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Frauen und der Linksterrorismus. Wie aus der Journalistin Ulrike Meinhof eine Terroristin wurde

Titre: Frauen und der Linksterrorismus. Wie aus der Journalistin Ulrike Meinhof eine Terroristin wurde

Livre Spécialisé , 2016 , 255 Pages

Autor:in: Constanze Mey (Auteur), Daniel Hitzing (Auteur), Yvonne Diewald (Auteur), Alexander Krüger (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - Histoire moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Terrorismus ist allgegenwärtig. Analog und digital wird über Anschläge berichtet und werden Möglichkeiten der Terrorbekämpfung diskutiert. Rechts- oder Linksterrorismus, religiöser oder nationalistischer Terrorismus – gleich welcher Art, Gewalt bleibt Gewalt. Warum werden Menschen aus unserer Gesellschaft zu Terroristen? Und sind es tatsächlich nur Männer, die bereit sind, zu Waffen zu greifen?

Ulrike Meinhof (1934-1976) war eine deutsche Journalistin, die sich im Laufe ihres Lebens immer weiter radikalisierte. Sie war Gründungsmitglied der „Roten Armee Fraktion“ (RAF), einer linksextremistischen Vereinigung in der Bundesrepublik Deutschland. Doch sie war auch Ehefrau, Mutter und überzeugte Pazifistin. Welche Umstände führten dazu, dass sie keine andere Wahl sah, als in den terroristischen Untergrund zu gehen? Diese Fragestellung lenkt den Blick auf die Rolle von Frauen im Terrorismus und bildet die Grundlage für den vorliegenden Band.

Aus dem Inhalt
- Weibliche Wege in den Linksterrorismus
- Der Weg einer Journalistin in den Terrorismus
- Gewaltbereitschaft von Frauen
- Analyse der Sprache von Ulrike Meinhof unter dem Aspekt ihrer Radikalisierung
- Meinhof und Ensslin als Mitglieder der RAF

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Frauen und Terrorismus am Beispiel der RAF und der Bewegung 2. Juni

Vorwort

Stellung der Frauen in den 60er und 70er Jahren

Frauen in der RAF

Gründe für den Terrorismus

Lebenslauf einer typischen Terroristin der RAF und der Bewegung 2. Juni

Darstellung der Terroristinnen in den Medien

Schluss

Frauen in der „Roten Armee Fraktion“. Weibliche Wege in den Linksterrorismus am Beispiel von Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin

Einleitung

Außerparlamentarische Oppositionsbewegungen in der BRD

Frauen in der BRD

Geschichte der „Roten Armee Fraktion“

Erklärungsversuche für Wege in den Linksterrorismus

Weibliche Wege in den Linksterrorismus

Fazit

Ulrike Meinhof. Der Weg einer Journalistin in den Terrorismus

Einleitung

Familiärer Hintergrund

Studienzeit in Marburg

Studienzeit in Münster oder „Kampf dem Atomtod“

Kommunistin - Eintritt in die KPD

Beginn einer journalistischen Karriere

Chefredakteurin

Notstandsgesetze

Rotbuch II und DFU

„Hitler in Euch“

Hochzeit

1. Mai-Kundgebung 1962 und die neue Linke

Probleme mit dem Arbeitgeber

Geburt und Hirntumor

Die deutsche Vergangenheitsbewältigung

Hörfunk - Ein neues Medium

Der Schah und Benno Ohnesorg

Rudi Dutschke

Gewalt in der Diskussion

Ein Kaufhausbrand und seine Folgen

Gefangenenbefreiung oder der Anfang vom Ende

Rote Armee Fraktion

Fazit

„Sie hätten nicht die Macht, wenn sie nicht die Mittel hätten, die Schweine.“ Eine diachronische Analyse der Sprache von Ulrike Meinhof unter dem Aspekt ihrer Radikalisierung

Einleitung

Theorie und Methode

Zeithistorischer Kontext

Analyse der zentralen Texte

Auswertung

Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und Ursachen für den Eintritt von Frauen in linksterroristische Organisationen wie die RAF oder die Bewegung 2. Juni in der Bundesrepublik Deutschland der 60er und 70er Jahre, wobei insbesondere die Rolle von Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin beleuchtet wird. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, warum sich überdurchschnittlich viele Frauen radikalisierten, welche spezifischen Beweggründe existierten und inwieweit diese von denen ihrer männlichen Mitstreiter abwichen.

  • Gesellschaftliche und politische Stellung der Frau in der BRD der 60er und 70er Jahre
  • Vergleich der Beitrittsgründe und Motivationen von Terroristinnen und Terroristen
  • Die Rolle von Biografien und Bildungshintergründen bei der Radikalisierung
  • Mediale Repräsentation weiblicher Terroristen in der damaligen Zeit
  • Die diachronische Entwicklung der Sprache von Ulrike Meinhof als Indikator für ihre Radikalisierung

Auszug aus dem Buch

Stellung der Frauen in den 60er und 70er Jahren

Nach Ende des zweiten Weltkrieges, besaßen die Frauen in der BRD eine tragende Rolle. Ihre Männer waren zum Teil im Krieg gefallen, verletzt oder schwer traumatisiert. Während viele Soldaten noch etliche Jahre in russischer oder französischer Gefangenschaft verbrachten, begannen die Frauen, ihr Deutschland wieder aufzubauen. Schon während des Krieges hatten die Frauen Teile der Männerwelt übernommen. Aus Arbeitermangel ersetzten die Frauen ihre Männer in den Fabriken. Trotzdem wurden sie von ihren Männern und der Gesellschaft in ein Rollenbild gesteckt, in welches sie sich zu fügen hatten. Eine arbeitende Frau wurde nicht gern gesehen, schon gar nicht, wenn sie Ehefrau und Mutter war.

Die Fabrikarbeiterinnen kehrten jedoch nach Ende des zweiten Weltkrieges still und protestfrei an den heimischen Herd zurück. Vergessen waren die aufopfernden Jahre am Fließband und der Männerarbeit. An eine erneute Frauenbewegung, wie es sie Anfang des 20. Jahrhunderts gegeben hatte und die gewaltsam durch die Verfolgung und Ermordung ihrer Verfechter geendet hatte, war nicht mehr zu denken. Es ging darum, Deutschland wieder aufzubauen und dabei sah die Bevölkerung keinen Platz für den erneuten Kampf um die Gleichstellung und Anerkennung der Frau. In der 1948 gegründeten Verfassung hieß es zwar in Artikel 3 des Grundgesetzes: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, die eigentliche Gleichberechtigung unter Aufsicht des Gesetzes wurde jedoch erst 1994 durch den Zusatz „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“ gesichert.

Inge Viett, ein Mitglied der Bewegung 2. Juni, welche später zur RAF überlief beschrieb die damaligen Verhältnisse als „gesellschaftlichmoralische […] Zwänge“ die sie selbst als „erdrückend“ wahrnahm. Wer diesen Maßstäben nicht entsprechen wollte oder konnte und sein Leben anders gestaltete, als es die Gesellschaft von ihm verlangte, dem würde sein Fehlverhalten vor Augen geführt werden. Eine Frau hatte nur bestimmte Berufe auszuüben, wie Kinderpflegerin oder ähnliche im Sozialwesen verankerte Beschäftigungen.

Zusammenfassung der Kapitel

Frauen und Terrorismus am Beispiel der RAF und der Bewegung 2. Juni: Diese Arbeit analysiert die gesellschaftliche Stellung der Frau in den 60er und 70er Jahren und vergleicht diese mit den spezifischen Beitrittsgründen von Frauen zu linksterroristischen Gruppen.

Frauen in der „Roten Armee Fraktion“. Weibliche Wege in den Linksterrorismus am Beispiel von Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin: Dieses Kapitel widmet sich der Geschichte der RAF und erörtert durch eine Fallstudie die individuellen sowie strukturellen Hintergründe weiblicher Radikalisierung.

Ulrike Meinhof. Der Weg einer Journalistin in den Terrorismus: Diese Biografie zeichnet den Lebensweg Meinhofs nach, von ihrer journalistischen Laufbahn bis hin zu ihrer Wandlung zur Terroristin unter dem Einfluss politischer Ereignisse.

„Sie hätten nicht die Macht, wenn sie nicht die Mittel hätten, die Schweine.“ Eine diachronische Analyse der Sprache von Ulrike Meinhof unter dem Aspekt ihrer Radikalisierung: Der letzte Teil bietet eine linguistische Untersuchung von Meinhofs Texten, um die sprachliche Radikalisierung zwischen 1968 und 1971 methodisch zu belegen.

Schlüsselwörter

Rote Armee Fraktion, RAF, Bewegung 2. Juni, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Linksterrorismus, Radikalisierung, Studentenbewegung, Emanzipation, Gesellschaftskritik, 68er, Politolinguistik, Terrorismusforschung, Geschlechterrollen, Widerstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Beteiligung von Frauen an linksterroristischen Organisationen wie der RAF und der Bewegung 2. Juni. Sie analysiert, welche persönlichen und gesellschaftlichen Faktoren dazu führten, dass diese Frauen den gewaltsamen Untergrund wählten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der sozialen und politischen Rolle der Frau in der BRD, den spezifischen Radikalisierungsprozessen sowie der medialen Darstellung von Terroristinnen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu verstehen, warum Frauen in den 60er und 70er Jahren überdurchschnittlich oft in terroristischen Gruppierungen aktiv waren und ob es hierfür einen spezifisch „weiblichen Weg“ in den Linksterrorismus gab.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Neben einer historischen und sozialgeschichtlichen Aufarbeitung nutzt der sprachananalytische Teil Methoden der Politolinguistik, wie die Analyse von Stigma- und Hochwertwörtern, um die Radikalisierung von Ulrike Meinhofs Sprache zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der RAF-Frauen und ihrer Wege in den Terrorismus sowie eine spezifische sprachwissenschaftliche Untersuchung der Texte von Ulrike Meinhof im Zeitverlauf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind RAF, Linksterrorismus, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Studentenbewegung, Radikalisierung, Politolinguistik und 68er-Bewegung.

Welchen Einfluss hatte Renate Riemeck auf Ulrike Meinhof?

Renate Riemeck, eine Historikerin und Ziehmutter, gilt als zentrale Bezugsperson, die Meinhof politisch prägte, ihr Geschichtsbewusstsein schärfte und sie dazu ermutigte, für Überzeugungen auch in der Öffentlichkeit einzutreten.

Wie interpretieren die Autoren die „radikale Sprache“ von Ulrike Meinhof?

Die Radikalisierung wird als Spiegelbild ihrer inneren Entwicklung und ihrer Entfremdung vom demokratischen System gesehen, wobei insbesondere die Zunahme von Stigmawörtern und ein persuasiv-appellativer Stil als Indikatoren angeführt werden.

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Résumé des informations

Titre
Frauen und der Linksterrorismus. Wie aus der Journalistin Ulrike Meinhof eine Terroristin wurde
Auteurs
Constanze Mey (Auteur), Daniel Hitzing (Auteur), Yvonne Diewald (Auteur), Alexander Krüger (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
255
N° de catalogue
V323733
ISBN (ebook)
9783668234895
ISBN (Livre)
9783956879227
Langue
allemand
mots-clé
frauen linksterrorismus journalistin ulrike meinhof terroristin
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Constanze Mey (Auteur), Daniel Hitzing (Auteur), Yvonne Diewald (Auteur), Alexander Krüger (Auteur), 2016, Frauen und der Linksterrorismus. Wie aus der Journalistin Ulrike Meinhof eine Terroristin wurde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323733
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Extrait de  255  pages
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