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Warum war Sant'Egidio während der Friedensvermittlungen im mosambikanischen Bürgerkrieg von 1990 bis 1992 der richtige Mediator?

Eine Analyse nach Giessmann und Wills

Title: Warum war Sant'Egidio während der Friedensvermittlungen im mosambikanischen Bürgerkrieg von 1990 bis 1992 der richtige Mediator?

Term Paper , 2015 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anna Schäfer (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Giessmann und Wills analysieren in "Seeking Compromise? Mediation Through the Eyes of Conflict Parties" unter welchen Umständen ein bestimmter Mediator von Konfliktparteien gewählt wird. Die von den Autoren gestellten Thesen und Gesichtspunkte werden in dieser Hausarbeit auf die Comunità di Sant'Egidio, den wichtigsten Mediator im Friedensprozess zur Beendigung des Mosambikkonfliktes, angewendet.

Zwischen der Regierungspartei Frente de Libertação de Moçambique und den Rebellen der Resistência Nacional Moçambicana fand zwischen 1977 und 1992 ein Bürgerkrieg statt, der bis Ende der 80er Jahre durch externe Akteure angetrieben wurde. Die christliche Gemeinschaft Sant'Egidio begleitete ab 1990 den Mediationsprozess zwischen den Konfliktparteien und fungierte als wichtigster Vermittler für den am 4.Oktober 1992 abgeschlossenen und umgesetzten Friedensvertrag.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Mediation und Mediator

3. Sant`Egidio

4. Überblick zum mosambikanischen Bürgerkrieg und den Konfliktparteien

4.1 Mosambik

4.2 RENAMO und FRELIMO

5. Warum und wie die Sant`Egidio Gemeinschaft die von Wills und Giessmann beschriebenen Voraussetzungen eines guten Mediators aus Sicht der Konfliktparteien erfüllte

5.1 Wieso war es der richtige Zeitpunkt für eine Mediation durch eine dritte Partei?

5.2 Wie und warum wurde die San't Egidio Gemeinschaft zum Mediator zwischen FRELIMO und RENAMO?

5.3 Wo verlief der Mediationsprozess?

5.4 Wie verlief derMediationsprozess?

5.5 Brachten die Mediatoren von Sant‘ Egidio die Eigenschaften mit, die sich Konfliktparteien von einem Mediator wünschen?

5.6 War der Mediator Neutral undAllparteilich?

5.7 Erfolgsmessung des Mediators: Der Friedensvertrag von Rom 1992

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Rolle der Comunità di Sant`Egidio als Mediator im mosambikanischen Bürgerkrieg (1990–1992) und untersucht, inwiefern die Gemeinschaft die theoretischen Anforderungen an einen erfolgreichen Mediator nach Giessmann und Wils erfüllte.

  • Friedensvermittlung durch die christliche Gemeinschaft Sant`Egidio
  • Analyse des mosambikanischen Bürgerkriegs und der Konfliktparteien FRELIMO und RENAMO
  • Untersuchung der Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Mediation
  • Überprüfung der Mediatoreneigenschaften (Neutralität, Kompetenz, Status)
  • Bedeutung des Friedensvertrags von Rom für die Konfliktbeilegung

Auszug aus dem Buch

5.1 Wieso war es der richtige Zeitpunkt für eine Mediation durch eine dritte Partei?

Mediation durch Dritte ist selten die erste Wahl, wenn es darum geht Konflikte zu lösen, sondern wird dann in Betracht gezogen, wenn anderen Optionen bereits ausgespielt wurden und nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben. Trotzdem ist es nicht Mittel der letzten Wahl, sondern wird von unterschiedlichen Parteien zu unterschiedlichen Zeitpunkten und aus unterschiedlichen Gründen in Betracht gezogen (Giessmann & Wils 2011:184). Giessmann und Wils heben den richtigen Zeitpunkt, die „ripeness“ der Konfliktparteien, als essentiell für den Beginn einer Mediation hervor (2011: 193). Während man diesen Zeitpunkt als ‚Reife zur Konfliktlösung‘ interpretieren kann, betrachten sie ihn eher pragmatisch als ‚Punkt an dem der Einbezug einer Mediationspartei für eine Konfliktpartei von Nutzen ist‘.

Ökonomische Ziele sind der wohl wichtigste Punkt, wenn man die Reifung der Mediationspartner betrachtet. Kurz gesagt: Fehlen Ressourcen, um einen Konflikt weiter zu führen, kommen die Parteien an den Verhandlungstisch. Diese Aussage trifft insbesondere auf den Friedensprozess in Mosambik zu. Das Land war verwüstet, die Infrastruktur außerhalb der Städte zusammengebrochen, trotz fruchtbarer Böden litt die Bevölkerung seit 1981 immer wieder Hungersnöte (Gentili 2011:4). Geldgeber fehlten seit Ende der 80er Jahre auf beiden Seiten, die Inflation stieg stätig und beide Konfliktparteien hatten keine nennenswerten Einkommensquellen (Mavanga 2014:158). Trotzdem hätte der Bürgerkrieg vermutlich angehalten, hätte sich das politische Klima der Region nicht verändert. Der Kalte Krieg endete und so auch seine Stellvertreterkriege in Afrika.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Arbeit thematisiert die Rolle der Gemeinschaft Sant`Egidio als Mediator im Mosambik-Friedensprozess und stellt den Untersuchungsrahmen anhand der Thesen von Giessmann und Wils vor.

2. Mediation und Mediator: Dieses Kapitel definiert Mediation als politischen Prozess und bestimmt die Anforderungen an einen Mediator im Kontext symmetrischer und asymmetrischer Konflikte.

3. Sant`Egidio: Es wird die Entstehungsgeschichte, der spirituelle Hintergrund sowie das internationale Engagement der christlichen Gemeinschaft Sant`Egidio dargelegt.

4. Überblick zum mosambikanischen Bürgerkrieg und den Konfliktparteien: Dieses Kapitel liefert eine historische Einordnung des Bürgerkriegs sowie eine Analyse der unterschiedlichen Ziele und Strategien der Konfliktparteien FRELIMO und RENAMO.

5. Warum und wie die Sant`Egidio Gemeinschaft die von Wills und Giessmann beschriebenen Voraussetzungen eines guten Mediators aus Sicht der Konfliktparteien erfüllte: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Mediationsbedingungen, des Prozesses in Rom, der Eigenschaften der Mediatoren sowie der Bedeutung ihrer neutralen/allparteilichen Rolle.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass trotz fehlender politischer Macht die hohe persönliche Hingabe und Ausdauer der Mediatoren von Sant`Egidio entscheidend für den Erfolg des Friedensvertrags von Rom waren.

Schlüsselwörter

Sant`Egidio, Mosambik, Bürgerkrieg, Mediation, Mediator, Friedensprozess, FRELIMO, RENAMO, Konfliktregelung, Allparteilichkeit, Friedensvertrag von Rom, Andrea Riccardi, Friedensarbeit, Diplomatie, Konflikttransformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die erfolgreiche Vermittlungstätigkeit der christlichen Gemeinschaft Sant`Egidio während des mosambikanischen Bürgerkriegs zwischen 1990 und 1992.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die Dynamiken des Friedensprozesses, die Rolle von NGOs in der internationalen Friedenspolitik und die Anwendbarkeit theoretischer Mediatoren-Anforderungen auf ein praktisches Beispiel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, warum Sant`Egidio als Mediator erfolgreich war und welche Faktoren dabei eine entscheidende Rolle spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Fallanalyse, die auf bestehender Fachliteratur, Presseberichten und dem theoretischen Rahmen von Giessmann und Wils basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Voraussetzungen für den Friedensschluss, der Auswahl des Mediators, dem Ablauf der Verhandlungen in Rom und der Bewertung der Eigenschaften der Mediatoren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Mediation, Sant`Egidio, Mosambik, FRELIMO, RENAMO sowie Begriffe wie Allparteilichkeit und Konfliktregelung.

Warum war der Status der Gemeinschaft Sant`Egidio als NGO wichtig für den Erfolg?

Der niedrige Status als NGO ermöglichte es der Regierung, mit der RENAMO zu verhandeln, ohne diese offiziell als politisch gleichgestellte Organisation anerkennen zu müssen.

Welche Rolle spielte der "Frieden von Rom" im Jahr 1992?

Der Friedensvertrag von Rom bildete den Abschluss des 27-monatigen Vermittlungsprozesses und leitete das Ende des 16-jährigen Bürgerkriegs sowie den Übergang zu demokratischen Wahlen ein.

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Details

Title
Warum war Sant'Egidio während der Friedensvermittlungen im mosambikanischen Bürgerkrieg von 1990 bis 1992 der richtige Mediator?
Subtitle
Eine Analyse nach Giessmann und Wills
College
University of Cologne  (Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften)
Course
Konfliktregelung
Grade
1,0
Author
Anna Schäfer (Author)
Publication Year
2015
Pages
27
Catalog Number
V323641
ISBN (eBook)
9783668227972
ISBN (Book)
9783668227989
Language
German
Tags
warum sant`egidio friedensvermittlungen bürgerkrieg mediator eine analyse giessmann wills
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Schäfer (Author), 2015, Warum war Sant'Egidio während der Friedensvermittlungen im mosambikanischen Bürgerkrieg von 1990 bis 1992 der richtige Mediator?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323641
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