mit Beginn des neuen Jahrtausends hat die Berichterstattung zum Thema Diabetes mellitus stetig zugenommen. Dies liegt an der wachsenden Zahl der Neuerkrankungen und am damit verbundenen Leid der betroffenen Menschen (Nuber, 2006, S. 6). Aber auch die einhergehenden Folgeerkrankungen, sowie die hohe Sterblichkeitsrate tragen maßgeblich dazu bei (Icks, Rathmann, Rosenbauer & Giani, 2005, o. S.). Diese Tatsache, verbunden mit den kontinuierlich steigenden Kosten im Gesundheitswesen (Nuber, 2006, S. 6), stellen die Medizin, Politik und Solidargemeinschaft vor eine große Herausforderung (Schütt, 2012, S. 612). Allein im Jahr 2007 beliefen sich die jährlichen Ausgaben in der Diabetesversorgung auf geschätzte 19 Mrd. Euro (Weber & Wienold, 2012, S. 610). Als Grund wird die erhöhte Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen genannt (Icks et al., 2005, o. S.). Dabei sind Icks et al. (2005, o. S.) der Meinung, dass schwere Verläufe der Diabeteserkrankung größtenteils zu verhindern wären.

Die ohnehin schon hohen Ausgaben im Gesundheitssystem stellen jedoch auch für die Gesellschaft und Volkswirtschaft eine zunehmende Belastung dar (Schwartz, 2012, S. 3). Als Ursache wird hier u. a. der demographische Wandel (Bundeszentrale für politische Bildung, o. J., o. S.) und medizinische Fortschritt genannt, der die jährlichen Kosten um 3 Prozent steigen läst (BAK, 2012 ,S. 26-27).

Public Health versucht an diesen Punkten anzusetzen, indem die begrenzten Ressourcen effizient und gerecht eingesetzt werden, um das menschliche Leben weitestgehend zu verlängern (Winslow, 1920; zitiert nach Deutsche Gesellschaft für Public Health e. V., 2010). Nach Auffassung der Vereinten Nationen ist Gesundheit ein Grundrecht aller Menschen (Schwartz, 2012, S. 3).

Public Health nimmt hierbei eine gezielte Steuerung von Maßnahmen, die zur Gesunderhaltung der Bevölkerung beitragen soll, vor (Winslow, 1920; zitiert nach Deutsche Gesellschaft für Public Health e.V., 2010). Doch wie sieht das in der praktischen Umsetzung von Diabetes- Typ 2- Erkrankten aus?

Die vorliegende Arbeit wird sich mit folgenden Fragen beschäftigen:

- Welche Gruppe bzw. welche Menschen sind von Diabetes-Typ2 betroffen?
- Welche Auswirkungen haben Diabetes- Typ 2- Erkrankungen?
- Welchen Einfluss kann Public Health generell ausüben, in Hinblick auf die gesundheitsbezogenen und finanziellen Aspekte?
- Welche Rolle nehmen Pflegekräfte bei Public Health ein?
- Wie sieht der derzeitige Entwicklungsstand von Public Health aus?

Hierzu wird eingangs eine Definition der Begriffe „Public Health“ und „Diabetes mellitus“ vorgenommen. Das Kapitel 4 setzt sich im Folgenden mit den Ursachen der Diabetes- Typ 2- Erkrankung auseinander. Die Unterpunkte nehmen sich den Themen Diagnostik, Folgen und Behandlungsmöglichkeit an. Die Primär-, Sekundär- und Tertiärpräventionen bei Diabetes Typ 2 werden im Kapitel 5 dargelegt. Das 6. Kapitel wendet sich dann den strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen zu. Anschließend wird das Kapitel 7 klären, welche pflegerischen Aufgaben eine Diabetes- Typ2-Erkrankung nach sich ziehen kann. Im Kapitel 8 soll dann die Inzidenz-, Remissions- und Mortalitätsrate bei Diabetes Typ 2 thematisiert werden. Anschließend wird die Bedeutung der Disease-Management-Programme verdeutlicht, bevor im 11. Kapitel eine Diskussion mit Fazit erfolgt.

2. Methodisches Vorgehen

Es erfolgt eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken Medpilot und Cinahl, den Suchmaschinen Base und Google Scholar und im Bibliothekskatalog zur Recherche von Publikationen in Zeitschriften und Büchern. Die Suchbegriffe „Public Health“, „Diabetes mellitus“, „Typ 2“, „Ursachen“, „Diagnostik“, „Folgen“, „Behandlung“, „Prävention“, „Beratung“, „Schulung“, werden entsprechend der verwendeten Datenbanken mit oder ohne Trunkierung unter Anwendung der Boole´schen Operatoren in deutscher oder englischer Sprache eingegeben. Im Fokus stehen hierbei Publikationen aus den Jahren 2003-2015. Dabei wird sich die vorliegende Arbeit auf die Gruppe der über 40 jährigen konzentrieren, da hier die Prävalenzrate für eine Diabeteserkrankung Typ 2 am höchsten ausfällt. Aufgrund der Themenkomplexität wird der Diabetes Typ 1 demnach ausgeschlossen.

3. Definition

3.1 Public Health

Public Health ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die eine Kooperation mit Sozialwissenschaften, Psychologie, Ökonomie, Politikwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Medizin, Epidemiologie usw. schließt (Deutsche Public Health Gesellschaft e.V., 2010, o. S.). Wörtlich übersetzt bedeutet „Public Health“ so viel wie „volksgesundheitlich“ (Pons, 2015, o. S.) und zielt auf die Vermeidung von Krankheit und die Verlängerung des Lebens ab. Dabei spielen fördernde Maßnahmen, die die physische und psychische Gesundheit der Bevölkerung unterstützen soll, eine wesentliche Rolle. Die individuellen Bedürfnisse und Prioritäten werden zwar berücksichtigt, allerdings nur unter dem Aspekt der gerechten Ressourcenverteilung und dem effizienten Nutzen für die Gesamtbevölkerung. Um diesem Ziel möglichst nahe zu kommen, muss Public Health auf wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgreifen. Diese sollen u. a. Aufschluss:

- zur Krankheitshäufigkeit und Verteilung geben. Ebenso sind die unterschiedlichen Einflussfaktoren von Krankheit und Gesundheit, als auch deren Wirksamkeit von besonderer Bedeutung.
- zur Ökonomie einzelner Maßnahmen, als auch…. - zur Bedarfs- und Verteilungsgerechtigkeit geben.
- zur Ausbildungsfrage, Kostenerstattung und Rollenverteilung geben, im Sinne einer optimalen Gesundheitssystemgestaltung.
- über eine angemessene Beteiligung der Patienten und Bürger eines Landes geben.

Für Public Health ergeben sich daraus zahlreiche Fragen, die jedoch nur in enger Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Fachdisziplinen gelöst werden können. Hier werden beispielsweise Gesundheitspädagogen, Mediziner, Pflegewissenschaftler, Rechtswissenschaftler u. v. m benannt.

(Winslow, 1920; zitiert nach Deutsche Gesellschaft für Public Health e. V., 2010).

3.2 Diabetes mellitus

Im Volksmund ist der Diabetes mellitus unter dem Begriff „Zuckerkrankheit“ bekannt (Die Apotheken Umschau, 2011, o. S.). Allerdings bedeutet die wörtliche Übersetzung sinngemäß „honigsüßer Durchfluss“ (Bode & Schmechel, 2010, S. 11). Genauer gesagt liegt bei einem Diabetes mellitus eine chronische Stoffwechselstörung der Bauchspeicheldrüse vor. Das bedeutet, dass der Körper nicht mehr in der Lage ist den Blutzuckerspiegel ausreichend zu regulieren. Entweder produziert dieser zu wenig bzw. gar kein Insulin oder es liegt eine mangelnde Reaktionsfähigkeit oder Resistenz der Körperzellen vor. Glukose, als Hauptenergielieferant, kann somit nicht mehr in die Zellen gelangen, da das Insulin seiner Schlüssel-, Schlossfunktion nicht mehr nachkommen kann. Als Haupttypen werden in der Literatur der Typ 1, Typ 2 und noch weitere, eher seltenere Formen der Erkrankung aufgeführt (Walker & Rodgers, 2005, S. 10-12).

4 Die Volkskrankheit Diabetes mellitus Typ 2

4.1. Ursachen

Bei der Diabetes Typ 2 Erkrankung liegt eine verminderte Insulinwirkung an den Leber, Muskel- und Fettzellen vor. Dabei kann Glukose nicht in die Zellen gelangen und verwertet werden. Die Folge ist eine erhöhte Insulinproduktion der B-Zellen, um die Wirkungsminderung auszugleichen (AOK, 2013, o. S.). Die Folge ist eine völlige Erschöpfung der B-Zellen (DAK, o. J., S. 4.).

Darüber hinaus gibt es weitere Risikofaktoren, wie z. B. Übergewicht, Stress durch Infektionen, Operationen oder Herzinfarkte. Auch bestimmte Medikamente, wie Kortison- oder Schilddrüsenpräparate, steigern das Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Am Ende soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch eine genetische Disposition ursächlich für die Erkrankung sein kann (AOK, 2013, o. S.).

4.2. Diagnostik

Der Diabetes Typ 2 wird im Gegensatz zum Typ 1 wesentlich später erkannt, da die klassischen Symptome bei Weitem nicht so rasch und ausgeprägt auftreten. Oftmals wird dieser eher rein zufällig bei Routineuntersuchungen, wie beispielsweise bei einem Sehtest, entdeckt (Walker & Rodgers, 2005, S. 20). In der Regel erfolgt dann eine Laboranalyse, an mindestens zwei verschiedenen Tagen, bei der eine Blutprobe entnommen wird. Liegt der ermittelte Nüchternblutwert dann über der Norm, spricht die Medizin von einem Diabetes mellitus Typ 2 (Walker & Rodgers, 2005, S. 21). Dieser Wert liegt, im Gegensatz zum gesunden Menschen, über 125 mg/dl. Sollten die Ergebnisse jedoch nicht eindeutig sein, ist ein Glukosebelastungstest hinzuzuziehen. Dieser soll Aufschluss darüber geben, wie die zugeführte Glukose im Körper abgebaut wird (Stiftung Warentest, 2007, S. 21). Liegt der Nüchternwert dann über 126 mg/dl und/ oder das Ergebnis fällt nach zwei Stunden über 200 mg/dl aus, spricht die Medizin von einem bestehenden Diabetes. Ganz gleich, ob vorab Symptome aufgetreten sind, oder nicht (Walker & Rodgers, 2005, S. 20).

Alternativ kann der HbA1c-Wert ermittelt werden, dass sogenannte Blutzuckergedächtnis. Dieser gibt dann Aufschluss über den Blutzuckerverlauf der letzten 3 Monate (DAK, o. J., S. 7).

4.3 Folgen

Eine Diabeteserkrankung zieht in der Regel zahlreiche Folgeerkrankungen nach sich. Ursächlich hierfür ist ein permanent erhöhter Blutzuckerspiegel, der die inneren Organe, Gef äß e und Nerven langfristig schädigt.

Doch auch die Gefahr an einer Depressionen zu erkranken, ist durchaus gegeben, so Walker & Rodgers (2005, S. 27). Allein die Tatsache an einer chronischen Erkrankung zu leiden, kann ein Gefühl von Angst erzeugen. Erst recht, wenn die betroffenen Menschen erkennen, mit welchen Schwierigkeiten und Folgen sie zu rechnen haben. Ebenso wird in der Literatur auf Schäden der Netzhaut hingewiesen, die eine Minderung der Sehkraft nach sich zieht. Keine Seltenheit ist dabei das Auftreten von Katarakten (Grauer Star) (Walker & Rodgers, 2005, S. 27).

Auch wird von einer möglichen Nephropathie berichtet, die sich im schlimmsten Fall zu einer dialysepflichtigen Niereninsuffizienz entwickeln kann (Walker & Rodgers, 2005, S. 196).

Des Weiteren sind Durchblutungsst ö rungen, als auch das Auftreten von Neuropathien (Nervensch ä den) möglich. Diese können dann im Fuß- und Beinbereich eine Sensibilit ä tsst ö rung hervorrufen und somit folgenschwere Geschwüre, Knochenschäden oder Wundfäule verursachen. In der Literatur wird diese Folgeerscheinung auch Diabetischer Fu ß genannt.

Herz- Kreislauf- Erkrankungen zählen dergleichen zu den Folgen einer Diabeteserkrankung. Darunter fallen beispielsweise der Hypertonus, die Hyperlipid ä mie, die koronare Herzerkrankung, der Apoplex oder die arterielle Verschlusserkrankung.

Doch auch Hautirritationen, Sch ä den an Nerven und Blutgef äß en, mit einhergehenden Potenzst ö rungen und autonomen Neuropathien sind möglich (Walker & Rodgers, 2005, S. 27).

4.4 Behandlung

Das oberste Ziel der Diabetesbehandlung besteht darin, den Blutzucker (Stiftung Warentest, 2007, S. 33) und Blutdruck zu regulieren (AOK, 2013, o. S.). Desgleichen soll der Stoffwechsel durch ausreichende Bewegung, Einhaltung einer Diät (Stiftung Warentest, 2007, S. 33) und sportliche Aktivitäten normalisiert werden (DAK, o. J., S. 9). Mögliche Folgeschäden sollen dadurch möglichst umgangen werden (Stiftung Warentest, 2007, S. 33).

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Diabetes Typ 2 im Fokus von Public Health
Hochschule
Fachhochschule der Diakonie GmbH  (Bielefeld)
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V323537
ISBN (eBook)
9783668229693
ISBN (Buch)
9783668229709
Dateigröße
760 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Public Health, Diabetes mellitus, Typ 2, Ursachen, Diagnostik, Folgen, Behandlung, Prävention, Beratung, Schulung
Arbeit zitieren
Bachelor of Science Daniel Pötter (Autor), 2015, Diabetes Typ 2 im Fokus von Public Health, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323537

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