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Der Streit um die Willensfreiheit aus strafrechtsphilosophischer Sicht

Überblick und Kommentierung

Titre: Der Streit um die Willensfreiheit aus strafrechtsphilosophischer Sicht

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2014 , 29 Pages , Note: 13

Autor:in: Eric Sturzebecher (Auteur)

Droit - Philosophie, Sociologie et Histoire du Droit
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In der vorliegenden Arbeit soll zunächst der Versuch unternommen werden, einen Überblick über die in Bezug auf den Streit um die Willensfreiheit in der Strafrechtslehre vertretenen Grundpositionen zu geben. Danach sollen die Ansichten dargelegt werden, die in verschiedenen Formen eine Vereinbarkeit von Determinismus und Willensfreiheit zu konstruieren versuchen. Anschließend soll die Frage geklärt werden, ob die Diskussion in Naturwissenschaft und Philosophie Auswirkungen auf das deutsche Strafrecht haben kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Der Streit um die Willensfreiheit aus strafrechtsphilosophischer Sicht

I. Die Bedeutung der Frage nach der Willensfreiheit für das Strafrecht

II. Die Grundpositionen – Willensfreiheit oder Determinismus?

1. Physikalisch-philosophischer (klassischer) Determinismus

2. Indeterminismus

3. Neurobiologischer Determinismus

III. Relativer Indeterminismus – Spielraum trotz gewisser Determination

1. Sozialer relativer Indeterminismus

2. Anthropologischer relativer Indeterminismus

3. Psychologischer relativer Indeterminismus

IV. Harter Determinismus

V. Kompatibilismus – Willensfreiheit und Determinismus?

1. Weicher Determinismus I: Verantwortung statt Willensfreiheit

2. Weicher Determinismus II: Willensfreiheit durch Determinismus

3. „Zwei Welten“-Kompatibilismus (Dualismus)

4. „Trinitäts-Kompatibilismus“

VI. Agnostizismus – ein Ausweg?

C. Rückwurf auf den Inkompatibilismus

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den fundamentalen Konflikt zwischen der Annahme einer menschlichen Willensfreiheit und deterministischen Weltbildern, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller neurowissenschaftlicher Erkenntnisse. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, welche Bedeutung dieser Streit für die strafrechtliche Schuldlehre hat und ob eine fundamentale Neuausrichtung des deutschen Strafrechts aufgrund der wissenschaftlichen Debatte geboten ist.

  • Grundlagen und Positionen des Determinismus versus Indeterminismus
  • Einfluss der modernen Hirnforschung auf das strafrechtliche Schuldverständnis
  • Analyse kompatibilistischer Ansätze zur Versöhnung von Freiheit und Determinismus
  • Stellenwert der Willensfreiheit als verfassungsrechtliche Voraussetzung für den Schuldvorwurf

Auszug aus dem Buch

A. Einleitung

Warum fällt der Apfel zu Boden? Die Untersuchung von Kausalbeziehungen ist Gegenstand aller Naturwissenschaften. Grundannahme ist, dass alles Seiende durch Ursache-Wirkungs-Beziehungen miteinander verbunden ist. Durch Beobachtung und Theorie werden falsifizierbare Naturgesetze formuliert. Daraus erwächst der Anspruch, alle Naturvorgänge durch naturgesetzlich wechselwirkende Kausalbeziehungen erklären zu können. Anschaulich wird dieser Anspruch in der kosmischen Physik: durch die Beobachtung des derzeitigen Universums und Anwendung der erkannten Naturgesetze kann der Ursprung von allem auf einen Urknall vor 13,7 Mrd. Jahren „zurückgerechnet“ werden.

In gleicher Weise lässt sich aus der Gesetzmäßigkeit atomarer Vorgänge schließen, dass am Anfang des Universums nur leichte Elemente existiert haben können. Alle schwereren Elemente, wie etwa der Sauerstoff der Atemluft oder der Kohlenstoff unseres Körpers, müssen zwangsläufig in längst vergangenen Sternen durch Kernfusion erbrütet worden sein. Zwangsläufig heißt dabei: wenn im Universum die Naturgesetze immer galten, ist die Materie immer nach diesen in Wechselwirkung getreten.

Wenn nun aber das Universum sich entlang genau bestimmter Naturgesetze entwickelte, und auch der Mensch Teil dieser kausalen Entwicklung gewesen ist - war die gesamte Entwicklung mit der Entstehung der ersten Teilchen unvermeidbar? Musste alles bisher Dagewesene so geschehen, wie es geschehen ist? Sind auch menschliche Handlungen und Entscheidungen gar nicht frei, sondern nur das Ergebnis von unüberschaubar weit zurückreichenden Kausalketten? Die Denkrichtung, die diese Aussage bejaht, ist der Determinismus (lat. determinare – bestimmen). Alles ist dem Kausalgesetz unterworfen, eine menschliche Willensfreiheit kann es nicht geben. Die Gegenposition bildet der Indeterminismus. Nach diesem sind Zustände und Ereignisse im Universum nicht endgültig von Kausalbeziehungen bestimmt. Entwicklungen verlaufen zum Teil schlicht zufällig, es konnte auch immer etwas ganz anderes geschehen. Diese Postion erhält daher die Möglichkeit der Willensfreiheit.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wissenschaftstheoretische Problematik von Ursache und Wirkung ein und stellt die Grundsatzfrage, ob menschliches Handeln in einem determinierten Universum frei sein kann.

B. Der Streit um die Willensfreiheit aus strafrechtsphilosophischer Sicht: Dieses Kapitel erörtert die Bedeutung der Willensfreiheit für das Strafrecht und stellt die verschiedenen philosophischen und wissenschaftlichen Positionen wie Determinismus, Indeterminismus, Kompatibilismus und Agnostizismus gegenüber.

C. Rückwurf auf den Inkompatibilismus: Das abschließende Kapitel resümiert, dass der Streit um die Willensfreiheit ungelöst bleibt und fordert vor dem Hintergrund der verfassungsrechtlichen Bedeutung eine differenzierte Betrachtung ein, die von der simplen Forderung nach einer Abkehr vom Schuldprinzip absieht.

Schlüsselwörter

Willensfreiheit, Determinismus, Indeterminismus, Strafrecht, Schuldbegriff, Neurowissenschaften, Kausalität, Kompatibilismus, Verantwortung, Menschenwürde, Gehirn, Handlung, Schuldvorwurf, Rechtsphilosophie, Bewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den rechtsphilosophischen und strafrechtlichen Konflikt darüber, ob der Mensch in seinem Handeln frei ist oder ob dieses Verhalten durch biologische und physikalische Kausalitäten determiniert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Debatte zwischen Determinismus und Indeterminismus, die Auswirkungen der modernen Hirnforschung auf das strafrechtliche Schuldprinzip sowie verschiedene kompatibilistische Lösungsansätze.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, einen Überblick über die in der Strafrechtslehre vertretenen Positionen zur Willensfreiheit zu geben und zu prüfen, ob die naturwissenschaftliche Kritik eine Änderung der strafrechtlichen Verantwortlichkeitszuschreibung rechtfertigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer rechtsphilosophischen und strafrechtsdogmatischen Analyse, die Literaturquellen aus Philosophie, Strafrechtswissenschaft und Neurowissenschaften systematisch auswertet und kritisch gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Strömungen: physikalisch-philosophischer und neurobiologischer Determinismus, verschiedene Formen des relativen Indeterminismus sowie unterschiedliche Kompatibilismus-Modelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Willensfreiheit, Determinismus, strafrechtliche Schuld, Kausalität und Verantwortung.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Bundesverfassungsgerichts?

Der Autor betont, dass das Bundesverfassungsgericht die Willensfreiheit als unverzichtbare Voraussetzung und Grundlage des Schuldvorwurfs sowie als eng mit der Menschenwürde verknüpftes Prinzip festgeschrieben hat.

Was besagt der "Trinitäts-Kompatibilismus"?

Dieser Ansatz schlägt vor, neben die zwei Welten der Naturwissenschaft (Körper/Sein) und der normativen Wissenschaften (Normen/Sollen) eine Mittelwelt (Geist/Kultur) zu stellen, in der der Mensch seine naturgesetzliche Determination kulturell-symbolhaft bewältigt.

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Résumé des informations

Titre
Der Streit um die Willensfreiheit aus strafrechtsphilosophischer Sicht
Sous-titre
Überblick und Kommentierung
Université
Free University of Berlin  (Rechtswissenschaften)
Cours
Seminar: Rechtsphilosophie, Kriminologie und Strafrecht im Verbund
Note
13
Auteur
Eric Sturzebecher (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
29
N° de catalogue
V323549
ISBN (ebook)
9783668227019
ISBN (Livre)
9783668227026
Langue
allemand
mots-clé
Willensfreiheit Kriminologie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Eric Sturzebecher (Auteur), 2014, Der Streit um die Willensfreiheit aus strafrechtsphilosophischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323549
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Extrait de  29  pages
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