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Die Eigenarten der Mission im frühen Mittelalter

Title: Die Eigenarten der Mission im frühen Mittelalter

Examination Thesis , 2004 , 76 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Summary Excerpt Details

„Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. .“

Dies ist der Missionsauftrag des auferstandenen Jesu an seine Jünger, und auf dessen Ruf sich die Missionare des Mittelalters auf den Weg machten, um ungläubige Heiden zu christianisieren.
Besonders das frühe Mittelalter ist eine äußerst spannende Epoche der Kirchengeschichte und von entscheidender Bedeutung für das Christentum in ganz Europa.
Angenendt schreibt insbesondere der Zivilisation, dem Geistesleben und allem voran der Religiosität im frühen Mittelalter einen großen Prozeßcharakter zu2, welcher sich insbesondere in der Mission wiederspiegelt und auf dessen Eigenarten im frühen Mittelalter ich mich in dieser Staatsarbeit konzentrieren werde.

Zu Beginn der Arbeit berichte ich in einem kurzen historischen Kontext über die Herkunft der angelsächsischen Missionare, die später in einem asketischen Eifer das europäische Festland missionieren sollten. Auf diesem Wege werde ich erläutern, wie sich das Christentum im frühen Mittelalter generell entwickelte und sich darüber hinaus in Europa ausbreiten konnte.
In diesem Sinne werde ich im weiteren Verlauf der Arbeit die äußerst spannende Lebenswelt der mittelalterlichen Menschen beschreiben, die es in den linksrheinischen Germanenstämmen zu bekehren galt. In diesem Kontext ist es wichtig zu wissen, dass es sich bei diesen Heiden um Menschen handelte, die ihre Götter in der Natur, an Bäumen und Steinen, Felsen und Quellen verehrten. Menschen, die Amulette um den Hals trugen sowie kleine Götterbilder besaßen, die sie vor Unheil und allem Bösen schützen sollten.
Und nun, sich taufen zu lassen und sich zu einem Gottessohn zu bekennen, der wie ein Verbrecher am Kreuz gestorben ist – das kam für die meisten Heiden so ohne weiteres nicht in Frage und das waren vor allem nicht die einzigen Probleme für die christlichen Missionare, auf ihrem Weg zur Christianisierung Europas.
Zur besseren Verständlichkeit der Mission skizziere ich die geistige Atmosphäre, das Bildungsniveau und die religiöse Umwelt in den Gesellschaftsformen der Heiden, ohne die man die frühmittelalterliche Mission nicht verstehen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE SITUATION IM FRÜHEN MITTELALTER

3. DIE WELT DES MITTELALTERLICHEN MENSCHEN

4. GESELLSCHAFTSFORMEN

a) Sippe

b) Haus

c) Stamm

5. MOTIVE FÜR DIE MISSION

a) Peregrinatio

b) Ethnische Verbundenheit

6. DIE BESONDERHEITEN DER MISSION IM FRÜHEN MITTELALTER

a) Kollektiver Entscheid zum Religionswechsel

b) Bekehrung von oben nach unten

c) Vorfahren und Tradition

d) Mangelnde Säkularität

e) Ein Motiv für den Glaubenswechsel: Der stärkere Gott

f) Das Bild von den Heiden

7. DIE MISSION IN DER PRAXIS

a) Tatmission

b) Sprache der Missionare

c) Form und Inhalt der Missionspredigt

d) Predigt des Bonifatius auf einem Marktplatz in Hessen

8. DIE TAUFE - DAS TOR ZUM REICH GOTTES

9. SCHUTZ VOR DEM RÜCKFALL IN ALTE GLAUBENSVORSTELLUNGEN - REFORM UND KIRCHENORGANISATION DES BONIFATIUS

a) Kirchliche Strukturen

b) Petrinische Schlüsselliturgie

c) Klöster als Knotenpunkte der Kirchenorganisation

d) Ehe

e) Totenkult

f) Synoden

g) Kloster Fulda

h) Märtyrertod

10. ERGEBNIS - AUSWIRKUNG DER CHRISTIANISIERUNG AUF EUROPA

a) Armenfürsorge

b) Verbesserung der Lebensverhältnisse von Sklaven

c) Rolle der Frau

d) Die Auswirkungen der frühmittelalterlichen Mission auf Europa

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den Prozess der Christianisierung im frühen Mittelalter unter besonderer Berücksichtigung des Wirkens des heiligen Bonifatius. Das primäre Ziel ist es, die Schwierigkeiten, Methoden und gesellschaftlichen Auswirkungen der Missionierung germanischer Stämme sowie die damit einhergehende Etablierung kirchlicher Strukturen und Reformen zu analysieren.

  • Die Lebenswelt und Gesellschaftsstrukturen der heidnischen Germanen
  • Motive und Methoden der angelsächsischen Missionare
  • Die Taufe als zentraler Initiationsakt und Tor zum Christentum
  • Reformbemühungen und Kirchenorganisation durch Bonifatius
  • Langfristige Auswirkungen der Christianisierung auf Europa

Auszug aus dem Buch

d) Predigt des Bonifatius auf einem Marktplatz in Hessen

Kommt zusammen und höret mich an, ich Bischof Bonifatius, in Weisung des apostolischen Stuhls und im Schutze und Erlaubnis eures Machthabers Karl Martell.

Seht her: In meiner rechten Hand das heilige Cruzifix mit den Reliquien des heiligen Paulus und Petrus, und in meiner linken die kostbare und in Gold geschriebene heilige Schrift, die Grundlage unseres Glaubens. Ein Glaube, der eurem Machthaber Karl Martell im Zeichen des Kreuzes schon zu so vielen ruhmreichen Siegen geführt hat und ihm zu seiner so unglaublichen militärischen Stärke verhilft, ein Glaube, der schon so weit verbreitet ist und den ich euch nun lehren will.

Um aber zunächst auf eure Götter zu sprechen kommen: Ihr behauptet, dass sie anscheinend voneinander abstammen oder etliche von ihnen durch den Geschlechtsakt von Mann und Frau gezeugt worden sind.

Ich möchte euch fragen: Eure Zahl der Götter müsste auf diesem Wege ins unermessliche gestiegen sein. Wer ist denn nun eigentlich der Mächtigste von ihnen? Und falls Ihr weiterhin an diese Fortpflanzungstheorie glaubt: Wer war nun der erste dieser Götter, wie ist er entstanden, wie konnte er sich alleine auf der großen und so weiten Welt durchsetzen und die noch viel wichtigere Frage: Wie konnte er sich alleine vermehren?

Doch ich habe eine Antwort auf eure Fragen: Ich sage euch, es gibt nur diesen einen Gott, der schon seit allen Ewigkeiten existiert: Den Gott der Christen, den Schöpfer dieser Welt. Denn so seht hier dieses Buch mit der goldenen Schrift und hört, wie dort geschrieben steht: „Denn am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung des Missionsauftrags und Einführung in die historische Ausgangslage der frühmittelalterlichen Mission.

2. DIE SITUATION IM FRÜHEN MITTELALTER: Erläuterung der politischen und religiösen Lage nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches.

3. DIE WELT DES MITTELALTERLICHEN MENSCHEN: Beschreibung der Lebensbedingungen und sozio-kulturellen Verhältnisse der zu bekehrenden Menschen.

4. GESELLSCHAFTSFORMEN: Analyse der kollektiv geprägten Sozialstrukturen wie Sippe, Haus und Stamm.

5. MOTIVE FÜR DIE MISSION: Untersuchung der asketischen Peregrinatio und der ethnischen Verbundenheit als Beweggründe für die Missionare.

6. DIE BESONDERHEITEN DER MISSION IM FRÜHEN MITTELALTER: Erörterung der kollektiven Bekehrung, der Rolle der Tradition und der Mangel an Säkularität.

7. DIE MISSION IN DER PRAXIS: Darstellung der Methoden wie Tatmission, Sprachbarrieren und der Gestaltung der Missionspredigt.

8. DIE TAUFE - DAS TOR ZUM REICH GOTTES: Beschreibung der Taufe als Initiationsakt und der Anpassung des Taufritus an die Bedürfnisse frisch bekehrter Gebiete.

9. SCHUTZ VOR DEM RÜCKFALL IN ALTE GLAUBENSVORSTELLUNGEN - REFORM UND KIRCHENORGANISATION DES BONIFATIUS: Analyse der kirchlichen Strukturreformen und der Etablierung des römischen Ritus.

10. ERGEBNIS - AUSWIRKUNG DER CHRISTIANISIERUNG AUF EUROPA: Zusammenfassende Betrachtung der kulturellen, sozialen und ethischen Einflüsse der Mission auf das Abendland.

Schlüsselwörter

Mission, frühes Mittelalter, Bonifatius, Christianisierung, Taufe, Peregrinatio, Tatmission, Kirchenorganisation, heidnische Bräuche, Klöster, Abendland, ethnische Verbundenheit, Glaubenswechsel, Säkularität, Reform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Prozess der Missionierung im frühen Mittelalter und den Einfluss des christlichen Glaubens auf die kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung Europas.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Gesellschaftsstrukturen der germanischen Stämme, die Methoden der Missionare, die Bedeutung der Taufe und die kirchenorganisatorischen Reformen durch Bonifatius.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Christentum unter schwierigen Bedingungen die Lebenswelt der Menschen veränderte und das Fundament für ein einheitlich geprägtes europäisches Abendland legte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur, insbesondere den Werken von Arnold Angenendt, sowie zeitgenössischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Motiven der Mission, den spezifischen Schwierigkeiten vor Ort, den Methoden (wie der Tatmission) und der systematischen Neuordnung der fränkischen Kirche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Mission, Christianisierung, Bonifatius, frühes Mittelalter, Taufe und Kirchenorganisation.

Warum war die "Tatmission" für die Heiden so bedeutsam?

Die Tatmission, wie beispielsweise die Fällung der Donareiche, diente dazu, die Macht des Christengottes gegenüber heidnischen Gottheiten visuell und physisch zu demonstrieren, um den Heiden die Überlegenheit des neuen Glaubens zu beweisen.

Welche Rolle spielte die "Peregrinatio" bei den Missionaren?

Die Peregrinatio war das Ideal der asketischen Weltentsagung; sie motivierte Mönche, ihre Heimat freiwillig zu verlassen, um als Fremde bei fremden Völkern das Heil zu verkünden.

Warum war die soziale Struktur der Sippe eine Hürde für die Mission?

Da die Sippe ein absolut kollektives Friedensgebot und eine enge Abstammungsbindung hatte, war eine individuelle Entscheidung zum Glaubenswechsel unvorstellbar; daher mussten Bekehrungen zwingend kollektiv erfolgen.

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Details

Title
Die Eigenarten der Mission im frühen Mittelalter
College
LMU Munich
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2004
Pages
76
Catalog Number
V32377
ISBN (eBook)
9783638331104
Language
German
Tags
Eigenarten Mission Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2004, Die Eigenarten der Mission im frühen Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32377
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