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Die matriarchalische Gesellschaftsform in einem islamisch geprägten Land. Der Stamm der Minangkabau auf der indonesischen Insel Sumatra

Título: Die matriarchalische Gesellschaftsform in einem islamisch geprägten Land. Der Stamm der Minangkabau auf der indonesischen  Insel Sumatra

Trabajo Escrito , 2016 , 23 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Carina Brandl (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
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Die geschlechtliche Ungleichheit stellt ein Dauerthema in deutschen Medien dar, weswegen es umso interessanter erscheint, einen Blick auf die wenigen matriarchalen Gesellschaftssysteme dieser Welt zu werfen. Die Minangkabau stellen dabei nicht nur eine der ältesten, sondern auch eine der größten noch existierenden Matriarchatsgruppierungen dar. Der im indonesischen West-Sumatra beheimatete Clan hat circa vier Millionen Anhänger. In einem Matriarchat haben die Frauen in gesellschaftlichen Belangen das Sagen. Ihr unumstrittenes Regiment prägt die Sitten und Gebräuche in besonderer Weise. Dabei sind die Minangkabau nicht etwa ein primitives Volk, sie gelten als geschäftstüchtige und moderne Gesellschaft. Die Besonderheit stellt allerdings ihr Glaube dar: Sie folgen dem Islam und leben in einem zum größtenTeil islamisch geprägten Land.

Bei einer Einwohnerzahl von circa 238 Millionen werden im Jahre 2010 87% der Bevölkerung als Muslime/Musliminnen gezählt. Die meisten gehören der sunnitischen Richtung an.

Die folgende Arbeit will sich nun mit der Frage beschäftigen,wie eine „Gesellschaft ohne Männerdominanz“ in einem islamisch geprägten Land möglich ist, also wie die Macht und ihre Erhaltung dauerhaft verwirklicht wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Wie kann sich eine matriarchale Gesellschaftsform in einem islamischen Land dauerhaft durchsetzen?

2 Der Matriarchalismus

2.1 Erste Einblicke in die Theorien des Matriarchalismus

2.2 Die Matrilinearität und die Matrilokalität – Begriffsklärung

2.3 Die Moderne Matriarchatsforschung

3 Eine Einführung in den indonesischen Islam

3.1 Der indonesische Islam in der demokratischen Republik Indonesiens

3.2 Die allgemeine Situation der islamisch-gläubigen Frau in Indonesien

3.3 Der Adat-Islam in seiner Bedeutung für das Matriarchat der Minangkabau (Geschlechterpositionen)

4 Die Sozialstrukturen im islamischen Matriarchat der Minangkabau

4.1 Die Rollen von Frau und Mann in der Stammesgesellschaft im Hinblick auf das Adat

4.2 Die Rolle des Islams in der Sippengemeinde

4.3 Die politische Führung durch eine Minangkabau-Frau und deren Repräsentation in Indonesien

4.4 Der Erhalt matrilinearer Strukturen der Minangkabau in einer globalisierten Welt

5 Das Verhältnis zwischen dem Islam und einem matrilinearem Gesellschaftssystem

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie eine Gesellschaftsform ohne Männerdominanz dauerhaft in einem islamisch geprägten Land bestehen kann, wobei insbesondere die Rolle und Identität der Frau sowie die Stellung des Mannes im Matriarchat der Minangkabau im Vordergrund stehen.

  • Analyse des Matriarchalismus und seiner modernen Erforschung
  • Untersuchung der Wechselwirkung zwischen islamischem Glauben und matrilinearen Strukturen
  • Betrachtung der Sozialstrukturen und des Einflusses des "Adat" (Gewohnheitsrecht)
  • Evaluation der politischen Repräsentation von Minangkabau-Frauen in Indonesien
  • Diskussion über die Erhaltung traditioneller Strukturen in einer globalisierten Welt

Auszug aus dem Buch

2.1 Erste Einblicke in die theoretischen Überlegungen des Matriarchats

Laut Göttner-Abendroth gibt es keine klare Definition des Matriarchats. Es gibt vielfältige Erklärungsansätze aus verschiedenen Blickwinkeln. So definiert sie das matriarchalische Gesellschaftssystem aus ökonomisch-ökologischer, sozialer, politischer und weltanschaulich-kultureller Perspektive.

Göttner-Abendroth (2011) verallgemeinert das Matriarchat als eine auf der ökonomisch-ökologischen Ebene formierten Ackerbaugesellschaft, mit lokaler und regionaler Unabhängigkeit, ohne territoriale Ansprüche oder Privatbesitz eines Individuums. Sie nennt dies die „Ökonomie des Schenkens“ und beschreibt das Prinzip des Verteilens insofern, dass die reichere Bevölkerungsschicht im Matriarchat Teile ihres Reichtums an die Ärmeren abgibt und ihnen im Gegenzug ein hohes soziales Ansehen innerhalb des Stammes zukommt. Hinsichtlich dieses Aspekts werden Matriarchate als „Ausgleichsgesellschaften auf dem Boden einer Ökonomie des Schenkens“ definiert (vgl. Sitter-Liver 2007: 459). In diesem Sinne wird schon im wirtschaftlichen Bereich die Basis für soziale Gleichheit geschaffen.

Der Aspekt des sozialen Zusammenlebens innerhalb eines Matriarchats bezieht sich in erster Linie auf den Clan. Matriarchale Menschen leben in großen Sippen nach dem Prinzip der Matrilinearität und Matrilokalität zusammen. In einem matriarchalischen System leben Männer und Frauen immer in getrennten Sippenhäusern, sogar wenn sie in einem eheähnlichem Verhältnis zueinander stehen. Dabei stellt jeder Clan ein eigenes gesellschaftliches Gefüge dar. Mit speziellen Regeln der Heirat, wie etwa die wechselseitige Vermählung zweier Clans, erklärt Heide Göttner-Abendroth, wie sich diese Gesellschaft nicht-hierarchisch organisiert. Dabei besteht nur eine sogenannte „Besuchs-Ehe“, der Gatte besucht seine Frau nur über Nacht. Die Männer wohnen extern, während die Frauen in einem Mehrgenerationenhaushalt leben. Auf diesem Wege wird versucht eine horizontale und egalitäre Gesellschaft zu erzeugen, welche sich als eine „große Familie“ versteht und wechselnde Hilfsverpflichtungen inkludiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Wie kann sich eine matriarchale Gesellschaftsform in einem islamischen Land dauerhaft durchsetzen?: Einleitung in die Thematik der Minangkabau als eine der wenigen existierenden matriarchalen Gruppen inmitten eines mehrheitlich muslimischen Landes.

2 Der Matriarchalismus: Theoretische Grundlegung des Matriarchatsbegriffs unter Bezugnahme auf die Forschung von Heide Göttner-Abendroth und Klärung zentraler Begriffe wie Matrilinearität und Matrilokalität.

3 Eine Einführung in den indonesischen Islam: Erläuterung der religiösen Situation in Indonesien, der Verfassung (Pancasila) und des komplexen Verhältnisses zwischen islamischem Glauben und gesellschaftlicher Praxis.

4 Die Sozialstrukturen im islamischen Matriarchat der Minangkabau: Detaillierte Betrachtung der inneren Organisation der Minangkabau, ihrer Stammeswerte, des Adat-Gesetzes sowie der Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen.

5 Das Verhältnis zwischen dem Islam und einem matrilinearem Gesellschaftssystem: Reflexion über die Vereinbarkeit von islamischer Lehre und matriarchalen Strukturen, wobei das Adat als Schutzmechanismus gegen Radikalisierung gedeutet wird.

6 Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse mit der Feststellung, dass der Erhalt der matriarchalen Struktur vor allem durch ein Leben im Einklang mit dem Adat bei gleichzeitig pragmatischer Anpassung an den Islam möglich ist.

Schlüsselwörter

Minangkabau, Matriarchat, Matrilinearität, Adat, Islam, Indonesien, Gesellschaftssystem, Stammesgesellschaft, Geschlechterrollen, Moderne Matriarchatsforschung, Ethnologie, Politik, soziale Gerechtigkeit, Religion, West-Sumatra.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Matriarchat der Minangkabau in Indonesien und beleuchtet, wie dieses Gesellschaftssystem trotz eines islamisch geprägten Umfelds und patriarchaler Tendenzen dauerhaft fortbestehen kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die soziologische Matriarchatsforschung, das indonesische Rechtssystem (Pancasila), die Bedeutung des lokalen Gewohnheitsrechts (Adat) sowie die sozio-ökonomische Stellung von Frauen und Männern innerhalb der Sippengemeinschaften.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu verstehen, wie eine „Gesellschaft ohne Männerdominanz“ in einem islamisch geprägten Land möglich ist und durch welche sozialen Mechanismen diese Machtstruktur erhalten bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine interdisziplinäre Untersuchung, die theoretische Ansätze der Matriarchatsforschung mit politikwissenschaftlichen Analysen und anthropologischen Studien verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das theoriegeleitete Matriarchatsverständnis, die Einführung in den indonesischen Islam sowie die detaillierte Sozialstruktur der Minangkabau, inklusive der Rolle des Adat und der politischen Partizipation, erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Minangkabau, Matriarchat, Matrilinearität, Adat, Islam, Indonesien und Geschlechterrollen sind die prägenden Begriffe.

Warum wird das "Adat" als zentral für das Überleben des Matriarchats gesehen?

Das Adat stellt ein als heilig geltendes Stammesgesetz dar, das soziale Harmonie und Gewaltverzicht propagiert und somit den Frauen eine geschützte Rolle zuweist, der sich der Islam im indonesischen Kontext unterordnen musste.

Wie stehen die Männer der Minangkabau zu diesem System?

Die Männer werden nicht unterdrückt; sie nehmen ihre Rollen als Onkel oder Erzieher wahr, was zu einer stabilen, auf gegenseitigem Respekt basierenden Gesellschaftsform führt, in der keine Unzufriedenheit in der Männerwelt herrscht.

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Detalles

Título
Die matriarchalische Gesellschaftsform in einem islamisch geprägten Land. Der Stamm der Minangkabau auf der indonesischen Insel Sumatra
Universidad
University of Marburg  (Politikwissenschaft: Gender Studies)
Calificación
1,0
Autor
Carina Brandl (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
23
No. de catálogo
V323622
ISBN (Ebook)
9783668227699
ISBN (Libro)
9783668227705
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gender Indonesien Islam Matriarchat
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Carina Brandl (Autor), 2016, Die matriarchalische Gesellschaftsform in einem islamisch geprägten Land. Der Stamm der Minangkabau auf der indonesischen Insel Sumatra, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323622
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