Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Methodologie und Methoden

Feindbilder zu Islam, Migration und Überfremdung auf Pro- und Anti- Pegida-Facebookseiten. Eine diskursanalytische Untersuchung von Facebook-Kommentaren

Titel: Feindbilder zu Islam, Migration und Überfremdung auf Pro- und Anti- Pegida-Facebookseiten. Eine diskursanalytische Untersuchung von Facebook-Kommentaren

Seminararbeit , 2015 , 37 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Pauline Kasimir (Autor:in)

Soziologie - Methodologie und Methoden
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Hass ist eines der intensivsten Gefühle, die ein Mensch fühlen kann, zugleich stellt er aber auch eine Grunderfahrung menschlichen Daseins dar. Mit „Hass“ wird im allgemeinen Sprachgebrauch eine starke Abneigung oder Antipathie gegenüber Personen oder ganzen Gruppen bezeichnet. So verstanden, vollzieht Hass eine scharfe Abgrenzungsbewegung. Hass verlangt immer ein Gegenüber, das heißt er impliziert eine „wir“- „sie“ Trennung und somit einen Gruppenbezug, der über einzelne Subjekte hinausgeht. Diese Bewegung zeigt den reflexiven Charakter von Hass, die Konstitution eines Gegenübers konturiert zugleich die eigene Position „Ich hasse, also bin ich“. Ein psychologisches Verständnis von Hass sieht diesen hingegen als Wunsch anderen Schaden zuzufügen, indem er verletzt, gedemütigt, oder gekränkt wird. Auch hier kann Hass reflexiv verstanden werden, als Wunsch nach Hierarchie und Ganzheit.

In dieser Forschungsarbeit geht es um die Feindbilder, die durch Pegida Anhänger auf Facebook Seiten, wie „Pegida“, „Ich bin Patriot, aber kein Nazi“ und „Anti Pegida“, erzeugt werden und wie diese genutzt werden, um Angst zu schüren.

Als „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (kurz Pegida) bezeichnet sich eine Organisation, die seit dem 20. Oktober 2014 in Dresden gegen eine von ihnen behauptete Islamisierung Deutschlands und Europas demonstriert. Weiterhin kritisieren sie eine aus ihrer Sicht verfehlte Einwanderungs- und Asylpolitik Deutschlands und Europas. Lutz Bachmann, späteres Führungsmitglied und Leitfigur der Organisation, gründete am 11. Oktober 2014 eine geschlossene Facebook Gruppe mit dem Namen „Friedliche Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Als Begründung gab Bachmann an, dass dies ein Protest gegen die Solidaritätsbekundung vom 10. Oktober 2014 in der Dresdner Innenstadt für die in Deutschland verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und deren bewaffneten Kampf gegen den Islamistischen Staat (IS) sei.

Ab dem 16. Oktober 2014 beteiligte sich Siegfried Däbritz, ein ehemaliger Stadtratskandidat der FDP aus Meißen, an Bachmanns Facebook Gruppe und forderte Demonstrationen gegen die Islamisierung Deutschlands durch terroristische, islamistische Kräfte. Als Vorbild für die Demonstrationen dienen die Montagsdemonstrationen von 1989/1990 in der damaligen DDR. Seitdem ruft Pegida wöchentlich, überwiegend durch soziale Netzwerke, zu einem „Abendspaziergang“ am Montagabend in der Innenstadt Dresdens auf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Pegida

1.2 Vorgehensweise

2. Methodische Grundlagen

2.1 Definition Diskurs

2.2 Wissenssoziologische Diskursanalyse

3. Hate Speech

3.1 Trollen

4. Diskursanalyse Pegida

4.1 Datenkorpus

4.2 Diskursive Kontexte

4.3 Inhalte der Debatte

5. Strategien der Angstverbreitung

6. Zusammenfassung

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

8.1 Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht diskursanalytisch die auf Facebook-Seiten wie „Pegida“ erzeugten Feindbilder zu Migration, Islam und Überfremdung, um aufzuzeigen, wie diese zur gezielten Angstschürung eingesetzt werden.

  • Analyse von Facebook-Kommentaren als diskursive Ereignisse
  • Identifikation und Kategorisierung spezifischer Feindbilder
  • Untersuchung von Angstverbreitungsstrategien und Gruppenbildung
  • Verknüpfung der Debatte mit wissenssoziologischer Diskursanalyse
  • Rolle der "deutschen Leitkultur" im Migrationsdiskurs

Auszug aus dem Buch

4.3 Inhalte der Debatte

Die intensive Beschäftigung mit den Facebook Kommentaren erlaubt die Erstellung der Phänomenstruktur (siehe Tab. 1, S. 35), die Rekonstruktion der narrativen Struktur und die Identifikation von erzeugten Feindbildern. Die Betrachtung der Wahrnehmungsmuster und Positionen, die in der Flüchtlingsdebatte auftauchen, ermöglicht die Bearbeitung der Forschungsfrage.

Das Feindbild „kulturell Andere“

Durch das Feindbild der kulturell Anderen wird eine scharfe Abgrenzung von Deutschen und MigrantInnen vollzogen. Die deutsche Kultur soll möglichst homogen bleiben. Durch die zunehmende Einwanderung sieht Pegida die deutsche Kultur, die deutschen Werte und das Christentum in Gefahr. Darum ist es das Ziel, den Einfluss der fremden Zugewanderten möglichst gering zu halten. Besonders die muslimische Kultur ist aufgrund ihrer Unaufgeklärtheit nicht mit den deutschen Werten vereinbar. So Schreibt F.- E. Z. dazu (Facebook 2015a):

„Mit „Multi-Kulti“ kriegen sie kein buntes D. sondern eine Einheits-Mischfarbe, die den Ethnien, Kulturen und Religionen die Identitäten raubt! […]“

Aus diesem Grund fordert Pegida, dass die Zuwanderung, insbesondere die von Muslimen, eingeschränkt, wenn nicht sogar gestoppt wird. Vorzugsweise soll sich die muslimische Kultur an die deutsche Leitkultur anpassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Vorstellung des Themas Pegida und Erläuterung des methodischen Vorgehens der Seminararbeit.

2. Methodische Grundlagen: Definition des Diskursbegriffs und Vorstellung der wissenssoziologischen Diskursanalyse nach Reiner Keller.

3. Hate Speech: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff Hate Speech im Internet und Abgrenzung zum Phänomen des Trollens.

4. Diskursanalyse Pegida: Untersuchung der ausgewählten Facebook-Kommentare, Beschreibung des Datenkorpus und Analyse der diskursiven Kontexte sowie Inhalte.

5. Strategien der Angstverbreitung: Analyse der Mechanismen, mit denen durch Wir-Gefühl, Stereotype und Zukunftsszenarien Angst geschürt wird.

6. Zusammenfassung: Resümee der erarbeiteten Feindbilder und der diskursiven Strategien.

7. Fazit: Kritische Bewertung der öffentlichen Debatte um Pegida und deren gesellschaftlicher Auswirkungen.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Pegida, Diskursanalyse, Feindbilder, Islam, Migration, Überfremdung, Hate Speech, Facebook, Angst, Leitkultur, Sozialschmarotzer, Rassismus, Identität, Soziale Medien, Flüchtlinge.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der diskursanalytischen Untersuchung von Feindbildern im Kontext der Pegida-Bewegung auf Facebook.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind Islam, Migration, Überfremdung und die damit verbundene gesellschaftliche Debatte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die diskursiv erzeugten Feindbilder zu identifizieren und aufzuzeigen, wie diese genutzt werden, um Angst zu schüren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde die wissenssoziologische Diskursanalyse nach Reiner Keller in Verbindung mit der Grounded Theory angewendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Facebook-Kommentare, rekonstruiert die Feindbildmuster und arbeitet Strategien der Angstverbreitung heraus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Pegida, Diskursanalyse, Feindbilder, Islamisierung, Migration und Hate Speech.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Gruppen von Flüchtlingen?

Pegida differenziert diskursiv zwischen "schutzbedürftigen" Flüchtlingen und den als ökonomisch motiviert abgewerteten "Wirtschaftsflüchtlingen".

Welche Rolle spielt die "deutsche Leitkultur" in der Argumentation der Pegida-Anhänger?

Die Leitkultur dient als normativer Maßstab, an den sich Migranten anpassen sollen, wobei ein "Wir" gegen die "Anderen" konstruiert wird.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Feindbilder zu Islam, Migration und Überfremdung auf Pro- und Anti- Pegida-Facebookseiten. Eine diskursanalytische Untersuchung von Facebook-Kommentaren
Hochschule
Universität Kassel  (Universität)
Veranstaltung
Diskursanalyse
Note
1,0
Autor
Pauline Kasimir (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
37
Katalognummer
V323965
ISBN (eBook)
9783668242784
ISBN (Buch)
9783668242791
Sprache
Deutsch
Schlagworte
diskursanalyse diskurs pegida feindbilder angst internet analyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Pauline Kasimir (Autor:in), 2015, Feindbilder zu Islam, Migration und Überfremdung auf Pro- und Anti- Pegida-Facebookseiten. Eine diskursanalytische Untersuchung von Facebook-Kommentaren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323965
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  37  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum