Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Theodor Storms "Immensee". Eine Untersuchung auf novellistische Strukturen

Titel: Theodor Storms "Immensee". Eine Untersuchung auf novellistische Strukturen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 20 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Angelika Felser (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, novellistische Strukturen in Storms "Immensee" aufzudecken. Hierzu werden die für eine Novelle typisch gesehenen Merkmale ebenso beleuchtet wie Storms eigene Suslegung der Gattung. Die Arbeit stellt demnach nicht in Frage, ob es sich bei "Immensee" um eine Novelle handelt; sie fragt vielmehr nach dem wie und dem Maß vor dem Hintergrund der Ereignisse der Epoche.

Theodor Storms Novelle „Immensee“, 1849 entstanden, wurde erstmals in Biernatzkis Volksbuch auf das Jahr 1850 gedruckt. 1851 erschien die bis heute maßgebliche, überarbeitete Fassung in der Sammlung „Sommergeschichten und ihre Lieder“. Neben dem „Schimmelreiter“ ist „Immensee“ bis heute Storms erfolgreichste Novelle.

Dreißig Auflagen zu seinen Lebzeiten sollten beweisen, dass „Immensee“ ins Herz der Zeit getroffen hatte.

Die Novelle wird häufig dem literarischen Biedermeier zugeordnet, einem Zeit- und Epochenstil, der zwischen der Romantik und dem „poetischen“ Realismus angesiedelt ist:
In ihm findet sich die Enttäuschung wieder, die durch die Karlsbader Beschlüsse von 1819, der „Demagogenverfolgung“ und die missglückte Revolution von 1848 ausgelöst wurde und die bei den Bürgerlichen einen Rückzug ins Privatleben, eine Sehnsucht nach Idylle, Orientierung und Kontinuität, hervorrief. „Immensee““ - so Nickelsen - möge als beispielhaft für die vom Gedanken der Entsagung, Vergänglichkeit und unerfüllten Wünsche durchtränkte Ausdrucksform des Biedermeier gelten.

Innerhalb des Novellenwerks Theodor Storms gehört die Novelle zum Frühwerk Storms zu den so genannten „lyrischen“, „Situations-„ oder „Stimmungsnovellen“. Storm erklärt die Wahl seines Titels wie folgt:

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Novelle „Immensee“

2.1 Erzähltechnik und Erzählstruktur

2.2 „Situationen“

2.3 Symbolik - Lyrik - Stimmungsmalerei

2.4 Eine Novelle ohne unerhörte Begebenheit

3 Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Untersuchung analysiert Theodor Storms Novelle „Immensee“ unter dem Aspekt novellistischer Strukturen. Ziel ist es zu ergründen, inwiefern Storm die gattungstypischen Merkmale erfüllt oder durch eine eigene, lyrisch geprägte Gestaltung und den bewussten Verzicht auf die klassische „unerhörte Begebenheit“ neu interpretiert.

  • Analyse der Erzähltechnik und der Rahmen-Binnen-Struktur.
  • Untersuchung der Bedeutung von „Situationen“ als konstitutivem Element.
  • Deutung der Symbolik, Lyrik und Stimmungsmalerei.
  • Hinterfragung der Gattungsdefinition einer „Novelle“ ohne überraschenden Wendepunkt.
  • Betrachtung von Entsagung und Wirklichkeitskonstruktion als zentrale Motive.

Auszug aus dem Buch

2.4 Eine Novelle ohne unerhörte Begebenheit

In „Immensee“ veranschaulicht Storm, dass die Novelle nicht länger die darbietende Begebenheit eines überraschenden Wendepunkts ist. Jensen kritisiert, die Erzählung der losen Situationen habe ihm wie ein Halsband angereihter Situationen geglichen, „[…] Perlen von gleichmäßiger Schönheit, doch auch von gleichmäßiger Dicke; sie schwellen nirgendwo zu einem Mittelstücke an.“

Erste Hinweise darauf erhält der Leser während der „Erdbeerensuche“, kurz vor der Abreise Reinhards. Das Verirren im Wald wird von einer bedrohlich wirkenden Natur untermalt (3, S. 9, Zl. 14 ff.; S. 10, Zl. 34f.). Der Leser rechnet damit, dass den beiden Kindern etwas zustößt, was aber nicht geschieht.

Einige Monate später erhält Reinhard einen Brief von Elisabeth, in dem er vom Tod des Hänflings erfährt und in dem sein Nebenbuhler eingeführt wird. Reinhard überfällt „unerbittliches Heimweh“ (4, S. 15, Zl. 35). Während der Leser die unheilvollen Zeichen und den Spannungsaufbau wahrnimmt und davon ausgeht, dass Reinhard etwas unternimmt, führt Reinhard ein leises Selbstgespräch. Er wartet und lässt drei Monate vergehen, bevor er die Heimreise antritt.

Daheim wird er mit der inzwischen entstandenen Fremdheit zwischen sich und Elisabeth und dem ersetzten Hänfling, dem Kanarienvogel Erichs, konfrontiert. Der Leser wartet vergebens darauf, dass Reinhard Elisabeth sein „schönes Geheimnis“ offenbart; er wird jedoch gewahr, dass Reinhards Gesicht umso freudiger wirkte, je näher der Abschied kam (5, S. 20, Zl. 35f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung ordnet Storms Werk in das Biedermeier ein und skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung, novellistische Strukturen in „Immensee“ zu untersuchen.

2 Die Novelle „Immensee“: Dieses Kapitel analysiert grundlegende erzähltechnische Aspekte wie die Rahmen-Binnen-Gliederung, die Bedeutung von Situationen, symbolische Ausdrucksmittel und die Abweichung von der klassischen Novellendefinition.

2.1 Erzähltechnik und Erzählstruktur: Die Untersuchung beleuchtet die Funktion des Erzählrahmens als Erinnerungsraum und die Rolle des personalen Erzählers, der dem Leser keine Eindeutigkeit vermittelt.

2.2 „Situationen“: Dieses Unterkapitel erörtert Storms Kompositionsweise, die statt einer geschlossenen Handlung eine lose Aneinanderreihung von Situationen wählt, um ein Menschenleben in seiner emotionalen Entwicklung abzubilden.

2.3 Symbolik - Lyrik - Stimmungsmalerei: Hier wird aufgezeigt, wie Symbole wie die weiße Wasserlilie und lyrische Einschübe dazu dienen, seelische Zustände zu verdichten und die Stimmung der Entsagung zu unterstreichen.

2.4 Eine Novelle ohne unerhörte Begebenheit: Der Fokus liegt auf der bewussten Untergrabung der Erwartungshaltung des Lesers bezüglich dramatischer Höhepunkte, da Storm auf eine klassische „unerhörte Begebenheit“ verzichtet.

3 Resümee: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass „Immensee“ eine moderne, „gereinigte“ Novellenform darstellt, die durch Stimmung und Entsagung statt durch spektakuläre Wendepunkte wirkt.

Schlüsselwörter

Theodor Storm, Immensee, Novelle, Biedermeier, Erzähltechnik, Situationsnovelle, Entsagung, Symbolik, Stimmungsmalerei, unerhörte Begebenheit, Literaturanalyse, Wirklichkeitskonstruktion, Erinnerungsdichtung, Epik, Dramaturgie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Theodor Storms Novelle „Immensee“ und untersucht, welche novellistischen Strukturen das Werk prägen und wie Storm die Gattung durch eigene Akzente weiterentwickelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Erzähltechnik, die Verwendung von Symbolen, das Zusammenspiel von Rahmen- und Binnenhandlung sowie die Frage, wie der Autor mit der traditionellen Gattungsvorgabe einer „unerhörten Begebenheit“ umgeht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzudecken, in welchem Maße Storm „Immensee“ als Novelle gestaltet und ob er dabei seine eigenen Vorstellungen einer stimmungsorientierten, lyrischen Prosadichtung verwirklicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Textanalyse unter Einbeziehung literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur zur Gattung der Novelle und zum Werk Theodor Storms.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Gliederung, die „Situations“-Struktur, die symbolischen Leitmotive und die bewusste Vermeidung dramatischer Wendepunkte im Handlungsverlauf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören neben dem Titel und dem Autor vor allem Gattungsmerkmale wie Novelle, Entsagung, Stimmungsmalerei sowie der Verzicht auf das „Unerhörte“.

Wie geht die Novelle mit der Erwartung des Lesers um?

Die Arbeit zeigt, dass Storm den Leser gezielt „scheitern“ lässt: Er weckt durch Spannungsaufbau Erwartungen an dramatische Ereignisse, die jedoch durch die „unerhörte“ Passivität der Figuren enttäuscht werden.

Welche Rolle spielt die Naturdarstellung in „Immensee“?

Die Naturbeschreibungen dienen laut Analyse nicht der reinen Landschaftsschilderung, sondern fungieren als Stimmungsfaktoren, die den seelischen Zustand der Protagonisten widerspiegeln.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Theodor Storms "Immensee". Eine Untersuchung auf novellistische Strukturen
Hochschule
Universität Münster  (Institut für Deutsche Philologie II)
Veranstaltung
Das novellistische Jahrhundert
Note
2,0
Autor
Angelika Felser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V323920
ISBN (eBook)
9783668231115
ISBN (Buch)
9783668231122
Sprache
Deutsch
Schlagworte
theodor storms immensee eine untersuchung strukturen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Angelika Felser (Autor:in), 2004, Theodor Storms "Immensee". Eine Untersuchung auf novellistische Strukturen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323920
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  20  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum