Platons "Symposion". Von der Liebe zur Unsterblichkeit


Hausarbeit, 2015

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kurze Zusammenfassung der vorsokratischen Reden bis einschließlich Agathon (178a-197e)

Rede des Sokrates und das wahre Wesen der Liebe (198a-204c)

Die Schwangerschaft aller Menschen und die Unsterblichkeit (206c-209e)

Höchste Form der Liebe im Aufstieg zum Schönen (210a-212c)

Kurze Zusammenfassung der Alkibiades Rede (212c-222b)

Schlussteil

Literaturverzeichnis

Einleitung

Diese Hausarbeit, welche auf dem Inhalt des Seminars: „Was ist Liebe? - Platons ‚Symposion‘“ im Sommersemester 2015 basiert, befasst sich damit insbesondere den Mittelteil (298a - 212c) des Werkes genauer zu betrachten und zu erläutern. Dies geschieht nach einer kurzen Zusammenfassung der Inhalte der vorsokratischen Redner und, im Zuge dessen, der Klärung und Definition grundlegender Begriffe wie dem Schönen, dem Guten, sowie der Beschreibung des Wesens des Eros. Es wird darum gehen, ausgehend von der von Sokrates berichteten Diotima Rede den Nutzen und Vollzug der Liebe zu beschreiben, wobei das Thema der Unsterblichkeit im Fokus stehen wird. Die Verortung der beschriebenen, höchsten Liebe erfolgt durch die Beschreibung des Aufstieges zum Schönen anhand der Leitermetapher. Es folgt eine kurze Wiedergabe der wichtigen Punkte der Alkibiades Rede und ein kleiner Schlussteil.

Platons in Dialogform verfasstes Werk „Symposion“, in deutschen Versionen auch als „das Trinkgelage“ oder „das Gastmahl“ übersetzt, handelt von einem Trinkgelage oder auch Gastmahl welches gegen Ende des fünften Jahrhunderts vor Christus im Hause Agathon, des Tragödiendichters stattfindet. Da die Gäste die Nacht zuvor eher zutief ins Glas geschaut zu haben scheinen, sollen anstelle des üblichen Weines, welcher normalerweise bei so einem Gelage die Runde zu machen hat, reihum Lobreden auf den Eros gesprochen werden. Wie aus der Vorrede ersichtlich, wird dem Leser die Geschichte von Apollodoros, welcher es wiederum von Aristodomos erzählt bekam, geschildert.

Kurze Zusammenfassung der vorsokratischen Reden bis einschließlich Agathon (178a-197e)

Als erstes kommt Phaidros zu Wort (178a-180b). Es wird Eros als der Gott der Liebe vorgestellt. Er sei laut Phaidros der größte aller Götter, weil er der Älteste unter ihnen sei und somit nicht nur von allen Menschen, sondern auch von den restlichen Göttern bewundert werde.

Zwischen zwei Menschen, dem Liebhaber und dem Geliebten, sei Eros die Ursache für die größten Güter, denn nichts sei so wichtig und tugendhaft, wie in den Augen des Geliebten Menschen vorteilhaft dazustehen. „Die Scham beim Hässlichen und den Wetteifer beim Schönen; denn ohne diese beiden können weder ein Staat noch ein Einzelner große und schöne Taten vollbringen.“ (178d) Dieses so entstehende Bedürfnis der Menschen zum guten Handeln habe einen so hohen Stellenwert, dass es die Liebenden sogar antreiben könne sich selbst aufzuopfern und füreinander zu sterben.

Als zweiter ist Pausanias an der Reihe seine Rede zu halten (180c-185c). Während seines Monologes wird ersichtlich, dass der Eros nicht nur, wie bei Phaidros dargestellt, nur zwischen zwei Einzelmenschen wirke, sondern sich sein Wirkungskreis auf die gesamte Gesellschaft erstrecke. Zunächst, führt Pausanias aus, gebe es zwei Eroten, einen himmlischen und einen irdischen. Im Zuge dessen spricht auch Pausanias jetzt gezielt von hässlich und schön, denn während die Menschen, welche „mehr die Körper als die Seelen“ lieben und „nur auf die Befriedigung achten“ (181b) durch den irdischen Eros angetrieben werden und sich nicht scheren würden, ob sie die Liebe nun auf schöne Weise vollzögen, werden die anderen, die den Körpern entsagen und die Seele, den Charakter des anderen zuallererst lieben und schätzen einen Zugang zur Tugend, die durch die Erziehung des Geliebten durch den Liebhaber erfahren wird. Der durch die Möglichkeit zur Verstärkung der Tugend vorzuziehende himmlische Eros hingegen liebe nicht nur die Seele mehr als den Leib, er sei zudem dem männlichen Geschlecht mehr zugetan als dem weiblichen (welches er mit den scheinbaren Vorzügen der damals üblichen Knabenliebe weiter ausführt). Die Tugend werde nämlich zwischen einem älteren, bereits tugendhaften älteren Mann und einem Knaben mit schönem Geist entstehen, wobei dies auf Seiten des älteren Liebhaber stattfindet und die Erziehung bei dem Geliebten. Neben der Qualität der Liebe - schön und hässlich - ko mmt an dieser Stelle als weiteres Attributdie Dauerhaftigkeit bzw. Beständigkeit, zur Sprache. Während die körperliche Liebe vergänglich ist, sei die Liebe zu der Seele, dem Charakter eines Menschen dauerhaft.

Neben der Ausweitung des Wirkungsbereiches des Eros tritt dank Pausanias ein Gegenstandsbezug auf. Um zu konkretisieren stelle man sich die Frage nach dem Gegenstand der Liebe: Was liebt man? Nicht die Liebe selbst, sondern das Schöne, ob am Leibe des Menschen oder in der Seele.

Nachdem Aristophanes durch einen Schluckauf an seiner Rede gehindert wird, übernimmt der Arzt Eryximachos (185c-188e). Er billigt die zuvor von Pausanias beschriebene doppelte Natur des Eros, weitet diese aber auf den gesamten Kosmos aus, denn die ganze belebte, sowie auch unbelebte Natur sei vom Eros durchdrungen. Der gute Eros sorge so bspw. in der Heilkunst für Gesundung, in der Musik für Rhythmus und Harmonie und in der Astronomie für den Lauf der Gestirne.

Da Aristophanes seinen Schluckauf nach der Beendigung der Rede des Eryximachos losgeworden ist, übernimmt dieser nun das Wort (189a-193e). Er erzählt von dem Kugelmenschenmythos, um die Ursache der Liebe zu erklären. Es wird in ihm berichtet, dass alle Menschen einen körperlichen und seelischen Mangel hätten, da sie vom Göttervater Zeus für ihren Frevel den Olymp zu stürzen bestraft und in der Körpermitte halbiert wurden. Daraus kann man folgern, dass Eros den Menschen seit der Hybris hilft ihrem ethischen und physischen Mangel zu entgehen, sie also zu heilen.

In den ersten drei Reden wurde bis jetzt der Wirkungsbereich des Eros abgesteckt und von Redner zu Redner erweitert (Einzelmenschen - Gesellschaft - Kosmos). Aristophanes hat den Ursprung des Eros (die Hybris), sowie auch seine Leistung (die Heilung durch Ganzheit) in den Fokus gestellt.

Der vierte Redner Agathon verweist darauf, dass seine Vorgänger etwas ganz Wichtiges außer Acht gelassen zu haben scheinen. Sie haben angefangen die Wohltaten des Eros zu preisen, hätten jedoch mit seinem Wesen anfangen sollen (194e-197e).

Eros sei nämlich der glücklichste und schönste unter den Göttern, weil er, und hier widerspricht er Phaidros, der jüngste unter ihnen sei. Ganz getreu dem Spruch Gleiches geselle sich zu Gleichem, würde Eros besonders die jungen und die schönen Menschen aufsuchen. Agathon führt dann noch aus inwiefern Eros auch der Beste sei, da er alle vier griechischen Grundtugenden (Gerechtigkeit - Besonnenheit - Tapferkeit - Weisheit) besäße.

Rede des Sokrates und das wahre Wesen der Liebe (198a-204c)

Nach dieser sehr wortgewandten und schönen Rede des Agathon, soll Sokrates seinen Part übernehmen, weigert sich jedoch zunächst. Mit den Worten: „denn ich glaubte in meiner Einfalt, dass man über ein jedes, das gelobt wird, die Wahrheit sagen müsse und dass dies die Grundlage sei, dass man aber ebendiesen das Schönste auswählen und so gefällig wie möglich darstellen müsse“ (198d) wird klar, dass an dieser Stelle der Wendepunkt in Platons Werk eingelassen wurde. Sokrates will nicht, wie Agathon sch ö n Reden, sophistisch sein, sondern wahr reden. Er erbittet sich von der Trinkgesellschaft die Erlaubnis Eros auf seine Art und Weise zu loben und desweiteren ein Vorgespräch mit Agathon zu führen und ihm ein paar Fragen zu stellen oder wie man es auch ausdrücken könnte ein sokratisches Gespr ä ch zu führen. Sokrates bringt Agathon zur Einsicht, dass man nur begehren kann was man nicht besitzt, denn „der ein Verlangen hat, verlangt das nicht zur Verführung Stehende und nicht Vorhandene und das, was er nicht hat und was er selbst nicht ist und wessen er bedürftig ist - das ist es, worauf das Verlangen und die Liebe zielen?“ (200e) Verbindet man diese Aussage mit der Ansicht, dass das was schön ist auch gleichzeitig gut sein soll (201c), folgt daraus mit anderen Worten für den Eros: Da das Begehren sich auf ein Etwas, ein Objekt beziehen muss und somit die Liebe sich nicht selber begehren kann, man also nur das begehren kann, woran man selber einen Mangel hat und Eros das Schöne und Gute begehrt, muss dies bedeuten, dass er selbst weder schön noch gut sein kann.

Nach dem das Gespräch mit Agathon beendet ist, gibt Sokrates ein Gespräch mit Diotima, einer Priesterin aus Mantinea wieder, welche ihn selber einst in Liebesdingen unterwiesen haben soll (204c-209e). Durch sie erfährt man - ganz im Widerspruch zu Allem vorher Gesagten kein Gott sondern - dass Eros ein mittleres Wesen, ein Dämon sein müsste. Geht man davon aus, dass die Götter bereits das Gute und das Schöne besäßen, denn sie müssten natürlich glückselig sein und nimmt man desweiteren an, dass Eros selbstverständlich kein Mensch sei, muss er ein Wesen dazwischen sein, er ist ein Vermittler zwischen den Sterblichen und den Unsterblichen, ausgestattet “Mit der Fähigkeit, auszulegen und den Göttern zu überbringen, was von den Menschen, und den Menschen, was von den Göttern kommt“(202e). Ebenso verhielte es sich mit seiner Beschaffenheit.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Platons "Symposion". Von der Liebe zur Unsterblichkeit
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Philosophisches Seminar)
Veranstaltung
Was ist Líebe? - Platon: Symposion
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V323808
ISBN (eBook)
9783668232051
ISBN (Buch)
9783668232068
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Platon, Symposion, Gastmahl, Diotima-Rede
Arbeit zitieren
Sylwia Ekmann (Autor), 2015, Platons "Symposion". Von der Liebe zur Unsterblichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323808

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