Mit Beginn des neuen Jahrtausends hat die Berichterstattung zum Thema Diabetes mellitus stetig zugenommen. Dies liegt an der wachsenden Zahl der Neuerkrankungen und am damit verbundenen Leid der betroffenen Menschen. Aber auch die einhergehenden Folgeerkrankungen, sowie die hohe Sterblichkeitsrate tragen maßgeblich dazu bei. Diese Tatsache, verbunden mit den kontinuierlich steigenden Kosten im Gesundheitswesen, stellen Medizin, Politik und Solidargemeinschaft vor eine große Herausforderung. Allein im Jahr 2007 beliefen sich die jährlichen Ausgaben in der Diabetesversorgung auf geschätzte 19 Mrd. Euro. Als Grund wird die erhöhte Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen genannt. Dabei sind Icks et al. der Meinung, dass schwere Verläufe der Diabeteserkrankung größtenteils zu verhindern wären.
Die ohnehin schon hohen Ausgaben im Gesundheitssystem stellen jedoch auch für die Gesellschaft und Volkswirtschaft eine zunehmende Belastung dar. Als Ursache wird hier u. a. der demographische Wandel und medizinische Fortschritt genannt, der die jährlichen Kosten um 3 Prozent steigen lässt.
Public Health versucht an diesen Punkten anzusetzen, indem die begrenzten Ressourcen effizient und gerecht eingesetzt werden, um das menschliche Leben weitestgehend zu verlängern. Nach Auffassung der Vereinten Nationen ist Gesundheit ein Grundrecht aller Menschen.
Public Health nimmt hierbei eine gezielte Steuerung von Maßnahmen, die zur Gesunderhaltung der Bevölkerung beitragen soll, vor. Doch wie sieht das in der praktischen Umsetzung von Diabetes-Typ 2-Erkrankten aus?
Die vorliegende Arbeit wird sich mit folgenden Fragen beschäftigen: Welche Gruppe bzw. welche Menschen sind von Diabetes-Typ2 betroffen? Welche Auswirkungen haben Diabetes-Typ 2-Erkrankungen? Welchen Einfluss kann Public Health generell ausüben, in Hinblick auf die gesundheitsbezogenen und finanziellen Aspekte? Welche Rolle nehmen Pflegekräfte bei Public Health ein? Wie sieht der derzeitige Entwicklungsstand von Public Health aus?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodisches Vorgehen
3. Definition
3.1 Public Health
3.2 Diabetes mellitus
4. Die Volkskrankheit Diabetes mellitus Typ 2
4.1 Ursachen
4.2 Diagnostik
4.3 Folgen
4.4 Behandlung
5. Primär-/ Sekundär- & Tertiärprävention
6. strukturierte Schulungs- und Behandlungsprogramme
7. Pflegerische Aufgaben
8. Inzidenz-, Remissions- & Mortalitätsrate
9. Die Bedeutung der Disease- Management- Programme
10. Diskussion, Fazit & Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Public Health im Kontext der Volkskrankheit Diabetes Typ 2, um Handlungsbedarfe in der Versorgung aufzuzeigen und die Rolle pflegerischer Interventionen kritisch zu beleuchten.
- Epidemiologie und Risikofaktoren von Diabetes Typ 2
- Präventionsstrategien (Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention)
- Strukturierte Schulungs- und Behandlungsprogramme
- Pflegerische Kompetenzen in der Information, Beratung und Schulung
- Versorgungsstrukturen und Disease-Management-Programme
Auszug aus dem Buch
7. Pflegerische Aufgaben
Nach einem Bericht von Hodeck (2015, S. 15) ist etwa ein Drittel der Menschen im ambulanten und stationären Bereich von einem Diabetes betroffen. Einzelberichte gehen sogar von ca. 50 Prozent aus.
Pflegefachkräfte nehmen an dieser Stelle eine besondere Schlüsselfunktion wahr, indem sie eine Brücke zwischen dem hilfsbedürftigen Menschen, Arzt und Versorger schlagen, tragen sie maßgeblich zu einer verbesserten Versorgungssituation bei. In den vergangenen 15 Jahren wurden dementsprechend 800 Diabetes-Pflegefachkräfte mit Anerkennung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) ausgebildet. Dabei steht die Entwicklung einer guten Diabetespflege-Qualität besonders im Fokus, um zukünftig die qualitative Versorgung der betroffenen Menschen sicherstellen zu können (Hodeck, 2015, S. 17).
Hodeck (2015, S. 15) ist der Ansicht, dass diabetologisches Wissen maßgeblich dazu beiträgt, auf Augenhöhe mit anderen Fachdisziplinen (Diabetologen, Podologen etc.) zusammenarbeiten zu können.
Allerdings ist klar, dass es weit mehr als das bedarf. Allein mit Erhalt der Diagnose Diabetes mellitus stehen die Betroffenen, als auch deren Angehörige, unter Schock. Anforderungen einer Lebensumstellung führen außerdem zu einer Belastung auf beiden Seiten (Müller & Hertlein, 2014, S. 870). Osterbrink & Schöning (2012, S. 985) sind dementsprechend der Ansicht, dass Pflegefachkräfte ihrer Aufgabe der Information, Beratung und Schulung nachkommen müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende gesundheitliche und ökonomische Bedeutung von Diabetes mellitus Typ 2 und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle von Public Health und der Pflege.
2. Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert die systematische Literaturrecherche in verschiedenen medizinischen Datenbanken unter Verwendung spezifischer Suchbegriffe und Boolescher Operatoren.
3. Definition: Hier werden die Grundlagen der Fachbegriffe „Public Health“ als interdisziplinäre Wissenschaft und „Diabetes mellitus“ als chronische Stoffwechselstörung definiert.
4. Die Volkskrankheit Diabetes mellitus Typ 2: Dieses Kapitel behandelt die Ursachen, diagnostischen Verfahren, klinischen Folgeerscheinungen und die medikamentösen Behandlungsoptionen bei Diabetes Typ 2.
5. Primär-/ Sekundär- & Tertiärprävention: Es werden präventive Ansätze differenziert dargestellt, um das Auftreten der Krankheit zu verhindern oder Folgeschäden zu minimieren.
6. strukturierte Schulungs- und Behandlungsprogramme: Das Kapitel beschreibt Ziele und Zielgruppen strukturierter Programme zur Förderung des Selbstmanagements unter Anleitung spezialisierter Berater.
7. Pflegerische Aufgaben: Die Rolle der Pflegefachkraft als Schnittstelle in der Patientenversorgung sowie die Bedeutung von Information, Beratung und Schulung werden hier intensiv erörtert.
8. Inzidenz-, Remissions- & Mortalitätsrate: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die epidemiologische Lage, regionale Prävalenzunterschiede und statistische Mortalitätsdaten der Erkrankung.
9. Die Bedeutung der Disease- Management- Programme: Es wird der Nutzen von Disease-Management-Programmen für eine qualitätsgesicherte, sektorübergreifende Versorgung von Diabetikern analysiert.
10. Diskussion, Fazit & Ausblick: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert verbleibende Lücken in der flächendeckenden Versorgung und gibt einen Ausblick auf notwendige strukturelle Anpassungen.
Schlüsselwörter
Public Health, Diabetes mellitus Typ 2, Volkskrankheit, Prävention, Diabetesberater, Pflegerische Versorgung, Disease-Management-Programme, Gesundheitswesen, Inzidenzrate, Stoffwechselstörung, Patientenschulung, Beratung, Lebensqualität, Epidemiologie, Gesundheitsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Diabetes Typ 2-Erkrankung unter dem Blickwinkel der Public Health-Strategien und der Rolle der Pflege in der Versorgungssituation.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit adressiert?
Zu den Schwerpunkten gehören die Epidemiologie der Krankheit, präventive Maßnahmen, strukturierte Behandlungsprogramme sowie die spezifischen Aufgaben der Pflege.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Einfluss von Public Health auf die Diabetesversorgung zu analysieren und aufzuzeigen, wie pflegerische Kompetenzen die Betreuungssituation verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erstellung der Arbeit genutzt?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken wie Medpilot, Cinahl und Google Scholar durchgeführt.
Was behandelt der Hauptteil der Publikation?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachliche Definition, eine Analyse der Ursachen und Folgen, Präventionsmöglichkeiten sowie die detaillierte Beschreibung pflegerischer Tätigkeiten und Disease-Management-Programme.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Public Health, Diabetes Typ 2, Prävention, Pflegerische Aufgaben und Disease-Management-Programme.
Welchen Stellenwert nimmt die pflegerische Beratung bei der Diabetesbehandlung ein?
Der Autor betont, dass Pflegekräfte eine Schlüsselfunktion einnehmen, da sie die Patienten durch Information, Anleitung und Beratung bei der Lebensumstellung unterstützen.
Welche Problematik wird in der Diskussion bezüglich der Versorgung identifiziert?
Trotz standardisierter Leitlinien besteht weiterhin eine unzureichende flächendeckende Versorgung, und die spezifische Betreuung von kognitiv eingeschränkten oder betagten Patienten bleibt eine ungelöste Herausforderung.
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- Bachelor of Science Daniel Pötter (Autor), 2015, Diabetes Typ 2 im Fokus von Public Health, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323537