Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Orientalistik / Sinologie - Arabistik

Amerikanische Missionsarbeit im Libanon des 19. Jahrhunderts

Titel: Amerikanische Missionsarbeit im Libanon des 19. Jahrhunderts

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Göran Janson (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Arabistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit soll es um die amerikanische Missionsarbeit im Libanon gehen. Der Autor hat sich dabei auf die Zeit des 19. Jahrhunderts beschränkt. Es geht ausschließlich um die protestantische Mission. An dieser Stelle muss eine Begriffsklärung erfolgen: mit „Libanon“ meint der Autor die heutige Libanesische Republik in ihren aktuellen Grenzen.

Die libanesische Geschichte kann als recht gut erforscht bezeichnet werden, da von der Frühgeschichte bis zum libanesischen Bürgerkrieg diverse Themen von verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen aufgegriffen wurden. Es gibt auch Forschungsarbeit zu Missionstätigkeiten im Nahen Osten bzw. speziell im Libanon, doch die ist nicht allzu zahlreich. Der Forschungsstand dürfte außerdem größtenteils veraltet sein, da viele der Werke bereits im 19. oder frühen 20. Jh. erschienen. Ein Großteil der Arbeiten ist außerdem zumindest zweifelhaften Inhaltes, da sie von Missionaren verfasst worden und eine unabhängige Betrachtung nicht stattfindet. Dieser Punkt gilt auch für die vom Autor dieser Arbeit benutzte Literatur, worauf an passender Stelle eingegangen wird.

Da in den missionarischen wie auch den wissenschaftlichen Werken oftmals die Bildungsarbeit (Schulgründungen, Alphabetisierungskampagnen etc.) der Missionare hervorgehoben wird, soll in der Arbeit zum einen der Frage nachgegangen werden, in wie weit es den amerikanischen Missionen gelang, im 19. Jh. das Bildungswesen im Libanon zu verbessern, aber auch zum anderen die Frage nicht außer Acht gelassen werden, in wie fern die Tätigkeiten der Missionen von Behörden wie auch den „alteingesessenen“ orientalischen Kirchen willkommen geheißen wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Missionsarbeit des American Board (1823-1870)

2.1 Erste US-Missionen im Libanon

2.2 Missionierung über Bildung

2.2.1 Zustand des Bildungswesens im Libanon zu Beginn der Missionsarbeit

2.2.2 Errichtung von Schulen im Libanon

2.2.3 Unterrichtshalte an den Missionsschulen

3. Die presbyterianische Mission (1870-1900)

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Aktivitäten amerikanischer protestantischer Missionen im Libanon während des 19. Jahrhunderts mit dem Fokus auf deren Einfluss auf das lokale Bildungswesen sowie die Akzeptanz dieser Bemühungen durch die lokale Bevölkerung und Behörden.

  • Analyse der Missionsstrategien des American Board im 19. Jahrhundert
  • Untersuchung der Rolle der Bildungsarbeit als Instrument zur Evangelisierung
  • Bewertung des Einflusses auf das lokale Bildungssystem und Frauenbildung
  • Einfluss politischer und konfessioneller Spannungen auf die Missionsarbeit
  • Übergang und Kontinuität zur presbyterianischen Missionsphase

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Unterrichtshalte an den Missionsschulen

Was die Bildungsinhalte der ersten Missionsschule von 1823 angeht, so können sie nur als sehr einfach angelegt beschrieben werden: Lesen und Schreiben in Arabisch und später auch Englisch, dazu war meist die Bibel da einzige Buch mit dem Unterricht gehalten wurde. Mangels Alternativen wuchs die Schülerzahl aber so schnell, dass die Schule schon bald in einem neuen Gebäude untergebracht werden musste. Es fanden sich auch zunehmend neue Lehrer sodass die Anzahl der Unterrichtsfächer erhöht werden konnte: Italienisch und Griechisch gehörten dadurch ab 1827 auch zum Curriculum. Ab 1837 umfasste das Curriculum an den meisten Schulen folgende Fächer: Arabisch, Englisch, Geographie, Zivil- und Kirchengeschichte, Mathematik, Rhetorik, Philosophie, Erstellen und Übersetzen von Texten, Bibelkunde, Natürliche Theologie und Kirchenmusik.

Am Missionsseminar in Beirut sah der Plan 1842 so aus, dass die 31 Schüler in vier Klassen eingeteilt wurden. Alle Klassen hatten Arabisch- und Englischunterricht (Lesen, Schreiben, Sprechen) und darauf aufbauenden Naturwissenschaftsunterricht. Außerdem werden von den ersten drei Klassen Übersetzungen aus dem Englischen ins Arabische angefertigt. Die vierte Klasse ist die jüngste und übersetzt nur ins Arabische und beschäftigt sich mit Zahlenlehre und den Evangelien. Die fortgeschritteneren Klassen behandeln außerdem Geographie, Philosophie und englische Grammatik und Syntax. Religiöse Erziehung findet auf Arabisch und Englisch statt; dabei lernen die Schüler Doktrin und Texte auswendig, müssen diese aber auch kommentieren und erläutern können. Die Inhalte an Mädchen- und Frauenschulen unterschieden sich hierbei: hier wird hauptsächlich Arabisch unterrichtet und die Religionserziehung findet auch nur Arabisch statt, nur ein Teil der Mädchen lernt Mathematik und Geographie, alle lernen Haushaltstätigkeiten wie Nähen und Stricken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung definiert den zeitlichen und geografischen Rahmen der Arbeit, begrenzt auf die protestantische Mission im Libanon des 19. Jahrhunderts, und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die forschungsleitenden Fragen.

2. Missionsarbeit des American Board (1823-1870): Dieses Kapitel beleuchtet das komplexe religiöse und soziale Umfeld des 19. Jahrhunderts im Libanon sowie die spezifischen rechtlichen und praktischen Herausforderungen, mit denen die ersten protestantischen Missionare konfrontiert waren.

2.1 Erste US-Missionen im Libanon: Hier werden die Ankunft und die ersten Aktivitäten der frühen Missionare des American Board beschrieben, insbesondere deren Kontaktversuche zur lokalen Bevölkerung und der Spracherwerb.

2.2 Missionierung über Bildung: Dieses Kapitel analysiert die strategische Nutzung von Bildungseinrichtungen als zentrales Mittel zur Verbreitung des Protestantismus im Libanon.

2.2.1 Zustand des Bildungswesens im Libanon zu Beginn der Missionsarbeit: Eine Bestandsaufnahme des Bildungssektors im 19. Jahrhundert, der als wenig entwickelt beschrieben wird, und die Motivation der Missionare, hier als "moderne Kreuzzügler" zu agieren.

2.2.2 Errichtung von Schulen im Libanon: Die Darstellung der schulischen Expansion, die wechselnden Schülerzahlen und die Reaktionen der einheimischen religiösen Gemeinschaften sowie der osmanischen Behörden auf die neue Bildungsinfrastruktur.

2.2.3 Unterrichtshalte an den Missionsschulen: Dieses Kapitel detailliert die Lehrpläne, die sich von einfachen religiösen Inhalten hin zu einem breiteren, akademischen Fächerkanon entwickelten, und beleuchtet die Unterschiede zwischen Jungen- und Mädchenschulen.

3. Die presbyterianische Mission (1870-1900): Die Untersuchung des Übergangs der Missionsverantwortung an die Presbyterianer, die organisatorische Neuausrichtung in fünf Zentren und die Intensivierung der Bildungsarbeit bis zum Ende des Jahrhunderts.

4. Fazit: Eine abschließende Bewertung des Erfolgs der Bildungsmission, deren positiver Beitrag zur Modernisierung der Bildung kontrastiert wird mit dem ursprünglichen Ziel der Bekehrung, was zu fortwährenden Spannungen führte.

5. Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Missionierung, American Board, Libanon, 19. Jahrhundert, Protestantismus, Bildungsarbeit, Schulen, Mädchenbildung, Presbyterianer, Religionserziehung, Naher Osten, osmanische Herrschaft, Kulturtransfer, Evangelisierung, Bildungsreformen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Geschichte der amerikanischen protestantischen Missionsarbeit im Libanon während des 19. Jahrhunderts, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Rolle des Bildungswesens liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Missionsstrategien des American Board, die Errichtung und Entwicklung von Schulen, die Rolle der Frauenbildung sowie das Spannungsfeld zwischen religiöser Bekehrung und säkularer Bildungsarbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern die Missionare das Bildungswesen im Libanon reformieren konnten und inwieweit ihre Tätigkeiten von der lokalen Bevölkerung und den bestehenden Kirchen akzeptiert oder abgelehnt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine diskursanalytische Untersuchung, die sich primär auf historische Quellen der Missionare sowie sekundäre Forschungsliteratur stützt, um die historischen Abläufe zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Missionsarbeit des American Board (1823-1870) inklusive ihrer Bildungsinitiativen sowie die anschließende Phase der presbyterianischen Mission (1870-1900).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Missionierung, Bildungsreformen, Protestantismus, Libanon im 19. Jahrhundert sowie der interkulturelle Austausch zwischen westlichen Missionaren und der orientalischen Gesellschaft.

Wie bewertet der Autor den Erfolg der Mädchenbildung?

Der Autor stellt fest, dass die Mädchenbildung ein zentrales Anliegen der Missionare war und trotz anfänglicher Widerstände erfolgreich in die Bildungslandschaft integriert wurde, wobei sie auch einen Trend der lokalen Mittelschicht widerspiegelte.

Welche Rolle spielten konfessionelle Spannungen bei der Schulgründung?

Die Missionsschulen waren oft Ziel konfessioneller Auseinandersetzungen, da sie von lokalen kirchlichen Autoritäten wie den Maroniten als Bedrohung für ihre eigene religiöse Hegemonie angesehen wurden, was zu Protesten und teils zur Schließung von Einrichtungen führte.

Wie reagierten die Missionare auf die osmanischen Behörden?

Die Missionare mussten diplomatisches Geschick beweisen, um unter osmanischer Herrschaft zu operieren, da sie mit Predigtverboten, politischer Unsicherheit und behördlichen Hürden konfrontiert waren, die ihre Arbeit zeitweise stark einschränkten.

Welches Fazit zieht die Arbeit über das Erbe der Missionen?

Das Fazit erkennt an, dass die Missionen das Bildungswesen nachhaltig erneuert haben (z.B. durch die Gründung renommierter Universitäten), hebt aber kritisch hervor, dass diese Bildung primär der Bekehrung dienen sollte, was die dauerhaften Spannungen mit orientalischen Kirchen erklärt.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Amerikanische Missionsarbeit im Libanon des 19. Jahrhunderts
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Orient- und Asienwissenschaften)
Veranstaltung
Diskursanalyse (Arabisch)
Note
1,3
Autor
Göran Janson (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V323703
ISBN (eBook)
9783668229617
ISBN (Buch)
9783668229624
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Missionsarbeit 19. Jahrhundert Libanon amerikanische Missionsarbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Göran Janson (Autor:in), 2016, Amerikanische Missionsarbeit im Libanon des 19. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323703
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  18  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum