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Die politischen Prozesse unter Stalin und Hitler. Der gezielte Einsatz von Prozessen zur Sicherung und Durchsetzung von Herrschaft

Titre: Die politischen Prozesse unter Stalin und Hitler. Der gezielte Einsatz von Prozessen zur Sicherung und Durchsetzung von Herrschaft

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2011 , 23 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Pauline Kasimir (Auteur)

Droit - Philosophie, Sociologie et Histoire du Droit
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Politische Schauprozesse sind keine bloßen Fiktionen totalitärer oder kommunistischer Staaten. Sie sind ein wichtiges Mittel zur Durchsetzung und Sicherung einer Herschafft. Die Justiz wird zu politischen Zwecken missbraucht und in Kombination mit parteieigenen Säuberungen dazu verwandt politische Gegner auszuschalten. Die Intention hinter politischen Prozessen ist klar ersichtlich und zielt auf eine Massenbeeinflussung ab. Durch gezieltes Einsetzen dieser Prozessart soll nicht nur abschrecken, sondern auch Beispiel für die Handhabung politischer Gegner sein.

Die Schauprozesse unter Stalin dienen dabei als Vorbild für Prozesse der Nationalsozialisten. Ihnen ist es jedoch nie geglückt, politische Prozesse Stalinscher Prägung auch in der deutschen demokratischen Republik durchzuführen. Trotzdem lassen sich Parallelen festmachen, die die politischen Vorgehensweisen beider Diktatoren vergleichbar machen.

In dem ersten Kapitel wird zunächst der Begriff des politischen Prozesses definiert und seine Merkmale benannt. Es soll auf die ausschließlich negative Bewertung des Begriffes eingegangen sowie Funktion und Wirkung des Schauprozesses wiedergegeben werden. Danach sollen die Schauprozesse unter Stalin thematisiert werden, woraufhin im nächsten Kapital die politischen Prozesse unter Hitler beschrieben werden. Dann folgt ein kurzer Vergleich der politischen Handlungsweisen beider Diktatoren. Im nächsten Kapital wird versucht, anhand der Theorien der Frankfurter Schule, die politischen Geschehnisse zu analysieren. Abschließend folgen eine kurze Zusammenfassung und eine Stellungnahme.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Begriffsbestimmung

3. Schauprozess unter Stalin

4. Schauprozess unter Hitler

5. Der Vergleich Stalins und Hitlers Innenpolitik

6. Grundlegende Thesen des Otto Kirchheimer

7. Soziologische Erklärungsversuche

8. Zusammenfassung

9. Stellungnahme

Zielsetzung & Themen der Seminararbeit

Die vorliegende Arbeit analysiert die Funktion und Instrumentalisierung politischer Prozesse in totalitären Systemen, insbesondere unter den Diktaturen von Stalin und Hitler, und untersucht deren Bedeutung für die Machtsicherung und Massenbeeinflussung.

  • Definition und theoretische Einordnung des Begriffs "politischer Prozess"
  • Vergleichende Analyse der Schauprozesse in der Sowjetunion unter Stalin
  • Untersuchung der nationalsozialistischen Strafjustiz unter Hitler
  • Anwendung der Theorien der Frankfurter Schule zur Analyse politischer Machtinstrumente
  • Gegenüberstellung der unterschiedlichen innenpolitischen Strategien beider Diktatoren

Auszug aus dem Buch

3. Schauprozesse unter Stalin

Als Stalin am 5. März 1953 starb endete gleichzeitig eine Ära des Terrors und der Gewalt in der Sowjetunion. Schon 1922 warnte Lenin vor der Gefahr eines Konfliktes zweier mächtiger Männer des Zentralkomitees: Trotzki und Stalin12. Um die historischen und politischen Ereignisse unter Stalin analysieren zu können, muss zunächst sein politischer Werdegang betrachtet werden. Nachdem die Oktoberrevolution das zaristische System stürzte, gewannen die Bolschewiki, mit Leo Trotzki als Führer, die Herrschaft in der Sowjetunion. Stalin, dem das Parteihaupt zugesprochen wurde, suchte Verbündete gegen Trotzki, als er die geheime Schwäche des Machtapparates erkannte. Zwar war die Partei die lenkende Kraft im Herrschaftssystem, aber trotzdem nur das Instrument der Hierarchen. Daher versuchte Stalin die Partei zu verstaatlichen, um aus seiner Position heraus den Apparat lenken zu können13.

Trotzki glaubte an den Marxismus, da er ein Optimist war und versuchte deswegen an das Volk zu appellieren. Stalins Ziel war es, den Sozialismus auf allen Gesellschaftsebenen und im gesamten Staat durchzusetzen. Dafür manipulierte er das russische Volk, indem er Trotzkis Lehre von der Wichtigkeit der Weltrevolution seinem Sozialismus gegenüberstellte. Darüber hinaus verkleinerte er Trotzkis Rolle in der Revolution, als er ihn den „Napoleon der Revolution“ nannte.14.

Durch die Beherrschung des Apparates erreichte Stalin seine gewünschte Machtposition und drängte Trotzki somit zur Abdankung. Trotzki und Sinowjew, der vorher Kritik an Stalin äußerte, wurden beide 1926 aus dem Politbüro verbannt und 1927 aus der Partei ausgestoßen. Durch Trotzkis Deportierung und Sinowjews Abschwörung war auch die Linke besiegt. Im Jahre 1929 begann die zweite Revolution. Der rasante Übergang zum Kollektiv und der übereilten Industrialisierung führten zu Hungernot bei der Bevölkerung. Stalin wankte zwischen einer Politik der Mäßigung und der der führenden Hand15. Stalins Position im Politbüro und seine Zusammenarbeit mit der Staatspolizei verstärkten sich, wodurch er es schaffte Lenins Idee der kollektiven Herrschaft zu einer absoluten Alleinherrschaft zu transformieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Es wird die Rolle der politischen Justiz in totalitären Staaten sowie die Intention hinter Schauprozessen zur Herrschaftssicherung und Gegnerausschaltung erläutert.

2. Begriffsbestimmung: Das Kapitel definiert den Begriff "politischer Prozess" und analysiert die Instrumentalisierung von Justiz zur Bekämpfung politischer Feinde.

3. Schauprozess unter Stalin: Die Arbeit beschreibt Stalins Aufstieg, seine Konsolidierung der Macht durch innerparteiliche Säuberungen und die Inszenierung der Moskauer Prozesse.

4. Schauprozess unter Hitler: Es wird analysiert, wie die Nationalsozialisten durch verordnete Gesetze und Sondergerichte die Justiz zur Verfolgung von Regimegegnern instrumentalisierten.

5. Der Vergleich Stalins und Hitlers Innenpolitik: Die unterschiedlichen Methoden der beiden Diktatoren zur Machtsicherung werden gegenübergestellt, wobei die Bedeutung von Inszenierung und Angst hervorgehoben wird.

6. Grundlegende Thesen des Otto Kirchheimer: Das Kapitel reflektiert Kirchheimers Theorie über die Unfähigkeit der Nationalsozialisten, Prozesse nach stalinistischem Vorbild zu replizieren.

7. Soziologische Erklärungsversuche: Unter Bezugnahme auf Adorno und Horkheimer wird die gesellschaftliche Manipulation und die Rolle der Frankfurter Schule bei der Analyse totalitärer Systeme dargelegt.

8. Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden gebündelt und die Ähnlichkeiten in der politischen Herrschaftsweise der beiden Diktaturen resümiert.

9. Stellungnahme: Die Verfasserin bewertet kritisch die Unmenschlichkeit und Willkür totalitärer Justizpraktiken.

Schlüsselwörter

Politischer Prozess, Schauprozess, Stalin, Hitler, Totalitarismus, Herrschaftssicherung, Politische Justiz, Sowjetunion, Nationalsozialismus, Säuberungen, Repression, Propaganda, Frankfurter Schule, Machtapparat, Menschenrechtsverletzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung von politischen Schauprozessen als Machtinstrument in den totalitären Diktaturen unter Stalin und Hitler.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Instrumentalisierung der Strafjustiz, Methoden der Machtsicherung, die Rolle der Propaganda und der Vergleich der totalitären Herrschaftsstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Funktionsweise und Wirkung politischer Prozesse sowie deren Missbrauch zur Ausschaltung politischer Gegner objektiv zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und eine ideologiekritische Betrachtung, unter anderem basierend auf den Theorien der Frankfurter Schule.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung stalinistischer Schauprozesse, der nationalsozialistischen Justizpraxis sowie einen direkten Vergleich beider Systeme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Totalitarismus, politische Justiz, Schauprozess, Machtsicherung, Repression und staatliche Willkür.

Warum gab es im nationalsozialistischen Deutschland keine Prozesse nach stalinistischem Vorbild?

Laut der Arbeit waren die gesellschaftlichen Strukturen anders geprägt und die Machtinhaber mussten keine alternative Wirklichkeit in gleichem Ausmaß wie Stalin konstruieren.

Welche Rolle spielte die NKWD bzw. die SS in den jeweiligen Systemen?

Beide Organisationen fungierten als kritiklose Exekutivorgane, die ohne Rücksicht auf Recht und Gesetz Befehle zur Unterdrückung und Eliminierung von Gegnern ausführten.

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Résumé des informations

Titre
Die politischen Prozesse unter Stalin und Hitler. Der gezielte Einsatz von Prozessen zur Sicherung und Durchsetzung von Herrschaft
Université
University of Frankfurt (Main)  (Universität)
Cours
Schauprozesse
Note
1,3
Auteur
Pauline Kasimir (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
23
N° de catalogue
V323962
ISBN (ebook)
9783668229877
ISBN (Livre)
9783668229884
Langue
allemand
mots-clé
Stalin Hitler Politischer Prozess Schauprozess Vergleiche Nationalsozialismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Pauline Kasimir (Auteur), 2011, Die politischen Prozesse unter Stalin und Hitler. Der gezielte Einsatz von Prozessen zur Sicherung und Durchsetzung von Herrschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323962
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Extrait de  23  pages
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